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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-07-11 · 28 (11.7.1913) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
28 (11.7.1913)
Date
1913-07-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 512 De. Vlochs Wochenschrift. Nr. 38 Wien. (Spende.) Zur Kostaufbesserung Leopold Hilsners in der Strafanstalt Stein sind uns von Gustav Lichtmetz, Maden, Kr. 10.— zugekommen. Austritte aus dem Judentum. Vom 29. Juni bis inklusive 5. Juli 1918. Appermann Stefan, geb. 17. Mai 1883 zu Wien, St. Pölten. Albert Josef Ernst, Musiklehrer, geb. 13. November 1872, Wien, VIII. , Josefstädterstraße 9. Fischer Hermann, geb. 14. August 1853, Kojetein, Mähren, XX., Klosterneuburgerstraße 22. Geiger Engenie, Private, geb. 3. Juli 1878, Wien, VII., Halbgasse 6. Gorenstein auch Harenstein Alexander, Privat, geb. 10. September 1818, Kiew, II., Rotensterngasse 23. Gorenstein Manja (Marie), Private, geb. 5. September 1862, Kiew, II., Rotensterngasse 23. Gürzburg Adolf, stud. phil. geb. 16. Juni 1879, Wien, V., Wehrgasse 31. Jellinek Waldemar, Beamter, geb. 25. Oktober 1887, Szezakowa, VII. , Neustiftgasse 3. Johl Arthur, Geschäftsführer, geb. 8. Juli 1875, Piag, VII., Karl Schweighofergasse 4. Schönfeld Earl, Kaufmann, geb. 3. September 1880, Aussig a. d. E., 1. Kärntnerstraße 32. Staniek Paul Alois, Hilfsarbeiter, geb. 24. Juni 1895, Wien, IX., Glasergasse 22 Stern Hedwig, Milerin, geb. 20. Jänner 188§, Wien, XVIII., Hocke gasse i0. Weininger An a, GarJerobierin, g *b. 12. Dezember 1877, Pulgram, IX. , Rögergasse 21. Wottitz Robert, Maschinen! - genieur, geb. 5. Mai 1889, Raab (Györ), VIII. , Langegasse 67. * * * Holzer Gustav, Rechnungs-Assistent im Finanzministerium, ist zum Judentum zurückgetreten. Graz. Wie wir erfahren, ist Herr cand. phil. Salomon Seiftet aus Bielitz als Religionslehrer von der israelitischen Kultusgemeinde nach Graz berufen worden. Herr phil. S. Stifter, dem der Ruf eines in der jüdischen wie in der profanen Wissen- Wrft gebildeten jungen Mannes vorangeht, wird zugleich an der f. k. Universität in Graz seine philologisch-philosophisch-en Studien fortsetzen, seine Berufung nach Graz wird in allen seinen Bekanntenkreisen lebhaft begrüßt. Tarnow. Am 26. Juni!. I. fand hier die feierliche Grundsteinlegung zum Bau eines neuen Spitales statt. Dieser Feier, zu welcher die Spitzen der hiesigen autonomen und Staatsbehörden erschienen sind, wohnte ein zahlreiches Publikum bei. Nachdem der Kultuspräsident, Herr Verisch Maschler, welcher an der Spitze des gesamten Kultusrates erschien, die anwesenden Gäste in warmen Worten begrühte und seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß es ihm vergönnt ist, den herrlichen Bau des Spitales in Angriff zu nehmen, wurde die Erundsteinlegungsurkunde verlesen. Hierauf hielt der Gemeinderabbiner Sr. Ehrwürden Herr Abraham Schnur, eine Rede, welche mit einem Segen für das Gedeihen des Baues schloß. Nach dem Rabbiner ergriff das Wort der Bürgermeister, Reichsrats- und Landtagsabgeordneter Dr. Tadeus Tertil, welcher namens der gesamten. Stadtbevölkerung dem Kultusrate den Dank und die Anerkennung für die Aufführung dieses nützlichen Baues aussprach und eine Spende zu Gunsten des Spitalbaues zu Händen des Kultuspräsidenten erlegte. Hernach sprach namens des Kultusrates der Kultuspräsident-Stellvertreter, Herr Gias Baron, welcher, nachdem er den Vertretern der Behörden und dem zahlreichen Publikum für ihr Erscheinen dankte, einen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte des Spitales warf. Der Kultusvorstand fei sich bewußt, daß durch Aufführung dieses Gebäudes ein großes, menschenfreundliches Werk für die hiesige jüdische Gemeinde geschaffen wird, lleberdies werde es ihm zugleich ermöglicht, das alte Spitalgebäude nach entsprechender Adaptierung für ein den hygienischen Bestimmungen entsprechend ausgestattetes Altersversorgungshaus umzuwandeln. Der Kultusvorsteher-Stellvertreter schloß seine Rede