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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-02-20 · 8 (20.2.1914) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
8 (20.2.1914)
Date
1914-02-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 122 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 8 Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten. Am 19. September 1914 gelangen die Zinsen der Felix Reifer'schen Kaiser-2ubiläums-Reisestipendiuni-Stif tung im Betrage von 1200 Kronen für eine Ausbildungsreise nach Deutschland, Schweiz, Frankreich, Belgien, Holland, Dänemark und England oder einem dieser Länder an drei Bewerber zu je 403 Kronen zur Verteilung. ,, Anspruch hierauf haben mittellose Zöglinge des Vereines. welche über 25 Jahre alt, ledig, der Kategorie der Schmieds, Schlosser. Tischler. Posamentierer, Tapezierer oder Sattler angehören, in Galizien geboren sind und nicht den Schutz oder die Unterstützung der Baron- H"sch-Stif1ung für Galizien und Bukowina oder eines dritten Vereines geniesten, beziehungsweise gcnosssn haben. Bemerkt wird, daß unter sonst gleichwürdigen Bewerbern solche, welche speziell in Trzebinia oder Ch zanow geboren sind, den Vorzug haben und die einzelnen Bewerber in erster Linie nach der oben bezeichneten Reihenfolge der Profession berücksichtigt werden. Bewerber haben ihre stempelfreien Gesuche mit Geburtsschein, Lehrbrief, Arbeitsbuch und sonstigen Zeugnissen ci. bis 15. Mai 1914 an die Vereinskanzlei einzusenden. „Kinderheim" in Laa. Kaiserlicher Rat Dr. S. Krüger hat seine Stelle als Präsident und Vorstandsmitglied des Vereines ..Kinderheim" niedergelegt. Kaiserlicher Rat Dr. S. Krüger gehörte zu den Gründern dieses Kinderheims, hat durch anderthalb Jahrzehnte an der Spitze des Vereines als Präsident und zugleich als Arzt mit aller Energie und Tatkraft, mit einem Aufwand von Mühe und Arbeit und mit Inanspruchnahme all seines Einflusses für dieses Wohlfahrtsinstilul u n e i g e n n ü tz i sich eingesetzt. Das Kinderheim, das er nu'tgeschaffen, war während dieses Zeitraumes Gegenstand seiner eifrigsten Fürsorge undwenn er sich nun veranlaßt sieht, aus der Vereinsleitung zu scheiden und die Verwaltung des Institutes der Fürsorge anderer zu überlassen, so darf er das Bewußtsein mitnehmen, daß seine im Laufe der Jahre für dieses Heim aufgebrachte Arbeit und geistige Energie nicht unnütz verbraucht ist, vielmehr Früchts getragen haben zum Wohle zahlreicher leidender Kinder. Wer, wie Schreiber dieser Zeilen, bei der Gründung des Vereines anwesend war und seit dieser Zeit die Entwicklung des Institutes aufmerksamen Auges beobachtet hat, der fühlt sich gedrängt, dem kaiserlichen Rate Dr. K r ü h e r für alle, im Interesse dieses Vereines aufgewendete Zeit und Arbeit, aufrichtigen Herzens Dank zu sagen. Vortrag. Im Verein zur Abwehr des Antisemitismus wird Donnerstag, den 26. ds., Herr Gemeinderat Dr. Robert Gra - n i t s ch über „Antisemitismus und öffentliche Moral" sprechen. Der Dortrag findet abends 8 Uhr im Festsaal des Hotel Post, I., Fleischmarkt 24 (Eingang Drachengasse) statt. Gäste willkommen. W^l. Sonntag den 22. Februar 1914, präzise halb 5 Uhr nachmittags findet im Festsaal des „Hotel Continental", II., Taborstraste 4, eine Vorlesung des Schriftstellers Felir Salten (Ernstes und Heiteres) statt. Karten zu 50 Heller, 1 und 2 Kronen sind im Büro des „Jüdischen Handlungsgehilfen-Verbandes", II.. Taborstraste 11 b (von 8-9 Uhr abends), ferner in den Kartenbüros Kehlendorfer, I.. Krugerstraste3, Spitzer, I., Morzinplatz 5 und „Aida", II.. Taborstraste 17, erhältlich. (Stehplätze zu 30 Heller nur an der Kassa.) Wien. Samstag den 28. d. M. findet um 9 Uhr vorm, im Leopoldstädter Tempel, 1l., Tempelgasse 3. die Bar- Mizwah-Feier des Karl S ch w a g c r, Sohn des Administrators unseres Blattes, Max Schwager, statt. Wien. Seine f. u. k. Hoheit, Herr Erzherzog Carl Franz