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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-01-16 · 3 (16.1.1914) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
3 (16.1.1914)
Date
1914-01-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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$ette 4S Dr. Blochs festlicher Weise indem sie ihre Peitschen mit blauen Maschen — blau ist die Farbe der Rothschilds — schmücken und an ihrem Festabend zu Hause, wenn das Huhn auf den Tisch kommt, ihren Kindern von der schönen Tat der Rotschilds erzählen. Die Zahl -er Juden in den Bereinigten Staaten. Laut den soeben erschienenen offiziellen statistischen Mitteilungen der amerikanischen Regierung über die Volkszählungen im Jahre 1910 haben damals in Bereinigten Staaten mehr als 2 Millionen Juden gelebt. Diese Ziffer wird deshalb angenommen, weil diesen Angaben eine Million 700.000 außerhalb Amerikas geborene Personen bezw. Kinder solcher Personen als Verkehrssprache unter anderen auch jüdisch und hebräisch angegeben haben. Auf Grund dieser autenthischen Ziffer wird geschlossen daß die Gesamtzahl der in den Vereinigten Staaten im Jahre 1910 ansäßig gewesenen Juden mit über 2 Millionen angenommen werden kann. Eine Zählung nach Konfessionen gibt es bekanntlich in Amerika nicht. Ein Großrabbiuer -er orientalischen Ju-en in -en Bereinigten Staate«. Als Symptom für die Steigerung der Auswanderung spaniolischerJuden aus den früheren türkischen Gebieten mag die Nachricht aus Newyork dienen, daß die in den Vereinigten Staaten lebenden orientalischen Juden sich zu einem Verbände vereinigen, und beschlossen sich aus der Türkei einen Großrabbiner als geistiges Oberhaupt zu bestellen. Für diesen Posten ist der bekannte Gelehrte Abraham Galante aus Konstantinopel in Aussicht genommen. Man kann diese Wahl als eine äußerst glückliche bezeichnen, denn Galante ist als tiefgründiger hebräischer Gelehrter bekannt, -er auch eine ausgezeichnete allgemeine Bildung besitzt. Außer der hebräichen Sprache beherrscht Galante auch die englische, spaniolische, türkische, arabische und griechische Sprache vollständig, was ihm ganz besonders für diese Stelle prädestiniert. Die Zahl der in Amerika lebenden orientalischen Ju-en wird mit 55000 angenommen, wovon 15000 in Newyork allein leben, woselbst auch der Sitz des künftigen Großrabbiners der orientalischen Juden in Amerika sein wird. Vermischtes. Jüdischer Kolouisationsverein. Bortrag Dr. Schmarja-Lew ins. Montag den 19. d. M. findet im Festsaal drS Jnqenieuruvd Architektenvereines in Wien, L, Echenbachgaffe die Generalversammlung deS Jüdischen KolonisationsvereineS statt. Im Anschluß au die Generalversammlung hält H-rr Doktor Schmarja-Levin, Mitglied der ersten russischen Duma, einen Bortrag über „Die Aufgaben deS Judentums im Orient". Mit Rücklicht auf die Persönlichkeit deS Vortragenden, der als ein vorzüglicher Kenner des Orients und geistvoller Redner bekannt ist, sieht man diesem Abend mit grobem Jutereffe entgegen. Beginn halb 8 Uhr. Eintritt frei. Gäste willkommen. Mnnistzentes Geschenk des Herrn Salo Cohn an das jüdische Museum. Einer früheren, wertvollen Schenkung, die aquarellierte Wiedergabe ver „Hepada von Sarajewo" aus dem 13. Jahrhundert in vier Bildern, hat nun in jüngster Zeit Herr Salo Cohn, der bekannte Philantrop, die von dem Künstler Schauer in acht Bildern, in feinster Aquarrllmanier ausge- Wocherrschrift. Nr. s führter Darstellung deS „Hohen Liedes" als Schenkung dem jüdischen Museum beigrfügt. Die im Museum uutergebrachten Bilder erregen die Bewunderung der Besucher. Bortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur. Donnerstag den 33 Jänner 1914, halb 8 Uhr abends, si.det im Fei'aale d's Ingenien und Arch tektenverrines. I., Esch'nbachM: 9, ein Bortrag des Herrn Rabbiner Dr. Max Gruuwald statt. Thema: „Kriegserlebnissejüdischer Teilnehmer an den N a p o l e o n i s ch e n Feldzügen. Mit Vorführungen von L.chtbildern. Eintritt frei — ohne