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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-12-12 · 50 (12.12.1913) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
50 (12.12.1913)
Date
1913-12-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 50 Dr. Bloch- Wochenschrift. Seite 911 Inden die größten Förderer -es Pastenr-Jnstitntes in Paris. In der vor einigen Tagen abgehaltenen Jubiläumsfestsitzung öes Pariser Pasteur-Institutes gedachte der gegenwärtige Direktor öes Institutes Dr. Roux aller jener Persönlichkeiten, deren königlicher Munifizenz dieses so segensreich wirkende Institut seine Gründung und sein heutiges Niveau verdankt. An erster Stelle, so sagte Direktor Roux müsse das philanthropische DEgestirn Baronin Hirsch, David Osiris und das Brüderpaar Gustav und Adolphe de R o t h s ch i l d erwähnt werden. Es ist bekannt, daß der jüdische Multimillionär Osiris das Pasteur-Jnstitnt zum Universalerben seines immensen Vermögens eingesetzt hat. Der Präsident der französischen Republik hat sich dieser Ehrung jüdischen Wohltätigkeits- Und Kultursinnes in warmen Worten angefchlossen. England nud der Schntz der Balkanwinoritäten. In seiner Antwort auf die Eingabe der „All Jndia Moslim league" wegen Schutzes der bürgerlichen und religiösen Freiheit der Balkanminoritäten hat das „Foreign Office" sich auf einen dem österreichischen ähnlichen Standpunkt gestellt. Die Antwort verweist zunächst darauf, daß die einschlägigen Artikel des Berliner Vertrages nach wie vor bindend bleiben und fügt hinzu, doch werde die englische Regierung mit den anderen Mächten über eine etwaige neuerliche Bekräftigung dieser Bestimmungen des Berliner Vertrages beraten wenn die Frage formell durch die Mächte bei den neulichen territoralen Veränderungen auf dem Balkan aufgeworfen wird. Korrespondenzen. Das vierzigjährige Jubiläum des Bnkarester Rabbiners Dr M. Beck. Ain 24. November beging die Judcuschast von Bukarest das vierzigjährige Jubiläumsfest ihres Rabbiners und Predigers Dr. M. Beck. Das „Bnkarester Dagblatt" vom Dezember widmet dem Jubilar einen Artikel, in welchem es heißt: „Sr. Ehrwürden Tr. Beck hat sich während eines Menschenalters um die hiesige Gemeinde unvergängliche Verdienste erworben, nicht nur aus dem Gebiete der Seelsorge, sondern auch auf der, Gebieten des Unterrichtes und der Humanität. Vor vierzig Jahren waren die Verhältnisse der Gemeinde in Bukarest sehr ungünstige und geradezu trostlose, die herrliche Synagoge bestand zwar schon seit einigen Jahrein allein es fehlte an einem geregelten Gottesdienst und in der Gemeindeschule, an einem modernen, der Zeit cntsprechenen Unterricht. Auch die materiellen Verhältnisse ließen viel zu wünschen übrig, zumal die Gemeinde von der Regierung nicht anerkannt, kein Recht batte, eine Gemeindesteuer einzuheben, oder ihre Mitglieder zu irgend einem Kultusbeitrag heran zu ziehen. Es bedurfte wackerer, für ihreir Glauben warm fühlender Männer, wie die Brüder Dr. Leopold und Dr. Adolf Stern, Jacob Löbl, M. Nathansohn, Filip A. Focschaneanu, I Schönfeld u. a. die kein Opfer scheuten, die Gemeinde zunächst in materieller Hinsicht zu konsolidieren und ihr regelmäßige Einnahmsquellen zu erschließen. Als dies so ziemlich gelungen war, ging der Vorstand daran, den modernen Gottesdienst einzuführen und den Unterricht in der Gemeindeschule zu reorganisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, bedurfte es einer geeigneten theologisch und pädagogisch gebildeten Persönlichkeit. Diese Persönlichkeit fand die Gemeinde in dem Jubilar, Dr. B e ck, dem der Ruf eines ausgezeichneten Gelehrten voranging, wurde im Oktober I87Z zu einer Probepredigt cingeladen, die auf die Gemeinde einen tiefen Eindruck machte und sie veranlaßte, ihn einstimmig zum Rabbiner und Prediger zu