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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-01-02 · 1 (2.1.1914) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
1 (2.1.1914)
Date
1914-01-02
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 14 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 1 Ablehnung schicken, wenn es wirklich nach der Heimats- Gemeinde abgegeben würde, sie könnten sich überzeugen, dass die Prophylaris gegen die Verwahrlosung weit humaner wäre, als der bereits erfolgte Nachweis einer solchen. Wäre es nicht Möglich, daß bei Zahlung der Mitgliedsbeiträge von jüdischen Wohltätern an interkonfessionelle Vereine nachdrücklich betont, und auch der Wunsch „ausgesprochen" wird, daß dieses Geld zu einem entsprechenden Teile auch für jüdische Arme benützt werden soll. Neujahr ist La und das Inkasso beginnt, die armen Glaubensbruder und Schwestern hoffen aus Erfüllung dieses ehrlich a i r sg espro che n en Wn n sche s. Rudolf Kraus. Amtsleiter der Wiener ifr. Kultusgemeinde. Das neue Drama von Schalom Asch. Aus Petersburg wird uns geschrieben: Der nunmehr auch in Europa bekannte jüdische Dichter Schalom Asch weilt seit einigen Tagen in Petersburg wo in der literarisch wissenschaftlichen Gesellschaft sein neues Drama „Die Erben" vor einem geladenen Publikum zum ersten Male gelesen wurde. „Die Erben" ist ein Stück von gewaltiger dramatischer Wirkung und entrollt das packend? Bild des Lebens einer reichen jüdischen Familie in Warschau. Es wird versichert, daß „Die Erben" das beste und kräftigste Stück Schalom Asch sei, welches ganz bestimmt auch die europäischen Bühnen erobern werde. Israel Zaugwills Novellen in ungarischer Sprache. Der Redakteur des ungarisch-jüdischen Wochenblattes „Egyenlöszeg" Max Szabolcsi hat, wie er in der letzten Nummer seines Blattes bekannt gibt, das Uebersetzungsrecht für sämtliche Novellen Israel Zaugwills für die ungarische Sprache erworben. Szabolcsi hat bereits dafür gesorgt, daß die Uebersetzung von sachkundiger Hand besorgt werde, und auf solche Weise die herlichen Produkte Zangwillschen Humors auch dem ungarischen Publikum zugänglich gemacht werde. Die Preise der Pariser Akademie der Wissenschaften. Die Pariser Akademie des sciences morales et politique hat in ihrer letzten Sitzung eine große Anzahl von wichtigen Preisen vergeben. Unter den Preisträgern befinden sich auch mehrere jüdische Gelehrte, so erhielten: Der Dekan der Fakultät für Literatur in Nancy Bertram Auerbach den Preis Drouyn de Lhuys, für sein Werk: Frankreich und des heilige römische deutsche Reich, vom westphalischeu Frieden bis zur französischen Revolution. Der Dozent an der Sorbonne Vrunschwig den Diessez de Peaanrun Preis für sein Werk: Etappen der mathematischen Philosophie. Der Professor der Rechtsfakultät in Paris Gaston May den Audiffred Preis für feine Arbeit. Kampf um das französischin Lothringen vor 1870. George Cahen den CarlierPreis für sein Werk: „Die Wohnhäuser der Stadt". Ferdinand Forest den Corbay Preis für seine Erfindungen auf dem Gebiete des Automobil , Dampfschiff- und lenkbaren Luftschiffwesens. Literatur. Xussaeh-Hatfilob. von Simon S c li e c h t e r, Obe'kantor der isr. Kultusgemeinde in Czernowitz, Franzensgasse 6. Zu beziehen gegen Voreinsendung oder Nachnahme des Betrages von Kronen 12.