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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-02-14 · 7 (14.2.1913) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
7 (14.2.1913)
Date
1913-02-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 7 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 123 im Vorverkauf noch zu haben im Cafö zur Börse, I. Wipplingerstraße 35, Cafe Brammer, IX., Liechtensteinstraße 1, sowie im Verbandslokale, II., Taborstratze 11 b, zwischen 8- 9 Uhr abends. Verein jüdischer Hochschnler „Cheruth , Allg jüd. Arbeiterverein „Poale - Zion". Am 21. Februar 1913, im Festsaale des Hotel „Continental", II., Taborstraße 4, Perez-Abrnd. . 'Mitwirkende: I. L. Perez (Warschau), Dr. N. Birnbaum (Mathias Acher), Berlin, Prof. Ferdinand Gregori. Beginn 8 Uhr abends. — Karten;'i 5, 4, 3, 2, 1 Kr. bei Kehlendorfer, I., Krugerstraße 4, CafO Herz, I., Rotenturmftraße 31, und im Vereinslokale, II., Stephankeftratze 3. Wien. Populärwisfenfchaftl. Freilagabend-Vorträge am Bet- Hamidrasch ,„Talmud-Thora", II., Malzgasse 16, auch Frauen zugänglich. Am 14. Februar: Herr Wols Pappenheimer: „R. Akiba E g e r". — Am 21. Februar: Herr Professor Mor. Anischerl: „Ein neuer Kolumbus auf altjüdischem Wiener Boden und seine Entdeckungen". Beginn jedesmal um dreiviertel acht Uhr abends. Wien. Herr cand. jur. Heinrich Glanz beginnt am 20. Februar. 6 Uhr abends, im Lokale des Jüdisch-Akademischen Juristen- Vereines, IX., Garnisongasse 24, einen Vortragszyklus über „Mosaisches Recht mit Berücksichtigung des modernen Rechtes." Zur Teilnahme sind alle Mitglieder und Gäste willkommen. Eintritt frei. Arischr WoWiitigkett! Eine christliche Dame, mit einem großen antisemitischen Herzen, hat der Kommune Wien im 19. Bezirke einen Baugrund mit der ausdrücklichen Bestimmung überlassen, daß selber zur Erbauung eines Jugend-Fürsorgehauses benützt werde, worin aber weder: jüdische Kinder, noch jüdisches Lehr- oder Hilfspersonal ausgenommen werden darf. — Also schon bei den Kindern einer anderen Konfession hört die Menschlichkeit und Duldung der betreffenden „Wohltäterin" aus, die gewiß von ihrer „echt christlichen Gesinnung" erbaut ist, zumal ihr noch der Dank der Stadträte votiert wurde, was ja bei diesen Herren nicht Wunder zu nehmen ist. — Die israelitische Kultusgemeinde geht jetzt daran, ein Kinderspital zu bauen, mit der ausdrücklichen Bestimnung, daß auch Kinder anderer Konfessionen darin ausgenommen werden. ..... Jüdische Wohltätigkeit kennt keine Grenzen; und sogenannte „echt christliche Gesinnung" prunkt mit Einseitigkeit. I. Pf - - - - r. Wien (Vierzigjähriges Jubiläum.) H'rr Philipp Krön, Chef der Möbelfirma Philipp Krön, I., Rauhensteingass: 10. und seine Gemahlin Frau Irene Krön feierten am 10. d. M. ihr vierzigjähriges Hochzeitsjubiläum. Wien. (Jüdischer jugendlicher Arbeite rverein, Wien, II., Stephaniestraße 3.) Sonntag den 23. März d. I., um 8 Uhr abends, firdet im großen Frstsaale des Hotel „Continental", II., Taborstraße 4, das zehnjährige Gründungsfest statt. Austritt aus dem Judentum. Vom 2, Februar bis inkl. 8. Februar 1913. Silber Max, Schuhoberteilherrichter. geboren am 21. Februar 1885 in Wien, XVI., Hyrtlgasse 27. Lundenburg. iK o n st i t u i e r u n g der neuen