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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-01-30 · 5 (30.1.1914) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
5 (30.1.1914)
Date
1914-01-30
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 76 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 5 Karten zu haben bei: Obmann Herrn Dr. I. L. Brau n, 11-, Große Stadtgutgaffe 7 (Tel. 15210), Frau Dr. Helene Stein, ]., Morzinplatz 5 (Tel 17022), Herrn Leo Heller, Firma S. Schein, 1., Bauernmarkt (Tel. 21291), Apotheker Robert Raditz, Bäreuapothcke H., Taborstraße 26 (Tel. 14086) und Restauration Ed. Herlinger, U.f ZirkuSgape 2. Wie«. Der israelitische humantare Verein „Kinderstütze", Wien, XVI.» Hubergaffe 8, hält seine VII. ordentliche Generalversammlung am Samstag den 31. Jänner 1914 um 9 Uhr abends im Casö Jungmann, XVl., Ottakringerstraße 37, ab. Wie«. Die zionistischen Korporationen Wiens veranstalteten vor kurzem rm großen Musikoereinssaale eine Makkabäerfeier, die bei koloffalem Besuche einen glänzenden Verlauf nabm. Nachdem die Chanukalrchter vom Oberkantor Don Fuchs bei Mitwirkung seines gelammten Chores unter der vorzüglichen Leitung des Chordirigenten Herrn Josef Z e l l n i k in feierlicher Weise entzündet waren, wurde das erstklassige Programm abgewickelt. Daraus seien besonders hervoraehoben: Die meisterhaften Gcsangsvorträge des Oberkantors Don Fuchs, der mit künstlerischer Vollendung zwei Lieder seines Schwagers Arthur Wolfs: „Der Tränenmillionar" und „Juda" zum Vortrag brachte und sich durch den Beifall noch zu Zug ben entschließen mußte. N-ch dem Vortrage des Liedes „Israel" werde frei" aus „Samson et Delila" erhob sich frenetischer Beifall, der sdwohl in der Aktualität des Liedes als auch in der Hinreißei den Meisterschaft des Interpreten leinen Grund hatte. Rühmend hervorgehoben muß noch der Orgelvirtuose Prosissor Storch werden, der in klassischer Form die von dem verewigten Meister Salomon Sülzer komponierten Chorgesänge begleitete und sich durch seine Solovorträge noch einen Spezial-Applaus holte. Wien. Der Jüdische Turnverein Le op old st adt veranstaltet am 21. Februar, 9 Uhr abends, eine Akademie ernster, musikalischer und deklamatorischer Vorträge. Die Akademie findet im großen Saale des Cafö Adlon, I., Fleischmarkt 6a statt. Durch Stellung einer Mäanocriege am Pferd, will der veranstaltende Verein zeigen, welche Rffultate in der kurzen Z-it des Turnbetriebes bereits aezeitrgt wurden. Anschließend an das Vortragsprogramm findet ein Tanzkränzchen statt. Karten sind in der Vereinskanzlei, II.. Taborstraße 11b, auf de.i Turnplätzen. II., Malzgasse 16 und Leopoldsgaffe 3, sowie in der Kanzlei des Jüdischen Natiovalfonds, II., Karmeliterplatz 1, erhältlich. Wie«. (Hebräischer Sprachverein, Wien, II. Karmelitcrplatz i/10.) Montag am 28. Tebeth (26. Jänner) um 8 Uhr abends findet im Cafe Adler, I., Schottenring 12, ein bebräisch-literarischer Vortragsabend mit folgendem Programm statt: Eröffnung, Dr. Dawid R o t h b l u m. Vortrag des Herrn P o t a s ch n i k: „Araham M a p u, Begründer des hebräischen Romans", Vorlesung aus Mapu („Ahawath Zion") und Schalom Aleichem. Gaste willkommen. „Beth Haam" (Jüdisches Bolksheim) XVI., Wurlitzergasse 11. Samstag den 31 Jänner, 1ji% Uhr abends» Vortrag des Herrn Dr. M Reiß: „Recht und Richter". Gesangsvortrag: Herr W. Birnbaum, am Klavier Fräulein L t a r k. Mittwoch den 4. Feber, 7*8 Uhr abends: Herr Schwarzthal: „Die Wunder der flüssigen Luft." s Eintritt für Erwachsene frei. Um 7 Uhr wird der Tee verabfolgt. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Präsidenten Dr. Martin F ö r st e r, XVI., Thaliastraße 22, gelangen lasten. Jüdische Toynbeehalle. (XX, Othmargaffe 46.) Samstag den 31. Jänner Musikaufführung. Herr Dr. Keperl und Fräulein M. Schwarz. Sonntag den I. Februar, Merkwürdiges von fremden Völkern, Herr Lehrer Huschak. Montag, den 2. Februar die Antialkoholbcwegung, Herr K. Gersuuy. Dienstag, den 3 Februar die Hygiene der Kleinwohnung, Herr Dr. Ervst Duschak. M ttwoch, den 4. Februar Elternabend, Frau Lehrerin Fl. Weiuwurm Doimei stao. den 6. Februar die Frau und dos grskllschasr licht Le den, Frau Therese Schmiedl. Freitag, den 6. Februar, Brbelvortrag. Aaitritte aas dem Judentum. Vom 18. Jänner bis 24. Jänner 1914. Bach Hedwig, geb. 29. Jänner 1880, Nagy Becs Berak, VIII., Pfeilgasse 23 Beck Josef, Schauspieler, 1. Februar 1883, Wien. II., Novaragasse 7. Elkan Sigurd, Schneider, 16. Oktober 1859, Wien, IX,. Seegasse 13. Keppel Knight Edle von Sau-Sav Anna geb. Weiß, II., Praterstr.»