Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-03-28 · 13 (28.3.1913) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
13 (28.3.1913)
Date
1913-03-28
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3022035-3022049--22002-3047125
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

Sette 234 Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 13 Da lauern Versuchungen aller Alt und der Slrassenlärm droht die innere warnende Stimme zu übertönen. Sie sehen nichts als das Jagen der Menschen, die vor Hast ihr Glück fast versäumen. Die Natur aber ist ihnen fremd, ihre Sprache verstehen sie nicht mehr, ihre Schönheit sehen sie nicht und ihre Erhabenheit und Grösse vermag sie nicht zu beglücken, denn in wohlgepflegten Ziergärten und Naturalienkabinetten ist sie nicht zu finden. Wir wollen unsere Jung n und Mädchen hinausführen in die freie Natur, in sonnige Landschaften, damit die Sonne auch jüdische Kinderherzen wieder erwärme, damit sie als Männer und Frauen sich ihrem Lichte offen halten, das sie heute vergeblich um Einlass bittend, umflutet. Sie sollen Tiere, Blumen und Steine kennen und lieben lernen. Sie sollen ihre jungen Glieder müde laufen, damit sie erstarken und die Ruhe, der sie sich dann hingeben, ehrlich verdient ist. Der jüdischen Jugend soll die Sehnsucht nach der reinen Natur eingepflanzt werden, sie bedeutet das i nere Glück, sie lässt Männer und Frauen erwachsen, deren ein Volk bedarf, das zum Lichte will. Wir werden unter Leitung verlässlicher Führer planmässige Wanderungen veranstalten, die durch die Einfachheit (Alkobol- und Nikotingenussverbot), die auf ihnen herrschen, allen Kindern zugänglich sein werden. Junge Juden durch turnerische Zucht zur Herrschaft über den eigenen Körper, durch Einordnung in harmonisch gefügte Verbände zu gesundem Gemeinsinn zu erziehen und durch die Zugehörigkeit zu einer frohen jüdischen Gemeinschaft ihr Selbstbewusstsein zu heben, ist eines unserer Ziele. In vielen Ländern und b°i vielen Völkern hat diese Einrichtung sich vortrefflich bewährt, und gestützt auf Eure Liebe zu Euren Kindern wird diese edle Sache auch der jüdischen Jugend ihren Segen bringen. Univ.-Prof. Dr. Albert Bing; Univ.-Prof. Dr. Ludwig Braun; Vorstands mi'glied der Wiener israelitischen Kultusgemeinde Dr. Jakob Ehrlich; Univ.-Prof. Dr. Salomon Ehrmann; Vizedirektor der Universitätsbibliothek Regierungsrat Dr. Salomon Frankfurter; Univ.-Prof. Dr. Siegmund Freud; Schriftsteller Adolf Gelber; Hof- und Gerichts-Advokat Dr. Ludwig Gelber; Univ.-Prof. Dr. Markus Hajek; Direktor Alexander Hecht; Dozent Dr. Carl Hochsinger; Dozent Dr. Alexander Holländer; k. u. k. Oberst Wilhelm Husserl; Regierungsrat Prof. Dr Wilhelm Jerusalem; Akademischer Maler Isidor Kaufmann; Akademischer Maler David Lohn; Univ.-Prof. Dr. Leopold Königstein; Akademischer Maler Lazar Kroatin; Univ.-Prof. D". Wilhelm Knöpfeimacher; Univ.-Prof. Dr. Otto Marburg; Präsident des innerösterreichis hon Distriktskomitees Dr. Leopold Meisi; Univ.-Prof. Dr. Max Neuburger; Univ.-Prof. Dr. Josef Pollak, Vorstandsmitglied der israelitischen Kultusgemeinde: Schriftsteller Josef Popper-Lynkeus; Univ.-Prof. Dr. Emil Redlich; MUDr. A. 8ac 8, Präsident des »Jüdischen Wanderbundes »Blau-Weiss«, Berlin; Kaiser 1. Rat Leopold Sachs von Sachsenhall; Schriftsteller Felix Salten; Vorstandsmitglied der israelit. Kultusgemeinde Dr. Isidor Samuely; Akademische r Maler Nikolaus Schattenstein; Prof. Otto Simon; Hofmusiker Prof. Josef Salzer; Dr. Wilhelm Stekel, Vorstandsmitglied der Wiener israelitischen Kultusgemeinde; Oberingenieur Robert Stricker; Schriftsteller Jakob Wassermann; Univ.-Prof. Dr. Maximilian Weinberger; Direktor Dozent Dr. Julius Läppert; Dr. Ignaz Zollschan; Univ.