Kult i^sg e m e i n d e v e r t r e 1 u n g.) Sonntag, den 9. Februar l. »I., fand nach der am 2. Februar erfolgten Neuwahl der Kultusgemeindevertretung die Konstituierung des Kultusvorstandes statt. Der Alterspräsident Herr Simon Ditz begrüßte mit warmen Worten den neugewählten Kultusausschuß. Hierauf ergriff der Beirat Herr Jonas Gold das Wort und sprach in herzlicher Weise im Namen des Kultusausschusses sowie der Kulmsgemeinde dem bisher gewesenen Kultusvorsteher Herrn Josef Holländer für sein selbstloses, opferwilliges und segensreiches Wirken den Dank aus und ersuchte die Mitglieder des Kullusausschusses zum Zeichen der besonderen Ehrung sich von ihren Sitzen zu erheben. Hierauf stellte Herr Jonas Gold den Antrag, Herrn Josef Holländer per Akklamation zum Kultusvorsteher zu wühlen. Dieser Antrag wurde mit Beifall ausgenommen. In wohlverdienter Weise wurde ferner das stets opferwillige Wirken der früheren Beiräte gewürdigt. Es wurde vom Alterspräsidenten Herrn Simon Ditz der Antrag gestellt, die früheren Beiräte per Akklamation wieder zu wählen. Dieser Antrag wurde sreudigst begrüßt. Herr Jonas Gold wurde als Kultusvorsteher-Stellvertreter, Herr Direktor Gustav Elsner als 1. und Herr Hoffman» Josef jun. als 2. Beirat gewählt. Denselben Dank erntete der verdienstvolle Stistungsverwalter Herr Stein Bernhard sen. und wurde per Atklamation als Stiftungs- Verwalter neugewählt. Der engere Kultusausschuß besteht somit aus folgenden Herren: Josef Holländer, Kultusvorsteher, Jonas Gold, Kultusvorsteherstellvertreter, Direktor Gustav Elsner 1. und Hoffman» Joses 2. Beirat. Ausschußmitglieder: Ditz Simon, Friedenfeld Siegmund, Grünbaum Wilhelm, Hauser Edmund, Direktor Herz Salo, Stein Bernhard sen., Reich Hermann, Weigl Robert. Preßburg. Eine solenne Feier veranstaltete am 2. Febr. die hiesige orth.-isr. Kultusgemeinde. Den Anlaß hiezu bot die 40. Jahreswende der Amtstätigkeit ihres hochgeachteten, allgemein verehrten Obernotars und Matrikenführers Herrn Wilhelm Grünsfeld. In Anwesenheit des Vorstandes und der Gemeinde-Repräsentanz, des ebrw. Herrn Oberrabbiners, sowie eines zahlreichen distinguierten Publikums gab Präses Herr Lazar Gestetner ein schönes Bild der vielen hervorragenden Verdienste, die sich der Jubilar um das Wohl und Aufblühen der Gemeinde erworben hat. Als sichtbares Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit wurde ihm in Begleitung einer schwungvollen, in vorzüglichem Hebräisch und auch Ungarisch gehaltenen Adresse ein Silberpokal und ein Ehrengeschenk überreicht. Rach Verlesung des Tertes hielt Herr Oberrabbiner A. Schreiber eine tiefempfundene, herzliche Ansprache, in welcher er in begeisterten Worten die Frömmigkeit und das wah e gottes» fürchtige Leben de» Jubilars schilderte, das er den Angelegenheiten dieser altehrwürdigen Gemeinde mit von wahrem Glaubenseifer und Thoratreue getragenen Pflichteifer weihte. Herr Eduard Schlenger sprach namens der Gemeinde-Repräsentanz die herzlichsten Glückwünsche aus. Tief bewegt und gerührt erwiderte der also Gefeierte warme Dankesworte für die ihm gewordene ehrende Auszeichnung. Sein Beruf ist ihm so lieb geworden, daß er denselben nicht missen könnte; er wolle daher mit Freuden seine Tätigkeit auch ferner in den Dienst dieser