ße 76. Kuh Anna, Studentin, geb. 29. Mai 1889, Wien, IV., Schellinggassc 6. Libisch Berta, geb. Stolper, geb. 2. August 1882, Wien. Görz. Renner Ernst, Opernsänger, geb. 22. Mai 1886, Wien, Graz. Sametz Helene, PrjV.atc, geb. 2. Februar 1884,Budweis, XVIII. Vinzenzgasse1 30. Holleschau. Die hohe k. k. mährische Statthalterei hat dem Kultusdiener Markus Pöjck in Anerkennung seiner 40jährigen treuen} Dienste bei der Kultusgemeinde Holleschau die von Seiner Apostolischen Majestät Kaiser Franz Josef anläßlich seines 50jährigen Regierungs- Jubiläums gestiftete Ehrenmedaille für 40jährige Dienste juerfamt* Die feierliche Ueberreichung findet Samstag den 31. Jänner 191^ durch den Herrn Statthaltcreirat Dr. Hlosek um 11 Uhr vornnttagt statt. Herr Markus Pöck erfreut sich ob seines biederen Charakters der allgemeinen Wertschätzung. B. Henri Bergson. Der bekannte Philosoph Henri Bergson ist für das Jahr 1914 zum Präsidenten der Aeademie franyaise des Sciences morales et politiques ernannt worden. FeuülLton. Der Dabdik als Seelsorger.^ Die Oberhäupter der Chassidim sind Seelsorger im weitesten Sinne des Wortes. Natürlich kennt der Ehassid den Ausdruck Seelsorger nicht. Dieser Titel ist ein unjüdischer. In Israel sorgt jeder selbst für seine Seele. Gab es allerdings auch schon in alter 'Zeit in demselben eine Würde der Seelsorge, Männer, die entweder belehrend, erziehend oder ratgebend und anfeuernd wirkten, tugendhafte und fromme als Wundermänner geltende Gelehrte, deren Gebete man in Zeiten der Not "in Anspruch genommen, so kennt das Judentum den modernen Begriff: Seelsorge doch nicht. Es gab nur Lehrer und Führer, die ab und zu auch einen anderen Charakter annahmen, in ihrem Grundwesen jedoch Lehrer und Führer blieben. Die Seelsorge ist erst in der neuen Zeit in Israel zur Bedeutung und Anerkennung gelangt. In den Ländern, in welchen der Durchschnittsjude in die Tiefe seiner Religion nicht dringt und ihre Höhen nicht einmal kennt, keine Muhe und Kraft besitzt, um für sein Seelisches zu sorgen, seiner Seele spezifisch jüdische Nahrung zuzuführen, soll der Prediger Seelsorger sein, seinen Gemeindemitgliedern seelische Nahrung im Einzelnen und Kleinen zuführen, ihnen die geistigen Speisen mundgerecht, seelen- und herzensgerecht machen und das Soll und Haben ihrer Seele führen. In den Ländern des Ostens, in welchen die Durchschnittskenntnis und Erkenntnis des Judentums eine weit größere und gereiftere ist, ist die Seelsorge jedoch für die große Anzahl unter dem Durchschnitte stehender Juden, deren Beruf und Leben ihnen nicht gestattet, Seelsvrgen zu haben, eine Notwendigkeit. Je mehr der Kampjf des Daseins gefährliche Dimensionen annimmt und die ganze Kraft des Menschen in Anspruch nimmt, je mehr die menschlichen Bedürfnisse sich steigern, desto weniger Juden sind in der Lage, ihr Seelisches selbst zu pflegen und zu entwickeln. Wie eine arme Mutter, die in die Fabrik gehen muß. gezwungen ist, ihre Kinder einer Wärterin anzuvertrauen, einer bestimmten Person, die für die sogenannte Erziehung vieler armer Kinder sorgt, so ist der körperlich sich aufreibende Mensch gezwungen, seine 'Seele in eine Pension zu schicken und fremden Leuten anzuvertranen. Auf diese Tatsache beruht ja ber Einfluß der Geistlichkeit auf minder Gebildete und mehr Belastete, auf Bauern und Handwerker. Freilich ergeht es diesen armen Seelen, die auf fremde Kost und Erziehung, richtiger Dressierung angewiesen sind, oft, wie es den oben erwähnten armen Kindern ergeht; sie fallen oft einer sogenannten ..Engelmacherin" zum Opfer; das bißchen Seelisches wird in Jenseits von Glauben und Unglauben im schlechten Sinne des Ausdruckes befördert. Allein es *) Aus dem intereff inten neuerschienenen Werke „Chassidismus und Zaddikismus" von D^. I. Niemirower. Rabbiner der spawolischen Gemeinde in Buka est. Druck und Verlag der graphischen Anstalt Albert Baer, Bukarest 1913.

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