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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-10-10 · 41 (10.10.1913) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
41 (10.10.1913)
Date
1913-10-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr.;41 Dr. Blöchr Wochenschrift Seite 733 Pardübitz (und Verband der tschechischen Kultusgemeinden Böhmensca. 60 Gemeinden): Dr. Berthold Thein — Patzau: Arnold Nüki — Postrizine: Julius Freund — Pistyan: Dr. Jul. Schalit — Pribram: Mar Kohn — Prerau: Dr. Fritz Mayer — Przemysl: Dr. Jakob Glanz — Reichenberg: Rudolf Weisseies — Raudmtz: Heinr. Mestritz — Rakonitz: Mar Kohner — Rozniatow: Samuel Sokal — Rzeszow: Josef Feiwel, Berisch Steinberg — Sanot: Dr. Berthold Herzig — Schaffa: Dr. Arnold Brod — Schönberg-Äussee: Jgn. Ziegler — Stalec: Karl Metzler — Steyr: Otto Reich — Struzow: Js. Kermisch — Stryj: Dr. Gelbhaus — Tarnorv: Baumeister Leon Schwanenseld — Touste: Dr. Schmetterling — Trebitsch: Salo Fried — Triesch: Dr. Mar Meißner — Ungarisch - Hradisch: Sigmund Fürst —Ungarisch- Ostra: Georg Han, Josef Hahn — Wagstadt: Siegmund Markns — Wischau: Heinr. Münster — Wittingau: Dr. F. Löwy, Ludw. Metzl — Wolna—Michowa: Rabb. P. Horowitz, Moriz Gelles —- Znaim: Prof. Dr. Kahane, Dr. Wozilka. Weiters erschienen als Delegierte von der Oesterr.-Jsraelitischen Union: Dr. Jakob Ocnstein — vom Verband der türkischen.. Israeliten zu Wien (Sephardim): Abraham Canetti, Licco Addut — Obmann der Bezirkskommission IV., V., X-: JakobS. Strußberg, Konkmerzialrat Hacker — Obmann der Bezirkskommission VI/VII.: Ignaz Klein — Obmann der Bezirkskommission XVI., XVII.: Dr. Jakob Deutsch und Obmann des Ottakringer Bethausoorstandes: Sal. Weitzmann — Chewra- Kadischa I.: S. Goldmann, Karl Lang — Ehrwra-Kadischa XVIII: Leopold Geiger — Ehewra-Kadischa XXI.: Gabriel Dukesz — Verein zur Abwehr des Antisemitismus: Oberinspektor. Engel, Eduard Trnka. — Reichsorganisation der Hausfrauen: Marie Pollak, Ober-Jngenieurswikwe — Allg. Oesterr.-Jsrael. Bund: Wilhelm Pappenheim — Zionistischer Zentralverein: Josef H. Waltuch —Jüdische.. Turnerschaft Westösterreichs: Kien, med. Schiller — Kaiser Jubiläums - Huldigungstempel, II., PatzManitengasse: ObMann Adolf Schramek — Tempeloerein für die Bezirke Wieden-Margarethen: Obmann Adolf Hofmann, Schriftführer Franz Frankl — Tempelverein Mariahilf-Reubau: Leopold Dick — Tempelverein. Josefstadt: kais. Rat Albert Frankl — Tempelverein IX. Bezirk: Salo Fuchs, Postmeister, Josef Braun — Tempelverein X. Bezirk: I. Faltitschek — Adatz Jeschurun, X. Bezirk: Dr. S. Halbersiam — Tempelverein XI.: Leopold Weiß — Tempelverein XIII.: S. Ho,mann — Tempelverein XVIII.: Samuel Funk — Tempelverein XIX.: Moriz Müller — Tempelverein XX.: Josef Kohn — Adaß Jisroel: Dr. Reininger — Achdutz Israel: Leopold Neumann — Talmud Thora: Rabb. Schenk — Lewias Ehen: Obmann Leopold Gold — Adaß Jeschurun: S. Windholz, Mar Pappenheim — Studenten- Unterstützungsverein: Professor Dr. Königstein — Frauenhort: Frau. Clotilde Benedikt — Selbsthilfe: S. Sinnreich — „Trebitscher": Adolf Leurer und K. Jmich — „Fides": Josef Popper — Jüdischer Jugendbünd: S. Schnabel — Misrachi: Isidor Austerlitz — Verein zur Unterstützung armer alter Männer: Martin Rosenberg — Jüdischer Turnverein XV.: Kommerzialrat Leopold Baß. Zustimmungskundgebungen sandten: Die Kultusgemeinden: Rozniatow, Zalocze, Jazlowiec, Peczrnizyn, Hohenau, Trebinia, Zbaraz, Kulikow, Flöhau, Nrunkicchen, Linz, Oswiecim, Lyciec, Zywiec, Neutitschein, Lieben bei Prag, Podybrad, Policka, Tabor, Tachau, Wisnitz, Zizkoo, Kralup a. Moldau, Wodnian, Jglau, Drohobycz, Czortkow, Brür, Aussig, Wiener-Neustadt, Andrychau, Unterstanestie, Ung.-Brod, Toporow, Teltsch, Tarnow, Tarnopol, Suczawa, Straßnitz, Skotschau, Sieniawa, Rymanow, Reichenau, Pruchnik, Pcestic, Pohrlitz, Plan, Oberhollabrunn, Neudek, Netschetin, Melnik, Mähr.-Weitzkirchen, LuLe, Kozowa, Kozmann, Kolleschowitz, Klattau, Kardas - Recic, Jungwofchitz, Jezierzany, Czortkow, Husyatin, Jamnitz, Horn, Hriskow, Gürahnmora, Kuttenberg, Weseritz, Grzywator, Jaryczow, Er.