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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-05-08 · 19 (8.5.1914) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
19 (8.5.1914)
Date
1914-05-08
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 1Ö Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 335 Äaiiriite aas dem Judentum. Vom 26. April bis 2. Mai 1914. Eichenwald Sidonie, Klavierlehrerin, geb. 14. Juni 1893,1., Auerspergstraße 4. Farkas Armin, Artist, XV., Löhrgasse 9. Flieder Elisabeth geb. Lehner, geb. 26. Jänner 1867, March» gg, XX., Spaungasse 17. Gunst Bartholomäus, Kaufmann, geb. 5. Juli 1859, Szenta, III. Dapontegasse 2. Grunwald Georg, Musiker, geb. 12. November 1890, Wien, XIV., Sechshauserstraße 46. Julm Helene, Privat, geb. 8. August 1886, Groß-Inzersdorf, II., Lessinggasse 17. Lilienfeld Dr. Josef Leih recte Leon, Arzt, geb. 22. September 1869, Podhajce, XIX., Silbergasse 4. Pelz Adolf, geb. 18. November 1894, Wien, Tabor, Böhmen. Prinz Gustav, Juwelier, geb. 11. Juli 1855, Wien, IX., Währingerstraße 21. Prinz Berta (Brandla) geb. Klasmann, geb. 22. Juni 1861, Jassy, IX., Wäbringerstraße 24. Stein Stefanie, geb. 22. Oktober 1894, Wien, XX., Lcyslraße 77. Steinbach Moriz, Ingenieur u. Stadtbaumeister, geb. 15. Dezember 1880, Brünn, XIX, Silbergasse 4. Nikolsburg. (Auszeichnun g.) Dem vormaligen Kultusvorsteher Philipp Kohn wurde kürzlich in Anerkennung seiner großen Verdienste, die er sich durch jahrzehntelange Tätigkeit in mannigfachen öffentlichen Ehrenstellen erworben, sowie seines im reichen Matze bekundeten Wohltätigkeitssinnes von Sr. Majestät das goldene Verdien st kreuz mit der Krone verliehen. Der feierliche Akt der lleberreichung durch den Bezirkshauptmann fand, dem Wunsche des Dekorierten entsprechend, sozusagen in aller stille im Empsangssalon des Bezirkshauptmanne; im Beisein der Herren Bürgermeister Franz Deutsch, Kultusvorsteher Gustav P i s k und Rabbiner Dr. M. L e w i n statt, welche in ihren Ansprachen die vielseitigen Verdienste des greisen Mannes würdigten, der auch Ehrenbürger von Nikolsburg und Ehrenmitglied der hiesigen Kultusgemeinde ist. Berlin-Charlottenburg. (T r a u u n g.) Donnerstag, den 14. Mai, halb 4 Uhr, findet im Logenhaus, Joachimschalerstraße 13, die Trauung des Fräuleins Clarisse Lang, Tochter des Herrn Charles Lang aus Berlin W., mit Herrn Adolf Hofbauer, Sohn des Herrn Bernhard Hofbauer aus Wien, statt. Dr. Abraham Zarzowski. An der italienischen Riviera starb dieser Tage der jüdische Gelehrte und Hebräist Dr. Abraham Zarzowsk« In der hebräischen wissenschaftlichen Literatur hat sich der Verstorbene hauptsächlich durch seine historischen und sprachwissenschaftlichen Arbeiten einen Namen gemacht. Eine Zeitlang gab er mit seinem Freunde Marlon das hebräische Blatt ,Hakedem" heraus, und seine letzte viel beachtete Arbeit war ein Beitrag in dem Jubiläumshefte der hebräischen Zeitschrift „Haschiloach". Goldene Hochzeit des Ehepaares Luigi Luzzatti. Am 30. März feierte der berühmte Politiker, gewesener italienischer Finanzminister Luigi Luzzatti mit seiner Gemahlin Signora Amelia Levy das Fest der Goldenen Hochzeit. Das Fest fand in Venedig statt und die dortige Zeitung „II Veneto" hat aus diesem Anlasse eine Anzahl interessanter Photographien des Jubelpaares sowie der Eltern des Luigi Luzzatti, der Brüder desselben, David und Josef, welche seinerzeit der Trauung des heutigen Jubelpaares im Jahre 1834 assistierten, gebracht. Von diesen Verwandten hat die Mutter der Frau Luzzatti, Frau Adele Levy Deila Vida, eine neunzigjährige Matrone, welche in Rom ihr Domizil hat, teilgenommen. Frau Adele Levy steht wegen ihrer außerordentlichen Wohltätigkeit in allen Gesellschaftskreisen in höchstem Ansehen, und es wird ihr besonders hoch angerechnet, daß die erste