Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 31 (1914)
- Issue
- 6 (6.2.1914)
- Date
- 1914-02-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 90 Dr. Blochs Wochenschrift. Rr. 6 stischen Gutachten Sykorskis und Korotowys im Beilis- Prozeß in fast einstimmig angenommenen Resolutionen zum Ausdruck brachten. Vor allem wurde auf die Aerzte, die in amtlichen Stellungen sind, seitens ihrer Vorgesetzten ein scharfer Druck ausgeübt. So lud z. V. der Chef der militärärztlichen Akademie li; Prioatdozenten Omorokow und Sresnewski die im Petersburger Verein der Psychiater für die Protestresolution gestimmt hatten, vor sich und erteilte ihnen eine strenge Rüge für ihre Teilnahme an der „politischen" Demonstration, die seitens im Staatsdienste stehender Personen nicket geduldet werden könne. Als die Privatdozenten darauf hinzuweisen suchten, daß ihre Handlungsweise von rein wissenschaftlichen Motiven bestimmt gewesen sei, und das die gerügte Resolution mit Politik nichts zu tun habe, unterbrach sie der Chef schroff mit den Worten: Falls im Zusammenhangs mit dem Protest des psychiatrischen Vereines unter der Studentenschaft der Akademie irgendwelche Unruhen sich bemerkbar machen sollten, so werden sie beide in 24 Stunden ihrer Aemter entsetzt werden. In ähnlicher Weise wurde die Freiheit der Meinungsäußerung der ärztlichen Vereine in Sebastopol Saratow, Samara und in vielen anderen Städten unterdrückt. Ebenso viele Opfer weist die juridische Fakultät auf, von denen eine Unzahl im ganzen Lande gemas regelt wurde, weil sie die Untersuchung und die Haltung des Staatsanwaltes und der Privatkläaer effentlf?: kritisiert haben. Der Prozeß des „Kreioljanm". Die Bemühungen des Redakteurs der „Kiewlianin" Schulgin, der bekanntlich während des Beilis-Prozeh trotz seines nationalistischen Standpunktes zugunsten des Angeklagten Stellung genommen hatte, aus Anlaß des gegen ihn zu führenden Prozesses auch einiges Licht in die ganze Beilis-Affärr zu bringen, werden kaum von Erfolg sein, da das Gericht entschlossen ist, den Prozeß welcher am 2. Februar verhandelt werden soll, sehr kurz abfertigen und nicht viel Zeugen zuzulassen. Aus diesem Grunde hat der Gerichtshof entschieden, keinen der von Schulgin beantragten Zeugen, deren Ladung er auf eigene Losten besorgen wollte, zuzulassen. Gegen Juden und Polen in Rußland. Aus Petersburg wird uns geschrieben: Das Ministerium des Innern hat soeben ein neues Vereinsgesetz ausgearbeitet. welches den Vereinen im Allgemeinen nur sehr geringe Freiheit läßt. Aber selbst diese wird durch ausdrückliche Verfügungen den Juden und den Polen gegenüber wesentlich eingeschränkt: Gesellschaften und Vereine, deren Mitglieder Juden, Polen oder Ausländer lind, und im Wolhyner Gouvernement selbst diejenigen Ausländer, die bereits russische Untertanen geworden sind, dürfen keinen Bodenbesitz erwerben oder in Ortschaften sich etablieren, in welchen den bezeichneten Personen das Wohnrecht versagt ist. Vermischtes. Wien. (40 jähriges Geschäftsjubiläuml Die Installationsfirma D. Suchmann u. Sohn hat am 4. d. M. den vierzigjährigen Bestand ihres im Jahre 1873 gegründeten Unternehmens in Verbindung mit dem siebzigsten Geb urisfeste ihres Seniorchefs Herrn David Such mann gefeiert. Aus kleinen Anfängen heroorgegangen, ist es der Firma gelungen, durch streng reelle und gewissenhafte Gesäästsgebahrung eine he vorragende Stellung auf dem Gebiete her ß-e^amten Jnstoßations-, und Heizungstechnik zu erringen. Dis