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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-03-20 · 12 (20.3.1914) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
12 (20.3.1914)
Date
1914-03-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sclte 194 Dr.. Blochs Wochenschrift. Nr, 12 CheVra-Kadischa Fünfhaus. Im Nachtrag zu unserem Berichte über die Jubl-- läums-Feier der Chewra-Kadifcha Fünfhaus erwähnen wir die besonderen Verdienste des Vereinskassierers Herrn Josef Löwy, der sich um den Verein und seine verschiedenen Agenden besondere Verdienste erworben und mit allen seinen Kräften bemüht ist, die Vereinszwecke zu fördern. Jüdische Toynbeehalle. (XX., Othmargaffe 46.) Samstag den Li. März: Musikaufflihrung. Quoitett Wohlheim und Nettel. Sonnte i den z2. März: R^iieschilderuna (Canada), Schriftsteller Jacques Jager. Montag den 23.' März: Luerarischer Abend. oJugevdblMd." Diensiaz den 24. März: Bilder aus den Rechtstcdea. Rechtran». Dr. M. Reiß Mittwoch den 25. März: Allerlei . au? fremden Ländern. Lebrer Huschak. Donnerstag den *6. März: Jüdische Geschichte (Schluß). R bd. Prof. Dr. Roscnfeld Freitag den 27. März: Bibelvortrag. Herr Rosuer. „Beth Haam" (Jüdisches Bolksheim) Wien XVII.,. Hormayrgasse 7 a. Samstag, den 21. März, halb 8 Uhr abends: Konzert unter Mitwirkung folgender Kunstkräfte: Frl. Marie Äogan (Klavier), Frl. Irma Klein (Gelang), Herr. Kantor Leo Heller (Gesang) und der sechsjährige Wunderrnabe Mar Rostal (Violine). Mittwoch, den 25. März, halb 8 Uhr abends: Herr Mira Büchner: „Antisemitismus". Sonntag, den 29. März, veranstaltet unsere Vizepräsidentin Frau Emilie Straus, unterstützt von einem rührigen Damen- ' komitee, in den Sälen des „Verbandheimes", VI., Königsegggasse 10, einen „Fünf Uhr-Tee" mit erstklassigem Programm und anschließender Tanzreunion. Beginn der Vorträge 4 Uhr nachmittags. Austritte aas dem Jadentam. Vom 8. März bis 13. März 1914. Bürger Helene, Schauspielerin, geh. 29. September 1878, Wien, I., Kolowratring 9. Deutsch Ernst, geb. 1. Jänner 1895, Wien, XII., Längenfelderg. 6. Deutsch jafcob, Gefangenaufseher, geb. 29. Juli 1885, Preßburg, VII., Hermanngasse 38 Eiiakim Salomon, Prokurist des Wiener Bankvereins, geh. 2. Juli 1882, Adrianopel, IX., Mtillnergasse 5. Hirsch recte Höly, Bankbeamtensgattin, XlX., Golzgasse 5. Hoffmann Emil, Handelsagent, geb. 24. Dezember 1860. Ober- Döbling, IX., Berggasse 27. Klein Alfred, Betriebsleiter, geb. 28! Mai 1893, Wien, XX; Klösterneuburgerstraße 40. Klein Josef, Reisender, geb. 5. November 1885, Karolinenthal, XVIII.,' Gersthoferstraße 95. Hieslo Irene, Verkäuferin, geb. 28. April 1879, Wien, II., Große Sperlgasse 26. . Podselwer Hermine, geb. 21. November 1879, Kowno (Rußland), XVIII., Bastiengasse 73. Popper Adolf, Kaufmann, geb. 4. Dezember 1889, Wien, VIII., Josefstädterstraße 64. Rosniger Irma, Private, geb. 22. April 1883, Wien, III., Radetzkystrasse 3. .. .. . Schmidl Siegmnnd, Handelsagent, geb. 13.' März 1871, Wien, XIII., Satzberggasse 6. Spielvogel Heinrich, Musiker, geb. 4. April 1879, Wien, II., Mayerg. 8! Wagner Stefanie, Private, geb. 30. April 1888, III., Schützengasse 5. Stöckern«. Am 14. März 1914 veranstalteten die. hiesigen Juden einen Purimabend, der dank den Bemühungen des rührigen Komitees höchst gelungen war. Als Einleitung sang ein vorzüglich einstudierter Chor die Hatikwoh und das Stockerauer Bundeslied, worauf kl. Jellinek einen hübschen Prolog sprach. Der Glanzpunkt des Abends war die Festrede des Herrn Dr. Wilhelm Stein (Wien). Aus dem Programm sei noch besonders erwähnt das mit viel Geschick gesungene Duett aus Goldfadens „Bar Kochba" (Frl S o f e r, Herr Wildmann), die mit großem Beifall aufgenommenen Worte unseres Dr. Leop. Sofer und der schöne Chor: „Still ist die Nacht". Zum Schluß wurde, eine Gesangsposse und ein komischer Einakter aufgeführt, die wegen des hervorragenden Spiels der Mitwirkenden Lachsalven heröorriefen. Klaviervorträge und Tanz beschlossen das hübsche. Fest, das in jeder Beziehung gelungen-war.. Eine besondere