Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 16 (18.4.1913)
- Date
- 1913-04-18
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Sette 294 Dr. Vlochs Wochenschrift Nr. 16 Kriefkaste«. B. T. Das Wort „Nebbich" wird aus dem slaoischen nebohy abgeleitet. Die Umwandlung des o in ein i wäre einfach aus der Anpassung des Selbstlautes an das härtere, mehr am Gaumen gesprochene ch zu erklären, das in vielen deutschen Gegenden auch einen helleren Vokal (also i statt o) verlangt. Ä. F. Ihre Arbeit liegt zu Ihrer Disposition. Zur Urgeschichte des jüdischen Volkes liegen neue Materialien vor, die Sie noch nicht kennen. Der jüngste Bericht des „Palestina Lrploration Fund" bringt die durch einen bekannten Aegyptologen erfolgte llebertragung eines vor kurzem entdeckten altägyptischen Papyrus, der neue Streiflichter auf den Auszug der Juden wirft. Wie das „American Magazine" dem Berichte entnimmt, ist der Papyrus ein geographisches Lerikon der Hauptortschaften des östlichen Nildeltas, von wo aus die Juden ihren Weg in das gelobte Land antraten. Der Papyrus erwähnt die im „Erodus" aufgezählten. Ortschaften in nahezu derselben Reihenfolge. Bekanntlich nahmen die Israeliten ihren Weg von dem Lande Gosen aus, von dem feststeht, daß es ein Landstrich im östlichen Nil- Delta war, den die Aegypter „Gesem" nannten. Genau genommen begannen sie ihre Wanderung von der Stadt Raemses aus, und wie es im „Erodus" heißt, machten sie ihren ersten Halt in Sukoth. Der Papyrus wirft diesen Ort mit Pithoni zusammen, das ebenfalls in der Bibel erwähnt wird. Der ägyptische Name ist „Pe-Atum-Zuktu", aus dem mit Leichtigkeit der Doppelname „Pithom-Sukkoth" herausgelesen werden kann. Dann wanderten die Israeliten südöstlich und lagerten sich „gegen das Tal Hiruth, zwischen Migdol und dem Meer, gegen Baal-Zephon". Dort holten die Scharen Pharao's die Israeliten ein, und hier mar es, wo Moses auf des Herrn Geheiß seine Hand ausstreckte, so daß die Israeliten trockenen Fußes hinüber zum anderen Ufer wandern konnten, während die Rrieger des Pharao, die ihnen nachzufolgen trachteten, elendig in den über sie hereinbrechenden Wassern umkamen. Im Papyrus ist nun die Rede von einem See Lharta. Das Wort Lharta klingt aber unzweifelhaft an das biblische „Hiroth" an. Ferner erwähnt der Papyrus einen „Migdal von Baal-Zephon", während die Bibel von „Migdol Baal- Zephon" spricht. Ein Migdol war im alten Aegypten soviel wie ein Fort oder befestigter Turm und wahrscheinlich stand dieses Migdol außerhalb der Stadtmauern von Baal-Zephon. So bestätigt dieser aufgefundene Papyrus die geographischen Angaben des „Erodus" in vollem Umfange. K. L. in W. In dem jetzigen Balkankriege haben auf bulgarischer Seite etwa 5000 Juden im Heere gedient. Man ist, wie ein militär-fachmännischer Artikel der „Köln. Ztg." (2. 2. 13) hervorhebt, mit ihnen zufrieden gewesen; ein jüdischer Oberleutnant Herbst wurde wegen Tapferkeit auf dem Schlachtfelde zum Hauptmann befördert. „Kiffingen". Jawohl, ein derartiger Unterstützungsverein eristiert dortselbst. D. I. Ein solches Institut eristiert leider in Wien nicht. Notizen. Zentral-Bodenkreditbank. Unter dem Vorsitz des Präsidenten Johann Grafen Stadnicki wurde am 29. v. M. die Generalversammlung der Oesterreichiselien Zentral-Bodenkreditbank abgehalten. Nach dem vom Direktor Regierungsrat Dr. J. Baumfeld erstatteten Bericht war das Ergebnis des abgelaufenen Jahres trotz der wohlbekannten ungünstigen Verhältnisse ein ganz befriedigendes. Bei dem anhaltend hohen Zinsfuß war es möglich, im Hypothekengeschäft und bei der Anlage der flüssigen Kapitalien wesentlich günstigere Bedingungen zu erzielen, dagegen konnte eine Erhöhung des Pfandbriefumlaufes nicht eintreten. An Pfandbriefen befanden sich Ende 1912 im Umlauf insgesamt Iv. 102,388.700. An Hypothekardarlehen wurden neu bewilligt fc 8,751.000, so daß sich die Hypothekarforderungen der Bank mit Ende des Vorjahres auf K 102,711.430 beliefen. — Von dem Reingewinn per Iv 1,177.778 (-f- K 25.904) werden dem Reservefonds K. 56.198 zugewiesen, K 100.000 dem Hypothekarreservefonds gewidmet, K 32 per Aktie an die Aktionäre verteilt und K 237.281 auf neue Rechnung vorgetragen. In den Verwaltungsrat wurde der ausscheidende Graf Stadnicki wiedergewählt und der kooptierte Graf Eugen Braida in seiner Funktion bestätigt. Caf6 Lommerzial, Wien, I. Bezirk, Rudolfsplatz Nr. 7. Dieses seit jeher. anläßlich unseres Passah-Festes streng rituell geführte Kaffeehaus wurde von dem uns wohlbekannten Herrn Siegmund Friedmann käuflich erworben, und läßt der Genannte speziell für die Feiertage dieses Lokal gründlich st und modernst renovieren, so daß dieses für unsere Glaubensgenossen auch anläßlich des Pessach-Festes beruhigt besucht werden kann, da dort ausschließlich für diese Feiertage streng rituelle Vorsorge getroffen ist. „Glücksrad" in Brünn. Der Zufall regiert das Glück und es kann niemand behaupten, kein Glück zu haben. Um den von vielen Seiten ausgesprochenen Wünschen gerecht zu werden, era laufet sich das Geldinstitut „Glücksrad" bei den heutigen, so un- * günstigen Erwerbsverhältnissen jedem die beste Gelegenheit zu bieten, durch Beiseitelegen des geringen Betrages von 4t 2.50, 2.60 oder 2.90 monatlich sich in kurzer Zeit ein ganz bedeutendes Vermögen zu ersparen, das sich durch einen eventuellen Treffer sofort tausendfach vergrößern kann. Es ist natürlich, daß je mehr Lose jemand hat, er eine desto größere Gewinsthoffnung hat. Es sollte daher jedermann in seinem eigenen Interesse einige Lose kaufen, denn es ist niemand so reich, um unter so günstigen Bedingungen auf so große Haupttreffer verzichten zu können. Wir machen daher unsere Leser auf den unserer heutigen Auflage beigelegten Losprospekt der Firma „Glücksrad" in Brünn, Rudolfsgasse 12, Mähren, aufnierksam, wohin alle Bestellungen, Anfragen usw. zu richten sind. Wir empfehlen diese Anstalt zum Losankaufe bestens. Wer die Beilage zufällig nicht erhalten sollte, reklamiere sie von genannter Anstalt. Kaiser Franz Josef I. Huldigungstempel Aeschel Awrohom KONKURS. In dem neuen Vereinstempel gelangt die Stelle eines Kantors zur Besetzung. Bewerber muß ein sehr geübter „Kore“ sein und über vorzügliche Stimmittel verfügen. Das Jahresgehalt beträgt ausschließlich dem Nebeneinkommen mindestens 3000 Iv. Bewerber, keinesfalls über 35 Jahre alt, haben ihre Gesuche bis 30. April 1913 an den Vorstand zu richten. Reisespesen werden nur dem zur Anstellung gelangenden Bewerber vergütet. Vien, 2. April 1913. Adolf Schramefc, Obmann des Bethausvereines „Am Völker!,“, II., Novarag. 21. Vorstand der isr. Kultusgemeinde Marienbad Bei der igr. Kultusgemeinde Marienbad gelangt mit 1. Mai a. C. die Stelle eines CUSTOS der zugleich die Schreibarbeiten der Gemeinde zu versehen hat, zur Besetzung. Jahresgehalt K 1200 und eventuell Emulomente. Stenograph und Maschinschreiber bevorzugt. Selbstgeschriebene Offerte mit Zeugnisabschriften bis 22. d. M. erbeten. Reisespesen werden nicht vergütet. ' Marienbad, 8. April 1913. Otto Wolfner Vorsteher KONKURS. Bei der israelitischen Kultusgemeinde in Pohrlitz, Mähren, gelangt mit 1. September 1913 die Stelle eines Rabbiners und Predigers zur Besetzung. Bewerber, welche den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen, den Doktortitel besitzen und befähigt sind, den Religionsunterricht an den Volks- und Bürgerschulen zu erteilen, wollen ihre gehörig instruierten Gesuche bis spätestens 15. Mai 1913 an den Kultusvorstand einbringen. Gehalt K 1500.— nebst den Emolumenten, ferner aus Stiftungen K 1500.—, ausserdem ein Wohnungspauschale von K 400.— und Erträgnisse der Matrikenführung. Reisespesen werden nur dem Akzeptierten vergütet. Pohrlitz, am 16. April 1913. - — . . ' 1 Der Kultusvorsteher: Hermann Schnabl. Zuckerbäcker EDUARD BECKER Teleph. ,2568 empfiehlt den geehrten P. T. Gästen zu den hohen Feiertagen nDQ b& Torten, Dunstobst, Dessert- und Kaffeebäckereien, sowie allen Gattungen Konfirten zu billigsten Preisen.