Karten. Wien. (Trau u n g.) Sonntag den 18. Jänner 1914 um 2 Uhr nachm ttags findet im Stadttempel, I.,'Seitenstettengaffe, dre T-auung des Fräuleins Margarethe Münz. Tochter des Hof- und Gerichtsadookatcn Herr» Dr. Elias M ü n z> mit Herrn Tr. Anton Oberländer. Haf- und G nchtsadvokat, statt. Wien. Bethausverein T ef i la 1 h Ie s ch u r u n.) In der Lese- und B i b e l sch u l e,11., Ausstellungsstraße 53, fand Donnerstag den 25. tr. M. in feierlicher Weise die Chanukahfeier statt. Es hatten sich zu derselben als Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde Herr Religionsinspektor Professor Moritz Kanitz, Herr Rabbiner Kramer, der gewesene Obmann Ehrenmitglied Herr Heinrich B o n d y, nahezu der gesamte Vorstand mit ihren Frauen und viele MiiAlieder eingefünden. Zahlreich war auch ver Besuch der Ellern und Freunde der Schule. Ihr Fernbleiben hatten Herr Landesschulrat Dr. Gustav Lohn, Kaiserlicher Rat, erster .Sekretär, Dr. Theodor Lieben und Amtsleiter Herr Inspektor Julius Braun entschuldigt. Die Feier wurde mit dem Minchagebet unter Begleitung des vom Schulleiter Herrn M^ Pick einstudierten Chores vom Oberkantor Mathias B a l o g h in stimmungsvoller Weise eingel-itet, hierauf folgten die Vorträge der Schulkinder, welche stürmischen Jubel hervorriefen; sodann würdigte Religionslehrer Herr Mark. Pick in einer Predigt die Bedeutung des Festes, worauf der Obmann der Bibilschule, Herr Mor. L. B o n d y in seiner Ansprache . das. Interesse Mr die Talmud- Thöra-Schule Ihervorhob und allen Vereinsmitgliedern und Gönnern. der Schule dankte. Schriftführer Leopold Altholz erinnerte an die Verdienste des Vereins-Obmannes Herrn Mor. A l t m a n n und des Obmannes der Bibelschule Herrn M. L. Bondy dankte dem Lehrkörper im Namen des Vereines für seine Mühewaltung und bat die Anwesenden auch fernerhin der Schule ihr Wohlwollen entgegenzubringen. Mit einem Hoch aus den Monarchen schloß derselbe. Wien. Ueber Einladung des Komitees zur Veranstaltung jüdisch-wissenschaftlicher Vorträge hielt am Donnerstag den 8. Jänner im Saale des Hotels . Goldener Engel", XXI., Am Spitz 2. der Hofschauspieler, Herr f. k. Professor Ferdinand G r e g o r i einen Rezitationsabend ab, wobei er Dichtungen und Erzählungen oon Heine, Rosegger, Rosenfeld, Perez, Lissauer. u. a. m. vor einem auserlesenen Publikum in gewohnter meisterhafter Weise zum Vorträge brachte. Dem Vortrage des Meisters der Worte wurde rauschender Beifall zuteil und war man ihm insbesondere dafür dankbar, daß er eine vorschollene Novelle Roseggers „Der Judenbaum" der Vergangenheit entriß und mit glänzender Akzentuierung die in derselben geschilderten Personen auftreten ließ. Wien. Am 4. d. M. wurde bier Herr Jol-f Boß er, k. u. k. H"sti?ferant, unter »ablreicher Beteiliguna zn Grabe aetraaen. Ein Leben, reich an Arbeit» s--ude und von echt jüdischem WobltätiakritS« sinn, bat hiemit seinen Abschluß gesunden. AnSgezekchnet durch einen vornehmen gediegenen Charakter, durch große, seelengute und stete Hilfsbereitschaft, war der Verblichene von Allen -die ihn kannten, hochaeachtet und verehrt. Die« kam auch durch die große Beteiligung am Leichmbeoangniss» ,um Aufdrucke Rrbbiner Dr. Bach hob in seiner Grabrede die seltenen Eigenschaften deS Verstorbenen h-rvor, der in allen Lebenslagen niseiner Mitmenschen deraoß und noch vor 3 Jahren anläßlich der Feier seiner silbernen Hochzeit in seiner Vaterstadt Lemberg eine H-irat«stiftung für arme Braute und eine »weite Stiktnng zur Unterstütz"—, armer Gewerbetreibender inS L'ben ri-f. Der aramgebeugten Witwe wenden fich die Sympathien aller Gesellschaftskreise zu. Wien. Der Israelitische Tempel-Bereiu für den X. Gemeindebezirk Favoriten in Wien (Kaiser Franz Jofef-JubiläumStempel), X., Humboldtgoffe Nr. 27. hält Mittwoch den 21. Jänner 1914, Präzise 8 Uhr abends, im Lchrfaale deS jüdischen Schulvereines, X, Haseugaffe Nr. 7, die 38. ordentliche Generalversammlnng ab.

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