Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 30 (1913)
- Issue
- 1 (3.1.1913)
- Date
- 1913-01-03
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. I Dr. Blochs Wocheichhrfft Seite 1» L. P. Ein wahres Wort schreibt Ulla Wolff-Frank im letzten Hefte von «Nord und Süd": „Ehedem hüllte die Fürsorge für Arme und Bedrängte sich in ein schlichtes, heimliches, diskretes Gewand, und die Linke durfte kaum wissen, was die Rechte tat. Dies ist in den letzten Jahrzehnten einer auffälligen, unheimlichen, indirkreten O-ffentlichkeitssucht gewichen, und man kommt manchmal in Versuchung, statt von verschämten Armen, von unverschämten Helferinnen zu sprechen." _ nachmittags: „Hadafsa". — Montag den 6. Jänner, 8 Uhr abends: „Die jüdische Neschume", Lebensbild in 4 Aufzügen von I. G o r d i n. — Montag den 6 Jänner, halb 4 Ubr nachmittags: „Bar Kochba". — Dienstag den 7. Jänner: „Mensch soll man sein". — Mittwoch den 8. Jänner: „Die weiße Sklavin", Drama m 4 Aufzügen von Zalatorewski. — Donnerstag den 9. Jänner: „Schimschen Hagibor*, Operette in 4 Aufzügen von Oberkantor B. Scharr. — Voranzeige! Nur 2 Gastspiele des Sängerpaares Zukerberg. Näheres bringen die weiteren Annoncen. Ein jüdisches Schulmuseum für Palästina. Während des letzten Jahrzehnts hat das moderne jüdisch-palästinensische Schulwesen einen sehr bemerkenswerten Aufschwung genommen. In diesem Zeitabschnitt haben sich nicht allein die früher hier bestehenden Volksschulen bedeutend erweitert, sondern es sind auch verschiedene neue Schultypen, vom Kindergarten bis hinauf zur höheren Schule, in Stadt und Land entstanden. Hängt ja von der Erziehung der heranwochsenden Geschlechter das Gedeihen des jüdischen Jischuw in Palästina ab. Mögen auch die verschiedenen jüdischen Schulen in Methoden und .Lehrplänen mehr oder weniger von einander abweichen, was übrigens ein natürlicher Prozeß gesunder Entwicklung ist, sie steuern doch alle unentwegt demselben Ziele zu: das klassische Land der Bibel zu einem jüdischen Kulturzentrum zu machen. In einem Kulturzentrum müssen sich aber notwendigerweise all diejenigen Faktoren vereinigen, die, sich gegenseitig unterstützend und ergänzend, kulturfördernd wirken. Ein solcher wichtiger Faktor ist unleugbar ein S e h u 1museum. Die Bedeutung einer solchen Institution für Unterricht und Erziehung eines Landes weiß nicht nur die Lehrerschaft allüberall richtig einzuschätzen, sondern sie wurde und wird auch von den staatlichen und städtischen Behörden aller Kulturländer erkannt. Eine Kotwendigkeit geradezu ist ein solches Institut für das gesamte Bilduugswesen im Orient, wo dem überwiegend größten Teil der Lehrer und Erzieher, fern von der großen Kulturwelt, die Erzeugnisse der modernen Lehrmittelindustrie und des Schulbuchhandels sowie der schulhygienischen Gebrauchsartikel fast völlig unbekannt bleiben. Anschaulichkeit ist die Grundbedingung für den Erfolg des Unterrichts, gute Lelir- und passende Anschauungsmittel vermögen allein jeden Unterricht zu befruchten, während nur günstige hygienische Bedingungen in der Schule Körper und Geist der Kinder gesund erhalten können^ Von diesen Gedanken geleitet, hat der Jerusalemer Zweigverein des palästinensischen Lehrerverbandes ein Pädagogisches Museum in Jerusalem ins Leben gerufen. Dasselbe soll drei Abteilungen umfassen: 1. Eine historische Abteilung, die alles enthalten soll, was die geschichtliche Entwicklung des palästinensischen Schulwesens betrifft; 2. eine Abteilung für Lehr- und Lernmittel, Schulgeräte, Schulbücher und pädagogische Werke, und 3. eine Abteilung für Schulhygiene. Die palästinensische Lehrerschaft und insbesondere diejenige Jerusalems, die von der Bedeutung ihrer schweren Aufgabe durchdrungen ist, ist bereit, den Ausbau dieses Instituts mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu fördern. Sie ist hierbei aber auch auf die opferwillige Unterstützung seitens der weiten jüdischen Kreise im Ausland angewiesen. Die Leitung des Instituts wendet sich an alle Schulleiter, Lehrer und pädagogischen