Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 47 (21.11.1913)
- Date
- 1913-11-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3022035-3022083--22668-3047825- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 666 Dr. Bkochs Wochettfchrist. Nr. 47 Wien. (T r a u e r f e i e r.) Sonntag den 23. November 1913, um Vs5 Uhr abends, findet im Vereinsbethause, II., Stefaniestraße 2, eine Trauerfeier für das verewigte Ehrenmitglied des Kranken-Unterstützungsvereines „Liwias Chen" Herrn David Leon K o l i e b s. A. statt. Gleichzeitig erfolgt die Uebergabe eines 8eker Thora samt Klei Kodesch als letztwillige Widmung des Verewigten für das Vereinsbethaus. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner M. Mayersohn hat zu dieser Feier die Funktion übernommen. Wien. (Verein der Sabbathfreunde „Schomre Schabbos".) Der bereits angekündigte Vortragsabend findet Sonntag den 23. November l. I., 5 Uhr nachmittags, im Festsaale des „Hotel Continental", Wien, II., Taborstraße 4, statt. Der bekannte Künstler Herr akad. Maler David K o h n wird über das Thema „Welche Aufgaben hat ein Schomre-Schabbos-Verein zu erfüllen?" sprechen. Gäste, Herren und Damen, willkommen. Wien. Der Beamte des Matrikelamtes der israelitischen Kultusgemeinde Herr Hermann. Klein, feierte am 1. November 1913 in voller Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Wien. Der Verein zur Ausspeisung armer Schulkinder für den 16. und 17. Bezirk veranstaltet Sonntag dem 30. November 1913, um halb 3 Uhr nachmittags, im Deutschen Volkstheater eine Wohltätigkeitsvorstellung „Das Beschwerdebuch". Das Ertragnis dieser Vorstellung dient wie immer dem besonders wohltätigen Zweck der Ausspeisung armer hungernder uud frierender Schulkinder und Beaufsichtigung derselben im Kinderhorte, welcher unter Aufopferung sämtlicher Mittel und nach Ueberwindung vieler Schwierigkeiten im eigenen Heim untergebracht wurde. Karten sind beim Ehrenpräsidenten Herrn Leopold Trebitsch (XVI., Ganglbauergasfe 38); beim Obmann Herrn Benno Kahane, (XVI., Brauhaus Kuffner); Obmann-Stellverteter Herrn Benedikt Schmidek (XVII., Hernalser Hauptstraße 15); Ottomar Katz, Schriftführer (XVI., Lerchenfeldergürtel 47); Kartenbureau „Thalia" (XVI., Neulerchenfelderstraße 17) und bei allen Vorstandsmitgliedern erhältlich. Wie«. (Spende.) Für Beilis in Kiew sind uns von L. K. X 50.— zugekommen. Wie« Der humanitäre Verein zur Unterstützung jüdischer Kurbedürftiger (Wien, II., Große Stadtgutgasse 7) führt nach einem Vorstandsbeschluß außer dem obigen Namen auch den Namen Verein „K u r f ü r s o r g e". Ein rühriges Damenkomitee, an defien 'Spitze Frau Dr. Helene Stein, Frau Hofrätin Freiberger und Frau Dr. Siegfried Brüll stehen, hat über Anregung des Vereinsobmannes Dr. Isidor L. B r a u n, sowie der Vorstandsmitglieder Komponisten Edmund E y s l e r und Apothekers Robert R a d i tz sich vor einigen Tagen konstituier! und wird eine intensive, gedeihliche Tätigkeit für den Verein entfalten. Wien. '(Populärwissenschaftliche Freitagabend-Vorträge amBet-Hamidrasch „Talmud-Thora", II., Malzgafie 16.) Dieselben werden am kommenden Freitag den 21. d. M., halb 8 Uhr abends, mit einem Vortrage über „Die Psalmen in Beziehung zu Talmud und Midrasch" von Herrn Rabbiner H. Schenk eröffnet. — Am obigen Bet-Hamidrasch finden außer den täglichen religiösen Abendvorträgen unseres genannten Herrn Rabbiners auch Vorträge für jüdische junge Kaufleute, und zwar an Sonntagen um halb 12 Uhr und an den Sabbathen um 11 Uhr vormittags statt. Gäste willkommen. Wien. Am 6. Dezember l. I. veranstaltet der jüdische Turnverein vn Funfhaus sein diesjähriges Schauturnen, welches, nach der regen Kartennachfrage zu schließen, eine der größten Veranstaltungen des rührigen Vereines sein wird. Wien. Der allgemeine Kranken-Unterstützangs-Verein „M enschenliebe" veranstaltet am Samstag, den 6. Dezember l. I., im Colosseum einen Festabend, bestehend in einer großen Abend-Vorstellung mit nachfolgendem geschloffenen Tanzkränzchen. Karten für diesen Abend sind im Vereinslokale Cafe Jägerhof, IX., Porzellangaffe 22, zu haben. Leichenbegängnis des sel. Rabbiners Dr. Schmied!. Unter den Anwesenden beim Leichenbegängnis des verewigten Rabbiners Dr. S ch m i e