Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 15 (11.4.1913)
- Date
- 1913-04-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 268 Dr. Bkochs Wochenschrift. Nr. 18 Jüdischer Wauderbund „Blau Weiß". Einladung zu der am Mittwoch den 16. April 1913, 8 Uhr abends, in den Souterrainlokalitäten des Cafe Prückl, I., Stubenring 24, stattfindenden Generalversammlung. — Tagesordnung: 1. Eröffnung; 2. Referat des Herrn cand. med. Otto Gersuny : Ziel, Zweck und Organisation des Jüdischen Wanderbundes „Blau-Weiß"; 3. Verlesung der Statuten; 4. Konstituierung des Vereines; 5. Wahlen; 6. Eventualia. Gäste willkommen. Jüdischer HandÄmgsgehilfen-Verband. Ortsgruppe Wien, II., Taborstrahe Nr. 11 b. Samstag, den 12. d. M., 8 Uhr abends. Versammlung der Frauensektion. Referat über: „Die Frau im Handelsgewerbe", von Kollegin Paula Spatz. (Zutritt nur für weibliche Angestellte.) — Dienstag, den 15. d. M., 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Moses Waldmann über „Methoden des S o z i a l i s m u s". Gäste willkommen. W'E. (Purims estj aus e.) Die Reihe der vom Obmann-Stellvertreter der Toynbeehalle, Herrn Karl Freund, in der Wintersaison 1912/13 arrangierten Kindernachmittage fand mit einer redenden Pur'mfestjause ihren Abschluß. Sämtliche Schützlinge des jüdi } scheu Knaben- und des Mädchenhortes in der Brigittenau. 160 an der .Zahl, und ebensoviele andere arm,: Schulkinder dieses Bezirkes Waren in der Toynb:ehaUe zu Gaste. Ein Purimfestspiel, verfaßt von Kehrer Brauner, die treffliche Aufführung -eines Theaterstückes „Das Mädchen aus der Fremde" ilnd eines Singspieles „'Frau Holde", wobei sich die Hortzöglmge als kleine Künstler bestens bewährten, macht: den Kindern/ viel Vergnügen. Hieran schloß sich reichliche Bewertung und Besch-rnkung der kleinen Gäste mit Näscherrien, und dankerfüllt verließen die Kinder die Hall,:, in der s'e? einige fröhliche Stunden verbracht hatten. „BeG Haam" (Jüdisches Vottsheim), Wien, XVII., Hormayrgasse 7 a. Sonntag, den 12. April l. I., präzis 1/.ß Uhr abends, schließt die heurige Wintersaison mit einem Liederabend ab, zu dem folgende Damen und Herren ihre freundliche Mitwirkung zusagten: Ernestine Aneis, Jul'anna Wilheim, Else Kord«, Elsa Löwe, Rudolf Pollak und Otto Pollak. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man freundlichst an Herrn Dr. M. Förster, XVI., 2haliastraße 22, gelangen lassen. Wien. (Jüdisches S ch ü l e r f e st.) Von dem Bestreben geleitet, die jüdische Jugend dem Judentum zu erhalten und angespornt durch den Erfolg im Vorjahre, veranstaltet das rührige Komitee unter dem Protektorate des Herrn Vizepräsidenten der israelitischen Kultusgemeinde und Landesschulrates, Dr. Gustav Kohn, am Sonntag, 13. April d. I., um halb 4 Uhr nachmittags, im Prachtsaale des „Hotel Continental", II., Taborstraße 4, ein Schülerfest. Programm: Festrede, Schülerchöre, Vortragsakademie, Festspiel: „Der Weg der Treue". Orchester: Kapellmeister Ganglberger. Körten ä 4, 3 und 2 Kr. erhältlich: Schulkanzlei, II., Malzgasse 16, Buchhandlung I. M. Bels, I., Rabensteig, Tanzinstitut Hermann, II., Praterstraße 34, Theaterkarten-Bureau, I., Morzinplatz 5, und eine halbe Stunde vor Beginn des Festes. Allseitige Unterstützung und Förderung erwünscht. Reingewinn zu Gunsten hungernder Schulkinder. Bethavsverem „Thorat Emeth". Am 27. März fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Bethausvereins „Thorat Emeth" unter dem Vorsitze des Obmannes. Herrn Doktor Josef Straffer, im Vereinslokale statt. Dem Jahresberichte ist zu entnehmen, daß das Vereinsjahr einen weiteren Fortschritt in der Entwicklung des Vereines bedeutet. Dem verdienstvollen Kassier S. Millet wurde der besondere Dank der Generalversammlung ausgedrüät. Dr. Strass« forderte die Anwesenden auf, das Tempelbaukomitee in seiner wichtigen Arbeit tatkräftig zu unterstützen und erwähnte, daß auch die Bezirkskommission, der er als Vertreter des Vereines angehört, die Förderung des Tempelbaues ollen jüdischen Bewohnern des III. Bezirkes zur moralischen Pflicht macht. Die einstimmig erfolgten Wahlen ergaben folgendes Resultat: Obmann: Med. Dr. Josef Strasser. Obmann-Stelloertreter: Ferdinand Kohn. Kassier: Salomon Millet. Bethausverwalter: I. König, M. Köpper, M. Reich. Schriftführer: