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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-12-12 · 50 (12.12.1913) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
50 (12.12.1913)
Date
1913-12-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 9i4 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 50 wir guten Winterkleidern und Sdjufien, mit einem Äostenaufwmrd von nahezu Kronen 80W ist sicherlich eine schöne Tat, welche dem ansehnlichen Vereine „Tie Brüder" gewiß zur Ehre gereicht. Der Berichterstatter kann es sich aber bei diesem traurigen Anlasse nicht versagen, ans die schmerzensvvlle Tatsache hinzuweisen, das; es in der Brigittenau, diesem wahren Wiener Jammervezirke, leider noch mehrere hundert Kinder gibt, welche Mangels an guten Schuhen die schule nicht besuchen können. Hier helfend einzugreisen, wäre die Pflicht jedes guten Menschen, und es tut jeder ein wahrhasr gutes Werk, welcher den Verein „Die Brüder" drirch Geldspenden oder Natnralgaben in die Lage bringt, seinem edlen Vereinszwecke, die Bekleid u n g a r m c r S ch u llinder i n W i e n s '20. Bezirk c, mit Erfolg fortzusetzen. Wien. Am 28. v. M. wurde Herr Heinrich .st o r n nt e h l zrir ststten Buhe pesrattet. Unter den Anwesenden bemerkte man die stultusvorsteher Dr. Markus Spitze r, stark L e m berge r, die Vorsteher der stinderfreunde. Die Genossenschaft war durch die zerren Vorsteher G2i. Ferd. Eder, (stustav Herrmann und Scknnaglov, die Wiener^ jvleischhauerpereinigung durch die Herren Eesky, Eichinger und schneeweis, die 'Wiener Fleischhauerkompagnie durch Herrn Vorstandsobmann stantner, die Oesterreichische Fleischbauergesellschast durch die Herren Seesried und Gustav sckniabel vertreten; Herr Sberkantor st a u s m a n n rezitierte die Trauerpsalmen und Herr Rabbiner Tr. B a ch schilderte den Charakter des Vesrorbenen und würdigte dessen Verdienste um das Judentum. Heinricli st o r n m e h I war so glücklich, seine Söhne in geachteten Stellungen zu sehen. Herr Siegmund st o r um e'h'l der älteste, ist Vorstandsmitglied der Wiener Fleischhauergerrossenschast und der Sesrerreichischen Fleischhauergesellschast und Sbmann des von seinem nunmehr in Gott ruhenden Vaters begründeten Vereines der israelitischen Fleischhauer. Er hat im Vereine mit seinen Brüdern alles daran gesetzt, den Lebensabend des Vaters zu verschönern. Für die Chevra-stadischa des 16. und 17. Bezirkes nahm dessen Sbmann Herr siegmund Weiler in herzlichster Weise Abschied, er gelobte die Schöpfung des Verstorbenen, die erste Talmnd- Dhora im 17. Bezirke in seinem Geiste zu erhalten. Im Namen des Vereiires der israelitschen Fleischhauer nahm Herr Gottlieb H ö r m a n n in kurzen, aus vollem Herzen kommenden und darum tiefen Eindruck.machenden Worten Abschied von dem Senior. Mitbegründer und Ehrenmitglied des Vereines. Dann gings zur letzten Ruhestätte. Mil Rezitation der rituellen Grabgesänge durch Kantor S m odri tz f y schloß die Dranerseier. Kinderfest des Clternvereines „Pestalozzi". Der durch seine rührige Tätigkeit für Jugendschutz und Kindcrfürsvrge in alleu Kreisen der Wiener Bevölkerung bekannte Elternveresti „Pestalozzi", I., Esslinggasse 15, veraustaltet am Mittwoch, den 17. Dezember 1913, nachmittags 5 Uhr im Festsaale des Hotels Bayrischer Hof, II., Daborstraße, ein großes Kinderfest. Infolge des abwechslungsreichen Progrannns (Konzert, Turnerische Vorführnngen. Tanzdivertissement, Liederspiel) sowie Erstaustreten eines 8jährigen Violinkünstlers, ist atlzutiehnien, daß das Fest, so wie in den früheren Jahren sich eines Massenbesuches erfreuen wird. „Bcth Haani" (Jüdisches Volksheim), Wien, XVI.. Wurlitzergasse 11. Samstag, den 13. Dezember, halb 8 Uhr abends: „Der P r o p h e t u n d d a s W e j e n der PropheticB Herr L ö w - Vogel.— Alittwoch den 17. Dezember, halb 8 Uhr abends: „Wette r b i l d u n g u n d Wetterprognose": Herr I o a ch i m K a 1 f ft c i n. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Präsidenten Dr. Martin Förster, XVI., Thaliastraße 22, gelangen lassen. Akademischer Verein „Jüdische Kultur." Mittwoch, den 17. d. M., *,4,8 Uhr abends, findet im Vereinslokale, IX., Hörlgasse 11, ein Vorkrag des Herrn cand. iur. Juris über das Thema: „Kultur oder Fetisch smus" statt. Gäste willkommen. Austritte aas dem Judentum. Vom 30. November bis inklusive 6 Dezember 1013. Braun Käthe, Kontoristin, geb. 22 April 1S9J in Wien, IIJ. liniere Weißgärberstrasse 49 Eisler Rudolf, Kaufmann, geb. 19. April 883 in Wien. IV., Belvederegasse 30 # Frankfurt Rosa, geb. 19. März 1886 in Wien, wohnhaft in Paris Fried Josefine, Private, geh. 7. Februar 1891 in Trencsin-Teplitz. XVI., Hippgasse 34 Grünwald Emma, Manipulantin, geb. 14. Februer 1898 in Wien, VI., Gumpendorferstraße 81 Heller Adolf, Handelsangestellter, geb. 17. März 1883 in Karolinenthal, XIII., Reinigasse 17 Klein Emil, geb. 1. Mai 1880. in Wien, wohnhaft in Aussig Pollak Michael. Kaufmann, geb. Oberdorf-Wigstadll, I., Wipplingerstraße 24 Redlich Alexander, Ingenieur, geb. 17. Juli 1870 Göding II. Kaiser Josefsstraße 41. Schiff Felix, Kaufmann, geb. 17. März 1855 in Breslau, III., Weißgärberlände 38. Schwarz Armin, Taschner, geb. 17. Juli 1893 in Temesvar, VI., Stumperg. 34. Steiner Frieda, geb. 29. Februar 1884 in Wien, II., Zirkusgasse 5 Zelenka Philipp, Agent, geb. 25. März 1873 in L'nter-Kralovitz, XVII., Gschwandnevgasse 8 Baden Zum 65jährigen Regierungsjubiläum des Kaisers veranstaltete der israelitische Frauenverein in Baden am 2. d einen Festabend für die Schüler und Schülerinnen unserer Religionsschule, der in Anbetracht der patriotischen Gesinnung der Kultusgemeinde als ein glänzender Akt sich manifestierte. Die Vorstehung dieses Vereines, an deren Spitze Fron Julie L e i t n e r schon jahrelang als Präsidentin in ausgezeichneten Wohltätigkeits-Uebungen steht, bedachte schon tagszuvor die Bedürftigen der Schuljwgende mit warmen Kleidern, Wäsche und Schuhen und wurden silbe für den Abend des gedachten Regierungs-Jubiläurnstages zu einer reichlichen Jause im Sitzungs'Saale der Kultusgemeinde eingeladen. Es erschienen die Vorstandsdamen, Präsidentin Julie Lettner, Vizepräsidentin Rosa Schneider, Kassierin Sofie L e i t n e r, die Frauen: kais. Rat Dr. Raab, Rabbinerin Reich, Rosa Schey, Freiwillig, Fanni und Olga L e i t n e r; von den Herren Se. Ehrwürdcn Rabbiner W. Reich, Präsident Moriz L e i t n e r, Vizepräsident Siegmund R a u s n i tz mit Frau Gemahlin, Sekretär I n f e l d und mehrere andere Frauen, die sich an dem patriotischen Feste beteiligten. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner W. Reich eröffnete das Fest mit einer herzlichen Ansprache an die Kinder, erinnerte an den weihevollen Tag des 65jähcigen Regierungkjubiläums unseres huldvollen Monarchen. schloß mit dreimaligem Hoch auf denselben, in welches alle Anwesenden begeistert einstimmten und die Volkshymne intonierten. Hierauf betrat die temperamentvolle Schülerin Maria Weiß, Nichte der Frau Freiwillig, die Estrade und deklamierte einen „Festgruß" an den Kaiser der mit großem Beifall ausgenommen wurde? Die Freude der Kinder beim Festmahle war eine unbeschreibliche und äußerte sich dieselbe in unaufgeforderten Vorträgen von Liedern und Deklamationen, worauf viele von Frau Freiwillig mit Büchern patriotischen Inhaltes beschenkt wurden. Wir alle verließen den Saal mit dem innigen Wunsche, daß der Kaiser uns noch viele, viele Jahre zu solchen seltenen Festen Anlaß geben möge. Meran. (Rabbiner-Ehrung.) Die Israeliten Merans haben Ihrem gewesenen Rabbiner Herrn Dr. Viktor K u r r e i n, welcher im September dieses Jahres nach fünfjähriger Tätigkeit von Meran geschieden ist, einen schönen Beweis ihrer Liebe und Wertschätzung gegeben. In einer künstlerisch ausgestatteten, von den Meraner Israeliten gefertigten Adresse wird der ersprießlichen und verdienstvollen Tätigkeit des Herrn Dr. Viktor K u r r e i n die wärmste Anerkennung gezollt und dem allgemeinen Bedauern Ausdruck gegeben, daß der beliebte Seelsorger von Meran geschieden ist und ihm der aufrichtigste Dank gesagt für all' das Ersprießliche, das er auf dem Gebiete der Seelsorge, des Gottesdienstes und Jugendunterrichtes geleistet hat. Zugleich mit dieser Adresse wurde Herrn Dr. Viktor K u r r e i n ein kostbarer Silberpokal, ein Prachtstück der Silberschmiedekunst, mit sinniger Widmung überreicht. Diese schöne Ehrung, die ebenso die Geber wie den Empfänger ehrt, hat sich Dr. Kurrein vollauf verdient, der in den Jahren unermüdlich und erfolgreich zur Ehre des Judentums in Meran gewirkt hat und dessen Wirken in Meran unvergessen bleibt.

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