Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 18 (2.5.1913)
- Date
- 1913-05-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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- Odesa 1× ep/1000834
- Riga 1× ep/1000826
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Nr. 18 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 327 auszeichnung. Der Verstorbene war Spezialist in der wissenschaftlichen Bearbeitung der türkischen zivilen und religiösen Gesetzgebung. Von ihm stammt auch eine gelungene Uebersetzung des türkischen Strafgesetzbuches ins Spaniolische. lieber seine Arbeiten über den Talmud und die Ritualmordlüge in spaniolischer Sprache ist bereits berichtet worden. Unter seinen nachgelassenen Manuskripten sollen sich noch mehrere wertvolle Arbeiten befinden, die von seinen Kindern herausgegeben werden sollen. Rabbi Mosche Tagger war .zweimal Eroh-Rabbiner von Bulgarien und hat, um dem jüdischen Grundsätze: „Liebe die Arbeit und verachte es, von der jüdischen Wissenschaft zu leben," gerecht zu werden, tatsächlich ein Handwerk getrieben, denn er war ein anerkannter Meister für kunstvolle Holzschniharbeiten. Von . demselben Grundsätze geleitet, gründete er eine Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke unter den bulgarischen Huden. Rabbi Mosche Tagger hinterlieh eine große, reichhaltige, wertvolle Bibliothek mit zahlreichen Unica und seltenen Handschriften. Besonders reich ist seine Broschüresammlung, eine Sammlung,.-Mie sie in dieser Vollkommenheit im Privatbesitz kaum zu finden stm wird. Eine Pissachspende des Roten Halbmondes. Die Verwaltung der Roten Halbmond-Gesellschaft in Konstantinopel hat, wie man uns von dort berichtet, dem Großrabbiner der Türkei die Summe von 10.000 Kronen behufs Verteilung an. diejenigen Juden anläßlich des Pessachfestes überreicht, die von den folgen des Krieges wirtschaftlich besonders betroffen wurden. Valfchifch en Rußland Aus Odessa wird berichtet: Vor kurzem ianb die Schlußverhandlung in dem Prozesse gegen den Polizeioffizier Skuridin statt, dem zur Last gelegt würde, daß er dem Vorstände der jüdischen Gemeinde in Odessa unter der Androhung, einen unbeliebten Mann zum Kronrabbiner zu ernennen, 5000 Rubel Vakschisch erpreßt habe. Leutnant Skuridin wurde schuldig erkannt, zu zwei Jahren Gefängnis und 3500 Rubel Geldstrafe verurteilt. Judeuvertreibimgen in Riga. Aus Riga wird berichtet: Die hiesigen Behörden haben in letzterer Zeit ununterbrochen Ausweisungsbefehle gegen jüdische Einwohner. erlassen. Die vor einigen Tagen verfügte Ausweisungsmaßregel betrifft mit einemmäle 200 jüdische Familien, deren größter Teil bereits seit Jahrzehnten ununterbrochen in Riga ansässig ist. Hierbei muß es noch als Glück angesehen werden, daß der Gouverneur von Riga 100 Familien einen Termin von einem Monat und den übrigen einen Zeitraum von sechs Monaten zur Regelung ihrer Angelegenheiten und Liquidierung ihrer Geschäfte bewilligt hat. Das Wohnrecht der jüdischen ApothekergetzUfen. Aus Petersburg wird uns geschrieben: Infolge in letzter Zeit eingelaufener zahlreicher Beschwerden jüdischer Apothekergehilfen wegen ihrer ungesetzlichen Ausweisung aus dem außerhalb des jüdischen Ansiedlungsgebietes gelegenen Ortschaften hat der Minister des Instern Maklakoff einen Erlaß herausgegeben, der für die Betroffenen von außerordentlich prinzipieller Wichtigkeit ist. Laut diesem Erlasse werden die Gouverneure dahin belehrt, daß die jüdischen Apothekergehilfen in ganz Rußland Wohnrecht besitzen, unabhängig davon, ob sie den Apothekerberus tatsächlich ausüben oder nicht. Das Zeugnis über die gut bestandene