erwählen. Gleichzeitig lvnrde er zum Direktor der Knabenschule ernannt. Schon nach kurzer Zeit seiner Amtstätigkeit konnte der junge Rabbiner und Direktor auf beiden ihm anvertrauten Gebieten, lvesentliche Erfolge aufweisen, die Synagoge toar an den Feiertagen von einer andächtigen Gemeinde gefüllt, die mit großer Aufmerksamkeit den Predigten ibres Seelsorgers lauschte und sich an denn schönen Gottesdienste erbaute. Die Frequenz der Schule stieg beträchtlich und die ivoblhabendsten und angesehensten Gemeindemitglieder, die früher ihre Binder in Privatinstituteir oder im Auslande erziehen ließen, vertrauten diese nunmehr, der vom Dr. Beck geleiteten Auüalt an. Tr. Beck hat sich jedoch nicht darauf beschräukt, im Tempel oder bei sonstigen Gelegenheiten zti funktionieren und in der Schule zil lehren, sondern er bat sich allen Wohlfahrtsanstalten angeschlossen, die kulturelle oder humane Zwecke verfolgten, und ivirkt beute noch nach vierzig Jahren ebenso unermüdlich in diesen, zumeist als Vorstandsmitglied oder Präsident. Bei jeder Hilfsaktion der letzten vier Dezennien hat Rabbiner Dr. Beck kräftig mitgelvirkt unb noch jetzt kann man diesen, vom Alter gebeugten ehrwürdigen Mann überall finden, lvo es gilt, menschliches Leid zu lindern tind Tränen zu trocknen. Von der Kanzel herab, hat er nicht ilur Gottes Wort verkündet, sondern auch erzieherisch auf seine Gemeinde gewirkt, seine in einer geradzu klassisch schönen Sprache gehalterten Predigten sind von einem glühenden Patriotismus durchdrungen und in formvollendeter Weife, begeistert er seine Zuhörer für alles, ivas schön, edel und menschenfreundlich Ist. Auch auf schriftstellerischem Gebiete hat sich Dr. Beck mit Erfolg betätigt, er führt eine feine, marrchinal sogar spitze Feder und seine in verschiedenen Zeitschriften veröffentlichten Artikel und Aufsätze sind nicht nur geistvoll, sondern auch interessant rrnd populär. Dem Jubilar in die Gründung der Volksbibliothek iBarafchenm« zu verdanken, die Jedermann zur Verfügung steht und in der unter seiner Patronage volkstümliche Vorträge stattfinden die sich großer Beliebtheit erfreuen. Vor kurzem erst hielt er selbst einen sehr interessanten Vortrag über „Uriel Acosta" der dti Meisterstück moderner Retorik lvar. Auch die Gründung des Zentralkomitees aller Israel. Schulen des Landes, ist seiner Initiative entsprungen, dieses Komitee ist berufen die Interessen der Schttlen, die durch Lpferwilligkeit der Glaubensgenossen erhalten werden, vor allen Behörden zu vertreten und steht unter seiner Leitung, seiner zielbeivußien Führung ist es zu verdanken, daß nach einem einheitlichen voit der Regierung genehmigten Schtiiprogramm unterrichtet werden kann. Die Bnkarester Gemeinde hat allen Grund diesem ehrwürdigen Manne zu danken für alles, was er in der langen Reihe von Jahren für feilte Gemeinde lind zum Wohle derselben geleistet hat, sie ehrt sich selbst, wenn sie in würdiger Weise die Wiederkehr jei'.es Tages feiert, ail dem vor 40 Zähren -rr. Beck als Rabbiner cinzog, sie legt dadurch auch nach Außen hin ein Zeugniß ab von ihrer unwandelbaren Dankbarkeit und Verehrung. Minister als Gäste der jüdischen Peddler Die Versammlung des Verbandes der jüdischen Straßenhändler in London, in welcher der Marineminister Churchill und der Gehilfe des Finanzministers Masterman als Ehrengäste anwesend waren, war wohl eine der interessantesten und merkwürdigsten Versammlungen, die jemals abgehalten wurden. Die beiden Minister wurden von dem genannten jüdischen Verbände geladen, um je ein Ehrengeschenk, kunstvoll auSgeführte Büsten entgegenzunehmen, als Dank für die Wohltaten, rvelche diese beiden Staatsmänner den jüdischen Staatsmännern von London erwiesen haben. Auf die Ansprache des Ehrensekretärs des Ber-

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