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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-05-30 · 22 (30.5.1913) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
22 (30.5.1913)
Date
1913-05-30
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 406 , q Nr. 22 smsamBSBommBmamsai Dr. Bivchs Wochenschrift. Er 90% ein wenig Del in ein FUschchM, verfertigte aus BarcheuMden einen Docht unb wartete mit Ungeduld den Abend ab-. Als die Dunkelheit hereinbrach>, zündete er seine Lampe an, und eine starke, gelbe Flamme erhellte den Raum. Schreiner dachte an seinen ersten mißlungenen Versuch, und ein freudiger Stolz erfüllte ihn, daßer sich! durch den Mißerfolg nicht habe entmutigen lassen. Dann nahm er einen Talmudsolianten und begann zu lesen. Er sah die Buchstaben so deutlich^ als wiäre es Tag. Nun M^ifelte er nicht mehr, daß> er eine große, wichtige Entdeckung gemacht habe. Am nächsten Tage begab er sich, zum Apotheker nach Drohobycz und bot ihm das neue Leuchtmaterial zum Kaufe an. Der Apotheker goß, ein wenig von der Flüssigkeit in eine Flasche, schüttete ein Pulver Kmein, und in wenigen Minuten hatte sich der Schmutz auf den Baden der Flasche gesenkt, während die Flüssigkeit selbst kristallklar und wasserhell geworden war. Das Gesicht des Apothekers erhellte sich. „Ihr könnt Euch gratulieren," sagte er. „Es ist reines Petroleum, und wpnn Ihr die Quelle ausizu-. nützen versteht, könnt Ihr ein reicher MaNn werden."' In freudiger Erregung hörte Schreiner diese Worte. „Ich wiill Euch! auch die erste Bestellung geben,"' fuhr der Apotheker fort. „Wenn Ihr wieder in di§ Stadt kommt, könnt Ihr mir fünf Liter mitbringen. Ich werde dann einige Proben nach Lemberg schicken." . Außer sich vor Freude, eilte Schreiner auf den Platz, wo die Fuhrleute mit ihren Wagen standen. Seine Zeit war jetzt kostbar, und so zahlte er gerne die paar Scheinkreuzer für die Fahrt nach Boryslaw. Literat«». Max Brod. Ueber die Schönheit häßlicher Bilder. Ein Vademeeum fur Bomantiker unserer Zeit. Kurt Wolff (früher Ernst Bownhit), Verlag, Leipzig, 1913. 213 Seiten. Preis geheftet 3,50 M., gebunden 4,50 M. Dr. Max Brod gehört zu jenen modernen Dichtern, die den Mut haben, mit neuen Ideen und selbständiger Kraft in die Entwicklung der Literatur einzugreifen. Wie die früheren Werke dieses jungen Prager Dichters durch scharfe Charakterisierung, Gedankenreichtum1 und Bealismus der Darstellung berechtigtes Aufsehen erregten, so wird auch seine neiie Gabe, „ein ernstes und dabei bizarres Bekenntnisbuch“, in dem der Dichter fast ausschließlich von sich selbst und seinen äußersten Gedankenverfaserungen spricht, zweifellos viel Staub auf wirbeln, da der Inhalt dieses Buches ebenso ungewöhnlich erscheinen dürfte wie sein Titel. — Ein unterhaltsames Buch, ein nachdenkliches Buch, das dem Autor viele Freunde gewinnen könnte, — wenn es gelesen würde. Jede Zeile hat künstlerische Qualitäten, elegant und treffend ist jeder Satz hingestellt. Man sieht es dem starken Talente Max Brod’s an, daß er noch lange nicht sein letztes Wort gesprochen hat; ja, man ist von dem Wunsche beseelt, recht bald wieder neue Proben dieses Talentes zu empfangen. — Jede weitere Empfehlung ist überflüssig. Der Druck ist groß und klar. Dr. M. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Berlin C. 2, An der Spandauer Brücke 15. Schriftleitung: Dr. Bruno Blau, Berlin. 9. Jahrgang. Heft Nr. 5. Mai 1913. Inhalt: I. Abhandlungen. 1. Dr. oec. publ. Jacob S eg al l, Berlin: Die Entwicklung -der jüdischen Bevölkerung in V ürttemberg von 1820 bis 1910. (Fortsetzung und Schluß.; — 2. Jakob Lestzinsky, Zürich: Zur Psychologie des jüdischen Auswanderers. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Begründet von Z. Frankel. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Brann; 57. Jahrgang, Heft 1/2. Neue Folge. 