- Prof. Dr. Otto Zuckerkandl; K. u. k. Generalstabsarzt Dr. Jakob Zuckermann. Das Exekutivkomitee: MUDr. Alfred Czapek, Obmann; Prof. fWav Gattmann, Obmannstellvertreter; MUDr. Rudolf Fischer, Kassier; MUC. Otto Gersuny, Zeugwart und Obmann der Führerschaft; slud. iur. Jakob Landau. I. Schriftführer; stud. iur. Max Altmann, H. Schriftführer; Rudolfine Walt ach, Bibliothekar; Ing. Robert Kien, Präsident des II. (westösterreichi eben) Kreises der »Jüdischen Turnerschaft«, Beisitzender. Zuschriften sind an die Adresse des I. Schriftführers Herrn stud. iur. Jakob Landau, II., Zirkusgasse 10, zu richten. Notiz. Jüdische BüHue Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12, Dink.ini: M. Siegler. Freitag den 28. und Samstag den 29. März: «Kuue Lemil", Komösie in 4 Aufzügen von Goldfaden. — Sonntag den 30. März, halb 4 Uhr nachmittags: „Chanale", Lebensbild in 4 Aufzügen von Feinmann. — Sonntag den 30. und Montag den 31. März, letzte Vorstellungen: „Chaim in Amerika", Lebensbild in 4 Aufzügen von L a t e i n e r. Jüdischer Portier- und Hansbesorger-Verein I., Seitenstettengasse 4. Telephon 21172 Telephon 21172 Unentgeltliche Stellenvermittlung. InnrYA (rnhild Diiccin der polnischen Sprache ebenso JUHgC S0D11Ü. KUSMU, mächtig, sucht Stelle als Vorleserin oder Gesellschafterin bei Damen. — XX., Karl Meisslstrasse 9, Tür 20. G. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der lausenden Abonnements gebühr, batnif die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Betraue wolle man sich des zugesandten Posterlag Scheines bedienen. Die Administration. Isr. Tempelu. Schulverein, Wien, VI., Stumpergasse 42. KONKURS. An unserem Vereins-Bethause gelangt die Stelle eines Rabbiners zur Besetzung. Bewerben haben drei nsnn rnnn von anerkannt orthodoxen rabbinischen Autoritäten beizubringen, ferner müssen dieselben die Befähigung besitzen unsere Talmud-Thora-Schule zu leiten und an derselben Unterricht erteilen zu können. Der Jahresgehalt beträgt K 3000.—, ferner Nebeneinkommen. Bewerber haben ihre, mit den gehörigen Nachweisen über die erforderlichen Qualifikationen versehenen Gesuche bis spätestens 15. April a. c. an den Vorstand zu richten. Dem Akzeptierten werden Reisepesen vergütet. Wien, den 12. März 1913. Der Vorstand des isr. Tempelu. Scbulvereines, Wien, VI., Stumpergasse 42. Isr. Tempelu. Schulverein, Wien, VI., Stumpergasse 42. An der neu errichteten Talmud-Thora-Mädchenschule unseres Vereines finden noch Schülerinnen-Aufnahmen für das laufende Schuljahr statt. Der Unterricht geschieht unentgeltlich. Anmeldungen im Vereinsbethause, VI., Stumpergasse 42, vormittags von 7—*/,8 Uhr, abends s/46—1/z7 Uhr. Der Vorstand. Suche für meine Nichte geschäftstüchtiges, sparsames, fesches Mädchen mit 6 Mille Mitgift nebst Ausstattung, passenden israelitischen Bewerber. — Nur ernst gemeinte Anträge unter »Nur ernster Bewerber« an die Annonzen- Expedition Eduard Braun, Wien, I., Rotenturmstrasse 9. ¥7~ || iY|i o y. mit sehr feinem Geschäft, Samstag -E^-aNURKM-KRCRR».UR geschlossen, sehr vergrösserungsfähig, wünscht passende Partie. — Gefl. Zuschriften nur von Verwandten unter »Eheglück 1913« Hauptpostlagernd Wien. Sache für sichere Realitäten stillen Teilhaber, kapitalskräftig. Suchender ist ledig, fromm, solide. — Nur direkte Zuschriften mit voller Adresse unter »B. H.«, Hauptpostlag. Wien. Wünsche ein schönes, kluges Mädchen aus frommer, wohlhabender Famil e zu heiraten. Gefl. Zuschriften nur von Verwandten, mit Bild, Angabe von Alter und voller Adresse unter »Herzenswunsch«, Hauptpostlagernd Wien. In der Israelitengemeinde Trebitseh ist eine Gastwirtschaft samt Restaurationsgarten an einen jüdischen Gastwirt sofort zu verkaufen oder zu verpachten, der verpflichtet wäre rituell zubereitete Speisen zu verabreichen. Auskunft erteilt der Vorstand der isr. Kultusgemeinde in Trebitseh.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.