mit dem Appell an die Glaubensgenossen, den Kultusvorstand in seinen Bestrebungen zu unterstützen. Nachdem noch der Bauleiter, Janusz Rypaszynski, welcher der Verdienste des verstorbenen Kultusratsmitgliedes Dr. Elias Goldhammer s. A. um den Spitalbau gedachte, gesprochen hatte, wurde die Urkunde in herkömmlicher Weise eingemauert, womit die Feier schloß. Berlin. Der deutsche Kaiser hat anläßlich seines 25'jährtgeü Regierungsjubiläums dem hervorragenden Sänger Hermau Jadlowker den Titel eines königlichen Kammersängers verliehen. Jadlowker stammt aus Rußland und ist ein stolzer, bewußter Jude. Feuilleton. Der jüdische Witz. Von kgl. Bibliothekar Dr. Heinrich Loewe, Berl n. (4. Forts tz mp.) Jede Nation liebt es, ihre Anekdoten an die regierenden Fürsten, allenfalls auch, an berühmte Minister, Generäle und Erfinder anzuknüpfen. Eine Zeitlang war der große Mommfen der Mittelpunkt aller im Berliner Volksmunde umgehenden Erzählungen, in denen der zerstreute Gelehrte gefeiert und zugleich, verulkt wird, der ein Kind, das ihm auf der Straße entgegsnläuft, fragt: „Wem gehörst du, Kleiner?", und zur Antwort erhält: „Aber Papa, ich, bin ja'doch der Mine Mommsen!" In ähnlicher Weise gehen die Erzählungen vom alten Fritzen, von Zielen, Blücher, vom alten Kaiser, Bismarck und Moltke um. Das jüdische Volk hat dafür seine große Geisteshelden, vor allem die Rabbiner kabbalistischer Richtung. Aber auch an andere hervorragende Personen knüpft der Volkshumor ebenso wie das Volkssprichwort an. Dazu gehören die Reichen und Reichsten aus dem Hause Israel. Früher war es Pinto, der Großbankier portugiesisch-jüdischer Herkunft in Amsterdam. Dann trat das Haus Rothschild in den Vordergrund mit besonderer Bevorzugung des Seniors des Bankhauses in Frankfurt am Main, Anselm Rothschild. Früher sagte das jüdische Volkssprichwort von einem aufgeblasenen Menschen: „Er tut auch, als wäre er Pints von Amsterdam", während seit längerer Zeit Rothschild diesen Ehrenplatz auszufüllen begonnen hat, und zwar immer 'in dem Sinne, als ob es nur den einen Rothschild gäbe, und dieser der reichste Mann der Welt sei. Daher ist das Hauptmotiv dieser Volkserzählungen der Erfolg des zuerst von Rothschild abgewiesenen Schnorrers, den dieser schließlich einem gelungenen Witze verdankt. In allen diesen Geschichten ist Rothschild unerschöpflich wohltätig, und wenn er einmal hart sein will, so ist e'.n einziges Witzwort zur rechten Stunde imstande, seine Härte in Güte zu verwandeln. Als echter Vertreter jüdischen Volksgeistes ist Rothschild eben für geistreiche Wörter und gute Witze immer empfänglich. Natürlich sind auch einige andere Erzählungen im Schwange, so - von einem Schnorrer, der durch seine Zudringlichkeit sich in das Badezimmer der Tochter des Hauses verirrt, sichaber durch seine unverschämte Zurschaustellung scheinbarer äußerster Unbefangenheit aus der peinlichen Situation wieder heraushilft. Typisch aber sind andere Erzählungen. Zu Rothschild kommt eines Tags ein Berufsschnorrer, der jedoch nicht vorgelasfen wird, weil der Baron fast seine ganze Zeit an diese Schnorrer verliert. Er soll daher int Kontor mit einer Gabe abgespeist werden, wie der Baron selbst sie niemals so gering gibt. Man bleibt dabei: „Der Baron ist nicht und ist nicht zu sprechen!" Er ist des baß zufrieden, bittet aber, dem Herrn Baron nur ein Zettelchen von seiner Hand mit einem einzigen jüdischen Wort zu übergeben. Das tut man schließlich, und der Baron liest das Wort ■K"’«* (Gemore Gemara, der gesetzliche Teil des Talmüds, der Inbegriff des jüdischen Gesetzesstudiums). Er weiß nicht, was er mit dem Zettel anfangen soll, und läßt schließlich den Schnorrer, der damit seinen Zweck, vorgelassen zu werden, erreicht hat, hereinrufen: „Was bedeutet hier das Wort „Gemor-e", das Sie mir ausgeschrieben haben? Ich bin nicht dazu da. Ihre Rätsel zu lösen!" Der Jude erwidert: „Dos sennen Rosche Teiwes (Anfangsbuchstaben, Abkürzungen) und

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