— beim Verfasser. Durch das Erscheinen des „Nussach-Hatfiloh“, von Herrn Oberkantor Simon Schechter in Czernowitz, hat das Gebiet des liturgischen synagogalen Vortrages eine Bereicherung erfahren. Nachdem das erwähnte "Werk der Oeffentliehkeit übergeben worden ist, sei es dem Gefertigten gestattet, ein objektives Urteil darüber zu äußern. Dem "Werke liegt die Tendenz zu Grunde, - das Traditionelle im synagogalen Vortrage zu. erhalten, da dieses durch Laune und Willkür der der Höhe ihrer Mission nicht gewachsenen Kantoren der Vergessenheit anheimzufallen bedroht ist. Ferner verfolgt der Verfasser den löblichen Zweck, den Kantorenjüngern das Erlernen des Kaniorales möglichst zu erleichtern und ihnen mit seinen ,,Nussach-Hatfiloh ein Wegweiser zu sein. Das sind zwei Leitmotive, die gewiß gerechtfertigt sind. Es lag mir daher besonders am Herzen," mich zu überzeugen, inwiefern der Verfasser seinen Intuitionen gerecht geworden ist. Nach genommener Einsicht in den „Nussach- Hatfdoh11 gereicht es mir zur Genugtuung, konstatieren zu können, daß dem Verfasser die Lösung der schwierigen Aufgabe in jeder Richtung gelungen ist. Das Werk ist ganz im Sinne des Titels durchgeführt. Wir finden darin die alten jüdischen Weisen in bestem Sinne des Wortes wiedergegeben, wobei zugleich der Verfasser mit lobenswerter Sachkenntnis auch der Melodik in modernem Sinne Raum gegeben hat, die bei ihm erfreulicherweise keineswegs asthmaleidend ist. Herr Oberkanter Schechter hat von überspitzten, sogenannten „modernen“ Effekten Abstand genommen. Es sind in seinem Werke glatte Gedanken, die weder als seltsam, noch ungeheuerlich gelten wollen. Sehr lobenswert ist die Gliederung in demselben, der schöne Aufbau der musikalisch illustrierten textlichen Gedanken, die sich ebenmäßig und stilgerecht in den Rahmen des Ganzen einfügen. Besoudere Anerkennung verdient die Aufnahme der »Piuiim< und »Jozrbsc in dis vorliegende Werk, wodurch es auch den Kantoren in den Gemeinden, wo dieselben noch einen integrierenden Bestandteil des Gottesdienstes bilden, ermöglicht wird, auch diesen Teil würdevoll und im traditionellen Sinne zu rezitier, n. Auss rdem bietet die vollständig.- Ausa'beitung der Rezitative einen nicht zu unterschätzenden Votleil, da dieselben keineswegs etwas Fragmentarisches sind, wie es in manchen anderen Werk* n der Fall ist, wo die erfolgte Ei deitung mit dem üblichen »u. s. w.« gleich abschliesst ein Umstand, der den Anfänger auf seine eigene musikalische Auffassung angewiesen sein lässt, was meistenteils auf Kosten des »Nussach* geschieht Der beschränkte Raum gestattet uns keine Analyse der zahlreichen Schönheiten. Es möge nur noch hervorgehoben werden, daß das Sch echter sche Werk, welches hauptsächlich für den Kantor ohne Chorbegleitung bestimmt ist, nichtsdestoweniger eine Verbindung mit den Sülze r sehen Chorälen vermittelt. Herr Oberkantor Schechter ist somit einem dringenden Bedürfnis entgegengekommen. Es drängt sich nun unwillkürlich die Frage auf, ob es nicht endlich Zeit wäre, an die Gründung einer Kantorenbibliothek zu schreiten, die ebenso zeitgemäß wie dringendes Bedürfnis für die Kantorenjünger ist. Betreffs der Korrektur des vorliegenden Werkes wäre mehr Aufmerksamkeit wünschenswert. Die Vorzüge des “Nussach-Hatlilolr1 berechtigen zur Hoffnung, daß derselbe bald populär werden und in den Kantorenkreisen zahlreiche Anhängerschaft finden wird. Rudolf Ulanowslty Gesanglehrer.

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