Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 5 (31.1.1913)
- Date
- 1913-01-31
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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fSR££S3fcäm mm Sette 84 Dr. Blocks Wochenfchrkft Nr. b Haltung des Blattes eine Gefahr für den Kurort, man ängstigt sich bei dem Gedanken, daß ja doch die derzeitige Gesinnung, wie sie der Bevölkerung seit Jahren vom „Karlsbader Vadeblatt" ausgedrängt wird, mit der Zeit Folgen tragen muh' aber alle Mühe und Abschüttlungsversuche sind bisher vergeblich gewesen, und ein jeder Bericht über die Absichten der Stadtverordneten und über jede einzelne Sitzung derselben zeigt, daß es kaum möglich ist, in Karlsbad einen anderen Willen zu haben, als den des „Karlsbader Badeblatt", nachdem es das einzige Morgenblatt ist, sonst saust sie herab aus den Rücken der Stadtverordneten und der gesamten Bevölkerung - die russische Knute. (Zum letzten Satz ist zu bemerken, dah Alfred Doroschkin russischer Abstammung ist; sein Bater war ein Vollblutrusse.) Vermischtes. Krauzablöfuugsspendeu zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I.. Setteustettengasie 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Henriette Kornfeld: Josef Jerusalem 30. , Dr. Fritz Berdach u. Frau 20. -, Heinrich Figdor 10. -, Rudolf Kahler VII 20.—, Nanette Mauthner 30.—, Familie Dr. Pius 10.—, Julius u. Clotilde Reitlinger 20.—, Gustav 11. Mimi Stern 20.—, Ludwig Neurath 20.—, Berthold Figdor 20. —, Theodor Reitlinger 20.—. Zusammen Kr. 220.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Moriz Huppert: Siamund Huppert Kr. 20.—. Anläßlich des Ablebens der sei. Rosa Hecht: Familie Lewiä 20. , Moriz Mantler 10.—, Gabriel Karger 5. —. Zusammen Kr. 35.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Hermann St aal: Rudolf Taussig Kr. 10.—. Einläßlich des Ablebens des sel. Hermann Simon: Mar u. Stefanie Simon 30.—, Leopold Simon 10.—, Berta ©cur 20. , Louis Weiner 5.—. Zusammen Kr. 65.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Nathan S a I z m a n n: William Salzmann 10.- , Moritz Salzmann 10.—, Heinrich Tellniaiin 5. , Heinrich Flemminger 10.—. Zusammen Kr. 355.—. Bortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur. Donnerstag, den 6. Februar 1913, halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines, I., Eschenbachgafse 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. David Feuchtwang statt. Thema: „Genefis und Weltgeschichte". Eintritt frei, ohne Karten. Der Jude auf der Bühne. Es scheint, daß ohne Judenverhöhnung auch außerhalb der „Budapester" kein Stück mehr ziehen will. Die „Fünf Frankfurter" haben sogar auf unserer vornehmsten Bühne die Bahn gebrochen. Auf die „Meyers" ist auf der Refidenzbühne die „Hydra" gefolgt. Aber geradezu unerträglich ist ein Scheusal in Maske und Spiel, das in der neuesten Operette „Mein Mäderl" die Lachlust der guten Wiener zu kitzeln berufen ist. Man erinnere sich, welchen Tumult eine tschechische Persiflage seinerzeit hervorgerufen hat, und daß es den Juden Amerikas längst gelungen ist, solche Beschimpfungen von der Bühne zu verbannen. Warum lassen wir uns hierzulande diese Schmach gefallen? B. Wie«. (92. Geburtstag des Herrn Rabbiner Dr. Adolf Schmied!.) Der Nestor der österreichischen Rabbiner, Herr Dr. Adolf Sch m i e d l, beging am 25. d. M. sein 92. Wiegenfest. Herr Rabbiner Dr. Schmiedl befindet sich im besten Wohlsein. Wie«. (Ehrung.) Der Wiener Kultusvorstand hat Herrn Schulrat. Professor Dr. Moritz T s ch i a ß n y anläßlich der ihm gewordenen Allerhöchsten Auszeichnung herzlichst beglückwünscht. 