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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-03-13 · 11 (13.3.1914) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
11 (13.3.1914)
Date
1914-03-13
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 178 Dr. Bloch- Wochenschrift Wien. Der Jüdische Turnverein Favoriten veranstaltet am Samstag, den 14. März 1914, im großen Festsaale 'des Arbeiterheims, X., Laxenburgerstraße 8—10, sein diesjähriges Schauturnen. Die Schauturnen dieses jungen Vereines, der es in der kurzen Zeit seines Bestehens verstanden hat, sich die Anerkennung und das Wohlwollen der jüdischen Bevölkerung Favoritens zu erringen, bedeuten immer ein mit Spannung erwartetes Ereignis im gesellschaftlichen Leben des Bezirkes. Wien. (Chewra-Kadischa Ottakring — Hernals.) Nach erfolgter Konstituierung besteht der Vorstand aus den Herren: Sigmund Weiler, Präses, Siegfried Stein, Vize-Präses, Moritz Pick, Kassier, Ottomar K a tz, Kontrollor,. Moritz A u s p i tz, Philipp Blau, Dr. Jakob Deutsch, Samuel Fischer (Fruchthändler), Rudolf Lampl, Wilhelm Mandl, Jakob Neuntaitn, Chain: Reibl, Sigmund Schickter, Samson Schreiber, Salomon Weitzmann, Vorstandsmitglieder. In das Präsidium wurde Herr Siegfried Stein neugewählt. Fabrikant Siegfried Stein ist im Bezirke eine sehr beliebte und angesehene Persönlichkeit, die mit Vornehmheit in aller Stille Akte der Wohltätigkeit übt. Chewra-Kadischa Wien XVIII. Wie alljährlich, fand auch in diesem Jahre am Vorabend des siebenten Adar die Gedächtnisfeier für die verstorbenen Mitglieder der Chewra-Kadischa des 18. Bezirkes im Gemeindetempel, XVIII., Schopenhauerstraße 39, statt. Die Trauerseier verlief in höchst würdiger Weise. Die Gedenkrede hielt Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang und er wußte durch seine trefflichen Worte alle Herzen zu rühren; die kantoralen Funktionen versah und den Chor leitete in trefflicher Weise Herr I. Kantor Serebrenik. Nach dem Gottesdienste berief der Vorstand der Chewra- Kadischa, der sich vollzählig eingefunden hatte, Herrn Rabbiner Dr. Feuchtwang in den Sitzungssaal. Der Obmann der Chewra-Kadischa Herr Kultusvorsteher Emanuel Hoffmann teilte Herrn Rabbiner Dr. Feuchtwang mit, daß der Vorstand der Chewra in seiner jüngsten Sitzung den einstimmigen Beschluß gefaßt habe, ihn anläßlich der zehnten Wiederkehr dieser Feier während dessen Amtstätigkeit im Bezirke durch ein Geschenk zu ehren; dasselbe bestand in silbernen, geschmackvollen Utensilien zur Habdala: Tasse, Becher, Besamimbüchse. Das reizende Geschenk wurde mit herzlichen Worten überreicht, die Rabbiner Dr. F e u ch t w a n g mit gleicher Herzlichkeit erwiderte. Wien-Mariahilf. Kurz vor Redaktionsschluß erhalten wir die Nachricht von dem Ableben des Großindustriellen und Vizepräsidenten des Mariahilfer Tempelvereines Herrn Friedrich P o l l a k. Wir behalten uns eine eingehende Würdigung dieses um das Judentum unserer Stadt hochverdienten Mannes für die nächste Nummer unseres Blattes vor. Wien. Der humanitäre Verein „Kinderstütze" veranstaltet Samstag, den 21. März 1914, 9 Uhr abends, im Hotel Monopol, vormals Hotel Savoy, VI., Mariahilferstraße 81, einen geschlossenen Masken-Rummel (ohne Kostümzwang). Wien. (Goldene Hochzeit.) Am 12. d. feierte im sengen Familienkreise einer der Mitbegründer des humanitären und Ünterstützungsvercines der Kolomeaer, Herr Markus Halpern mit seiner Gattin Charlotte, geborenen Baseches, die goldene Hochzeit. Eine Deputation des Vereines, bestehend aus dem Ehrenpräsidenten Herrn Dr. Josef Zipfer, dem Obmann Bankier Adolf Hecht, Obmann- Stellvertreter Friedrich K r u h und dem Schriftführer Wilhelm Kreindler,. überbrachte dem Jubelpaare namens des Vereines die herzlichsten Glückwünsche. Wie«. Am 18 Jänner 1914 hielt der Verein >Tomech Ewjonim« im Saale des Ingenieur- und Architekten-Veremes. I., Eschenbnchgcisse 9, anläßlich seines 20jährigen Bestalltes ein Fest ab, dos Unter Führung des Obmannes Herrn Elios Weiß glänzend verlief. Besonders die Komitee-Damen Frau Adolf Fischer, Frau Samuel Glückselig, Frau Julius H o f b a u e r, Frau Mox H o f b a u e r, F au Dr. Reis haben sich um das Gelingüi d<s Festes sehr bemüht. Jüdische Toynbeehalle. (XX., Othmargasse 46.) Samstag den 14. März: Musikaufführnng Quartett Bunzl Sonntag den 1b. März: Die Persönlichkeit Tb. Herzls. Lehrer A Schwertfinqer. Montag den 16. Mä-z: Literarischer Abend. Jugeudbund- Dienst g den 17. März: Aus der neueren chassidischen