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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-03-27 · 13 (27.3.1914) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
13 (27.3.1914)
Date
1914-03-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 210 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 13 Seelengedächtnisfeicr für die verstorbenen Mitglieder. Die Beteiligung am Feste selbst war eine sehr graste und wurden Ansprachen vom Obmann Herrn Moritz Adler, Herrn Rabbiner I. Beer, Kultusvorstand Herrn Albert L ö w y und vom Schriftführer Herrn Dr. R. Steiner gehalten, die alle in dem Sinne ausklangen, es möge die sür die israelitische Kultusgemeinde so wichtige Institution gewürdigt und erhalten werden. Das Fest wahrte dis in die frühen Morgenstunden und mit voller Befriedl gung kann der Verein aus daarrangierte Fest zurückblicken. Przemysl. Sonntag, den 29. März I. I. findet int Hotel Stern die Trauung des Herrn Dr. Josef M i e s e s mit Fräulein Anna Grossinger ans Mschoiva Lei Bniigrod statt. Pretzbucg. Am 15. März d. I. fand im Prachtsaale des Hotels „Zum König von Ungarn" e.n Festlonzerla^end des „Schir Chada'ch" statt, der zu einem der glanzvollsten und ereignisreichsten Kunstabende unserer ehrwürdigen Stadt wurde. Nachdem Herr Professor Julius Aranyi in einer geistvollen Ansprache die Gäste begrüstt und die Eröffnungsrede gehalten hatte, lernten die Anwesenden, die sich aus der besten Pretzburger Gesellschaft zusammengesunden hatten, in Herrn Hermann Reich, Mitglied Der Wiener Hosoper, und in Herrn Oberkantor I. B a s s e r, zwei Sänger von so austerordentlichen Qualitäten knuen. Nachdem Herr Reich mit dem Voäklang seines wunderbar m Butz „Die Uhr" van Löwe und „Fid'lio" von Beethoven zum Vortrag gebracht, erhob sich ein Sturm des Beifalles, der sich bei den Vorträgen des Herrn Oberkantors B a s s e r („Lucia de Lammermore" und „Carmen") in demselben Maste fortsetzte. Die humoristischen Darbietungen des Herrn Fritz W i e s e n t h la l brachten in die Reihe der Vorträge die heitere Note. Etwas ganz Ausgezeichnetes hörten wir beim Auftreten des prachtvoll geschulten Männerchores unter Leitung von I. Kijevszky. Ungetei ter Be fall ward- 'eil beiden Sängern bei den hierauf herrlich vorgetrag neu D i t.cu z'Ncil. Herr Oberer tor B ns-r musste, dem rauschenden Beifall folgend, einige hebrä.sch: Kompositionen zugeben, wobei die geschulte Modulation und Beherrschung der Stimmmittel allgemeine Bewunderung erregten. Ein 9jähriges, austerordentlich begabtes Mädchen, Rene Kizevszky, die als Pianistin eine Zukunft hat, spielte Kol-Nidre mit inniger Interpretation. Mit einem mächtigen Hymnus des Männerchores und einem herrlichen Solo des Herrn fOberkantors Baffer schloß der schöne Abend, mit dessen Erfolg der Veranstalter Herr Kijevszky vollauf zufrieden sein kann. Die Klavierbegleitung besorgte in künstlerisch einwasihfreier Weise der jugendlich: Willi B a s s e r. Budapest. (Ehrung.) Im Rahmen einer feierlichen Konferenz hat der Lehrkörper der Knaben-Elementar- und Bürgerschulen der Pester israelitischen Kultusgemeinde den Vizedirektor Julius Kornfeld, der 14 Jahre hindurch Präsident des Israelitischen Landes-Lehrervereines war, anläßlich seines Scheidens aus dem Dienste nach vierundoierzigjahriger Tätigkeit verabschiedet. Die Konferenz, zu welchrr seitens der Gemeindevorstehung Generalsekretär Dr. Julius W e i h b u r g und Schulinspektor Doktor Bernhard M u n k ä c s i erschienen waren, wurde von Direktor Abraham Stern mit einer Rede eröffnet, in welcher er die Verdienste -des in den Ruhestand tretenden Lehrers würdigte. Nachdem Dr. .Bernhard M u n k ä c s i, Titulardirektor Philipp Csuküsf, Direktor Bela Esajägi und Professor Dr. Arnold S z e g ö den verdienstvollen Lehrer in Reden gefeiert hatten, fand die Konferenz mit Dankesworten Julius Kornfelds ihr Ende. Budapest. Der Pester Heilige Verein (Thewra - Kadischa) hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. fn der die Neuwahl des Präsidiums und des Vorstandes vorgenommen wurde. Auf Antrag Dr. Wilhelm Grauers wurden die bisherigen Funktionäre mit Artlamation wiedergewählt, und zwar zum Präsidenten Hosrat Julius Winterberg, zum Vizepräsidenten Julius Adler, zu Vorstehern Joseph B r o d y, Baron Bela D i r st 1 a y, Anton Deutsch und Moriz Lindenbaum. Die im Ausschuh ,reigewordenen Stellen wurden mit Emanuel Ehrlich, Mar Kramer, Moriz Ledermann, Dr. Bernhard