Provisorenprüfung verleiht denselben das unbeschränkte Wohnrecht in Rußland. Eine interessante Beschiß erde der Sabbatnrier. Aus Petersburg wird gemeldet: An den Senat gelangte dieser Tage eine interessante. Beschwerde der Bewohner der Gemeinde Zimin, die zum überwiegenden Teile aus Sabbatariern besteht. Die Beschwerde wird gegen den Gouverneur des Jrkutzker Gouvernements, in dessen Gebiet die genannte Gemeinde gelegen ist, erhoben, weil derselbe die Wahl des Juden Lipschütz zum Rabbiner der Gemeinde nicht bestätigen will. Die Unterzeichner der Beschwerde teilen in derselben mit, daß die ganze Gemeinde den jüdischen Glauben angenommen habe, und da sich unter ihnen kein einziger findet, der die Vorschriften der jüdischen Religion genau kennt und die Fähigkeiten besitzt, die Funktionen eines Rabbiners. Schächters und Mohels zu versehen, sei die Gemeinde gezwungen gewesen, für dieses Amt einen Auswärtigen zu wählen. Da der Uebertritt zum Judentum in Rußland gesetzlich nicht verboten sei. so involviere die Verweigerung der Bestätigung der Rabbinerwahl eine offenkundige Rechtsverletzung. Dis EmigratiMskonsLrenr der Jca abermals verschoben. Die Konferenz der russischen Jcadelegierten, die wiederholt anberaumt und zum letztenmale für diePessachhalbfeiertage festgesetzt war, mußte, wie aus Petersburg berichtet wird, aus ..unvorhergesehenen Gründen" abermals bis Mitte Mai verschoben werden. Ein vielsagender Brief des Ministers Rufus Jsaacs. Die liberale Vereinigung des Wahlbezirkes Reading hat anläßlich der Verleumdungskampagne, die in letzter Zeit gegen Sir Rufus Jsaacs in Szene gefetzt wurde, demselben in einer sehr ehrenden Resolution einstimmig das Vertrauen votiert. Als Antwort daraus schrieb Sir Rufus Jsaacs einen interessanten Dankbrief, in welchem er u. a. bemerkt: Ich hätte im Zusammenhang, mit den Verleumdungen, die gegen mich ausgestreun wurden, sehr vieles zu sagen. Leider muß ich vorläufic schweigen. Es wird noch die Zeit kommen, wo ich bei Schweigepflicht entbunden sein werde. Ich muß mich da hei heute damit begnügen, Ihnen für den Ausdruck Ihre: Gefühle besten Dank zu sagen. Vermischtes. Wien. (G a st p r e d i g t.) Herr Rabbiner Dr. Alois Schweiger aus Erlau (Eger) wird am Samstag den 3. Mai d. I. beim Morgengottesdienste im Leopoldstädter-Tempel eine Gastpredigt halten. Wien. Der Direktor des Allgemeinen Krankenhauses, Regierungsrat Dr. Meder, besuchte mit dem Assistenten Dottor K n ö d l die Volkssprisehalle des Vereines „Einheit", II., Malzgasse 12. Begrüßt vom Vorstandsmitglied Hofrat Dr. Julius Schlag und geführt vom Vereinsobmann Bernhard Hofbauer und dem Oekonomen des Vereines Adolf Fischer, besichtigte Dr. Meder die Speisesäle u,ch übrigen Einrichtungen der Anstalt und erklärte, daß sich das Institut, das der weitestgehenden Förderung empfohlen werden kann, würdig unseren besten Anstalten dieser Art anreihe. Wie». (Trauung.) Donnerstag den 1. Mai l. I., 2 Uhr nachmittags, fand im Tempel, I., Seitenstettengaffe, die Trauung des Fräulein Grete Kohn mit Herrn Alexander Zöllner statt. Wien. (Chewra-Kadischa Fünfhaus.) In der am 24. April a. c. stattgehabten Generalversammlung wurden in den Vorstand die ausgelosten Herren Josef L ö w y, Hermann Weinberger und Moritz Weiß wieder- und die Herren Anton Stern und Jacob Goldsand neugewählt. Die Revisoren Herren Siegfried Dörfler und Isidor Spitz wurden mit Akklamation wiedergewählt. Wien. Im Bethause des Allgemeinen Krankenhauses wurde auch heuer der Seder vom Herrn A. D. Karpfen in sehr feierlicher Weise gegeben und nahmen auch Vorstandsmitglieder des Frauenvereines an demselben teil.