Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 11 (13.3.1914)
- Date
- 1914-03-13
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr/11 Dr. Blocks Wocheirschrist. Seite 181 d. I., den Taubstummenlehrer Jacob Rodriguez Pereira betreffend, zu bemerken, daß ich in meiner Ausgabe von Seguin: „Die Idiotie und ihre Behandlung nach physiologischer Methode" nach Seguin und Ernest La Rochelle, der im Jahre 1882 eine ausführliche, mit Akten versehene Biographie von Pereira schrieb, diesen bedeutenden Taubstummenlehrer für die deutsche Lehrerschaft näher brachte. Pereira war verketzert und als Charlatan hingestellt worden, sein Bild war in der Geschichte der Taubstummenpädagogik kein reines und lobenswertes. Ich glaube mit meinen Gewährsmännern die Tätigkeit Pereiras ins rechte Licht gestellt zu haben. Mit Dank Ihr ergebener Dr. S. K r e n b c r g e r. Briefkasten. Strrd. med. F. K. In einer der letzten Sitzungen der Arademi.i des seien.' s hat der mit der Bekämpfung der Epidemien im Kanton Neuville-sur-Saöne betraute Arzt Doktor Henri Rondet ein Referat gehalten über die besten Mittel zur Abwehr des Typhus. Als hauptsächlichstes Schutzmittel empfiehlt er häufiges Waschen. Er sagt: „Eines der einfachsten und leichtesten Mittel gegen die Verbreitung der Kramheitskeime ist, sich beim Verlassen der Aborte die Hände zu waschen, um die Verbreitung der Mikrobe auf die Nahrungsmittel, das Geschirr, die Milch usw. zu vermeiden. Wenn alle Franzosen sich beim Verlassen der Aborte die Hände waschen würden, würde diese KranHeit und viele anderen, die Dissenterie und die Cholera z. B.» die im Darm ihren Nährboden finden, aus Frankreich verschwinden." Er empfiehlt dann, daß eine derartige Verordnung den Kindern der ^Volksschulen, den Leuten in den Kasernen und aus den Kriegsschiffen eingeprägt werde. — Uns ist damit nichts Neues gesagt. Darüber enthält schon unser. Schulchan Aruch ein besonderes Kapitel .mit der Ueberfchrift: „Das Waschen der Hände". Ger wetoschaw. Die Rede des Rabbiners M a s e von Moskau in der Prozeßverhandlung gegen Beilis war nur bruchstückweise in den Zeitungen zu lesen. In vollständigem Wortlaut ist sie uns bis jetzt nicht zu Gesicht gekommen. „Jüdischer Posamentierer". Heinrich Maier, Goldsticker, Eoldschlagstraße 28 — arbeitet ausschließlich für jüdische Buchhändler, jüdische Privatkunden, für Tempelausstattungen (Perochas), Mantelftickerein, in Wien und Provinz — erscheint jetzt als Kandidat der antisemitischen Partei für die Bezirksratswahl mit dem Programm: „Kauft nur bei Christen". K. F Die Mitteilung, daß Herr Baron Rothschild aus Paris bei seiner Anwesenheit in Palästinalför die hebräische Universität 3 Millionen Francs gespendet hat, bewahrheitet sich durchaus nicht. Vielmehr äußerte sich der Baron über den praktischen Nutzen einer solchen Hochschule überaus skeptisch. Notizen. Jüdische Bühne. Direktion: M. Siegler. Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Freitag, den 13. März, großer Erfolg, „Ihr Wide". — Samstag, den 14. und Sonntag den 15. März, Goldfadens historische Operette „König Achaschwerosch". — Sonntag, den 15. März, V24 Uhr nachmittags, bei halben Preisen, sGoldfadens „Muschiachs Zeiten". — Montag, den 16. März „Die erste Liebe". — Dienstag, den 17. März, Ehrenabend der Frau Rosa Siegler, großer Lachabend: 1. Auszug ans Schir Hafchirim. 2. Schmendryk. 3. Großer Kabarettabend. 4. Kune Lemel. Posse in 1 Aufzug, von Goldfaden. — Mittwoch, den 18. März, Vereinsabend: „Die drei Matunes". — Donnerstag, den 19. März, zu gunsten des Vereines „Moria": 1. „Die Menschen". 2. „A Doktor". Frl. G o r s k a j p als East. — Nächste Woche: „Gotts Mischpot", von Leop. Jungwirth. Musik von Kantor G r o h y. Anglo-Oesterreichische Bank. Die 50. ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Anglo-Oesterreichischen Bank findet am 6. April 191G um 6*/» Uhr abends im Kassensaale der Anglo-Oesterreichischen Bank (I., Strauchgasse 1) statt. Gegenstände der Verhandlung: 1. Jahresbercht des Generalrates. 2. Bericht der Zensoren über den Rechnungsabschluß des Jahres 1913 und Beschlußfassung hierüber. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes pro 1913. 4. Beschlußfassung über die Ermächtigung des Generalrates zur eventuellen Erhöhung des Aktienkapitals von Kronen 100,000.080.— auf Kronen 120,000.000.'— durch Ausgabe von 83.333 Stück volleingezahlter Aktien ä Kronen 240.— Nominale und Beschlußfassung über die entsprechende Aenderung der Statuten. 5 Wahl von fünf Mitgliedern des Generalrates infolge des Ablaufes der Funklionsdauer. Laut Artikel 30 der Statuten berechtigten 25 Aktien zu einer Stimme. Die stimmberechtigten Aktionäre werden eingeladen, ihre Aktien samt den nicht fälligen Coupons bis inklusive 31. März l. I. in Wien bei der L.quidatur der Anglo-Oesterreichischen Bank, in London bei der A n g l o - A u st r i a n Bank, in Aussig, Bodenbach, Brünn, Brür, Budapest, Czernowitz, Eger, Falkenau, Graz. Innsbruck, Kaaden, Korneuburg, Linz, Lobositz, Marburg, Pardubitz, Pilsen, Pirano, Prag, Protznitz, Saaz. St. Pölten, Teplitz. Tetschen, Traulenau, Triest, Turn, Wels, Znaim /bei den Filialen der Anglo-Oesterreichischen Bank zu deponieren. Laut Ar-, tikel 27 der Statuten können Vollmachten nur an stimmberechtigte Aktionäre erteilt werden. Wien, 7. März 1914. Der Generalrat. Niederösterrrlchische Escompte-Eesellschaft. Laut Kundmachung in der „Wiener Zeitung" werden die Aktionäre der Niederösterreichifchen Escompte-Gesellschast eingeladen, das Bezugsrecht auf 62.500 Stück neue Aktien mit Dividendenberechtigung ab 1. Jänner 1914 auszuüben. Bezugstermin vom 6. bis inklusive 16. März 1914. Ans je drei alte Aktien entfällt eine neue Aktie zum Kurse von 720.—. Wer das Bezugsrecht ausüben will, hat die alten Aktien ohne Couponbogen nebst dem Betrage von Kronen 720.— per Aktie und überdies die 5 prozsntigen Zinsen vom Nominale per Kronen 400.— vom 1. Jänner 1914 ab bis zum Einzahlungstage bei den EinreichungSstellen zu erlegen. KONK URS. Die israelitische Kultusgemeinde Humpoletz sucht einen tü, hligen VORBETER der zugleich Schochet und Koreh sein muß. Das Einkommen desselben besteht aus einem Jahresgehalt von Iv 1000.—, Nebeneinkommen von K 150.— und von dem Ertrag der Schechita. Außerdem erhält derselbe unentgeltlich eine angenehme Wohnung, bestehend aus zwei Zimmern und Küche mit Zugehör. Bewerber wollen schriftliche Gesuche bis zum 81. März 1914 an den Vorstand einbringen. Beilagen sind nur in Abschrift vorzulegen und werden nicht retourniert. Dr. Lederer Vorsteher. KONKURS- Das „Israelitische Kultuskomitee für Südtirol in Meran" schreibt die Stelle eines RABBINERS aus. Bewerber, die das Doktorat der Philosophie sowie das absolvierte Studium einer israelitischen theologischen Lehranstalt und die österreichische Staatsbürgerschaft nachzuweisen haben, wollen sich an das gefertigte Kultuskomitee zu Händen des Herrn Dr. :Oskar Goldstein zwecks Zulassung zur Probepredigt melden. Gehalt 4000.— Kronen. Mit dem Posten sind sehr erhebliche Nebeneinkünfte verbunden. Israelitisches Kultuskomitee für 8üdtirol, Meran. KONKURS- Bei der jüdischen Knltnsgemeinde Jamnitz, deren Babbinat die jüdische Kultusgemeinde P i e s 1 i n g angeschlossen ist, gelangt die Stelle eines RABBINERS zur Besetzung. Fixum K 1600.—,!freie Wohnung, Stiftungserträgnisse etwa K 300.— und sonstige Emolumente. Bewerber mit erlangtem Doktorgrade^ die österreichische Staatsbürger sind, wollen sich bis längsten 1. April d. J. beim gefertigten Vorstande unter Vorlage der Dokumente melden. Ludwig Mayer Vorsteher.