Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 6 (7.2.1913)
- Date
- 1913-02-07
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 6 Dr. Blochs Wochenschrift Seite 105 Wien. (Leopold Küffler.) Nach langem, schweren Leiden ist am 29. Januar hier in seiner Wohnung, Ferdinandsstraße 14, Herr Leopold R ü f f I c r im 70. Lebensjahre gestorben. Die Nachricht von dem Ableben Küfsler's hat namentlich in der Leopoldstadt, wo alle Welt ihn kannte und schätzte, die aufrichtigste Teilnahme hervorgerufen, die sich auch in einer überwältigenden Fülle von an die Hinterbliebenen gelangten Beileidskundgebungen äußerte. Seit vollen vierzig Jahren wohnte Herr Kuffler in demselben Hause, in dem er auch früher, solange ihn nicht Krankheit niedergeworfen hatte, sein Geschäft betrieb. Er erfreute sich zu Lebzeiten wegen seiner strengen Rechtlichkeit sowohl, wie wegen seines scharfen Verstandes des größten und berechtigten Ansehens, und eine ganz ungewöhnlich zahlreiche Trauergemeindqi gab ihm das letzte Geleite, als er am letzten Freitag auf dem Zentralfriedhofe zur ewigen Ruhe bestattet wurde. Die Zeremonienhalle konnte die Zahl der erschienenen Trauergäste kaum fassen. Es waren u. a. anwesend: Herr und Frau Hofrat v. Hahn, Baronin Hermine v. Popper-Podhragy, Frau Oberbaurat Karl Redlich, Karl Ritter v. Marschall-Hahn und Gemahlin, Zentraldirektor Julius Bellak, kais. Rat S. Schein, Lederfabrikant Spiegler, Großindustrieller Kommerzialrat David Fanto und Frau, die Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Eduard Nenmann und Dr. Josef Pick, Dr. Leo Saloschin, die Industriellen Ernst Schüller und Frau, Franz Löwy, Julius Mittler und Frau, Josef Raimann. Rabbiner Dr. I. M. Bach würdigte in wirkungsvoller Rede die Charaktereigenschaften, den rührenden Familiensinn des Verstorbenen und sein strenges Festhalten am Judentum. Im Namen eines engeren Freundeskreises widmete Dr. Adolf Kapralik dem Verstorbenen tiefempfundene Worte des Gedenkens und der Anhänglichkeit über das Grab hinaus. Dann erfolgte die Beisetzung Kufslers an der Seite seiner ihm vor zwölf Jahren im Tode vorausgegangenen Gattin Auguste, deren Andenken als eine der vornehmsten Frauen und edelsten Wohltäterinnen auch heute noch nicht erloschen ist. — Von den Hinterbliebenen Kindern ist der älteste Sohn Moritz Küffler Prokurist der Ersten Oesterreichischen Allgemeinen Unfallversicherungsgesellschaft in Wien, die älteste Tochter Hermine ist an den Redakteur des „Fremden-Blatt", Regierungsrat Wilhelm Reumann, verheiratet. Jüdische Toynbeehalle. XX., Othmargasse 46. Samstag den 8. Februar: Konzert. — Sonntag den 9. Februar: „Aus dem XIV. Jahrhundert." Oberlehrer Riesenfeld. — Montag den 10. Februar: Deutscher Literatun.yklus (Fortsetzung) — Dienstag den II. Februar: Ans der Geschichte der Juden im Mittelalter. Redakteur Moses Waldmann. — Mittwoch den 12. Februar: Vorlesung eigener Dichtungen. Schriftsteller Ed Kaufmann. — Donnerstag den 13. Februar: „Ueber die Jemeniten" (mit Lichtbildern). Dr. Jak. Ehrlich. — Freitag den 14. Februar: Bibelvortrag. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. I. Samucly, Wien, I., Fischerstiege 6, gelangen lcssen. „Beth Haam" (Jüdisches Volksheim). Wien, XVII., Hormayrgasse 7a. Samstag den 8. Februar, 1/ß Uhr abends: Herr Alfred Löwenmann: Vorlesung eigener Dichtungen. — Samstag den 1. Februar hatte Herr Leo Funke unsere Hallenbesucher mit einem überaus gelungenen Konzert-Abend überrascht. Vor allem fand Herr Funke durch Vortrag einer Arie und Lieder vielen Beifall. Herr Hugo Gottesmann entzückte durch meisterhaftes Violinspiel. Fräulein Klärchen Fröhlich wurde durch Rezitation heiterer Gedichte vom Auditorium bejubelt. Ein Duett aus der Oper „Die Jüdin", gesungen von den Herren Leo Funke und Henryk Baumann, fand großen Beifall. Um die ausgezeichnete Klavierbegleitung während des ganzen Abends hatte sich Fräulein Stella Wank besonders verdient gemacht. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man gefl. an den Präsidenten Herrn Dr. M. Förster, XVI., Thaliastraße 22, gelangen lassen. Wien. Der Kranken- und Unter st ützungsverein der Lemberger in Wien, II., Zirkusgasse 3, veranstaltet am Sonntag den 23. Feber 1913 im Prachtsaale des Hotel „Bayrischer Hof", Wien, II., Taborstraße 39, eine Akademie mit anschließendem Tanzkränzchen. Die Musik besorgt die k. k. Militärkapelle Freiherr v. Schwitzer, Nr. 82. In Anbetracht des wohltätigen Zweckes laden wir alle in Wien wohnhaften Lemberger höflichst ein. Eintrittskarten im Vorverkaufe Kr. 2.—, an der Kasse Kr. 2.50. Familienkarlen (4 Personen) Kr. 6.—, an der Kassa Kr. 8.—. Das Reinerträgnis fließt dem Kranken- und Unterstützungsfonds zu. Austritte aus dem Judentum. Vom 26, Jänner bis inkl. 1. Februar 1913. Albert Alfred, Kaufmann, geb. 25. Juni 1888, Wien, IV., Schleifmühlgasse 1 a Bittner Dr. Karl, Privatbeamter, geb. 15. Mai 1876, Czernowitz, III., Rüdengasse 25 Engländer Feigl, geb. 2. Februar 1898, Rudnik, II., Arnetzhoferstrasse 10 Frieder Gisela, Kleidermacherin, geb. 10. August 1898, Wien, XVII., Uttakringerstrasse 26 Friedmann Dr. Walter Wolf, Chemiker, geb. 26. November 1878, Berlin, IV., Schönbrunnerstrasse 3 Kornitzer Hugo, Druvkereiarbeiter, XX., Staudingergasse 14 Kraus Gisela Hermine, Private, geb. 16. Juli 1895, Wien, XIV., Mariahilferstrasse 22 Lederer Martha, geb. 21. Juli 1892, Wien, Königgrät/. Scheuer Gisela, geb. 8. August 1886, Korneuburg, II., Brigittenauer- Uinde 6 Wechsler Jakob, Kaufmann, geh. 5. Dezember 1873, Fokschani, Rumänien, VI., Bürgerspi'algasse 5 Wittner Dr. Oskar, Advokaturskandidat, III., Kegelgasse 30 Prag. Sonntag den 2. d. M. feierte hier Herr Moritz Austerlitz, eine der bekanntesten und hervorragendsten Persönlichkeiten der älteren Prager Generation, den achtzigsten Geburtstag. Als jahrzehntelanges Ausschußmitglied des Handelsgremiums, Revisor der Böhmischen Sparkasse und Mitglied der Repräsentanz der israelitischen Kultus gemeinde war er anläßlich seines Jubiläums Gegenstand zahlreicher herzlicher Ovationen. Bielitz. Am 2. Februar 1913 fand hier eine Ausschußsitzung der Kultusgemeinde statt, in welcher unserem hier allgemein beliebten Kantor und Sekretär Herrn Rudolf Fischer nach Ablauf des provisorischen Dienstjahres einstimmig das Definitivum nebst einer entsprechenden Gehalterhöhung zuerkannt wurde. Nikolsburg. iV e r c i n israelitisches V e r s o r g u n g s- I; a u 5.) Der Vereinsieitiing sind neuerlich folgende Beträge für Zwecke des Bersorgungshauses übermittelt worden: kais. Rat Ignatz Gewitsch, Wien, 1000. Kronen, Bauer Fritz in Firma Lurie u. Bauer 200.