Gemeinde stellen. Mit begeisterten Hochrufen wurde dieser edle Entschluß zur Kenntnis genommen, und hiemit schloß die so wahrhaft erhebende Feier. Nikolsburg. >'Verein isr. V e r s o r g u n g s h a u s.) Der verstärkte Ku'.tusausjchuß der Jsraelitengemeinde Rikolsburg hat in seiner Sitzung vom 6. Februar 1913 unter Vorsitz des Vorsteherstellosrtreters Tis! mit allen gegen 1 Stimme beschlossen, das Uebereinkommen zu genehmigen, mit welchem der Vorstand der Cbewra-Kadischa als Sigmund Blau'sche Stiftungsverwaltung dem israelitischen Versorgungshanse das in Verwaltung der Chewra- Kadifcha stehende Sigmund Blau'sche Stiftungshaus, Hauptgasse Rr. 80, mit allen Ilbikationen und Garten zu humanitären Vereinszwecken überläßt. Der Vereinsleitung sind weiters nachfolgende Betrüge übermittelt worden. Als einmalige Spenden: Brüder Böhm, Wien 200 Kr., Robert Teltscher 100 Kr. Als Milgliedsbeiträge pro 1913: Dr. Leopold Fischer, Wien 50 Kr., Ignatz Deutsch, Wien 50 Kr.. David Politzer, Wien 30 Kr., Adolf Frankfurter, Znaim 20 Kr., Bernhard Trebitsch, Mistelbach 20 Kr., Georg König und Bruder, Wien 10 Kr., Dr. Emil Krakauer, Komotau 6 Kr., Leopold Gewitsch, Wien 6 Kr., Bernhard Pisk, Wien 6 Kr., Franz Kühn, Pohrlitz 6 Kr., Gustav Trebitsch. Wien 6 Kr., Ludwig .Krakauer, Wien 6 Kr., Samuel Sachs, Wien 6 Kr., Jakob Eisler, Wien 6 Kr. Rikolsburg. (F r a u e n - W o h l t ä t i g k e i t s V e r e i n der isr. Kultusgemeinde Rikolsburg.) Sonntag, den 2. Februar d. I., hielt der israelitische Frauenverein in Ritotsburg im Gemeinderatssitzungssaale seine statutarische Generalversammlung ab. Erschienen waren di: Damen Dr. Lewin, Therese Lederer, Lotti Oser, Adele Abeles. Regina Spitzer, Cornelia Schey, Rosa Kohn, Amalie Spitzer, Amalie Krakauer, Dora Läwitz, Berta Krakauer, Johanna Deutsch, Frieda Hirsch. Den Vorsitz führte die Präsidentin Frau Eva Kohn. Nach erstattetem Rechenschaftsbericht wurden die Wahlen vorgenommen und mit Majorität die Frauen Eva Kohn, Dr. Lewin, Ernestine Feh! in den Vorstand gewählt. lieber Antrag der Frau Adele Abels wurde beschlossen, das isr. Versorgungshaus für das Jahr 1913 mit 200 Kronen zu subventionieren. : Karlsbad. Am 4. d. M. starb hier der Hausbesitzer Herr Lorenz S i n e k. Bis vor 12 Jahren ein angesehener Kaufmann. liquidierte er damals fein Geschäft. Sinek gehörte zu jenen überzeugungstreuen Juden, die stolz auf geschichtliche und glorreiche Vergangenheit ihres Stammes sind. Edler Sinn, Hochherzigkeit und Feinheit waren die hervorstechendsten Merkmale seines Wesens. Durch seine rührende Bescheidenheit war es nur dem Nächststehenden möglich, seinen Wert als Mensch und Jude voll und ganz zu erkennen. Was er den Seinen war, mit welch inniger Liebe er an diesen hing, welche Opfer er nah- und fernstehenden Personen in edelsinnigster Form zu bringen wußre, haben nur diejenigen ersehen, denen seine ausgiebige Hilfe galt. Wohltätigkeit und a'lgemeine Menschenliebe betätigte er in großem Stile, aber still und geräuschlos. Seine Beerdigung fand am 6. Februar l. I. unter zahlreicher Beteiligung auf dem hiesigen isr. Friedhof statt, woselbst ihm Herr Rabbiner Dr. Ziegler einen tiefempfundenen Nachruf hielt. Ehre seinem Andenken!

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