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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-02-21 · 8 (21.2.1913) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
8 (21.2.1913)
Date
1913-02-21
Page
– (sequence 14)
Language
German
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©rite 142 Dr. Vlochs Wochenschrift. Nr. 8 spezifiseh jüdische Kunstiiehtung gibt, einerseits, weil die große Armut, in welcher die Mehrzahl der Juden lebte, den Anreiz zur Errichtung von prunkvollen Profanhauten 'verhinderte, andererseits, weil ihre Rassenveranlagung und religiöse Eigenart sie nicht zur Errichtung domahnlieher Kultgebäude begeisterte, so war doch immer das Bestreben da, sich mit Dingen zu umgeben, die dem Schönheitssinn der Juden alle Ehre machen.“ Zum Schlüsse mögen folgende treffende Bemerkungen aus dieser interessanten Schrift hier Platz finden: ,,Ebenso wie die frommen Mönche in mittelalterlichen Klöstern saßen und mit staunenswerter Fertigkeit und Geduld schön und schönere fromme Missalien und Breviarien malten, so saß im Ghetto der Sofer und brachte in seiner Art nicht minder schöne Kunstwerke hervor. Schon die Präzision, mit welcher er die Pergamentrollen mit den tausenden und aber tau sen den Buchstaben der heiligen Schrift beschrieb, ist bewundernswert; aber es wetteifern mit den Produkten der Klöster auch jene Schriftwerke, welche Erkunden verschiedenen Inhalts, wie Megilah etc., darstellen. Zum Exempel zeigen wir: das Ehrendiplom, laut welchem der weise Hof und Kriegsfaktor Samson Werthei nie r, d**r g < sse Wohltäler der Juden!.cit. zum Ehrenrabbiner Eisenstadts gewählt wurde; die im .Jahre 1734 von seiten der Eisenstädter jüdischen Gemeinde an den Fürsten Paul Esterhazy gerichtete, in hebräischer, biieb is hir und deutscher Sprache abgefaßte Huldiguugsadres.se" usw. Die Studie ist auch in ungarischer Sprache in „Mult es Jövö* erschienen. Rohoncz. Moriz E h r 1 i e h. Die Sprache der Vögel. Komödie in vier Akten von Adolf Paul1)' Eine Komödie, deren Sujet und vielfach auch die Sprache dem Alten Testamente entnommen ist, ist ein Novum in der poetischen Ausbeutung von biblischen Stoffen und Situationen. Wir sind gewohnt, ernsten, tragischen Momenten in der biblisch-dramatischen Poesie zu begegnen. Belsazar, Jeftas Tochter, Simsen und Delila, Judith — um nur einige zu erwähifen — sind von dramatischem Ernste getragen, der den ernsten Charakter der biblischen Poesie nicht allzu sehr beeinträchtigt. Zu einer „biblischen Komödie“ aber kann sieh der Geist nur schwer gewöhnen. Wir sind mit Herder der Meinung Luther s, „daß wir die Propheten müssen lassen auf dem Pult sitzen und wir hienieden zu ihren Füßen hören, was sie sagen, und nicht sagen, was sie hören müssen“. — In der „Sprache der Vögel“ jedoch nimmt das Komödienhafte vielfach einen ernsten Charakter und eine symbolische Bedeutung an, so daß Ton, Sprache und Handlung die biblische Eigenart und die biblische Stimmung beibehalten. Selbst die Sprache der Liebe, in der 8 a b u d, ein Freund des Königs Salomo, zu der schönen A b i s a g spricht, ist biblisch. „Wie die Gazelle in der Wüste vor Durst verschmachtend nach dem Labsal der Quelle schreit, so schreit meine Seele nach dir, du Sonne meines Lebens . . ,“2) Daß Salomo die Sprache der Vögel verstand, ist in der Bibel nicht direkt ausgesprochen; allein die A gada läßt ihn, und zwar mit Bezug auf I. Könige 5, 13,3) auch die Vogelsprache sprechen. — „Am liebsten,“ heißt es in einer Aga da, „unterhielt sich Salomo mit den Vögeln, sowohl wegen ihrer lieblichen Sprache, die er so gut wie die der Menschen verstand, als wegen der schönen Sprüche, die sie im Munde führten.