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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-01-10 · 2 (10.1.1913) · p. Seite 30

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
2 (10.1.1913)
Date
1913-01-10
Page
Seite 30 (sequence 14)
Language
German
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Sette M Dr. Bkochs Wvchenschkfft. Nr. 2 , Literatnr. Die Lvdsutimg Salonikis, das in nächster Zeit bei den Friedensverhändlungien ider Balkanstaaten in erhöhtem Maße die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken berufen sein dürfte, wird im Januarheft von „Nord und Süd“ (Herausgeber und Chefredakteur: Prof. Dr. Ludwig Stein, Berlin W., Lützowufer 5a. — Verlag: Schlesische Buchdruckerei, Kunst- und Verlagsanstalt von 8. Schottländer, A.-G. Breslau. — Preis pro Quartal 6 Mark, von Hauptmann a. D. W. Stavenh'agen eingehend und von den verschiedensten Gesichtspunkten aus erörtert. „Im Lichte der Sozialpolitik" betrachtet Geh. Reg.-Rat v. Witzleben den Balkankrieg, wobei er die Ansätze einer sozialpolitischen Gesetzgebung, die sich bereits jetzt in Bulgarien, Serbien und Griechenland finden, überblickt. In seinem höchst - aktuellen Artikel „Orthodoxismus und Modernismus“ wendet sich Carl Jentsch gegen die Dogmatik der katholischen Kirche, vor allem gegen das Höllendogma<, die Unfehlbarkeit des Papstes u. a., und äußert die Ansicht, daß die katholische Kirche Deutschlands sich entscheiden müsse, ob sie sich spalten oder im Sinne des Modernismus umbilden wolle. — Eine nicht minder wichtige Frage berührt Landgerichtsrat a. D. Friedrich v. Hindersin, indem er „zur Vorbeugung der Perversität - und Aufhebung des § 175 St.-G.-B.“ gesetzgeberische Vorschläge beibringt. — Was „Friedrich der Große als Förderer von Gewerbe und Handel“ für -den preußischen Staat geleistet hat, führt Prof. J. von Pflugk-Harttung zürn Teil ziffernmäßig für die einzelnen Zweige der Industrie und des Verkehrswesens vor Augen. — Der berühmte schwedische^ Gelehrte Svante Arrhenius verfolgt die ,/Entwickelung der Naturwissenschaften“ von den ältesten Zeiten an, während Georg Brandes den geistigen „skandinavischen Einfluß“ betrachtet, wie er sich, in ne lerer Zeit namentlich auf literarischem Gebiete, allenthalben geltend gemacht hat. — Dr. J. v. Bülow bespricht das Verhältnis Zwischen Kunsthandel und Künstler, die teils günstigeil, teils schädlichen Einwirkungen*, die der Künsthandel auf die Kunst auszuüben imstande ist. — Eine Spinoza- Büste von Georg Wienbrack, deren Abbildung dem Hefte beigegeben ist, rühmt Constantin Brunner als „ein Idealporträt Spinozas“; der Aufsatz bietet eine Fülle anregender und treffender Gedanken nicht nur rein ästhetischen, sondern auch physiognomischen und philosophischen Gehalts. — Dep Beziehungen . zwischen „Goethes ... „Faust“ , und - dem.. Buche, Hiob“ geht Dr. Baphael Levi im einzelnen nach und gewinnt hierbei überraschende Ergebnisse. — Hans Land’s Roman ^Alfred von Ingelheims Lebensdrama“ wird fortgesetzt und aus dem im Erscheinen begriffenen Werke Sven Hedins „Von Pol zu Pol“ sind die beiden Abschnitte „Die ersten Menschen“ und ,/Weitende“ wiedergegeben. „11 Vessillo israelitico“ („Die isr. Fahne“), 60. Jahrgang, erscheint in stattlichen Heften am 1. und 15. eines jeden Monats in Turin (Italien) via Lanfranchi 22. Abonnement pro Jahrgang 15 Lire. Mehr als früher ist jtalien mit Keiner jüdischen Bewohnerschaft, deren Ahnen noch zur Zeit des 2. jerusalemischen T.mpels hier schon ansässig waren, uns heute nahegetreten, und whd diese in elegantem Italienisch und gut jüdischem Geiste vom gelehrten Rabbiner Dr. 8ervi herausgegefcene, wirklich interessante Zeitschrift vielen unserer italienisch sprechenden Glaubensgenossen sehr willkommen sein. Neben den guten wissenschaftlichen Aufsätzen kommt die Belletristik auch zum Worte, und 'schöne jüdisch-italienische Jugenderzählungen werden unseren jungen Lesern willkommen sein. Italien bildet noch immer das Ziel unserer Vergnügungsreisenden im nahenden Frühjahr; wer den „Vessillo“ liest, erfährt speziell über die jüdischen Verhältnisse in Italien wünschenswerte Auskünfte, es sei daher das genannte Blatt auch aus diesem Grunde bestens . empfohlen. M. A. „Mült es JLvS". („Vergangenheit und Zukunft“.) Illustrierte jüdische Monatsschrift für Literatur, Kunst, Gesellschaft und Kritik, herausgegeben von Dr. Josef Pätai* Budapest, VTv Podmaniczky-ütcza 6. K. u. k. Hofdruckerei Hornyänszky in Budapest. Wohl zu den interessantesten Kunstschriften auf speziell jüdischem Gebiete gehört diese reichhaltige, wirklich elegante und vornehm gehaltene Monatsschrift, deren Jahrgang 1912 mit dem Dezemberhefte v. J. abschließt. Für das dem kunstsinnigen jüdischen Publikum an geistvollen Aufsätzen und meisterhaft ausgeführten