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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1914-01-02 · 1 (2.1.1914) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
31 (1914)
Issue
1 (2.1.1914)
Date
1914-01-02
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 18 Br. Ml-chs A«ch«schrkst. Nr. 1 FoanenwohttLtrgkeitsvereiu ..Providentia". Zn stiller, beinahe der Oeffentlichkeit entsagender Weise wirkt der jüdische Frauenwohltätigkeits-Verern „Providentia" in Wien und doch verdient diese edle Gemeinschaft die Förderung weiterer Kreise. Der Vorstand unterstützt regelmäßig kranke, arme Frauen, bittet ihnen Kur- und Hilsdbeiträge, verteilt an dürftige Familien reichlich Kohle, spendet für arme Wöchnerinnen größere Beträge und hat seine Hauptaufgabe darin konzentriert, daß er im eigenen Hause eine He im st Lite für schwachsinnige Kinder schuf, in der Knaben und Mädchen von 9 Uhr früh bis 6 Uhr abends verbleiben. Am Sabbath Chanukkoh abends fand in diesem Hause (I*., Darwingasse 5), eine herrliche Lhammkoh-Feier statt, an der die Vorstandsdamen Frau Hofrat Dr. Rosa Löwner die Frauen Sidonie Wolf» Anna Brandt, Dr. Berta Hecht, Dr. Ernestine Theumann, Dr. Rosa Antscherlik, Charlotte Reumann, Pauline Stranskr, die Reumann und Winter sowie zahlreiche Gäste teilnahmen. Frau Hofrat Dr. Löwuer in Vertretung der krankheitshalber verhinderten Präsidentin Frau Dr. H e r z l. begrüßte d e Anwesenden namens des Vorstandes in herzlicher We se, worauf Direktor B. Plauer die Chanukkoh-Lichter anzündete und den Kindern in sinniger und formvollendeter Weise die Bedeutung des Festes erklärte und den Damen für ihre aufopfernde, erfolgreiche Tätigkeit im Namen der Schützlinge den wärmsten Dank aussprach. Die Kinder trugen hierauf unter Leitung des Fräulein Auguste Will« einige Gedichte vor, sangen crnrge Lieder und schlossen mit der Volkshymne, worauf sie mit Kleidern, Schulrequisiten, Bäckereien und mit Obst reichlich betritt wurden. Um die Beschaffung der Geschenke hatte sich das Eehepaar Reumann große Verdienste erworben. Der Verein plant die Erweiterung seines Heims nach der Richtung, daß er ein Internat für Mittelstands-Zöglinge errichten will, um dadurch die schon jetzt segensreich wirkende Anstalt auszugestalten. Mögen ihm die nötigen Mütel dazu reichlich züfließen! Kinderfest des Elteruvereiues „Pestalozzi" L, Eßlinggasse 15. Am 17. Dezember d. I. nachmittags fand in dem großen Prachtsaale deS Hotels «Bayrischer Hof" daS Kinderfest statt. Der Gaal, erflllt Von einer fröhlichen Kinderschar, bot einen herzerfreuenden Anblick, so daß die zahlreich erschienenen -Gäste und offiziellen Persönlichkeiten ihre h llste Freude daran hatten. Gingelcitet wurde daS Fest durch eine Ansprache, die der Leiter deS MNderfesteS, Herr Lehrer Josef-Stern, an die Versammlelten hielt. Hierauf zeigten die Kinder ihr Können. Keulenübungen, Reigenaufzüge, Gesänge rnd Deklamationen wechselten miteinander ab. DaS Lob, da« den Kindern gesendet wurde, war ein vom Herzen kommendes, von dem auch die Herren Leopold Richter und Haqnes Low, welche das Einstndieren besorgt hatten, ihren Teil beanspruchen konnten. Einen Separaterfolg holte sich der 8jährige Geiger Fritz Poluauer durch sein meisterhaftes Spiel. Es war ein Nachmittag, der wohl allen Äinderfreunden noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben dürste. Besonders verdient um das Gelingen deS Festes machte sich der unermüdliche Vize-Präsident deS Vereines, Herr Arnold Lemberger, dem folgeode Damen zur Seite standen: Frau Paula Apfel, Hermiue Bornett, Frieda Broch, Frieda Bitter, Jda Deutsch, Susa Jcllinek, Martha Jakobowitz, Amalie Koranyi, Gisela Lemberger, Jda Schönberz. Leontine Schwarz. Berta Schlenow, Rosa Werner und Hanna Wachsmann. Jüdisches Asyl für Obdachlose. Nachdem -die hohe k. k. Statthalterei die Statuten des Vereines bereits bewMgt hat, findet die erste Geueralversammümg Samstag den 3. Jänner 1914 um 8 Uhr abends in Gn ths Restauration, DL, Stephcmiestraße 14, statt. Jüdische Toyubeehalle. (XX., Othmargaffe 46.) . Freitag, den 2. Jänner 1914: Bibrlvortrag Herr Lehrer Leopold MÜH.— SamStag den 3. Jänner: Konzert. Arrangement Herr F. Herz. -—.Sonntag den.4. Jauner: «Aeber Hautpflege". Dr. Siegfried Reines. — Montag den 5. Jänner: Deutscher Literatm-Ziklus ^DittlStag den 6. Jänner: „Boa Diokletian bis Theodostus" Herr Ednard ZonaS-Schachtttz. — Mittwoch den 7. Jänner: «Vererbungs- Theorien" Herr Dr.Hans Kaiser. — Donnerstag den 8. Jänner: «Heber Stenogrähie" Herr Pröf. Dr. Otto Simon. — Freitag den 9. Jänner: Brbelvortrag Herr Rosner. Beginn der Vorträge: An Wochentagen Uhr. SamStag, sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. — Eintritt frei für jeden Elwachtenen. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. I. Samuely, Wien, I., Fischerstiege 6 gelangen lassen. Wien. (Beth Haam fJüdisches Volksheimj). Samstag den 3. Jänner 1914: „Rahe! Varnhagen und ihre Zeit". Frau Anitta Müller-Rosenzweig. Mittwoch, den 7. Jänner: „Antiseptik'. Dr. Martin Förster. Um 7 Uhr wird der Tee verabreicht. Präzise halb - acht Uhr beginnen die Vorttäge. Einttitt frei für jeden Erwachsenen. Chanukahfeier. Am Sabbath-Chanukah fand, wie alljährlich im „Beth Haam" eine Chanukahfeier statt, die auf das überaus zahlreich erschienene Publikum einen erhebenden. Eindruck machte. Nach der Begrüßung des Präsidenten Dr. MartinFörster, machte. Nach der Begrüßung des Präsidenten Dr. Martin, Förster, nahm Herr Oberkantor Kaufmann unter Assistenz des vom Herrn Porth dirigierten Chores das Entzünden der Chanukahlichter vor. Hierauf hielt Herr Rabbiner Dr. Bach eine tiefdurchdachte Festrede. Das darauffolgende Konzert leitete Fräulein Helene Kozitfchet durch virtuose Wiedergabe einiger Klavierstücke ein. Hierauf Herr Oberkantor Kaufmann einige Lieder und Arien mit herrlicher Stimme in vornehm behandelter Weise vortrug. Am Klavier zeigte wieder Fräulein Kozitfchek durch verständnisvolles Eingehen auf die Intentionen des Sängers, tiefes musikalisches Verständnis. Besonders erwähnt sei der innige und herzenswarme Violinvortrag des Konzertmeisters, Herrn Dr. Otto Kapperl der jede Beifallsentladung nur durch eine Zugabe besänftigen konnte. Am die Klavierbegleitung hat sich Fräulein Margit Schwarz besonders verdient gemacht «und reichen Beifall geerntet. Mit einem köstlich humoristischen Vortrag des Herrn Professor Nasche nahm dir gelungene Feier ihr Ende. In besonders warmen Worten stattete Herr Sigm: Schickler im Namen des Vorstandes an alle Mitwirkenden herzlichen Dank ab. Austritte aus dem Judentum. Vom 21. Dezember bis inklusive 27. Dezember 1913. Bauer Edith, Private, geb. 15. Mai 1890 Wien, X., Laxenburgerstraße 63. Bratmann Sophie, geb 8. Februar 1886 Wygoda, III., Rennweg 40 Diamant Martha, Private, geb. 12. Juni 1895 Wien, I., Strauchg. 4 Fialla Eugenia, Kontorisin, geb. 11. März 1891 Kaltenlautscb, IX., Große Siegelgasse 10 Fischer Dr. Ernst, Hof- und Gericbtsadvokat III, Mohsgasse 3 Herzig Johanna, Private, geb. 23. Juli 1892 Wien Kampf Hedwig geb. Stern, geb. 22. Juni 1864 Wien, I., Werderthorgasse 12 Koch Ludwig, akad. Maler, geb. 14. Dezember 1866 Wien, IX., Lammstraße-24 Koch 01g& geb. Adler, akel. Malersgaltin, geb. 30. Mai 1877 Wien, Lammstraße 24 Leieht Hans, Hörer der Rechte, geb. 24. April 1893 Witkowitz VIII., Schönborngasse 9 Bosenzweig Julie, geb. 12. Juli 1885 Wien, zur röm. kath. Kirch« übergelreten. Brünn. Skntezky Elsa, geb. 4. August 1895 in Ingranitz, Mähren III., Hainburgerstraße 60 Weisz Agnes, geb. 24. Dezember 1877 Tol-Keszi Ungarn II., Große Mohrengasse 16 Schenk Hans, Buchhalter, geh. 24. Juli 1892 Wien. IV., Alleeg. 66 Jüdisch er Literaturverein „Maimonides" in Baden. Am 4. Jänner findet im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde, Grabengaffe 14, ein Vortrag des Herrn Dr. Adolf Kapralik statt. Thema: „Gibt es in Europr Arier?" Linz. Die „Wiener-Zeitung" vom 17. d. M. bringt die Ernennung deS Herrn Ingenieurs Salomon Stern zum k. k. Baurat für Oberösterreich, Statthalterei Linz. Stockerau. Leo Heinrich Werdisheim, Sohn deS Herrn Kantors und Religivnölchrers I. S. Werdisheim, wurde Mittwoch, den 24. d. M. als Doktor der gesamten Heilkunde an der k. k. Universität Wien promoviert. Prag. (Klavierabend Norbert Goldbaum). -Ein 10jähriger Knabe,.der Prager Norbert Goldbaum, gab einen Klavierabend, in dem er Bach, Beethoven, Mozart, Chopin und moderne Komponisten, einschließlich Debussys spielte. Man hatte ein echtes Wunderkind vor sich, das ebenso durch die Verläßlichkeit seines musikalischen Jnstinttes, wie durch feine angeborenen eminenten technischen Fähigkeiten verblüffte. Der kraftvolle, an Nüancen reiche Anschlag des kleinen Norbert ist ein Verdienst seines Lehrers Prof. Mike«, dem es auf eine gewissenhafte, streng musikalische Aus-

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