-Meseritsch, Eorlice, Gologorach, Frysztak, Görz, Frauenberg, Falkenau, Eger, Dornawatra, Dolina, Dabrowa, Damboritz, Cholojow, Caslau, Brzesko, Buczacz, Brandeis, Brody> Böhm.- Neustadtl, Borszow, Veneschau, Aurinowes, Jechnitz, Nadworna, Hostoun, Jaworow, Wällischbirken, Hruschau, Zwittau, Salzburg, Hodorow, Luditz, Neu-Rauhnitz, Podwoloczyska, Troppau, Sobeslau, Auspitz, Kossow, Stockerau, Libochowitz, Humpoletz, Pribram, Sadagora, Czernowitz, Steyr, Bielitz, Pisek, Bodenbach, Borszozow, Auscha, Sissek, Zastawna, Böhm.-Leipa, Königstadtl, Wölb», Turnau, Teschen, Jablanow, Pisek, Tachau, Libin-Lubenz, Proßnitz, Kremsier, Lipnik-Biala, Teplitz-Schönau, Mahr.-Schönberg, Möhr.-Aussre, Königinhof, Sokolow, Radautz, Okmütz, Beraun, Jegerndorf, Stanislau, Solotwina, Monasterzyska, Kromau, Delatyn, Staad, Pikzno i. Galizien, Kreins a. D., Thensing, Austerlitz, Nikolsburg, Eiwanowitz, Mitzlitz. Rede des Präsidenten Dr. Mfred Stern Ls sind aus den Tag 14 Jahre, daß. über Einberufung des Wiener Kultusvorstandes hier in diesem Saale eine Versammlung stattfand, welche laut und feierlich mit aller Entschiedenheit gegen die Annahme eines jüdischen Ritualmordes, gegen die Blutlüge Protest erhob. Und heute, nach 14 Jahren, erheben wir neuerlich unsere Stimme, um eine gegen uns Juden erhobene Anschuldigung. als ob wir von religionswegen Menschenblut vergießen und genießen, daß es einen jüdischen Ritualmord gebe, als eine freventliche, abscheuliche, der Dummheit oder Bosheit entspringende Lüge und Verleumdung öffentlich zu erklären. Wir kaffen uns nicht, wie ich bereits in meiner Einberufung sagte, einlullen durch die heuchlerische Phrase, als ob ein jüdischer Ritualmord von jüdischen Fanatikern oder -Sekten verübt würde: solche jüdische Fanatiker oder Sekten gab und gibt es nie und nirgends. Ein jüdischer Ritualmord, Genuß von Blut und gar von Menschenblut, ist für uns Juden eine contradictio in art.jecto, ein Widerspruch in sich und ich habe ja bereits in meiner Einberufung darauf hingewiesen, daß in den ersten Kapiteln unserer Thora es deutlich steht: man r>rr ntry B*nbK »2 ia-r b*ts<b c-mrr et -|sr (I. B. M. IX, 7) Wer Menschenblut vergießt, deß Blut soll wieder vergossen werden, denn im Ebenbilde Gottes hat er den Menschen geschaffen. Die Todesstrafe aus den Mord! Auf den Mord eines Menschen, ohne jegliche Unterscheidung. Und ich habe ferner hingewiesen auf das sechste der Zehngebote, welches in lapidarer Kürze sagt: xS D u sollst nicht morden, der Zehngebote, welche dreimal jährlich in unseren Gotteshäusern gelesen werden, in steinernen Tafel an der Stirnseite unserer Gotteshäuser prangen. Ebenso wie Ihnen allen bekannt ist. in welch kategorischer Weise uns jeglicher Blutgenuß streng untersagt ist. wie strenge es untersagt ist, das Blut von Tieren und gar das Blut eines Menschen zu irgend einem Zwecke, zu einem religiösen Zwecke zu verwenden. Und wohl muß in uns gerechte Entrüstung und Empörung aufflammen, wenn nun in einem neuesten Ritualmordprozeffe in Kiew — ich habe hier Aktenstücke zur Hand — von einer dem Blutrituale ergebenen jüdischen Sekte, den Chaffidim, gesprochen und unter diesem Titel in aller Form eine gerichtliche Anklage erhoben wird. Es gibt keine solchen Sekten innerhalb des Judentums! Wie es im ganzen jüdischen Schrifttum keine einzige Stelle gibt, die a,uch nur eine leise Deutung dahingehend zuließe, daß dem Juden der Genuß des Blutes überhaupt, geschweige denn zu rituellen Zwecken, erlaubt sei. Ter Fanatismus des fanatischesten Juden bekundet und betätigt sich darin, daß er mit grenzenloser Hingabe, mit Hintansetzung seiner wichtigsten Lebensinteressen, ja oft mit Aufopferung seines Lebens an den Geboten der Thora und an den Satzungen der rabbinischen Literatur festhält. Aber gerade, indem er dies tut, mit fanatischem Eifer tut, wird er den Blutgenuß aus tiefster Seele ver-

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