d l waren Herr Kultusvorsteher und Vorsteher der Chewra Kadischa S. Steiner, die Chewra-Kadischa für den XVI. und XVII. Bezirk die Herren Obmann S. Weiler, Siegfried Stein, Artur U n t e r b e r g, für den Tempelvorstand die Herren Obmann S. Weitzmann, Samuel Fischer, Ottomar Katz, Sal. Kohn, Alois Winterstein. Vom Verein „Einheit" Obmann Beruh. H o f b a u e r und Max H o f b a u e r, der Obmann des Vereines „Kurfürsorge" Herr Dr. Isidor L. Braun. Wien. Vonseiten des .Israelitischen Armen-Unterftützungs-Vereines „Chaunen-Dal“ in Floridsdorf ist Herrn Oberkantor Don Fuchs nachstehendes Schreiben zugegangen: Wien, XXI., 13. November 1913. Sehr geehrter Herr Oberkantor! Mit Gegenwärtigem gestatten wir uns, Ihnen, sehr geehrter Herr Oberkantor, für Ihre gütige Mitwirkung an unserer am 8. d. M. abgehaltenen Akademie unseren tief empfundenen Dank zum Ausdrucke zu bringen. Wir sind uns wohl bewußt, daß der geradezu sensationelle Erfolg des Abends sowohl wie der unerwartet hohe Reingewinn von K 405 20 in erster Linie darauf zurückzuführen ist, daß es uns möglich war, Ihren geschätzten Namen auf dem Programm namhaft zu machen und können wir Sie versichern, daß Ihre vollendeten künstlerischen Vorträge, wie die der geehrten Herren Mitwirkenden, des Herrn Norbert N a t a n s o n, dessen ausgezeichnete Klaviervorträge ihm eine große Zukunft prognostizieren lassen, sowie des Herrn Willy Arzt, der sich mit seiner Geige in die Herzen der Zuhörer hineinzuspielen verstand, einstimmiges Lob fanden. Indem wir deshalb höflichst bitten, unseren verbindlichsten Dank auch jenen Künstlern, die durch Ihre Güte hier mitwirkten, für uns verdolmetschen zu wollen, zeichnen wir mit dem Ausdrucke unserer Ergebenheit für den Vorstand: für das Komitee: Gabriel Dukes m. p. Hugo Schwarz m. p. Kais. Rat Direktor S. Heller. Zu dem Doppelseste 40jähriger Tätigkeit und des 70. Geburtstages wurden dem Direktor Heller große Ovationen bereitet. Nach einer vom Lehrkörper und den Zöglingen am 13. d. früh, veranstalteten internen Feier empfing um 11 Uhr vormittags der festlich geschmückte Prüfungssaal des Blinden-Jnstitutes „Hohe Warte" zahlreiche Gäste. Es waren erschienen: In Vertretung des Kuratoriums die Damen Bacher und Rosenthal,' als Deputation desselben gratulierten Präsident Kuffner, Dr. Adolf Stein und Emil Karpeles. Ferner waren anwesend: Generaldirektor L. Rechnitzer, Rechnungsdirektor im Ministerium Tauschinsky, Ober-Rechnungsrat Lindt, Professor Dr. Frankl von Hochrvart, Professor Dr. Klein, Regierungsrat Dr. Frankfurter, Rabbiner Dr. Feuchtwang, kaif. Rat Hirsch, Dr. Obersohn, Dr. Silberstern, Direktor A. Fischer, Deputationen der „Später Erblindeten-Anstalt", der Blinden-Anstalt in der Josefstadt und in Purkersdorf, des „R.-Oe. Blinden-Vereines", des Döblinger Tempel- und Frauen-Vereines, des Zentral-Vereines für das österr. Blindenwcsen, des isr. Religionslehrerbundes, ehemalige Zöglinge der genannten Anstalten u. a. Nach einem von den Instituts-Zöglingen vorgetragenen Mendelssohn-Thor eröffnete als Vertreter des Komitees der zu Ehren des Jubilars in Begründung begriffenen „Heller-Stiftung zur Errichtung eines Mädchen-Blinden-Heims", Blindenlehrer Altmann die Feier mit der Uebergabe der. diesbezüglichen Widmungs-Urkunde. Die Führer der Deputationen hoben in ihren Ansprachen die Verdienste hervor, die sich Direktor Heller um die wissenschaftliche und praktische Förderung der Blindenpädagogik und als Jugendschriftstelker erworben. Die genannte Stiftung wird am 31. 1. 1914 aktiviert: Spenden erbittet das Komitee an den Geschäftsleiter der Stiftung, Blindenlehrer Altmann, Wien XIX., Heiligenstädterstratze 27. Klavierkonzert eines Elfjährigen. Am 15. November d. I. gab der 11jährige Pianist Erwin Nyiregyhäzi im Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbevereines ein Klavierkonzert. Ein Sturm des Jubels ging durch den dicktgefüllten Saal, als man den jungen Knaben Meisterstücke von Bach, Beethoven, Schumann, Brahms, Cbopin, Rachmaninoff und auch eigene Kompositionen mit vollendeter Meisterschaft frei vortragen hörte. Neben dem Jubel der Begeisterung war in jedem Zuhörer noch das Gefühl der Ergriffenheit über das Wunder eines so seltenen, gottbegnadeten Genies. A. M.