vielfachen Beweise vollster Anerkennung aus den berufensten Kreisen erster Architekten. Baumeister und anderer Fachmänner geben Zeugnis von dem wohlverdienten Renommee, dessen sich die Firma erfreut. Die seltene Familien- und Geschäftsfeier. bot den zahlreichen Freunden des Hauses Gelegenheit zu Kundgebungen wärmster Sympathie. Von Seiten des Personals wurde dem verehrten Chef eine künstlerisch ausgeführte Adresse überreicht. Wie». (Traung.) Sonntag, den 1. Februar l. 2., um 3 Uhr nachmittags, fand im Tempel, II., Tempelgasse, die Trauung des Fräulein Grete Bett mit Herrn Mar Kokesch statt. Vor einem zahlreichen Publikum hielt Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Mar Grunwald die Trauungsrede. Oberkantor Morgenstern erekutierte dir Hochzeitsgesänge in Begleitung von Tempelchor und Orgel. Wien. Am 3. März findet im Beethovensaal, I., Strauchgasse, eine Konzert-Akademie unter der Leitung der bekannten Gesangsmeisterin Fräulein Alice Goldb e r g unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte statt. Das Reinerträgnis fließt dem Beihause „Achdus Israel" zu. : ' ' * ■ ’lif Wien. Am 25'. v. M. fand im Josefssaale ein Konzert, veranstaltet von dem Orgelvirtuosen Menzer und Sänger Leopold Markus statt, die unter lebhaftem Beifall des Publikums ihre Darbietungen zu Gehör brachten. - Wien. (Verband der isr- Religionslehrer an den österr. Mittelschulen.) Sonntag erschien in ber Wohnung des Herrn Inspektors Professor M. Kanitz, eine Deputation bestehend aus dem Obmanne des Verbandes Herrn Rabbiner Dr. M. R o s e n m a n n, und dem Schriftführer, Dr. M- Hu ß, und überreichte dem langjähngen Mitaliede des Ausschusses das Ehrenmitglieds- Diplom des Verbandes. Kaiser Fmnz Joseph I. Huldigungstempel. Das Vorstandsmitglied des Betbausvereines ..Am Volkert". Herr kaiserlicher Rat Adolf W e n g e r feiert in der nächstfolgenden Woche das Fest der vierzigjährigen Wiederkehr der Hochzeit mit seiner Gattin F^au Ernestine W e n g e r. Das Ehepaar hat sich durch bedeutende Zuwendungen bleibende Verdienste um den Kaiser Franz Josef I. Huldigunastemvel erworben. Aus diesem Grunde veranstaltet der Vorstand am Samstag den 7. Februar 1914 einen besonderen Festoottesdienst, an welchem nebst dem Obmanne Herrn Adolf Schramek der Gesamt- Vorstand teilnehmen wird. Wien. In den -ersten Tagen des Februar vollendet der Literat und emeritierte Religionslehrer in Boskowih. Hohenems und Znaim Rabbiner S. Grün in voller Geötesfröche ' sein siebzigstes Lebensjahr. Vor zirka zwölf Jahren wurde ihm sein eiiniaer Sohn, die Stühe seines Lebensabends, durch den Tod entrissen. Der Jubilar lebt seit ungefähr zwanzig Jahren in Wien. „HaL'chijah". Mittwoch, den 15..Schobat, 11. Februar l. I. finfcsjt in Veranlassung der „Hat'chijah" im Saal 33 der juridischen Fakultät um 7 Uhr abends ein Vortrag des Herrn Abraham Levi ben Jehud a h I d e l s o h n aus Jerusalem statt über das Thema: „D er jüdisch traditionelle G esang im'iOrient und Okzident." Mit phonographischen Aufnahmen. Gäste herzlich willkommen. Wien. (Israelitischer.Tempelverein für die Bezirke Wieden und Margarethen in Wien.) Sonntag den 8. F b-uar l. I.. 10 Uhr vormittags, findet im Sitzungssaal? des Kaiser-Franr-Iostf Jubiläums'T-wpels. V. Siebenbrunnrnoosse tu die 40. ordentliche Generalversammlung des israelitischen Tempelvere'nes für die Bezirke W'eden und Maraaretben statt. Mit dieser Generalversammlung wird auch die Feier des 40jährigen Bestandes des Vereines verbunden.