Bildern hier Gebotene ist das Jahresabonnement' pr. 16 K. nur. als ein mäßiger Betrag zu bezeichnen und ziert diese Zeitschrift schon jetzt, wie wir von glaubwürdiger Seite hören, den Salon einer jeden gut jüdischen Familie in der transleithanischen Reichshälfte. Die Namen der Mitarbeiter sind bekannte und klangvolle, auch die Kunst leistet im Blatte das Bestmögliche. Aber auch zahlreiche ungarisch'-jüdische Familien der diesseitigen Reichs-, hälfte werden nicht[verabsäumen; /Mult/es Jövö“ ihter -HäUE bibliothek einzuverleiben. Für unsere Familien jedoch, die mit der ungarischen Sprache nicht v> rtraui sind, wäre "ein deutsches Verzeichnis der wirklich herrlichen und zahlreichen Bilder und zum mindesten eine Inhaltsangabe der wissenschaftlichen Aufsätze und Notizen in unserer Sprache beizufügen, was der Verbreitung dieser Zeitschrift in deutsch-jüdischen Familien nur sehr förderlich sein würde. Wenn z. B. ein Petöfi begeisterte Juden als Uebersetzer ins Deutsche gefunden, würden die wirklich guten ungarischen Verse in dieser Zeitschrift auch die deutsche Judenschaft begeistern, wenn ein guter Uebersetzer sie in unsere Sprache übertragen würde. Genug, es freut uns aufrichtig^ daß diese Vergangenheit und Zukunft“ sich einen so großen Leserkreis bereits erworben hat — Beweis sind,ja die stattlichen Hefte, die von Monat zu Monat an Blättern und Gehalt wachsen — und wird dieses Blatt zur Hebung des jüdischen Selbstbewußtseins bei unseren ungarischen Glaubensbrüdern und überhaupt überall, wo es bei uns Eingang und verdiente Würdigung findet, wesentlich beitragen. M. A. Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. .(XIV. Jahrgang. Nr. Prag, den 3. Jänner 1913 (24. Tebeth 5673). Inhalt: Dr. A. Stein: Die Warnerin. — Ben Jehuda: 2. Buch Moses. — Moritz Antscherl: Leopold Kompert. — Josef Hart: Das Dreigespann. — J. H. Oest: Bilder aus Spanien. — Hugo Singermann: Ballade. — A. 8. Rabinowitz: Aus Liebe zur Thora. — Das Verunglückte Märchen. — Grete Vogel: Das Chanukafest. — Die Juden in Yemen. — Guck in die Welt. — Preis-Rätsel. — Redaktion und Administration: II.; Stephansgasse 629. Briefkasten. Auf verschiedene Anfragen. In dem Schreiben des Herrn Bezirksrabbiners Dr. Mehrer in Brems heißt es wörtlich: „Hilsner beteiligt sich regelmäßig an den Sabbathgottesdiensten im Strafbethause und wird in der Liste der lüdis.chen Sträflinge daselbst geführt. Im Strafhause wundert man sich über die unwahren Mitteilungen von seiner Taufe.“ Bultusgemeinde L. Das in unserem Blatte im Monate Dezember v. I. veröffentlichte Erkenntnis des Verwaltungsgerichts- 'Hofes vom 2. Juli 1912, Z. 6401, stellt bloß fest, daß die Angestellten der israelitischen Bultus gemeinden in öffentlichen Diensten st ehe n. Hieraus folgt gemäß § 1 des Pensionsversicherungsgesetzes vom 16. Dezember 1906, daß die Bultusgemeinde-Angestellten in dem Falle, als sie auf Grund der bet der betreffenden Bultusgemeinde bestehenden Pensionsvorschriften normalmäßrge Ansprüche auf Invaliden- und Alterspensionen, sowie auf Pensionen zu Gunsten ihrer Hinter-, bliebenen bereits besitzen, bei der Landesstelle der allgemeinen Pensionsanstalt für Angestellte nicht mehr versiicherungspflichtig sind. Dr. E. in B Wir verzichten auf die Einsendung des anaebotenen Artikels. Die ewigen Denunziationen der „Alliance Jsraelite Universelle", wobei „Juden" mit Antisemiten wetteifern, bilden kein Ruhmesblatt in der neuesten Geschichte des Judentums. F. B. Sven Hedin's Mutter war eine Jüdin osteuropäischer Herkunft. Sein orientalisches Aussehen hat es ihm ermöglicht, in der Verkleidung eines Eingeborenen seine berühmte Reise durch Tibet zu machen. In der schwedischen Karrikatur erscheint er stets als prononzierter Jude. Notiz. Neue Verkehrswege. Nach Newyork sowohl wie nach Südamerika kann man jetzt von Triest aus mit den Prachtdampfern der „Austro-Americana" fahren, von denen besonders der „Baiser Franz Joseph I." und die „Martha Washington" sich bereits einen internationalen Ruf erworben haben. Die Schiffe sind in jeder Beziehung erstklassig, bieten jeden modernen Bomfort, aber auch die dritte Blasse kann jetzt in eigenen Babinen reisen und die Zwischendeckpassagiere haben geräumige Speisesäle, in welchen ihnen das Essen serviert wird und wo sie, an Tischen sitzend, in Ruhe ihre Mahlzeit verzehren können. Der Weg über Triest dauert zwar etwas länger als über die nördlichen Häfen, aber das hängt davon ab, daß man das Adriatische und Mittelländische Meer durchfahren muß. Diese Reise ist jedoch eine wahre Vergnügungsreise, aus der man schöne und seltsame Länder kennen lernt und die man ganz umsonst macht, weil der Preis für die gesamte Fahrt so billig ist, als sonst für d»e Ilebersahrt allein.

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