Dr. P. Straffer. Revisoren: Dr. Felir Löwy, Architekt Emanuel Neubrunn. Wien. Herr Otto und Rudolf Pollak, die durch ihre humoristischen und musikalischen Vorträge in den Toynbeehallen, XV., XVII. und XX. Bez., bekannt sind, haben schöne Erfolge auszuweisen. Otto Pollak, unter dem Namen Poll, war in der vergangenen Saison als Komiker an das Berndorfer Jubiläumstheater engagiert und hatte bei seinen Mitwirkungen in Operetten, wie auch im Schau- und Lustspiele, große Erfolge zu verzeichnen und wird Ende; Mai in der Badener Arena in einigen Rollen aus Engagement gastieren. Rudolf Pollak hat sich der Komposition gewidmet und arbeitet unter anderem an einer Operette, die mit einem Tert von einem bekannten Autor versehen ist. Austritte aus dem Judentum. Vom 30. März bis inkl. 5. April 1913. Alt Gisela, geb. 3. Februar 1891, Wien, XVI., Wurlitzergasse 36. Herzig Dr. Samuel auch Siegfried, Buchhändler, geb. 11. November 1861, Stanislau, III., Rudolf v. Alt-Platz 5. Hönich geb. Roth Mathilde, Malerin, geb. 10. Juni 1866, Werschetz, IX., Mariannengasse 15. Marschik Gisela Maria, Kontoristin, geb. 4. Jänner 1870, Rechnitz, Ungarn, XVIII., Staudgasse 62. Polla Marianne, Modistin, geb. 16. April 1889, Wien, Vlll., Lprchnnfeldergürtel 6. Reich-Fischer Elise, geb. 20. Oktober 1880, Hetzendorf, IV., Margarethenstrasse 47. Robitschek Dr. Alfred, Dr. phil. geb. 27. Juni 1871, Wien, I., Ratbausstrasse 20. Stark Bernhard, Privatbeamter, geb. 7. Februar 1886, Wien, IX., Mosergasse 9. Steiner Otto, Ingenieur, geb. 15. Oktober 1887, Retz, VIII., Scblösselgasse 8. Stranss geb. Fis her Ida, geb. 14, März 1872, Olmütz, VI., Mariahilferstrasse 81. Weiller geb. Löwith Martha, Ingenieursgattin, geb. 11. November 1884, Wien, I., Goldschmiedgasse 9. Weiss Lilli, Private, geb. 18. Juni 1883, Wien, XII., Rechte Wienzeile 23. Regiermigsrat Professor Dr. Kisch. Aus Marienbad wird uns berichtet: In diesem Frühjahr beendigt Regierungsrat Professor Dr. Heinrich Kisch in voller Rüstigkeit das fünfzigste Jahr seiner Tätigkeit als Brunnen- und Badearzt in Marienbad und als Schöpfer der modernen Balneologie überhaupt. Professor Kisch kam 1863 als 21 jähriger Arzt nach Marienbad, das damals am Beginn seines Werdeganges als Weltbad war. Im Jahre 1867 habilitierte er sich an der Prager Universität als Dozent für Balneologie, Hydrologie und Klimatologie und hielt volle 44 Jahre seine Vorlesungen über diese Fächer ab. Er betätigte sich auch in hervorragender Weise als balneologischer Schriftsteller. Göding. Das Buch „Schilderungen aus dem Prerauer Ghettoleben vom Jahre 1838—1848“ von I. Brieß, Olmütz, wurde von Sr. Majestät dem Kaiser für die Familien-Fideikommiß-Bibliothek angenommen und dem Verfasser aus diesem Anlässe der Allerhöchste Dank bekanntgegeben. Karlsbad. (Todesfall.) Laut einer eingelangten telegraphischen Nachricht starb in Mailand am 8. April vormittag Frau Theresia Münster, eine seit vielen Jahren in Mailand lebende Karlsbaderin, deren Vater der weitbekannte Karlsbader Arzt David Maier war. Die Leiche wird nach Karlsbad überfübrt. Troppa«. Bei der am 5. d. stattgehabten Wahl in den Kultusvorstand wurde Herr Dr. Theodor Sonnenschein wieder einstimmig zum Präses unserer Gemeinde gewählt. Seit 24 Jahren bekleidet Herr Dr. Sonnenschein dieses ehrenvolle und oerantwortungsreiche Amt in unserer Gemeinde, um die er sich hervorragende und bleibende Verdienste erworben hat. Im Feber 1914 wird unser Herr Präses das seltene Jubiläum der 25jährigen verdienstvollen Tätigkeit eines Kultuspräsidenten feiern können! Als Vorsteherstellvertreter wurde Herr Dr. Isidor Wolf wiedergewählt. Bisenz. Unter ungewöhnlich starker Beteiligung wurde am 4. d. M. das älteste' Mitglied unserer Gemeinde, Herr Leopold David, ein Onkel des bekannten Dichters I. I. David, der das seltene Alter von 103 Jahren erreichte, zu Grabe getragen. In der Zeremonienhalle entwarf unser Rabbiner, S?. Ehrwürden Herr Dr. Josef Hoff, mit beredten Worten ein lichtvolles Eharakterbild von dem Entschlafenen, dem er die überaus zutreffenden Bibelworte zugrunde legte: „Süß ist der Schlaf des Arbeit- 's'amen, er mag wenig oder auch viel genossen haben." Die Herren Kantoren Lewitin und Jelenko erekulierten in würdiger Weise die Trauergesänge.