Aufmerksamkeit, welche das Komitee seinen Gästen erwies, waren die von I. U. E. Groß kritisch-humoristisch verfaßten „Stöckerauer Purim-Nachrichten": Alles bei diesem Fest Gebotene fand lebhaften Beifall und der Erfolg war.großartig. Graz. Freitag, den 13. März '1914, wurde Herr Rechtspraktikant Paul Schwarz an der k. k. Karl Franzens-Universität zum Doktor beider.Rechte, promoviert^ Prag. Vor längerer Zeit feierte das jüdische Ehe- ., paar Herr Miarkus und Frau'Katharina Poliak geb.' Frescht in Rewnitz bei Prag in aller Stille undim engsten Familienkreise das Fest der Goldenen Hochzeit. Unter den ersten Gratulanten fand sich der dortige Pfarrer . Kreuzherrenordenspriester Herr. P. Rudolf 6 a p e k . ein, der die Anwesenden fragte, ob es nicht gegen den Ritus verstieße, wenn er das Ehepaar segnete. Als ihm die Versicherung gegeben wurde, daß dies absolut gestattet sei,- hielt, er an das Jubelpaar eine ergreifende Artspräche, in der er besonders hervorhob, daß es sich glücklich fühlen könne, lauter brave Kinder und Enkel zu besitzen,' worauf er es segnete. Dieser Zug eines katholischen Priesters verdient veröffentlicht zu werden. Uebrigens kennen wir. den genannten humanen Seelsorger sehr gut aus seiner früheren langjährigen - Tätigkeit in Karlsbad: .-? Seretlj. 1 (Verlobung.) Fräulein Susanne Zwecket hat sich mit Herrn Hermann E i b s ch ü ß verlobt. Florenz. (Todesfall.) Am 11. d. M. starb in Florenz nach langem Leiden Herr Arnoldo S u l z e r aus Hohenems, der' Sohn weiland des Philologen Jakob Sulz er. Herr Arnoldo Sulz er lebte über 40 Jahre in Rom und Florenz und war nr den dort lebenden, österreichischen Familien gut bekannt, und hochgeschätzt. Er war durch viele Dezennien Prokurist des Bank-. Hauses Morzbacher, seine hohe Intelligenz, seine prägnante Auslassung in finanzieller Beziehung, sowie in Literatur und Künst, feine witzige, sarkastische und ' dabei treffende Feder, sein kon-' ziliantes, liebenswürdiges Wesen sicherten ihm a.lenthälben einen' großen Freundeskreis. Dabei war er ein frommer und treuer Jubel ein intimer Freund und Verehrer des in Florenz lebenden .Oberrabbiners Dr. Margulie's. Sulz er heiratete -die Witwe - des -Universitätsprofessors Dr. F o ä aus Pisa, seine Stiefsöhne sind der .bedeutende Direktor und Chemiker Dr. Virgilo F o ä. in Genua sowie der, Industrielle Valentino F o ä in Pisa. Er -war der- Neffe weil, des Oberkantors Salomon Sulz er und Schwager des Neligionsprofeffors Emil Frankel, in Wien, .welcher der Gatte seiner einzigen Schwester Matilde ist. -Sein Andenken sei gesegnet. .'' .. ... .. . Chemea-Kat»ischü^). Eine wissenschaftliche Studie. Von Rabbiner W. Reich in Baden bei Wien. Gleich , einer Vorahnung der Zukunft ist nun auch tatsächlich die Geschichte der späteren Zeit des Juden-' tums, speziell vieler jüdischen "Gemeinden/ eine Geschichte der jüdischen Friedhöfe'' geworden, und . zwar' sogar so innig miteinander zusammenhängend, daß oftmals die Friedhöfe das Vorangegangene und die Gemeinden die . um dieselben sich gruppierenden Gebilde geworden waren Es hat dies auch‘ einen erschütternden Hintergrund, der sich in dem folgenden Ausspruche eines 'unserer großen Historiker zu einem' tragischen Gesamtbilde kristallisiert. ... , Es ist der erste Satz-in dem ersten Kapitel der-Geschichte des Erziehungswesens und der Kultur der-Juden in Deutschland" vom Dr, Güdemann. Er läutet: „Wer die Geschichte der Juden im 14. Jahrhundert . schreiben will, muß einen Friedhof schildern."- Traurig, aber wahr, und zwar nicht Nur für das' 14. Jahrhundert, sondern für alle Jahrhunderte der Geschichte der jüdischen Diaspora. Ein' ergreifendes Kennzeichen hiefür, 'speziell -für Palästina, ist folgende bibliographischerhärtete - Tatsache. t .'Steinschneider führt in seiner Äibliographie/ Betitelt:; „Jüdische Schriften zur Geographie Palästinas" "für die - - ' *i) Aus dem wissenschaftlichen Teile der Festschrift. zum. 40 jährigen Jubiläum der Chewra-Kadifcha iu. Baden erweitert , und ergänzt. .. .

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