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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-09-26 · 39 (26.9.1913) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
39 (26.9.1913)
Date
1913-09-26
Page
– (sequence 14)
Language
German
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S-tte 710 Dr. Blochs Wochenschrift SH 39 allen Bewegungen innerhalb der jüdischen Gesellschaft. Wiederholt waren in den Spalten der „Oesterr. Wochenschrift" Artikel aus seiner Feder zu lesen. Ausgezeichnet durch ein starkes Mitgefühl für die Leiden seiner Mitmenschen, hatte er auch eine offene Hand für fremde Not. Mehrere jüdische Wohlfahrtsinstitute hat er bereits bei Lebzeiten im Vereine mit seiner Gattin mit Stiftungen bedacht, die seinem Namen in edelster Weise ein ehrendes Gedenken sichern. - Wie«. Der bekannte, durch seine humanitären Bestrebungen gewürdigte Arzt, Herr Dr. Isidor L. B r a u n, hat einen schweren Verlust erlitten. Sein Vater, weil. Herr I. M. B r a u n, ist nach schwerem Leiden am 20. d. in Chemnitz (Sachsen) gestorben. Der Verblichene erfreute sich ob seines biederen Charakters allgemeiner Wertschätzung. Das Leichenbegängnis fand am 23. d., um 3 Uhr nachmittags, unter großer Teilnahme in Chemnitz statt. Wien. (Installierung des Rabbiners Mor. F l e s ch.) Dieselbe fand Sonntag den 21. d. M., abends, im Betlokale des orthodoxen Bethrusvereines, VL, Stumpergasse 42, unter überaus zahlreicher Beteiligung der Bereinsmitglieder und Gäste, darunter Vertreter befreundeter Vereine, wie Sch ist schul, Montefiore, Talmud-Thora, die Rabbinen Dr. Bach, Kramer, Taglicht re., in solenner Weise statt. Nach dem Mincha-Gebete begrüßte Obmann Herr Felsenburg den neuen Rabbiner in herzlicher Weise, der Erwartung Ausdruck gebend, daß derselbe dem guten Rufe, der ihm vorausgeht, auch iin neuen Amte entsprechen we de. Rabbiner Flesch hielt eine formvollendete, inhaltsreiche Rede, in der er den übernommenen heiligen Pflichten sowohl auf rhetorischem, als auch auf pädagogischem und sozialen Gebiete gerecht zu werden versprach, zugleich den göttlichen Segen für den Verein und dessen Mitglieder, wie auch für das gesalbte Haupt des allverehrten, geliebten Landcsvaters erflehend. Die Feier machte einen höchst erhebenden Eindruck. Wien. Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk hat es unternommen, mit seinen bescheidenen Mitteln ein eigenes Heim zu erbauen und feine Beharrlichkeit hat auch zum Ziele geführt. Die feierliche Einweihung findet am Sonntag, den 23. September d. I., präzis 9 Uhr vormittags, XVI., Wurlitzergafse 11, statt. Konnte der Verein bischer den ihm anvertrauten Kindern in ausgiebigem Matze Speise verabreichen, so wird ihm jetzt noch die Genugtuung zuteil, dies fortab auch in schönen, hellen, allen hygienischen Anforderungen der Neuzeit entsprechenden Räumen, ausführen zu können. Erotz ist die Zahl seiner Gönner, größer aber noch die Anforderungen, die an den Verein gestellt werden, und wenn er es gewagt hat, ein solches Werk zu schaffen, hat er es nicht zumindest im Vertrauen auch auf unsere Glaubensgenossen und die Bewohner beider Bezirke getan, deren Opserfrendigkeit er noch weiter in Anspruch nehmen müsse, soll sein Plan nicht nur halb ausgeführt bleiben. Er wendet sich daher an alle guten Menschen, die Herz und Sinn für wahre Mildtätigkeit haben, ihm weiter beizustehen, nicht nur im Kampfe gegen Hunger, sondern auch in der Ausübung der Pflege und Beaufsichtigung unserer Jugend, da die Straße so viele Gefahren für diese in sich birgt. Nicht nur seines Dankes, sondern auch des Dankes der Aermsten der Armen können dann alle versichert sein, die dieses edle Werk fördern geholfen haben. Allfällige Spenden und Beitrittserklärungen Übernimmt jedes Vorstandsmitglied auch am Tage der Feier. Wien. (Schülereinschreibung Bibelschule Prater. II.. Aftssttlluttgsstraße 53) Die Einschreibung an der „Lest- und Bibelschule für Knaben und Mädchen" des Vereines „T filath Jeschurun" findet Sonntag den 28. d. M. von 9 —11 Uhr vormittags und Dienstag den 30. d M. von 5—7 Uhr abends statt. Wien. (M a t u r a k u r s e.) Die von dem bekannten Pädagogen Dr. Johannes Wertheim geleitete Unterrichtsanstalt ermöglicht es begabten absolvierten Bürgerschülern^ und -schülerinnen, in vier Jahren die Matura über das Reformrealgymnasium abzulegen. Der Unterricht, der individualisierend und unter steter Heranziehung der Schüler zur Mitarbeit erteilt wird, liegt in Händen bewährter staatlicher Professoren. Einschreibungen an Wochentagen von 10—1 und 3—6 Uhr. Auskünfte und Prospekte kostenlos durch die Direktion, Wien, 3. Bezirk, Langegasse 50. Wien. (M u s i k s ch u l e Adler.) Wie alljährlich, so kommen auch