“ — Dieses große Geheimnis nun, die Kenntnis der Vogelsprache, soll Sabud von seinein Freunde und Könige Salomo ablauschen, denn die schöne Äbisag von Sunem verlangt dies von ihm (Sabud) als Liebeszeichen. Aber Salomo lüftet selbst das große Geheimnis der Vogelsprache. „Sprich in Gefühlen, nicht in Worten!“ sagt Salomo zu Sabud. „Sprich jene große, allgemeine Sprache der Natur, die in jedem Herzen zittert, „ daun bist du allwissend, dann ist dir nichts geheim — dann wirst du in jedem Herzen wie in einem offenen Buche lesen können!“ Es ist eine schöne, symbolische Bedeutung, die Adolf Paul der Vogelsprache Salomos verliehen hat. Sie ist der ewige Naturlaut, die reine Spräche des Gefühls; rein wie der Aetlier, wohin die Vögel durch' das uferlose Reich der Lüfte schweben. S i s s e k. Dr. Benno H e i s z. Dr. M. Grunwatd, Rabbiner der isr. Kultusgemeinde in Wien. Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. 16. Jahrgang, 1. Heft. (Der ganzen Reihe 45. Heft.) Diese Mitteilungen erscheinen zugleich als Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. Inhalt: S. Weißenberg: Jüdischer Volkskalender. — S. Bamberger: Drei Schriftstücke aus einem Aktenbüudel, „Judenakte“ des Magistrats zu Wandsbeck. — 8. W eissenberg: Rothschild- Legenden. — Grunwald: Ruthenische Juden-Legenden. *) Aufgeführt im Burgtheater 1911. In Buchform erschienen bei G. Müller München. *) VergL Pslm, 42, 1. 3) bin wmn b& nwwl» -QT'1 — 8. Beil in: Jüdische Volkslieder aus Rußland (Fortsetzung). — Sal. Goldschmidt — A. Marmorstein: Zeöna ureena (Fortsetzung). — Berichtigungen zu „Jüdische Sprichwörter und Redensarten“. — Bücherschau. — Alle Sendungen werden erbeten an die Adresse des Herausgebers: Wien, XV„ Mariahilf erstraße 167. Die Weltanschauung des Judentums, von Rabb. Dr. Ludwig Pick. 94 Seiten. 1912; Berlin C. 2, C. Boas Nacht'., Verlagsbuchhandlung. — Inhalt: Die Grundzüge des Judentums. — Die Einheit des Menschengeschlechts. — Das Reinmenschliche im Judentum. — Stellung zum Darwinismus. — Die einheitliche Moral. — Die Moral des Alten und des Neuen Testaments. — Die Moral dos Optimismus und des Pessimismus. — Die staatliche und die soziale Morai. —- —- Die einheitliche Religion. — Das Wesen der Zeremonien und Ritualien. ■— Judentum und Christentum. — Missionstätigkeit und Staatsbürgertum. — Diskussion. — Der Modernismus Spinoza. Religion und Philosophie. — Der religions-sozialgesehichtliche Geist. Collection of British Authors Tauchiiitz Edition. Yol. 4378. The Promised Land. By Mary Anti n. In one Volume. Leipzig: Bernhard Tauchnitz. Paris: Librairie Henri Gauion, 39, Rue Madame. The Galignani Library, 224, Rue de, Ri voli. Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XIV. Jahrgang, Nr. 4, Prag, den 14. Febr. 1913. (18. Adar Rischen 5673.) Inhalt: Albert Knapp: Die Steine im Jordan. Een Jehuda, — Dr. 8. Werner: Jüdische Sagen und Legenden. — Ida Bock: Geistesgegenwart. - Josef Hart: Das Dreigespann (Fortsetzung). — Dr. Otto G o 11 h i 1 f: Weshalb frieren wir? — J. Bronn er: Ins Land der Väter (Fortsetzung). — Aus unserem Leserkreise. — Hebersetzungs-Aufgabe. — Rätsel. — Redaktion und Administration: Prag, II., Stefansgasse 629. Dr. Wilhelm Bacher, Professor an der Landes-Rabbincrsehule zu Budapest. Die Agada der babylonischen imoiäe r. Ein Beitrag zur Geschichte der Agada und zur Einleitung in den babylonischen Talmud. Zweite, durch Ergänzungen und Berichtigungen vermehrte Auflage. Frankfurt am Main. 1913. Verlag von J. K auf f mann. Dr. Wilhelm Bacher, Dir« klor an der Landes-Rabbinerschule zi Budapest. E-gänzungen und Berichtigungen zur »Agada der babylonischen Amoräer«. Dem unverändei ten Neuabdrucke der ersten Ausgabe (1878) beige;, eben. Frankfurt am Main 1913. Verlag von J. K a u ff m a n n. j Dr. David Kiinstlinser. Die Pelichot des Midrasch rabba zu Leviticus. Verlag des Verfassers. Krakau 1913. KriefKasteu. Samuel Joses Hakoheu. Wir haben Ihre berechtigten Wünsche wegen Berücksichtigung der jüdischen Hochschüler bei den von der Kultusgemeinde veranstalteten Vorträgen an kompetenter Stelle zur Kenntnis gebracht. Für die laufende Vortragssaison wird nichts mehr zu machen sein, für die nächste Saison wird die Angelegenheit im Auge behalten werden. Opp. .Der verstorbene Kultusvorsteher Emanuel B a u m - garten war wohl Mitglied des Vertreterkollegiums, niemals aber Präsident oder Vizepräsident. K. L. Der neue Oberbürgermeister von Budapest, Franz Heltai, ist keineswegs, wie es in der „Arbeiterzeitung" hieß, ein „getaufter Jude", sondern Heltai gehört der jüdisch-konfessionellen Gemeinschaft an und dachte nie daran, seine religiöse Ueberzeugung dem Ehrgeiz zu opfern, worin er sich vorteilhaft von manchen „gesinnung-starken" Redakteuren unterscheidet. Dah das ehrlose! Renegatentum bemüht ist, diesen aufrechten Mann durch allerlei Ausstreuungen zu verdächtigen und zu verunglimpfen, kann darum nicht Wuüder nehmen. „M. K. UiU “ Die gewünschte Adresse lautet: Wien, I., Spiegeluasse ul. I K. Der Verfasser des Buches „Psychologie des jüdischen Geistes" S. M. M e l a m e d ist ein jüdischer Schriftsteller in London. Notiz. Allgem. österr. Boden-Credit-Anstalt. Die achtundvierzigste ordentliche General-V ersammlung der k. k. privilegierten Allgemeinen österreichischen Boden - Credit - Anstalt findet am 13. März 1913, um 4 Uhr nachmittags, in Wien, 1., Teinfaltstrasse Nr. 8, statt. Verhandlungs-Gegenstände: a) Bericht des Gouverneurs, b) Bericht der Zensoren, e) Beschlussfassung über die Gesellschaftsrechnungen und die Verwendung des Gewinnes. d) Beschlussfassung über Statutenänderungen, e) Wahl von Verwaltungsräten. f) Wahl eines Zensors, ln dieser General-Versammlung sindjene Herren Aktionäre stimmberechtigt, welche mindestens 14 Tage vor dem Zusammentreten derselben, daher bis längstens 27. Febmar 1. J. fünfzig Aktien nebst Coupons bei der Kasse der Gesellschaft in Wien (Teinfaltstrasse Nr. 8) oder in Paris (Aveuue de l’Opöra Nr. 19) deponieren.

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