Literatur. Dr. Ernst Müller. Mittwoch den 18. März: Meine chinesische Reise, (Lichlbrldervoitrag) Frau Samuely-Jaques. Donnerstag den 19. März: Bilder aus der ältesten Ku'tur der Menschheit. Dr. Emm. Kahn. Freitag den 20. März: Bibelvortrag. Lehrer Löw-Vog l Die jüdische Toynbechalle in Wien, Von einem Arier. Unter den vielgestaltigen Wohlfahrtseinrichtungen unserer Zeit nimmt die Toynbee-Halle zweifellos einen ersten Platz ein. Bekanntlich besteht ihre Bestimmung darin, den tiefklafsenden Gegensatz zwischen arm und reich zu überbrücken, den Besitzlosen die Früchte der feineren Kultur, wie sie sich sonst nur der Wohlhabende verschaffen kann, zugänglich zu machen. Mit der dem Judentum eigenen Energie und Zähigkeit wurde diese von London stammende V>ee auch aus dem Wiener Boden in die Tat umgesetzt, wo sie nun die schönsten Resultate hervorbringt, dem Judentum zur Ehre und inneren Festigung — dem Christentum zum leuchtenden Beispiel!. In der Tat, eine nur auf freiwilligen Gaben beruhende Großaktion auf dem schier endlosen Gebiete der öffentlichen Wohltätigkeit, die nur den ärmsten der armen Juden zugute kommt, ohne daß die edlen Spender je den geringsten Dank, noch irgend eine Auszeichnung erhalten oder auch nur erhoffen können, verdient in weithin wahr nehmbares Licht gerückt zu werden Rur wissen wir nicht, wem wir größere Anerkennung zu zollen haben. Uns will bedünkM, daß der größere Anteil hieran dem Verwaltungskomitee gebührt, dies >r aus Herren und Damen der besten Gesellschaft bestehenden Vereinigung, die sich rastlos und mit wahrer Selbstaufopferung der schönen Aufgabe widmet, täglich neue Darbietungen — nebst einer kleinen leiblichen Erfrischung — zu ersinnen, durchzuführen und den gesamten Betrieb zu überwachen. Welche Summe von selbstloser Arbeit, von Rührigkeit und sittlichem Ernst liegt in diesen paar Worten. Mit welchem Neid muß das Christentum da aufblicken, insbesondere das antisemitische! Und noch nach einer Richtung hin erweist sich die Toynbechalle als segensreich. Nicht nur entrückt sie den kleinen, von den schweren Tagessorgen zermürbten armen Hausierer, Dienstmann, Kommis oder das Ladenmädchen usw. ihrem Jammer für einige Stunden, um sie alle in höhere Sphären emporzutragen und neue Lebensfreude einzuflötzen, sie hat sich auch zu einer Pflanzstätte junger. Talente entwickelt. Man muß sie gesehen und gehört haben, diese jugendfrischen und hoffnungsfreudigen freiwilligen Jüngerfnnen und Jünger der Kunst, mit welcher Virtuosität sie Gesang, Geige und Klavier meistern. Durchaus nicht die Sucht zu brillieren, nein, ernstes und wirkliches Studium gelangt da zum Ausdruck. Bei der Ueberfülle des Gebotenen lassen sich natürlich nicht alle jene nennen, welche entschiedene Begabung und Lust zur Kunst verraten. Alle besitzen beides in hervorragendem Matze, wir können uns aber doch nicht versagen, zur Illustration des Ernstes und Fleißes, womit diese Frauenblüten ihren Ausgaben gerecht werden, aus die Produktion der beiden letztvergangenen Samstage, 28. Februar und 7. März l. I., wo die Schulen Lampl und Prof. Theru wahre Triumphe feierten, hinzuweisen. Die hinreißend schöne Vortragsart der schwierigen Chopinschen Fantasie in Eis-Moll und des Impromptu in As-Dur (Klavier-) durch Frl. Landesberger entlockte vermöge der tiefen Innigkeit geradezu Tränen, ebenso verstand Frl. Lukacs durch ihre Geige Beifallsstürme zu entfesseln, allein auch die undankbare herbe Bachfche Weise fand durch das Trio, Frl. Landesberger, Frl. L u f a c s und Herrn Gruenberg, die lyrische Muse durch Frau Neuhauser ihre vorzügliche Interpretation. Und wendet man^sich wieder von den Aussührenden, von Frau L uk.« c s - B e 1 t,e lh e im, Neuhauser u. a. weg zu den Komponisten, so stehen wir beispielsweise gebannt — ganz abgesehen von den großen Heroen Mendelssohn, Rnbinstein u. a. — von dem tiefen Ernst und dem reichen Gemüte der Lieder Cahn-Speyers. llnwill'kürlich drängt sich einem da der Gedanke auf, daß bei diesem jungen im Rheinlande lebenden Tondichter ein Erinnern an das Furchtbare Leid und Wehe der Judenverfolgung aus der Zeit der Kreuzzüge aufzittere, welches denn in so tiefergreifeüden Melodien 'Aussslang findet. Rüstig schreitet das Institut in seiner Entwicklung fort; man hofft baldigst ein neues eigenes Heim in der Denisgaste beziehen zu können. Den edlen Speidern, die diese^ Ziel durch Widmung namhafter Geldspenden ermöglichten, sowie alle'' n

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