Fröbelsche Kinderschule, verbunden mit einem Tagesheim, von Frau Adele Levy Deila Vida auf eigene Kosten errichtet wurde und auch heute noch erhalten wird. Dem Jubelpaare Luzzatti kamen, wie nicht anders zu erwarten war, aus Anlaß ihres Jubelfestes sowohl aus allen Teilen Italiens, als auch aus allen Weltteilen lausende von Glückwunschtelegramme zu. Hermann Landaus siebzigster Geburtstag. . Vorige Woche feierte der angesehene jüdische Philanthrop Hermann Landau in London seinen siebzigsten Geburtstag und war aus diesem Anlässe Gegenstand vieler Ovationen. Landau, der auch ein einflußreiches Mitglied der Jto-Organisation ist und ganz besonders für die Schaffung des geplanten itoistischen Finanzinftitutes tätiges Interesse an den Tag legt, stammt aus Russisch- Polen und gehört jener berühmten Familie Landau an, welche über ganz Europa zerstreut ist. Zu den interessantesten Ehrungen wird Herr Landau sicherlich die Kundgebung seiner weitverzweigten Verwandtschaft zählen. Drei Neffen des Jubilars, und zwar Hermann Landau und David Großberger aus Lodz und Hermann Landau aus Kalisch überreichten dem Jubilar eine in hebräischer und polnischer Sprache verfaßte Adresse, die, wie versichert wird, von sämtlichen Verwandten Landaus in Europa unterzeichnet wurde. Die Einsammlung der Unterschriften hat drei Monate in Anspruch genommen. Ueberdies überbrachte Herr Großberger eine hebräische Adresse der jüdischen Gemeinde von Konstantin, dem Geburtsorte des jubilierenden Hermann Landau. Das Ritualmordmärchen in Rußland. Aus Petersburg wird uns unterm 1. Mai gemeldet: Heute traf der Erzbischof Antonio von Wolhynien in Minsk ein, um sich nach Sluzk zu begeben, wo morgen die Feier des der Legende zufolge von Juden ermordeten 'Knaben Gabriel stattfindet. Die Volksverbändler in Kiew werden morgen Seelenmessen für Andre Juschtschinski und alle angeblich von Juden zu Tode Gemarterten lesen lassen. Das PolH zeiaufgebot wird in diesen Tagen verstärkt. Feuilleton. Eduard Krreß. Eduard Sueß! Ein Name, der ein ganzes Register von Ehrentiteln aufwiegt oder überbietet, ein Name, längst verklärt durch sein Wesen, Wissen und Wirken, als der Tod kam, um dessen Träger zu verklären. Er vertauschte auch leiblich die Zeitlichkeit mit der Ewigkeit. Nur leiblich! Sein genialer, schöpferischer Geist, groß in seiner unerreichten Vielseitigkeit, mit seinem weiten Fernblick und Vorausblick, bei dem Idealismus und Realismus beglückend ineinander sich ergossen, um in ein Meer von praktischen Erfolgen zu münden, phantastische Dichterträume wie ein Wunder in heilvolle Wirklichkeit umzusetzen, hat sich die irdische Unsterblichkeit schon längst errungen. Nur eines statt so vielem Rühmlichen: So lange die Gebirgsauellen („die Quelle des Heiles, der Heilung" — biblisch gesprochen) nach Wien strömen, wird darin der Name Eduard Sueß vernehmlich rauschen. Was sind dagegen all die mystischen Quellenfinder mit ihrem sechsten Sinne? Wie viele gab es unter den Gepriesenen, die groß waren im Kleinen, dafür aber klein in großen Dingen! Sueß war beides: groß im Großen und Kleinen. Sueß besaß den Tief- und Scharfblick, der Großes überschaut und Kleines nicht übersieht. Ihm war auch die richtige Art eigen, das Wahrgenommene denkend zu durchdringen, aufzulösen, zu verbinden, anschaulich zu machen. Im Laboratorium der Schöpfung ist das scheinbar Große klein und das unscheinbare Kleine groß für den Forscherblick, der die geringen Anfänge großer Umwälzungen zu erfassen, in ihrer Ursächlichkeit zu verfolgen und die Zusammenhänge zu ergründen versteht. Nicht an Stamm, Pfahlwurzeln und Aesten werden Pflanzen erkannt und danach gekennzeichnet und eingeteilt, sondern an und nach den Staubfäden. Ist es bei Menschengrößen anders? Man kann sie zuweilen am

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