Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 15 (10.4.1914)
- Date
- 1914-04-10
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 250 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 15 Vermischtes. An die jüdische Oesfentlichkctt! Vor einiger Zeit haben viele im jüdi'chen Leben in den ersten Reihen stehende Persönlichleiten der verschiedenen Länder einen Ausruf erlassen, in dem sie dir jüdische Öffentlichkeit aufsordcrien, einen Fonds für eine nationale Ehrengabe an Dr. Nathan Birnbaum (Mathias Achrr) anläßlich seines 50jährigen Jubiläums zu schaffen. Da nunmehr der 50. Geburtstag Dr. Birnbaums (10. Jjar, Heuer der 6. Mai, bezw. nach russischem Kalender der 23. April) schon ganz nah? ist, bitten wir alle Freunde und Verehret des Jubilars, die Arbeit zu beschleunigen und zu trachten, daß bis zu dem genannten Tage schon ein Beträchtliches für den Jubiläumszweck geleistet sei. Weitere Quittungsblocks, Marken- Ifichen und Jubiläums-Postrarten stehen natürlich zur Verfügung. Die Empfehlung neuer Vertrauensmänner in den verschiedenen Ländern und Städten w.rd dringendst erbeten. Die Gründung von loyalen Jubiläums-Komitees und die Veranstaltung von Jubiläums-Abeudcn sind sehr erwünscht. Wir hoffen, dag die jüdische Öffentlichkeit ihre Pflicht gegen Dr. Birnbaum erfüllen w.rd gegen den Mann, von dem einer seiner entschiedensten Gegner in einem Brie,e, in welchem er seine Untersch.lil für den Judiläunls-Ausr.'.f zur Verfügung stellte, dis Worte schrieb: „Das Judentum bes.tzt wrnig: Birnbaums". Berlin, März-April 1914. Die Arbeitskommission des zentralen Dr. Virnbaum-Jubiläums- Komitees. Unsere Adresse für einfach: und eingeschriebene Briefe: Geschäftsstelle des Dr. B.rnbaum-Jubilöums-Komitees, Berlin- Steglitz. Unsere Geld-Adresic: Commerz- und Disconto-Bank, Depositenkasse E., für das Dr. B'.rnbaum-Jnbiläums-Kvmites, Berlin, Eharlottcnstrahe 47. Au, vielfache Anfragen teilen wir für Gratuiatiousbriefe und Telegramme die Adresse des Jubilars mit: Dr. Nathan Birnbaum, Berl.n-Halensee, Rrngbahnstraße 3. Kaiser Franz Joseph I.-Huwigungstempel, II., Pazmanitengasse 6. Am zweiten Pessachtage, Sonntag, den 11. April 1814, wird Be. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Mar Grunwald iin Kaiser Franz Joseph I.-Huldigungstempel, II. Pazmanitengasse 6, Predigt halten. Beginn des Gottesdienstes :i 49 Uhr vormittags. — Am ersten Pessachtaae, Samstag, den 19. April 1914, nachmittags 4 Uhr, veranstaltet die Schulsertion des Bethausvereines „Am Bollert" im großen Lehrsaale für die Schüler der Anstalt einen regelrechten Jeder. Hiedurch 'soll den Kindern nicht nur der Vorgang am Sederabende veranschaulicht werden, sondern es werden ihnen auch die Gründe für die einzelnen Abteilungeil der Speisegattung erläutert werden. Wien. Montag, den 13. April 1914, findet um IO1/« Uhr vormittags im Vereinslokale des Jsr. Tempel- und Schulvereins, VI., Stumpergasse 42, die 21. ordentliche Genera'versammlunA des obgenar: ten Vereines statt. Wien. Montag, den 13. April 1914, 2 Uhr nachmittags, findet im Sitzungssaale der Chewra-Kadischa, XV., Turnergasse 22, für den 6.,?., 12., 13., 14. und 15. Bezirk die 49. ordentliche Generalversammlung statt. Jüdischer Gesangverein „Hakinor". Im abgelaufenen Monat fand im Jndustriellen-Cajö die lonstituierende Generalversammlung eines jüdischen Gesangvereines statt. Herr Prof. Wolf begrüßte die Erschienenen und erwähnte, daß der Gedanke der Gründung eines jüdischen Gesangvereines in weiten Kreisen mit Sympathien begrüßt wurde und bereits Meldungen von 80 Mitgliedern oorliegen. Herr Fritz Baar, der darauf das Wort ergriff, erwähnte, daß die jüdische Bewegung bis jetzt das Gebiet der Sangeskunst unbebaut ließ, trotzdem der Gesang bei den Juden seit den ältesten Zeiten stets gepflegt wurde. Es gilt nun dieses Versäumnis nachzuholen. Das von Herrn Erwin S>chön verlesene Statut gelangte zur Annahme und in die provisorische Leitung wurden gewählt die Herren: Prof. Artur W o l