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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-12-19 · 51 (19.12.1913) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
51 (19.12.1913)
Date
1913-12-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Skr. 61 Srtte m Lr. Älochs Löochettfchrift. urttzilung eines Kunstwerkes mit tzer Politik nichts zu tun hat, andrerseits glaubte ich, durch mein bisheriges Schaffen, denn doch wenigstens das Recht erworben zu haben, durchaus in der Oeffentlichkeit als ein Sucher und Verfechter des Rein-Menschlichen angesehen zu werden, nicht auch als Literat, der Politik treibt! Offenbar kennt der Herr Referent meine übrigen Werke nicht, sonst hätte er wohl gewußt, daß ich als Ziele meines Künstlertums stets die Formung der letzten Menschheitsfragen anscch und ansehe, daß ich auch nur deswegen den Schiller-Roman schrieb. Das Vorgehen, einzelne Zeilen aus einem festgequaderten Kunstwerk zusammenhanglos herauszugreifen und politisch zu deuten, verbietet sich für jeden Maßgeblichen von selbst; dieses- Vorgehen erklärt auch allein das sonderbare Ergebnis, zu dem der Herr Referent im ersten Absätze feines Artikels kommt: daß ich Schiller in meinem Werke herabsetztc! Ucberdies sind beide Judenfiguren meines Werkes historisch, was jede Schiller-Biographie dem Herrn Referenten gezeigt hätte! Der Schmerz, den mir das Referat gab, ist jedoch nur zum kleinsten Teile durch das hervorgerufen was mich persönlich treffen sollte (ich brauchte ja bloß auf meinen Freundeskreis, auf mein öffentliches Wirken und auf meine oft bewiesene rein-menschliche Gesinnung hinzuweisen!), die furchtbare Erkenntnis an sich schmerzte, wie sehr die unmenschlichen politischen Verhältnisse von einst und jetzt Überreizungen, Mißtrauen und Uebercmpfindlichkeiten schufen und zeitigen! Von diesem Standpunkte aus gesehen, dem sich mein Ich völlig untcrordnet, verstehe ich leider psychologisch zur Gänze die Stimmung des Herrn Referenten: Die Menschen von heute, als Resultate der nationalen und konfessionellen Verhetzungen, suchen stets das Schlechte beim Nächsten. Daher wird des Herrn Referenten, pathetische Geste, mit der er meine, „Freundcs'-hand wegstößt, mich erst recht bestärken, weiter meine ganze Kraft dem höhen Ziele zu widmen: Menschlichkeit in der. Welt mitschaffcn zu helfen, d. h. Freunde und Menschenbrüder, denen die menschliche Seele höher steht als alles andre. Darin sehe ich eine der Hauptaufgaben der Kunst und ich glaube, hier sollte der Herr Referent mit mir doch der gleichen Meinung sein, wenn er Kunst zu kritisieren trachtet. Traurig, daß ich gezwungen bin, dieses Axiom jedes ernsten Kunstschaffens hierher setzen zu müssen! Ich hoffe, der Herr Referent sieht mit der Zeit ein, daß er in, an sich begreiflicher Veberyervositat nach der Hand eines Mannes schlug, der im Wesen strhlt'wie er: Ich zeigte ja gerade an der Gestalt des, armeg geknechtetem Jsaac die Nötigkeit des Marquis Posa, die Zeih aus der erstand! Diese meine Aeußerung in dieser Angelegenheit ist unwiderruflich das Letzte, was ich zu sagen habe, daran wird.keine »Erwiderung" rühren; ich will nicht weiter Zeit vertieren, mich dem wieder zu widmen, was auch der gebildeten Well noch sehr fehlt, wie der Anlaß zu diesen Zeilen beweist: Glauben und Vertrauen auf die Menschenseele! Nunmehr werde ich also bloß wieder auf dem Schauplatze der Kunst zu treffen sein. »Dort ist die Verbrüderung möglich" — sagt Schiller. WaltervonMolo. RlStfur 4er Erinnerang. Von Albert Löw. Vor einigen Tagen erschien im Selbstverläge dieses feinsinnigen Verfassers, der unseren Lesest aus einigen trv ff liehen Skizzen wohl bekannt ist, ein schmächtiges Bändeben Gedic te gewidmet als N'cbruf seiner treuen Gattin, das kanm für die breite Oeffent iihkeit bestimmt war. ■ - Zehn kurze Gedichte sind es. Voll feinster Seelenstimmung und innigster Empfindung. Wunderschöne Gedanken sind darin. In dem Gedicht »Glück und Liebe«: Eine Mutter Weis allein, Was Liebe heisst un i glückliih sein . . öder in »Der Bäume Hoffnung: Dies erwarten, hegen Bäume, Bäume haben Hoffnung hier, Für uns Menschen sir.d’s nur Träume, Solch’ ein Leben leben wir. Kicht innrer e nwandfrei in der Form sind d ese wenigen Gedichte, aber seltsam, innig und tief stammelnde Worte ein, s klagenden, wunden Herzens, dem sein Bestes und Liebstes durch den unerbittlichen Tod entrissen wurde. A. M. Heinrich Heine: Der Rabbi von Bacharach. Fortges izt und vollendet von Max V i o 1 a. Verlag Siegfried Gronbach, Berlin. Sr. Ignay Schwarz. Das Wiener Donaubrückenproje' t des Juden Mendel Isac von Krakau (1589). Sonderabdruck aus »Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich 1913«, Wien 1914. Sr. S. OoldlChmidt, Rabbiner in Könifshütle 0.