Sichermann und Dr. Moriz Stiller besetzt. Präsident Hofrat Julius Winterberg, den eine Deputation unter Führung des Hofrats Sigmund L. Breitner einholte, wurde mit lebhaften Eljenrufen empfangen und hielt eine beifällig aufgenommene Programmrede. Budapest. Unter dem Namen „Hassafah" ist hier ein Landesverein zur Pflege der h:bräischen Sprache und Verbreitung hebräischer Literatur im Entstehen begriffen. Das vorbereitende Aktionskomitee weist eine Reihe bekannter Namen von Klang und Ansehen .auf und steht unter Vorsitz des Grundbesitzers Dr. Alexander Lederer und des Rabbiners Dr. Elias Adler. Der Verein will in althergebrachtem, traditionellen Geiste wirken und umfaht folgende Programmpunkte: Errichtung hebräischer Sprachlehrülrse für Kinder und Erwachsene, Abhaltung volkstümlicher Vorträge und Vorlesungen, Gründung einer öffentlichrn Bibliothek für Judaica und Hebraica, Ausgabe hebräischer Werke, einer hebräischen Zeitschrift und von Unterrichtsbriefen, ferner Uebersetzung hervorragender ungarischer Werke ins Hebräische, um solche dieserart mit dem hebräisch lernenden ausländischen Publikum bekannt zu machen. Einen Hauptprogrammpunkt verwirklichte das Aktionskomitee schon im eigenen Wirkungskreise, indem, es am 16. d. M. den ersten hebräischen Sprachlehrkurs mit 22 Schülern — Knaben von 8 bis 12 Jahren — im Schulgebäude, Nombachgasse, eröffnete. Der Unterricht (ibriih beibrith) ist unentgeltlich, und werden sämtliche Frequentanten zum Schluß des Kurses, je nach Fleiß und Fortschritt, mit Prämien bedacht. Der geringe Jahresbeitrag — 2 Kronen für ordentliche und 5 Kronen für unterstützende Mit- Lkieder — soll es jedermann ermöglichen, sich dem Vereine anzuschließen, und gibt sich sür die „Hassafah" in allen Schichten der jüdischen Bevölkerung Ungarns lebhaftes Interesse kund. — Adresse: „H a s s a f a h" - K o m i t e e, zu Händen des Herrn Nathan Roth, Budapest, VII., Almässy-tsr 17, I., 4a. Agram. (Rabbiner Latzar Weiß.) Am 17. d. verschied hier der allgemein geachtete Rabbiner der hiesigen israelitischen orthodoxen Kultusgemeinde, Herr Lazar Weiß, in seinem 62. Lebensjahre. Der ehrwürdige Verstorbene war in Bonyhad (Ungarn) geboren und absolvierte seine talmudischen Stndien teils in seiner Geburtsstadt und teils an der Preßbnrger orthodoxen Talmnd-Rabbinerschnle, und war einer der hervorragendsten Talmudgelehrten, der auch vor einigen Jahren ein großes talmudisches Werk edierte, das in orthodoxen .Kreisen bewundert wurde. Er war der Begründer der hiesigen orthodoxen Gemeinde, der er 25 Jahre als Seelsorger Vorstand und eben jetzt, Samstag, den 21. d., hätte er sein 25jahriges Priesterjubiläum feiern sollen. Durch seinen streng religiösen Lebenswandel und durch seine Bescheidenheit genoß der Verstorbene in allen Kreisen, mit denen er in Berührung kam, besondere Hochachtung und Sympathien. Erst kürzlich spendete er eine neue Thorarolle samt heiligen Geräten dem orthodoxen Tempel, welchem Zwecke er seine langjährigen Ersparnisse widmete. Bescheiden in seiner Lebensweise, bewies er auch diese Bescheidenheit bei seinem Sterben, indem er in seinem Testamente ausdrücklich betonte, man möge bei seiner Bestattung keine wie itnmer geartete Trauerrede halten, sondern ihn in einem ganz einfachen, aus vier ungehobelten Brettern gezimmerten Sarg bestatten. Daruvar. In der am. 22. d. M. abgehaltenen Generalversammlung der isr. Kultusgemeinde Siekovai wurde Se. Ehrw. Herr Dr. M. Frankfurter, derzeit Rabbiner in der isr. Kultusgemeinde Daruvar, einstimmig zum Oberrabbiner gewählt. Herr Dr. Frankfurter erfreut sich in seiner jetzigen Gemeinde der größten Beliebtheit und wird dessen Abgang hier lebhaft bedauert. Der deutsche Kaiser sür die Ausgrabungen in. Palästina. Der deutsche Kaiser bewilligte den: ordentlichen Professor der Theologie Dr. Ernst Sellin in Kiel aus dem kaiserlichen Dispositwnssonds zur Fortsetzung seiner Ausgrabung der alten Stadt Sichern in Palästina 16.000 Mark. Feuilleton. Chemra-Kadischa*). Eine wissenschaftliche Studie. Bon Rabbiner W. Reich in Baden bei Wien. (3. Fortsetzung.) Aber auch die nachbiblische Geschichte legt uns beredtes Zeugnis von der hohen Wichtigkeit der Bestattung der Leichen ab, die selbst mit Lebensgefahr durchgeführt *) Aus dem wissenschaftlichen Teile der Festschrift" zum 40 jährigen Jubiläum der Ehewra-Kadischa in Baden erweitert und ergänzt.

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