f, Fabrikant S. Deut s ch, cand. ing. Erwin S ch ö n, cand. ing. Fritz B a a r, Privatbeamter Jacques L a in p e l, MUC. Leo N e u b e r g e r, Bankbeamter Oskar B u r i a n, cand. ing. P o ch e r, cand. chem. Bruno «rlsuer, Oöerkautor Margulies, Privatbeamter Rosu er. Herr Ncuberger sprach im Namen der Versammlung Herrn Prof. Wolf für seine unermüdliche Arbeit und hingebende Tätigkeit den Dank aus, irovaui der Vorsitzende die tonstituiereude Generalversammlung für geschlossen erttärt'. Jüdische Toynbeehalle, XX., Othmargasse 48 Die letzten vier Konzertabende in der Taynbeehalle standen unter der Signatur der Kammermusik, dieser intimsten und edelsten Blüte der Tonkunst. Vier Quariettvcrnnigungen unter Führung der Herren Bunzl, Nette l, Holzer und Z e r n e r stritten uni die Palme des Erfolges, a l: mit vollstem Eiser und großem Kunstverständnis. Sie brachten Streichquartette und Klavierquintette von Haydn, Mozart, Mendelssohn und Beethoven zum Entzücken der zu lautem Bestall hingersisenen Zuhörer. Von Solovorträgeii wären besonders heroorzuh:ben das Klavierkonzert des Fräulein Annie Bock, drei Lieder und Arien, vorgetragen von Frl. Fritzi I o ck l, ausgezeichnet begleitet von ihrer vortrefflichen Lehrerin Frau Hedwig Kann er, das Violinkonzert von Fr!. H o l d n e r (begleitet von ihrer Schwester) und die ausgezeichneten Gfangsvorlräge der Herren Kantoren Kaufmann, Kischner und N e u m a n n, alle durch stürmischen Beifa.I zu vielen Zugaben animiert. Der letzte Abend brachte auch wirkungsvolle Nupitationen stimmungsreicher Dichtungen durch Frau E. Schmied!. So tonnten in ihren Schlußreden der Obmann Dr. S a m u e l y sowie das Vorstandsmitglied Prof. Dr. Roth mit Recht auf den Ablauf einer glänzenden Vortragssaison Hinweisen und die Hoffnung aussprechen, daß de.selbe rege Geist erhabenster künstlerischer Tatlraft mit einziehen werde in das im Herbste zu eröffnende neue und schönere Heim der Toynbeehalle. „Beth Haam" (Jüdisches Volksheim), Wien, XVI., Wurlitzergasse 11. (F ü n f - 1l h r - T e e.) Sonntag den 29. März I. I. veranstaltete der Verein „Beth Haam" im Verbandsheim einen äußerst gelungenen Teeabcnd mit Akademie und Tanz. Nachdem die Präsidentin des Damenkömitees, Frau Emilie Strauß, die Anwesenden begrüßte, richtete sie einen warmen Appell an die Gäste, die humanitären Bestrebungen des Vereines zn unterstützen. Das Konzert wurde vom Streichorchester der Handelsakademie unter persönlicher Leitung des Dirigenten Herrn Karl Berger eingeleitet, worauf Herr Kantor El. Kischner eine Arie und ein Lied in meisterhafter Weise vortrug und lebhaften Beifall fand. Die Opernsängrrin Fräulein Liesl Fischer gab durch den Vortrag einiger Lieder einen Beweis ihrer schönen Begabung und ihres Könnens. Herr Oberkantor Carl N e um a n n entzückte mit seinem Heldentenor die Zuhörer. Herr Walter P i n 1 s ch o f fesselte durch seine gelungene Rezitation. Ausgezeichnet waren auch die Liedervorträge des Frl. Harry Eünzburg. Herr Fritz Erünbaum entfesselte durch seine humoristischen Vorträge nicht endenwollende Lachsalven. Um die. Klavierbegleitung hat sich Frau Kischner und Herr Roü. Strauß verdient gemacht. Die hierauf folgende Tanzreunion währte in animiertester Stincmung bis Mitternacht. Verein Misrachi. Am 30. März veranstaltete der Misrachi im Festsaale des Hotel Continental einen Diskussionsabend mit Ehrw. Herrn Rabb. M. Kramer als Referenten. Vorstandsmitglied Jul. L e i t n e r eröffnete und begrüßte die gutbesuchte Versammlung in hebräischer Sprache, insbesondere die Obmänner verschiedener Vereine, und Ehrw. Rabbiner Dr. Mar G r u n w a I d. Hierauf gab er dem Rferenten des Abends, Ehrw. Rabbiner Mar Kramer, das Wort. Der Referent verstand es, in zündender Rede die Versammlung für die von ihm stets vertretene Misrachi-Idee zu begeistern und mit Zuhilfenahme verschiedener Zitate aus der Heiligen Schrift die gegnerischen Anschauungen zu widerlegen. In der darausfolgenden Diskussion konnte man mit Freuden kon-