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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-06-20 · 25 (20.6.1913) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
25 (20.6.1913)
Date
1913-06-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Kr. 25 Dr. Bkochs WochenfHrffr ÄverU 46b trieben, nach langer "Wanderung nach Adrianopel kam und dort seinen großen Kommentar zu den Arbaah-Turim vollendete. Saloniki war, vermöge seiner maritimen Lage, die prädestinierte Zufluchtsstätte der Juden aus den Mittelmeerstaaten — insbesondere Spanien — und erwarb sich hiedurch den Ehrentitel einer „Ir woem be-Jisroel“. Ursprünglich eine vorwiegend aschkenasisclie Gemeinde, welche hervorragende Gelehrte wie: Rabbi Schimeon Aschkenasi und dessen Sohn Elieser Schimeoni aufzuweisen hatte, wurde dieselbe nach Einwanderung der spanischen Flüchtlinge, dank der höheren Bildung und Kultur der letzteren, zu einer überwiegend sefardischen Gemeinde umgewandelt. Auch ihre Gelehrten sind spanischen Ursprungs, unter welchen der bekannte Verfasser des „En Jacob“, Rabbi Jacob ben Chabib, in erster Reihe zu nennen ist. Dessen Sohn Levi spielte in der Folge als Oberhaupt des Rabbinats-Kollegiums in Jerusalem eine große Rolle in dem bekannten Semicha-Streit, an welchem der Gelehrte David Messer Leon aus Mantua, der seinen Sitz in Saloniki genommen hatte, hervorragend beteiligt war. - M. Mit welcher Treue die Eingewanderten die Bräuche whrer Heimat bewahren, dafür ist eine in extenso mitgeteilte „Megillath-Saragossa“, der schönste Beweis: dieselbe wird in der Gemeinde „Beth-Aron“ am 17. Schewat verlesen und berichtet von einer wunderbaren Errettung der Juden von Saragossa. Seit der Erhebung von Konstantinopel zur Residenz der Sultane bildet diese Stadt den Mittelpunkt, der Judenheit des osmanischen Reiches. Hier ist der Sitz ihres geistlichen Oberhauptes, des Chaeham-Baschi. Als erster bekleidete diese Stelle Rabbi Mosche Kapsali, welcher hohes Ansehen bei dem Sultan Bajazed H. genoß; ihm folgte Rabbi Elia Misrachi, Verfasser des Werkes „Ramal-Hatora“; auch dieser erfreute sich gleich hoher Stellung im Rate des Sultans. Wie weit es ein Jude im osmanischen Reiche bringen konnte, beweist der allerdings ganz exzeptionelle Fall des ehemaligen Marannen Joan Miques, späteren Don Josef Nassi, der regierender Herzog von Xaxos wurde. Konstantinopel war als Sitz mehrerer Druckereien bekannt: die älteste wurde im Jahre 1494 von den Brüdern David und Samuel Nach'mias begründet. Die Drucke, bei welchen zumeist berühmte Rabbiner als Korrektoren tätig waren, sind sehr geschätzt. Mit der Sage von der Gründung’ der türkisch-israelitischen Gemeinde in Wien schließt der Verfasser seine von großem Fachwissen und umsichtiger Benützung der oft entlegenen Quellen zeugende Studie, die dem Andenken des großen Philanthropen David R. v. Guttmann in pietätvoller Erinnerung gewidmet ist. A. B. Der Memsch aller Zeiten. Allgemeine Verlagsgesellschaft, Berlin. Die Lieferung zu je Mark 1.—. Lief. 11—19. Diese ersten Lieferungen des 2. Bandes behandeln auf breitester Grundlage mit allem wissenschaftlichen Rüstzeug eine der aktuellsten Fragen der Gegenwart, die Rassenfrage. Wie im 1. Bande u. a. auch die Kultur der Hebräer ihre angemessene Würdigung gefunden hat, so ist vom 2. Bande eine objektive Aufklärung über den Begriff der jüdischen Rasse zu erwarten. Die Wunder der Natur. Deutsches Verlagshaus Bong u. C o., Berlin. Die Lieferung Mark —.60. Lief. 23 ffg. Schon an der Spitze des neuen Bandes dieses im wahrsten Sinne des Wortes prächtigen Werkes fesselt den Leser eine Abhandlung von Escherich über die Ameisen. So viel Neues und Ueberraschendes hier geboten wird, der jüdische Leser denkt doch in Ergriffenheit an die feine Beobachtungsgabe, mit der bereits die Bibel und das spätere jüdische Schrifttum dieses merkwürdige Tier betrachtet haben. Franz Werfel, „Wir sind“. Neue Gedichte. 1913. Verlag Kurt W o 1 f f, Leipzig, Königsstraße 10. Preis geh. M. 3.—, geh. M. 4.50. 