21. Jahrgang. Januar—Februar 1913. Inhaltsverzeichnis: V. Aptowitzer: Christliche Talmudforschung. — A. J. Karl in: Die Mitgliederzahl der Gerichtshöfe zur Zeit des zweiten Tempels. — H. Tykocinski: Die ältesten Nachrichten über die Juden in Halle. — Samuel Po.znanski: Die karäische Familie Firuz. — Majer Bai ab an: Jakob Pollak, der Baal GhiHjukim in Krakau, und seine Zeit. — Dr. Beinhold L e w i n: Die Judengesetzgebung Friedrich Wilhelms II. — Notiz-Besprechung. — Koebnersche. Verlagsbuchhandlung (Barasch und Biesenfeld), Breslau, Schmiedebrücke 17/18. Briefkasten. „Ratlos." Wer eine römisch-katholische Ehe geschlossen hat, selbst wenn diese Ehe nachher geschieden worden und der Betreffende aus der katholischen Nonsession austritt und eine andere Bonsession annimmt, kann nach österreichischem Staatsgesetz in Oesterreich eine rechtsgillige Ehe nicht wieder eingehen. G. R. W. in Wien. Die Geschichte vom alten Mütterchen hat ein Enkel der Greisin, gegenwärtig Bantor der Wiener isr. Bultusgemeinde, Herrn Rabbiner Dr. Grunwald vor kurzem berichtet. L. B. Friedrich III. (1440—1493), sein gelehrter Leibarzt mar Jacob Jechiel L o ans, zu dessen Nachkommen der berühmte Gelehrte Abraham E p st e i n in Wien und dessen Tochter, die Gattin des Herrn Dr. Bela T a u ß i g, zählen. Bl. u. Kör. iu Wien. Lord Beakonsfietd war ein Führer der konservativen Partei in England, von ihm rührt der Satz: „Die Juden bilden die konservativste Rasse und die Zähigkeit, mrt der sie die Reinheit ihres Blutes und ihrer Sitten durch die Jahrtausende gegen alle Hemmungen und Verfolgungen bewahrt haben, ist ein Zeugnis von der Gewalt des konservativen Gedankens". Run aber waren Söhne des jüdischen Volkes gleichzeitig Vorkämpfer des' politischen, wissenschaftlichen, sozialen und ethischen Fortschrittes in allen Landen und zu allen Zeiten. Die Doppelnatür der jüd. Volksseele, — Treue gegen das Alte .und bereitwilliges Verständnis für das Neue —, angedeutet in dem Satze: irr'L'n enn 'sbq siv'i ftPtf ist gewiß eme sinnige agadische Erläuterung; alt werden und jung bleiben als Segen des jüdischen Volksstammes; jedoch „die Quelle" anzugeben, sind wir nicht in der Lage, eine solche „Quelle" ist uns niä)r bekannt. S. W. Cz. 1. Nach Paragraph 16 des Gesetzes vom 21. März 1690, R.-G.-Bl. Nr. 57, ist der Rabbiner auf längere Zeit anzustellen und gegen ungerechtfertigte Entlassung desselben Vorsorge zu treffen. Zn diesem Sinne sind gemäß Paragraph 28, Punkts leg. cit. die Anstellungsverhältnisse des Rabbiners in den Bpliusgemeinden zu regeln. Dementsprechend bestimmen die Musterstatuten: für Böhmen Paragraph 38: „Der Rabbiner ist mittelst schriftlichen Vertrages und auf längere Zeit anzustellen, die Bündigungsfrist seitens der Bultusgemeinde darf nicht kürzer als sechs Monate sein"; für die B u k o w i n a Paragraph 30: „Die Anstellung eines Rabbiners erfolgt zuerst unter Festsetzung einer sechsmonatlichen Bünhigungsfrist auf die Dauer von drei : Jahren. Rach Ablauf dieser Frist wird seine Anstellung eine dauernde"; für Galizien: Paragraph 28: „Die Anstellung eines Rabbiners erfolgt zuerst provisorisch auf die 'Dauer von drei lJahren, nach deren Ablauf jedoch vertragsmäßig entweder auf längere Dauer oder auf Lebenszeit. 2. Judikate des Verwaltungsgerichtshofes vom 18. April 1900, Z. 2711 (Budwinski, Band 24, Nr. 14069) und vom 28. November 1901, Z. 8828 (Band 25, Nr. 667): „Die nach dem Gesetze vom 21. März 1890, R. G. Bl. Nll. 57, angestellten Rabbiner sind als definitiv angestellte Geistliche im Sinne des Paragraph 10 des Gesetzes vom 3. Dezember 1863 auch dann anzusehen, wenn ihre Anstellung mit zeitlicher Begrenzung erfolgt war." i | ■ j 1 : i [ r i I |ii[*j Pros. Dr. G. Deutsch, Cincinnati. Wie man uns mitteilt,^hät der Baron Bronicki, Eigentümer von Zalessczyki, als Jude nicht den Namen Mendel B r a u n st e i n, sondern Jsak Braunstein geführt. Schwiegersohn war er des Posener Rabbiners Samuel Pofner. Derselbe hatte mehrere Töchter, welche an Rabbinen verheiratet waren. Eine einzige hatte diesen Gutsbesitzer B r a u n st e i n zum Gatten, welcher der Stammvater der Barone B r o n i ck i geworden ist. A. L. Bernstern iu P. Die von Ihnen erwähnte Stelle findet sich im Sohar par. Rassi. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind, die zur Enthebung derselben von uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zn wollen. Die Administration.

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