-8. Die soziale Fürsorge in der jüdischen Religion. Vortrag für die 5. Hauptversammlung des Verbandes der Deutschen Juden. Katiowitz 1913. Gebrrüder B ö h ra, Buch- und 8 rindruckerei. Julius von Ludassy. Die trennende Brücke. Wiener Roman aus dem Vormärz. Erste und zweite Auflage. Berlin und Leipzig Schuster & Loe ff l e r. Briefkasten. Dr- L. in B. Ihrem Wunsche entsprechend haben wir die Stelle nachschlagen lassen. Die selbe findet sich: Dr. M. Luthers »Tüchreden" oder Colloquia herausgegeben v. Eduard Föestcnau, Leipzig 18<4, 1. Band, Sette 29.». L. S. in B V kror H. lst Steuerträger der Kultusgemeinde. Mehreren Einsendern. Infolge der passiven Resistenz im Setz rperwnal mußten viele Bericht; u-d Einsendungen Zurückbleiben. Notizen. Jüdische Bühne. Direktion: M. Siegler. „Hotel Stefanie" II., Taborstraße 12. Freitag den 19., Dezember: u Gunsten des Vereines der „Gewerbetreibende Kausleute": „Schir Ha.chirim". — Samstag den 20., Sonntag den 21. und Montag den 22. Dezember: Neu! Zum erstenmale „Das heilige Land." Operette von Ch. Wolfsthal, Libretto von Seif ert. — Sonntag den 20. Dezember, halb 4 Uhr Nachmittag bei halben Preisen: „Die drei Matunes". — Dienstag den 23. Dezember, Literarischer Abend: 1.) „Mafel Dow/' Koniödie in einem Aufzug von Schnlem Alechem; 2.) „Ein Doktor", Herr Wagfchal als Gast. — Mittwoch den 24. Dezember, Geschlossen: — Donnerstag den 25. Dezember halb 4 Uhr Nachmittag, bei halben Preisen, ,Mein WeibS Freund \ Glücksrad. Z i der ganzen h-.ulipln Arflage ist ein Pio'pklt des Gewinst tittes ,.G ücksra)" bei^elegt. Sollte jemand mfällig dirse Beilage N'cht erhalten heben. dann w : de er sich an die Adresse «G ücksrad", B üun. Nndolfs^osst N>-. >2, wohsn auch sämtliche Bestellungen, Anfrog,n uiw. zu senden sind. Sslomon Goidtschmidl-ätifiung kür Gyirnestaischiiler. Anzahl der Plätze: Fünf im Betrage von je K 100.—. Bewerbungsberechtigisind: Israelitische mittellose Gymnasialschüler, welche dich über guten Studienfortgang und st eng sittliche Haltung auszuweisen vermögen. Bevorzugt sind: Jene Bewerber, welche nachzuweisen vermögen, daß sie mit dem Stifter, Herrn Moriz Ritter von Goldschmidt sei. And., oder mit dessen Gattin, Frau Nannetle, geb. Landauer, sei. And., verwandt sind, ferner unter gleichen Verhältnissen verwaiste Bewerber. Verleihungstag: 20 März 1914 (22. Ada,r). Gesuchsbeilaoen: Geburtsschein, Armutszeugnis Sludienzeugn. nisse veentuell Tot» nschein des Vaters oder der Mutter; gegebenen falls Verwandtschaftsnachweis. Letzter Tag der Einreichungsrrist: 15. Jänner 1914. Sonstige Bestimmungen: Jene Bewerber, welche mit einem Stipendium dieser Stiftung bedacht werden, sind verpflichtet, am Vorabende und Morgen des 22. Adar (20. März 1914) beim Gottesdienste im Gemeindetempel, I., Seitenstettengasse 4, anwesend zu sein und ihre Anwesenheit von dem Bethausinspektor schriftlich bestätigen zu hssen. Verwaiste müssen bei diesen Gottesdiensten das übliche Seelengebet verrichten. Einreichs8telle: L, Seitenslettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. 95 kop. ist für j^dLen Juden — kein Geld! NWfür 2 Andenken -WE vom Beilis-Prozess in Kiew 1. Dieses Buch enthält eine stenographische Abhandlung in jüdis her Sprache aus dem weltberühmten Prozess, und zwar in 4 Teilen mit eigenen Memoiren. 2. Vollständig umsonst als Beilage erhält jeder prachtvoll ansgestattetes Tisch-Album mit sehr gut ausgeführten Porträts der hervorragenden Persönlichkeiten des Prozesses . und anderen Bildern; Das Album selbst mit Postspesen kostet nur 60 kop. — Das Buch mit Album und Portospesen 95 kop. — Versand nach Empfang des Betrages. Für Buch- und Zeitungshändler entsprechender Rabatt. Verlag Warschau N. RIWIN Russland Sienna 38/67 nur 95 kop. Lehrer erteilt Lektionen jäh"™ "5S: mud für mässiges Honorar. Gell. Anträge an J. G., II., Schreigasse 12, II. Stiege, 1. Stock, Tür 11.

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