127 Seiten. In den vorliegenden Gedichten, die, wie der Autor im Nachwort selbst sagt, „in mancherlei Gestalten nur von Einem, von dem permanenten Existenzbewußtsein, reden,“ zeigt sich Werfels starkes Talent von der glänzendsten Seite; Franz Werfel hat neuerdings bewiesen, daß er zu dichten weiß. — Mögen sich recht zahlreiche Hände nach' diesem Gedichtbuche ausstrecken, es verdient eine freundliche Aufnahme. Dr. A. M. Juden als Erfinder und Entdecker. Veröffentlichung der H ebri-ette Becker-8 tif tung. Welt-Verlag Berlin-Wilmersdorf, Kaiser-Allee 138. Juiig-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XIV. Jahrgang. Nr. 12, Prag, den. 13. Juni 1913. Inhalt: August Kopisch: Die Traube von Kanaan. — Ben Jelxuda: Der Wochenabschnitt und seine Haphtarah. — Siegfried Abeies: Bernhards erster Verdienst. — El. Lädier: Jahrzeitlicht. — Dr. Tränhart: Einwirkung des Sonnenlichtes auf unsere Haut. — Aus der Mädchenfarm in Kinereth. (Mit 2 Illustrationen.) — A. M. Tendlau: Die drei Brüder. — Grete und Rudolf Möller: Aus unserem Leserkreise. — Guck in die Welt. — Uebersetzungsaufgabe. — Rätsel. — Frage und Antwort. — Redaktion und Administration: Prag, II., Stefansgasse 629. Das pharisäische Judentum in seinen Wegen und Zielen, dargestellt von R. Travers Herford, B. A. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen von Rosalie P e r 1 e s. Mit einer Einleitung von Felix P e r 1 e s. Leipzig 1913. Verlag von Gustav Engel. Briefkasten. K. F Laut dem Berichte des galizischen Landesschulrates betrug die Zahl der jüdischen Schüler im Schuljahre 1911/12 in den galizischen Gymnasien 25 Prozent, in den Realschulen 19 Prozent und in den privaten Mädchengymnasien 37 Prozent. Dieses Verhältnis ist um so beachtenswerter, als die jüdische Bevölkerung von Galizien bloß 11 Prozent der Gesamtbevölkerung des Kronlandes bildet. S. R. Adresse des Vereines „Schomre Schabbos" ist: Wien, II., Meine Schifsgasse 10. „Arbe". Bon antisemitischen Exzessen auf dieser Insel verlautet nichts und es ist kein Anlaß, dieselbe in Verruf zu bringen. Notiz. Außerordentliche k. k. Staatswohltätigkeitslotterie. Am 3. Juli 1. J. findet die Ziehung der außerordentlichen Staatslotterie für gemeinsame Militär wohl tätigkeitszwecke statt. Der Spielplan weist 21.146 Gewinste im Gesamtbeträge von 625.000 K, darunter einen Haupttreffer von 200.000 K, ferner Treffer zu 50.000 K, 30.000 K etc. auf, welche sämtlich in barem Gelde ausbezahlt werden. Lose ä 4 K sind, soweit der Vorrat reicht, in Tabaktrafiken, Lottokollekturen, Wechselstuben, bei Postämtern, Steuerämtern etc. erhältlich. i Eitel Goldschmidt-Stiftung für Lehramtsksndidaten. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von K 200.—. Bewerbungsberechtigt sind: In Frankfurt a. M. oder im österreichischen Kaiserstaate gebürtige israelitische Lehramtskandidaten in Wien. Bevorzugt sind: Verwandte des Stifters, Herrn Moritz Ritter von Goldschmidt oder dessen Gattin, Frau Nanette, geb. Landauer. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Studienzeugnisse, eventuell Verwandtschaftsnachweis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Juli 1913. Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, U. Stock (Einreichungsprotokoll). Brüder Skrainkasche Stipendien für 2 Mittelschüler in Helleschau. Am 7. Ab (10. August 1913), als Sterbetag des Herrn Moses Skrainka, gelangen zwei Stipendien ä 70 Kronen an zwei brave, arme Mittelschüler aus Holleschau zur Verleihung und werden Verwandte mit den Stiftern, Herren Simon und Adolf Skrainka s. A., bevorzugt. Bewerber haben ihre Gesuche mit der Nachweisung der Zuständigkeit, der Armut und der Fortgangsklasse „mit Vorzug“ bis 15. Juli 1913 bei dem gefertigten Kultusvorstande einzubringen. Holleschäu, im Juni 1913. Der Kultusvorsteher: Carl Beer. Simon Skrainkasche Stiftung. Am 7. August 1913 (4. Ab) gelangen aus obiger Stiftung 4 Stipendien ä 200 Kronen an arme würdige Hochschüler aus Holleschau zur Verleihung. Diejenigen Bewerber, welche eine Verwandtschaft mit dem sei. Stifter oder dessen Ehegattin Frau Amalie Skrainka Nachweisen, werden in erster Reihe bevorzugt. Gesuche mit den Nachweisen der Mittellosigkeit, Würdigkeit, der Zuständigkeit nach Holleschau und der abgelegten Kolloquien sind bis 15. Juli 1913 bei der israel. Kultusgemeinde Holleschau einzubringen. Später eingelangte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Holleschau, im Juni 1913. Der Kultusvorsteher: Carl Beer.

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