diesmal an der Musikschule Adler, Wien, IX. Bezirk, Porzellangasse 49 a (früher IX. Bezirk, Rossauergässe 4), ganze und halbe Freiplätze an talentierte mittellose Kinder für Klavier und Violine zur Ausschreibung. Reflektanten wollen sich an die Direktionskanzlei wenden, wo auch täglich Schülereinschreibungen oorgenommen werden. Stellenvermittlung für jüdische HandelsangesteMe. Der Jüdische^ Handlungsgehilfenverband in Wien hat es sich zur Ausgabe gemacht, die wirtschaftlichen Interessen der jüdischen Handclsangestellten zu wahren. Der bekannte antisemitische Boykott, der die jüdischen Angestellten um einen großen Teil, und zwar der bestdotierten Stellen, bringt, die Indolenz vieler jüdischer Chefs und der große Zufluh von arbeitslosen Angestellten aus allen Teilen Oesterreichs, die den Arbeitsmarkt förmlich überschwemmen, haben die Lage der jüdischen Angestellten zu einer höchst prekären gestaltet. Verschärft werden diese Verhältnisse insbesondere durch den Umstand, daß die Konjunktur in den meisten Branchen an und für sich ungünstig ist, worunter speziell die jüdischen Geschäfte zu leiden haben, so daß viele Firmen eine Verringerung des Personals vornehmen müssen. Bei dieser tristen Lage hat sich der Mangel einer ordentlich organisierten und funktionierenden Stellenvermittlung für jüdische Handelsangestellte empfindlich fühlbar gemacht. Um dem abzuhelfen, hat der obige Verband eine Stellenvermittlungsäbteilung ins Leben gerufen, die allen jüdischen Angestellten, ebenso wie allen Chefs kostenlos zur Verfügung steht. Der Verband hofft, das berechtigte Interesse für diese Angelegenheit in allen jüdischen Kreisen zu finden und ersucht die jüdischen Unternehmer, sich seiner Vermittlung zu bedienen. Bei der Ausdehnung der Organisation über ganz< Oesterreich ist derselbe stets in der Lage, entsprechend qualifizierte Bewerber zu empfehlen. Wir ersuchen, uns freie Stellen zur Kenntnis zu bringen. Mündliche Auskünfte täglich odn 8—9 Uhr abends. Die Stellenvermittlung des Jüdischen Handlungsgehilfenverbandes Wien, II., Taborstraße 11B. Austritte aus dem Judentum. Vom 14. September bis inklusive 20. September 1913. Bacher, Dr. Stefan Leop., k. k. Assistent, geb. 22. November 1880 Wien, IV., Johann Straussgasse 34 Bober Rosa geb. Moses, Private, geb. 8. August 1886, Wien, II. Förstergasse 4 DsmannMina, Private, geb. 28. September 1873, Wien, II., Czernin-, gasse 22 Fleischer Bertha, geb. 7. Februar 1888, Wien, III., Hörnesgasse 81 Langlelder Ernst, Hochschüler, geb. 26. August 1892, Wien, V Margarethenstrasse 61 Lanzer Johann, Ingenieur, geb. 4. April 1888, Tyrnau, XVI., Gablenzgasse 54 _ Lynn Leon, Püegling des Hauses der Barmherzigkeit Wien, geb. 2. April 1897, Janow, Galizien, XVIII., Antonigasse 70 Nadel Netti, geb. 27. Jänner 1862, Wien, Budapest Pollak Alice, Private, geb. 29. August 1888, Prag, VI-, Gumpendorferstrasse 9 Raimann Emilie, Schauspielerin, geb. 7. Dezember 1882, Wien, II., Herminengasse 12 Ranzenhofer Helene, Private, geb. 4. Juni 1888, Wien, IV., Petzvalgasse 4 Roger Knrt, Student, geb. 3. Mai 1895, Osvicem, II, Nordbahnstrasse 32 Semmel Rudolf, Schriftsetzer, II., Rueppgasse 42 Prag. Herr Professor Dr. Samuel S t e i n h e r z wurde zum Dekan der p jilosophischen Fakultät der deutschen Universität in Prag gewählt. Stanislau. Am 12. August, abends, d. i. am 9. Ab, ist hier Herr Abraham David Verlisch nach langem, schweren Leiden im! 72. Lebensjahre verschieden. Am vorhergehenden Tage ließ der Verblichene sich weiße Wäsche und Talith katan anziehen, sagte Widduc, rezitierte mehrere Psalmen, darunter auch Ps. 23 und 24, das Nischmatgebet, Unesane tokes, schrieb auf einem Zettel hebräisch: „Morgen wird sein sycias nyschume" und verabschiedete sich von seiner Gattin, seinen Kindern, Verwandten und Bekannten. Das Leichenbegängnis fand am nächsffolgenden Tage, am 13. August, statt und unter sehr großer Beteiligung wurde dieser edle Mensch zu Grabe getragen. Schon ■ im Trauerhause fand sich eine große Zahl Trauergäste ein, unter welchen sich der Kultusvorsteher H. Osias Blümenfeld mit vielen Vertretern des Vorstandes befand, um dem Hingeschiedenen die letzte Ehre zu erweisen. Nach der Thare, die im Hause vorgenommen wurde, trug man den Heimgegangenen in sein eigenes Bethamidrasch, in welchem hunderte Kerzen brannten und welches auf das letzte Plätzchen gefüllt war. Nachdem man um den Almemor die sieben Hakafoth machte, wurde die Mite vor der Bundeslade gestellt. Zuerst sprach sein ältester Sohn, Herr Aron Bertisch, indem er die hohen Geistes- und Herzensgaben des Verstorbenen hervorhob. Dann ergriff sein zweiter Sohn, Herr Dr. Ch. G. Bertisch-, Be-

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