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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-02-06 · 6 (6.2.1914) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
6 (6.2.1914)
Date
1914-02-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Rr. 6 Dr. Bloch’s Jabrnana xxx Zerttraloroan für die gesamten Interessen des Judentums - -O o r ä. K. Postsp»rk»ff»««mr 9 Lleartng-Verüebr «r. 8X0.976. Redaktion und Administration. «7 Wtzn H/i, Praterftraße 9 j» Telefon 14847 J nP--—;-- --«ln Wien, 6. Februar 1914 : Lrscbetnt jeden Frettag.: Brr^s-Ädlefi':: Wie«, li/i, Praterftraße 9 Telegramm-Adreffe: Blocht Wochenschrift, Wie». O (jr-- — ■ " - - -o Ar;uA»prri» für Oesterreich: V Halbjährig 8 Kronen: l »tnzelexemplare 50 Heiler. '; Für'» Anstand: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig £0 Kronen.;; Anzeigen: Die inal gespaij 2 tene Petilzeile 4» Heller. C nO ■■ -.—- --——— Inhalt. Leitartikel: Das Gemeli'LeratSuiUlidal der Zuuereu «iaoi. — Bom ^Zayr markt des Levens: Ein kathoistcher Priester über den Antisemitismus. — Ehrungen des Gelehrten Professor Ehrlich in Paris. — Angriffe gegen Professor Ehrlich. — Die Kosten der jüdischen Kolonien. — Kosaken-Juden. — Schutz der jüdischen Altertümer in Spanien. — Vom Newyorker „Puck". — Lord Neading bei den Maccabeans. — Jüdisches im christlichen Leben. — Was bleibt vom alten Testament? — Rücktritt der Herren James Simon und Dr. Paul Nathan vom Kuratorium des jüdischen Techuikums in Haifa. — Einstellung der Arbeiten am jüdischen Technikum in Haifa. — Artikel: Ein wunder Punkt. — Korrespondenzen: Au die jüdische Oeffentlichkeit. — Emigrantenfürsorge der Israelitischen Allianz zu Wien. — Wien. — Brockens aumNung für jüdische Arme. — Jahresabschluß der ungarischen Jto-Organisanon. — Der Kaiser für ein jüdisches Gotteshaus. — Dank des Bischofs an den Oberrabbiner. — Der Großrabbiner von Saloniki in Athen. — Enver Pascha über die jüdischen Soldaten. — Hauswirtschafts-Unterricht und jüdischer Kochunterricht in Frankfurt am Main. — Samuel Ränach über die Ritualmocdlegende. — Die wirklichen Opfer des Beilisprozesjes. Der Prozeß des „Kiewljanin". — Gegen Juden und Polen in Rußland. — Ausweisung eines zweijährigen Kindes. — Berm i s ch t e s. — F e u i l l e l o n: Schleswig-Holstein 1864. — Literatur. — B r i e f k a ft e n. — Notizen. — Inserate Aas Grmeindrratsmandat der Inneren Stadt. Das Mandat des ersten Wahlkörpers der Jnne^ reu Stadt in die Wiener Gemeindevertretung,, das durch den leider allzu frühen Tod des Gemeinderates u. Kultusvorstehers Mar Frank erledigt wurde, kommt in den nächsten Wochen wieder zur Besetzung. Ueberall bilden sich denn auch Komitees, welche die allein geeigneten Kandidaten präsentieren und in vielen Kaffeehäusern wird bereits bei einflußreichen Leuten Stimmung geinacht. Wiederum scheint es, als sollte es zu einem lebhaften Wahlkampf auch zwischen den freisinnigen Parteien kommen, unter denen die Juden das weitaus größte Kontingent der Wählerschaft bilden. Das Mandat ist ihr sicherer Besitz und der Wille der jüdischen Bürger wird der allein entscheidende Faktor sein. Das wurde schon bei der vorigen Wahl in den Eemeinderat bewiesen. Man erinnert sich, daß der verblendete Parteiübermut, der die Juden als seine willenlosen Trabanten betrachtet, das Wagnis unternahm, Täuflinge als Kandidaten zu präsentieren. Die „Oesterreichische Wochenschrift" hat jedoch dieses kühne Unterfangen energisch vereitelt und ihre Ausführungen fanden so lebhafte Zustimmung, daß es zu einer eklatanten Niederlage der offiziellen Führung kam. Die damals vertretenen Grundsätze sind nun heute noch in unbestrittener Geltung. Man muß bei der Kandidatur vernünftig, gewissenhaft und vor allem vom Standpunkt der rein jüdischen Interessen vorgehen. Denn bei der geringen Anzahl der Mandate, welche die Opposition gegen den christlichsozialen Wahlschwindel in der Gemeinde durchzusetzen vermag, muß jeder Kandidat genau geprüft und angesehen werden. Es wäre nun lächerlich und verfehlt, wieder nur einzig und allein auf den Freisinn Gewicht zu legen, denn daß ein jüdischer Wahlbezirk nicht einen Antisemiten entsendet, erscheint wohl selbstverständliche Man muß vielmehr den Mut haben, einen jüdischen Besitzstand zu verwenden und nicht zu perschwenden, man muß einen Vertreter in parlamentarische Körperschaften entsenden, der ohne Umschweife und nüt der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit in erster Linie das Judentum vertritt und nicht etwa einen zu lauen und gnädigen Protektor der jüdischen Interessen abgibt. Diesen freisinnigen Typus, diesen er pffo Verteidiger des Judentums, der weder Blut noch Herz für seine Ausgabe aufbringt, haben wir zu unserem größten Schaden nur allzu oft in den Vordergrund gestellt. Die Erkenntnis dieses schweren Fehlers hat schon bei der Sanktionierung des allgemeinen Stimmrechts für den Reichsrat zu neuen Grundsätzen geführt, zur Re-, klamation des jüdischen politischen Besitzstandes für Volksvertreter, welche nichts anderes sein wollen als Juden und eben so ehrenvoll als energisch, mit ihren Wählern sich selbst verteidigen, wenn es zu antisemitischen Gefechten kommt. Das führt von selbst hinüber zu einer natürlichen Forderung für die Wahl des neuen Kandidaten für den Gemeinderat. Wir müssen den Bewerber dort nehmen, wo er sein Judentum schon bewährt und seine Tüchtigkeit erwiesen hat, nämlich aus der Reihe der Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Hier sind die Männer zu finden, welche es als eine Ehre betrachtet haben, ihr Judentum öffentlich zu betonen und ihm ihre Kraft zu widmen. Es ist also ein Akt der Dankbarkeit an sie in ersten Linie zu denken, wenn das Judentum Vertreter in öffentlichen Körperschaften braucht. Im übrigen aber entspricht eine solche Wahl auch einer alten und nützlichen Tradition, oeil Jahrzehnten haben immer Vertreter der Kultusgemeinde auch dem Wiener Gemeinderate angehört und durch zweifache Tätigkeit sehr ersprießliche Dienste leisten können. Man vermag sich wohl vorzustellen, wie mannigfach und häufig die Berührungspunkte der Gemeinde und Kultusgemeinde auf allen Gebieten der Verwaltung sind und wie wertvoll da ein Mann wird, welcher auf beiden Seiten die nötige Autorität und Kenntnis besitzt. Die jüdische Wählerschaft hat darum seit jeher im eigenen Interesse Sorge dafür getragen, daß ein Kultusvorsteher zugleich Gemeinderat wurde und Männer wie Borkenau. Komp»rt, Goldschmidt, Stern»

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