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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-09-19 · 38 (19.9.1913) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
38 (19.9.1913)
Date
1913-09-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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©ette 678 Dr. Vlochs Wochenschrift d8 Von den 107 Personen, die zum Judentum übertraten, gehörten vorher an der röm.-kathyl. Kirche 14 männl., 66 weibl. Pers. der evang.-augsb. Kirche 6 „ 15 „ „ der evang.-helvet. Kirche — „ 3 „ „ der griech.-orient. Kirche 1 „ unbekannt 2 „ lleber den Beruf der Personen, die ihren Austritt aus dem Judentum erklärten, führt das Jahrbuch folgendes an: männl. Ehegattmen ledige Pers. Oeffentl. Beamte, bezw. Ehegattinnen derselben. Oeffentliche Diener 7 2 — Sicherheits-, Finanzwache, Militärpersonen . . 1 — — Lehrpersonen . . . 5 ' — 4 Sonstige freie Berufe. 53 6 12 Aus Gewerbe und Industrie: Selbständige Pers. . . . 18 2 13 Höhere Angestellte. . . 7 ' — — Niedere Angestellte. . . 38 1 24 Handel: Selbständige Pers. . . . 25 6 2 Höhere Angestellte. . . 38 2 1 Niedere Angestellte. . . 19 — 26 Verkehr: Höhere Angestellte. . . 3 — — Niedere Angestellte . . . 1 — Persönl. Dien st . . — — 5 Haus- und Rentenbesitz er . . . 1 — — Sonst. Beruf . . 4 1 1 UnbestimmterBeruf 36 . — 6 Mädchen bis mit 30 Jahren . . . . — ■— 93 Sonst. Berufslose . . . 15 14 46 Von den 107 Personen, Judentum erklärten, waren die ihren Eintritt zum ledig. 14 männl. 71 weibl. Personen verheiratet. 5 .. 5 ,, ,, verwitwet. — „ 6 „ tt geschieden. 2 2 it tt unbekannt. 2 Ihr Alter war: über 14—20 .... 1 männl. 7 weibl. Personen 20—30 ..... 6 „ 49 tt tt 30—40 .... 8 „ 18 tt tt 40—50 .... 2 5 50—60 .... 1 „ 5 tt tt 60—70 .... 1 unbekannt. 2 ,, (Fortsetzung folgt.) Der Mtener Lionistenkongretz. Lin LpLlög. Von Detnrlcb % o ew e. Die Zionistenkongresse haben ihre Eigenheiten. Sie haben jeder ein persönliches Gesicht. _ Man kann ihnen von der Stirn ablesen, was sie waren und welche Bedeutung sie für die Partei haben, die den Anspruch erhebt, die einzige demokratisch gewählte Vertretung von Juden aller Länder und "aller Anschauungen zu sein. Da war der erste Kongreß, der die Geburtsstunde der großen Organisation war, die Juden aller Länder umschließt und zu einem einheitlichen Handeln für die Zukunft des Judentums vereinigt. Er war das große Wiederfinden. Da war der s e ch st e- Kongreß, der letzte, den Herzl als Führer der Partei leitete und der in jenen Ugandastreit ausklang, aus dessen unglückseligen Folgen alle die Differenzen sich erklären, die noch heute, wenn auch minimal, im Zionismus vorhanden sind. Der siebente Kongreß, der erste ohne Herzl, schien den Zusammenbruch der Organisation einzuleiten, und es wäre tatsächlich zu diesem Zusammenbruch gekommen, wenn nicht Wolffsohn in die Bresche getreten wäre und mit kraftvoller Hand das zusammengehalten hätte, was ohne ihn auseinanderzufallen drohte. Der achte Kongreß im Haag zeigte den neuen Führer zum ersten Male in seiner wuchtigen Kraft, und der neunte, der Hamburger Kongreß, bewies der sturmlaufenden russischen Landsmannschaft und ihren Mitläufern, daß Wolffsohn nur fallen könnte, wenn er selbst freiwillig verzichtete. Er tat das auf dem zehnten Kongreß und gab ein Beispiel von so hervorragender Subordination, daß noch spätere Generationen an ihm lernen werden, wie man für den Frieden in der Partei den eigenen Willen und die eigene große Fähigkeit hinter kleineren Interessen und kleineren Persönlichkeiten zurückstellen müsse. Das Bild des elften Kongresses war wiederum ein ganz anderes. Die Partei, die selbst in ununterbrochenen Angriffen die hervorragenden Kräfte Wolffsohns zum großen Teile für innerpolitische Kämpfe und zur Abwehr der gegen ihn gerichteten Angriffe absorbiert hatte, hat jetzt die Leitung der Partei in der Hand und die frühere Leitung bemüht sich nach allen Kräften, ihrerseits keine Opposition zu machen, damit ja die neue Leitung gänzlich freie Hand habe, um ihre zionistische Tätigkeit auszuüben. Waren daher die früheren Kongresse mit Einschluß des sogenannten Friedenskongresses, und dieser sogar am meisten, Kampfkongresse gewesen, so ist der elfte Kongreß durchaus friedlich und ohne alle Erregung verlausen. Bereits der Auftakt des Kongresses, der zweite Hebräer tag, der von der hebräischen Weltorganisation Histadrut ibrit einberufen war, war durchaus harmonisch verlaufen. Statt unfruchtbar zu diskutieren, hatte der Hebräertag sich als selbstverständlich gegeben und positive Arbeit geleistet. Er ist zu einer der bedeutsamsten Kundgebungen des neu erwachenden jüdischen Kulturgeistes geworden und hat nicht nur zufällig seinen Höhepunkt in der Rede jenes Bialik gefunden, der ebenso sehr der hervorragendste Hebräer der Jetztzeit wie einer der größten Dichter in hebräischer Sprache ist. Dieser schöpferische Geist des Einzelnenn, dieser große Jude, beweist uns die neu erwachte schöpferische Kraft des jüdischen Nationalgenius auf geistigem Gebiet, wie das mächtige Aufblühen der zionistischen Organisation auf dem Gebiete des öffentlichen Lebens. Aber nach diesem gewaltigen Auftakt, nach diesem machtvollen Rufe der neu erwachten hebräischen Kultur und dieser einzigartigen Lebensäußerung der angeblich toten Sprache folgte der Zionistenkongreß zuerst als eine tiefe Ebbe nach der Flut. Nicht bloß deshalb, weil der Kongreß in der Großstadt den Bureaus längst über den Kopf gewachsen war, sondern weil die Männer, die an der Spitze der Bewegung in. der verflossenen Kongreßperiode gestanden halten, nicht die Persönlichkeiten wie Wolffsohn oder gar Herzl sind, die das Voll hinter ihnen zu einer mächtigen Höhe hinaufzureißen vermochten. So kam es, daß die feierliche Eröffnungssitzung des Kongresses, in der Professor Marburg würdig, wenn auch kalt, sein Referat las, in dem die Begrüßungen durch Landsmannschaft und jüdische Gemeinde stattfanden, zwar die Tausende, die zum ersten Male einen Zionistenkong'reß sahen, mit stiller Begeiste-

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