Josef, geruhte den Novellenband „Lachendes Leben" von Paul v. Hohenau (Verlag der Wallishauserschen Hofbuchhandlung, Wien) für seine Privatbibliothek anzunehmrn und hat durch seine Kammervorstehung dem Autor seinen besten Dank für das interessante Werk huldvollst übermitteln lassen. „Misrachijugendbund, Wien". Samstag, 21. Februar, um lfß Uhr nachmittags, findet in der Bibelschule, II., Rembrandtstraße 34, der geschichtliche Vortrag des Herrn I. U. C. Mar Jung statt. Gäste willkommen. Am Sonntag, 2. Februar, um 6 Uhr abends, findet im gleichen Lokale die konstituierende Versammlung des neugegründeten Misrachijugendbundes statt. Interessenten sind eingeladen. Die Einberufer. I. U. C. Mar Jung, Arnold Kurzweil, stud. jur. Mar B r,a u n e r. Generalversammlung des Döblinger Tempelvereines. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Döblinger T e m p e l v e r e i n e s, welche von dessen Obmann, Herrn Dr. O b c r s o h n, geleitet wurde, hat neuerlich gezeigt, daß dieser junge Verein in seinen Einrichtungen und seiner Mitgliederzahl getrost an die Seite der ältesten Tempelvereine sich stellen kann. In Beantwortung der Ansprachen des Vertreters der Kultusgemeinde, Herrn Sekretär-Stellvertreter Guido Fuchsgelb und des Herrn Inspektor Ortsschulrat Kanitz trat der Schriftführer Herr Dr. Jakob K o h n unter Beifall der Versammlung dafür ein, daß die Kultusgemeinde die Förderung jüdischen Geistes und Wissens unter der Jugend durch Schaffung fakultativer jüdischer Volksschulen ermögliche. Der Vereinsprediger Herr Dr. Frank f u r t e r konstatierte mit Freude, daß der Döblinger Tempelverein auf allen Gebieten des jüdischen Lebens die Führung übernommen habe. Die Wahlen hatten '.das Ergebnis, daß alle ausgelosten Vorstandsmitglieder wiedergewählt wurden, woraus sich die Leitung in folgender Weise konstituierte: Obmann Dr. Mar O b e r s o h n, Obmann-Stellvertreter Rudolf Lion, Tempelvorsteher Moriz Ar ü I l e r, Schriftführer Dr. Jakob K o h n, Kassier Emanuel K o h n, Ausschußmitglieder P e k a r e k, Philipp, B a l i n t und K r o n st e i n. Ein Besuch in der. VrockensamMlung für jüdische Arme. Letzten Montag wurde das neue Lokal Albertgasse 16, bezogen. Lange vor der um 3 Uhr festgesetzten Eröffnung hatten sich Männer und Frauen, denen man Sorge und Elend vom Gesichte ablesen konnte, eingefunden, um das, was ihnen gerade nottat, zu erbitten. Zwei Herren vom Komitee, Herr S. Bauer und Herr Oberlehrer L ö w y, walteten in echt humaner Weise ihres Amtes. Es war rührend, zu sehen, mit welcher Sorgfalt sie das für die Arnren Geeignete herausßuchten. Die werktätige Menschenliebe hat sich auch hier anerkennend betätigt; Wäsche, Kleider, Hüte, Betten, Nähmaschinen, Kinderwagen, Geschirr, alles ist da, alles wird verlangt und dankbar angenommen. Der Vorrat reicht wohl noch einige Zeit, dann wird sich die Geberlaune von neuem betätigen müssen. Das Lokal der Brockensammlung besteht aus vier Räumen, die sich aber gar bald als zu klein erweisen dürften; statutengemäß sollte, um den Empfängern das drückende Gefühl zu mindern, daß sie ein Almosen erhalten, Zahlung für die verteilten Gegenstände geleistet werden, selbstverständlich eine ganz geringe; aber die Leute haben zumeist nicht 10 Heller in der Tasche, nicht ein Hemd am Leibe, nichts'im Magen. Eine Frau, die heute um etwas Wäsche für ihr acht Tage altes Kind gebeten, klagte mir, daß sie morgen delogiert werden sollte. Wer hat das Herz, von dieser Wöchnerin auch nur 10 Heller für die Wäsche, die wir ihr gegeben, zu nehmen? Und doch heißt es, daß für jede Gabe ein Regiebeitrag geleistet werden müsse. Mir scheint, die Regie — sie beträgt wohl inklusive Zins, Gehalt für einen Angestellten etc. 1500 Kr. — sollte durch Mitgliedsbeiträge gedeckt ^werden. — Wer Mitglied der Brockensammlung wird — der Jahresbeitrag nur 4 Kr. — tut ein gutes Werk. I. B

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