- , Trebitsch Gustav, Prokurist der Firma Hermann Pollak's Söhne 50. , Jacques Trebitsch, Wien, 50. , Gustav Oser in Firma Rumpler u. Oser 120. , k. k. Kommerzialrat Baß, Wien, 50.—, Leontine Neurat, Wien. 20. , Ignatz Spielmann, Wien, 20. , Hermann Gewitsch, Wien, 16. , Doktor Wilhelm Knöpfmacher, Wien, 20. , Julie König, Wien, 10. , Emanuel Maneles, Brünn, 10. , Dr. K. M. Menzel, Wien, 10. , Dr. Ludwig Pisk, Wien, 10. -, Heinrich Schüler, Wien, 10.—, Dr. Emanuel Ritter, Ober-Hollabrunn, 10. , kaii. Rat Leopold Sachs von Sachsenhall, Wien, 10. , B. Bachrach, Wien, 10.- , Holitscher Gustav, Wien, 10. , Albert Schneider. Wien, 10. , Dr. Klaris, Budapest, 20.- , Philipp Krakauer, Wien, 6. , Ludwig Lazar, Wien, 6. - , Hermann Sprinzel, Wien, 6. , Moritz Schwarz, Wien, 6. , Leopold Holitscher, Wien, 6.- , Professor Dr. Albert Bing, Wien. 6. , Ma.r Kohn, Wien, Wühringerstraße, 8.— , Dr. A. R. Kosalz, Wien, 6. , Lazar Kohn, Brünn, 6. , Hermann Pisk, Wien, 6. - , Dr. Siegfried Fehl, Wien, 6. , Leo Paschkes, Wien, 2. , . Ungenannt, Urfahr bei Linz, 5. . Die Firma Teltscher u. Glattauer in Nikolsburg hat zum Andenken an den Sterbetag des Gründers der Firma Teltscher u. Glattauer, Herrn Bernhard L. Teltscher seligen Angedenkens, dem israelitischen Versorgungshaus eine vollständige Einrichtung eines zweibettigen Zimmers, inklusive Bettzeug und Wäsche, gespendet. Namens der Armen und Bedürftigen dankt die Vereinsleitung allen den edlen hochherzigen Spendern aufs herzlichste. , Nikolsburg. Dem Herrn Lehrer i. R. Bernhard Krakauer wurde anläßlich seines Rücktrittes vom Lehramte die von Sr. Majestät dem Kaiser gestiftete Goldene Medaille für mehr als vierzigjährige treue Dienste verliehen. Die Ueberreichung derselben fand durch eine Abordnung der Kultusvertretung, bestehend aus den Herren Kultusvorsteher Kohn, Rabbiner Dr. Lewin, Kultusvorsteherstellvertreter Pisk und Beiräten Toch und Spitzer, statt. Karlsbad. Ein verdientes Mitglied unserer Gemeinde, Herr Josef Hainssurlh, war anläßlich der Feier seines 70. Geburtstages am Dienstag den 4. d. M. Gegenstand besonders herzlicher Ovationen und Beglückwünschungen durch die Mitglieder der israelitischen Gemeinde in Karlsbad. Herr Josef Hainsfurth gehört nämlich bereits feit dem Jahre 1875, somit seit 37 Jahren, dem Vorstande der Kultusgemeinde als Rechnungsführer an, und erfreut sich ailseitiger allgemeiner Wertschätzung und Hochachtung. Aus Anlaß der Geburtsfeier fand sich am Dienstag Vormittag der gesamte Vorstand der Kultusgemeinde in seiner Wohnung ein, um ihm zu seinem Geburtstage zu gratulieren und bei diesem Anlasse wurde ihm ein herrlicher Aufsatz aus gediegenem Silber überreicht, welcher folgende Aufschrift trägt: „Zum 70. Geburtstag unseres verdienstvollen, seit dem Jahre 1875 dem Vorstände als Rechnungsführer angehörenden Mitgliedes, Herrn Josef Hainsfurth, in dankbarer Anerkennung die Repräsentanz der israelitischen Kultusgemeinde Karlsbad."