28ie«. Am 30. Jänner 1913 findet die X. Generalversammlung des Tempelvereines des XIII. Bezirkes der Stadt Wien im kleinen Saale des Hotels „zum weißen Engel", Wien, XIII/i, Hauptstraße 3, statt. Wien. (Goldene Hochzeit.) Diesen Samstag, 1. Februar 1913, feiert der bekannte Schriftenmaler und hebräische Gelehrte David Schwarz (HL, Radetzkystraße 10) mit seiner Gattin A m a l i a, geb. Sinnreich, einer berühmten Rabbinenfamilie entstammend, im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 3, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Sowohl die Anspruchslosigkeit an die Bedürfnisse des Lebens als auch das Bewußtsein durch seiner Hände Arbeit sich unabhängig erhalten zu haben, sowie die Liebe zur Wissenschaft und das Studium unserer heiligen Lehre haben im Verein mit der Liebe zur Natur dem Jubilanten einen beneidenswerten Lebenshumor und eine bewunderungswerte Geistesfrische erhalten. Alljährlich besucht derselbe trotz seiner 73 Jahre noch immer die hohen Berge unseres Vaterlandes. Wien. In stillster Zurückgezogenheit feierte am 9. Jänner d. I. Dr. Leopold L a n g f e l d e r, der verdiente Obmann der „Palme" und hochverdiente em. Religionsschul-Jnspektor, seinen 80. Geburtstag in voller geistiger und körperlicher Frische. Möge sein Lebensabend weiter der denkbar glücklichste bleiben. Wien. (Trauung.) Sonntag, den 2. Februar, nachmittags halb 2 Uhr, findet im Tempel, II., Große Schiffgasse 8, die Trauung des Fräulein Jda Hirsch, Tochter des Herrn Leopold Hirsch, Prokurist der Firma Jacob Neurath, mit Herr Jzso S t a h l e r, Sohn der Frau Nanette S t a h l e r aus Preßburg, statt. Wien. (Trauung.) Sonntao, den 2. Februar, findet hier die Trauung des Direktors der. k. k. pciv. Bank- und Wechselstuben-Aktiengesellschaft „Mercur" Herrn Ernst Schwarz mit Fräulein Hedwig Reif, Tochter des Kommerzialrates Herrn Moritz Reif, statt. Wien. Sonntag, den 9. Februar 1913, präzise halb 10 Uhr vormittags, findet im Tempelgebäude, XIX., Dollinergaffe 3, die ordentliche General-Versammlung des Israel tischen Tempelvereines für den XIX. Bezirk in Wien statt. Wien. Der israelitische Humanitäts-Verein für, den X. Gemeindebezirk Wiens veranstaltet am 12. Februar 1913, 9 Uhr abends in dem Etablissement Rosensäle X., Favoritenstraße 89, eine Wohltätigkeitsakademie. Wien. (Ezechiel Wittmann.) Am Dienstag den 28. d. M. starb der überaus verdienstvolle Oberkantor im Ruhestande, Herr Ezechiel Wittmann, im 69. Lebensjahre. Der Verblichene hatte eine an Ehren und Erfolgen reiche Laufbahn als der verehrte Chasan der Schiffschule in der Großen Schiffgasse, woselbst er fast drei Dezennien zur Erbauung seiner andächtigen Zuhörer gewirkt und vor kaum zwei Jahren in den wohlverdienten Ruhestand trat. In Ezechiel Wittmann trat wieder einer der immer seltener werdenden Gestalten aus der Reihe, welche ihren Beruf mit aller gläubigen Pflichttreue erfassen und die mustergiltig in allen Handlungen bleiben. Möge sein Angedenken gesegnet sein! Singer-J«biläum. Letzten Sonntag fand im Sofiensaale eine Festakademie mit Ball, anläßlich der 30jährigen Berufstätigkeit des Professors Julius Singer, statt, zu welcher sich die ehemaligen und derzeitigen Schüler dtejes Meisters der Tanzkunst Rendezvous gegeben batten. Nach einem stimmungsvollen Prolog, von Frl. Fritzi Russe! meisterhaft gesprochen, betraten ehemalige Schüler, die heute zu den ersten Künstlern zählen, die,Bühne, um zu dem Gelingen des Festes durch ihre Kunst beizutragem Frl. Hermiue Jerry sang mit dem bekannten Tenoristen Jaques Rotter Wiener Duette, Frl. Irene Welisch vom Earltheater, ein chickes Figürchen, sang entzückend, Frl. Litt Koritschoner, die Tochter des bekannten Halsspezialisten, tanste mit Ehic und Grazie eine spanische Variation, die ibr wenige unserer Ballettkoryphäen nachmachen. Die Herren Carlo Böhm und Brod vom Johann Straußtheater, die beide mit ihrem Humor brillierten, Geschwister Nederof, ein erstklassiges Tänzerpaar, und Frl. Grete RuLek entzückte durch ihre wunderbaren Stimmittel. Auch der Jubilar mußte mit seiner Frau Gemahlin ein Menuett zum besten^geben. Nach den. Vorträgen scharten sich Freunde, Korporationen und Schüler um den Jubilar und überreichten in sinnigen Ansprachen Ehrengeschenke, worauf flott bis zum Morgen getanzt würde.