Schriftsteller, sowie an Fabrikanten und Kaufleute mit der Bitte, dieses Kulturwerk in Palästina durch Uebersendung von musterhaften Lehr- und Lernmitteln für Kindergärten, Volks-, Mittel- und höhere Schulen, von Schulmaterial aller Art, wie Pläne und Modelle von Schulgebäuden, Klassenzimmern, Turnhallen, Spielplätzen und Schulgärten, Formulare, Statistiken, Stunden- und Lehrpläne, Berichte, Handbücher, Schulbücher und pädagogische Schriften, sowie von Rohmaterialien jeder Art für Unterrichtszwecke zu unterstützen. Die freundlichen Förderer dieses Instituts werden in periodischen Veröffentlichungen von den Fortschritten desselben in Kenntnis gesetzt. Der Vorstand besteht aus den Herren Jesajas Press, Prorektor der Lämelschule, Chi. L. Sutte, Seminar- und Mädchenschullehrer, Di^. Israel Weinberg, Seminarlehro.r, I. Eitan, Gymnasiallehrer, und Frl. H. Feinssod, Kindergartenleiterin. Notize». Jüdische Bühne. Direktion: M. S i e g l e r, „Hotel Stefanie", II., Tadorstraße 12. Freitag den 3, Samstag den- 4 und Sonntag den 5. Jänner: „Chochmes Nnschim", Operette in 4 Aufzügen von Professor Horowitz. — Sonntag den 5. Jänner, halb 4 Uhr Nene Verkehrswege. Nach Newyork sowohl wie nach Südamerika kann man jetzt von Triest aus mit den Prachtvampfern der „Austto-Americana" fahren, von denen besonders der „Kaiser Franz Joseph I." und die „Martha Washington" sich bereits einen internationalen Ruf erworben haben. Die Schisse sind in jeder Beziehung erstklassig, bieten jeden modernen Komfort, aber auch die dritte Klasse kann jetzt in eigenen Kabinen reisen und die Zwischendeckpassagiere haben geräumige Speisesäle, in welchen ihnen das Essen serviert wird und wo sie, an Tischen sitzend, in Ruhe ihre Mahlzeit verzehren können. Der Weg über Triest dauert zwar etwas länger als über die nördlichen Häfen, aber das -hängt davon ab, daß man das Adriatische und Mittelländische Meer durchfahren mutz. Diese Reise ist jedoch eine wahre Vergnügungsreise, auf der man schöne und seltsame Länder kennen lernt und die man ganz umsonst macht, weil der Preis für die gesamte Fahrt so billig ist, als sonst für die Uebersahrt allein. Aufruf! Die israelitische Kultusgemeinde P i r n i tz in Mähren mutz ihren mehrhundertjährigen Friedhof vergrötzern und zugleich ein neues p-rn pns Häuschen bauen. Mildtätige Glaubensgenossen haben zu diesem humanen Zwecke bereits ansehnliche Beträge gespendet, und trotzdem fehlen uns zur Vollendung des Baues noch bedeutende Beträge. Wir appellieren an das goldene jüdische Herz und bitten, uns zu obigem Zwecke Unterstützungen zu gewähren. Mit glaubenstreuem Grütze Im Dezember 1912. Israelitische Kultusgemeinde Pirnitz. Schulz. An unsere geehrten Abonnenten! Wir bitten um rechtzeitige Erneuerung des Abonnements, damit in der Zusendung des Blattes keine Verzögerung eintrete. Die geehrten Abonnenten werden ersucht, bei Einsendung des Abonnementsbetrages den zugesandten Posterlagschein zu benützen. * Bezugspreise: Für Oesterreich-Ungarn: Ganzjährig K IG.—, halbjährig K 8 —, vierteljährig K 4.—. Für Deutschland und alle übrigen Länder: Ganzjährig K 20.—, halbjährig K 10.— vierteljährig K 5.—. Oie Administration. Stiftungs -V erleihung. Am 1. Februar 1913 gelangen bei der israelitischen Kultusgemeinde Tornau in Böhmen aus der Mayer und Mirl Goldmann- Stiftung zweitausend Kronen zur Verleihung. Anspruch hierauf hat nach der Reihenfolge diesmal das sittlichste, bravste und religiöseste arme Judenmädchen, und zwar in erster Reihe aus der Mayer und Mirl Goldmann’schen Verwandtschaft, wo sich selbes immer auch in der östeneiehischungarischen Monarchie befindet, und wenn kein solches mit vorstehenden Qualifikationen vorhanden, ein anderes, aber nur Tumauer Judenmädchen mit obgenannten Qualifikationen, wobei die Töchter des Rabbiners, Lehrers, Kantors und Schächters den Vorzug gemessen. Bewerberinnen haben ihre mit dem Nachweise des Verwandtschaftsgrades belegten Gesuche zur Verleihung längstens bis 25. Jänner 1913 bei dem genannten' Vorstande einzureichen. Der israelitische Knltusvorstand.