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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1913-01-03 · 1 (3.1.1913) · p. Seite 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
30 (1913)
Issue
1 (3.1.1913)
Date
1913-01-03
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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Dr. BLochs WocheMM Sette 11 Nr. 1 und die rastlose Täiigteil der Vorstandsdamen würdigte, besonders aber die der langjährigen, opferfreudigen Frau Präsidentin. Die rituellen Gesänge wurden vom Kantor Margnlis mit Chor in anerkennenswerter Weise vorgetragen. Mit der Absingung der Volks- Hymne,. welche auch die Erwachsenen mitsangen, fand rie erhebende Feier, um deren Zustandekommen sich der hiesige Bethausvorstand sehr verdient gemacht hatte, ihren Abschluß. Nach dieser Feier fand, im Saale des Hotels „Zum goldenen Engel" eine von der Präsidentin Frau Henriette Erünwald beigestellte Jause der beschenkten Binder statt. /Wien-Währing. Herr Nathan Neumann, gewesener Präsident der Chewra-Kadischa und -ehemaliger Tempelvorsteher, Mitbegründer des Währinger Gotteshauses, hat sich ins Privatleben nach Preßbürg zurückgezogen.. Aus diesem Anlasse wurde er am Sabbat zur Thyra ausgerufen und Se. Ehrwürden Dr. Feuchtwang ließ ihnr durch den Ersten Kantor Serebrenik ein Mischeberach machen. Am Sonntag fand im Hause des Ersten Kantors Serebrenik zu Ehren des verdienstvollen Mannes und seiner Familie ein gemütliches Abschiedsfest in Anwesenheit von vielen Freunden statt. Wien. Am 8. Dezember 1912 wurden vom Vereine „Die B r ü d e r", an deren Spitze Herr Heinrich Weiner als Obmann steht, in den neuen Räumlichkeiten der Bibelschule, ohne jede Festlichkeit 305 arme Schulkinder mit Kleidern und Schuhen versehen, was einen Aufwand von mehr als 7000 Kronen verursachte. Es waren aber auch die Kleider und Schuhe der Qualität nach erstklassig, selbst ein antisemitischer Bezirksrat bekannte: „Sowas bringen unsere Leute nicht zustande!" Bei dieser Bekleidungsaktion intervenierten die Damen Frau Dr. Emilie Weiß und Marie Kohn, und die Herren Josef Faltitschek, Heinrich Weiner, Josef Kohn, Isidor Strasser und Heinrich Salamon. Am Nachmittag desselben Tages fand in dem Sitzungssaale des Tempelvereines die Generalversammlung des „Brigittenauer isr. Frauen-Wohltätigkeilts--Vereines" statt. Frau Dr. Emilie Weiß, welche den ganzen Vormittag bei Ker Bekleidung der armen Schulkinder eifrig ft milgeholfen hatte, begrüßte als Präsidentin die erschienenen Gäste, insbesondere die Präsidentin Frau Kopstein und die Vorstandsdame Frau Benedikt, worauf nach Erstattung des Rechnungsabschlusses seitens der Kassiererin Frau Anna Goldner, der Beirat. Herr Josef Kohn den Tätigkeitsbericht vortrug. Demselben war zu entnehmen, daß der Verein im abgelaufenen Jahre den Betrag von 15.949 Kr. für seine wohltätigen Dereinszwecke verwendet hat.. Es nimmt also dieser Verein unter den Vereinen Wiens, welche sich mit der Beteilung armer erwachsener Personen befassen, eine hervorragende Stellung ein, denn nach dem statistischen Handbuche der Stadt Wien vom Jahre 1909 beschäftigten sich mit offener Armenpflege in Wien 189 Vereine, welche zusammen für Beteilungszwecke 1,402.785 Kr. verausgabten, im Durchschnitte also pro Verein nur 7422 Kr. Es hat also der Brigittenauer israelitische Frauen-Derein doppelt so viel den wohltätigen Zwecken zugeführt. Nachdem die Kontrollorin, Frau Katharina Kohn, den Revisionsbericht zum Vortrag gebracht hatte und dem Vorstände die Entlastung erteilt worden war, schloß Frau Dr. Weiß die 17. ordentliche Generalversammlung des Vereines. — Am 17. v. M. veranstaltete der Verein „Die Brüder" anläßlich der Verleihung des Ehrendiploms an Frau Dr. Emilie Weiß in der Restauration H. Kohn ein gemütliches Nachtmahl a la Carte, an welchem sämtliche Vorstandsmitglieder des Vereines „Die Brüder" und des Brigittenauer israel. Frauen-Wohltütigkeits-Vereines und zahlreiche Ehrengäste teilnahmen. Dieser Abend gestaltete sich zu einem wahren Ehrenabende für Frau Dr. Emilie Weiß. Das überreichte Ehrendiplom ist ein Meisterwerk des Kalligraphen A. Kohoüt. Jüdische Toynbeehalle. XX., Othmargasse 46. Samstag den 4. Jänner: Konzert. Arrangement Frau Else Freund-Funk. — Sonntag den 5. Jänner: (Angabe des Themas und des Vortragenden folgt.) — Montag den 6. Jänner: Deutscher Literatur-Zyklns (Fortsetzung). — Dienstag den 7. Jänner: Zyklus aus der jüdischen Geschichte. Prof. Dr. K. Kupfer. — Mittwoch den 8. Jänner: Der Anteil der Juden am Kipper- und Wipper-Unwesen in Deutschland (1621—1623). Eduard Jonas-Schachtih. — Donnerstag den 9. Jänner: Beginn des Zyklus: «Das Schöne und die Kunst." (Grundzüge der Aesthetik.) Regierungsrat Prof. Dr. W. K. Jerusalem. — Freitag den 10. Jänner: Vibelvortrag. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Obmann Herrn Dr. I. Samnely, Wien, I., Fischerstiege 6, gelangen lassen. . Kindernachmittag in der Toynbeehalle. Sonntag den 22. Dezember v. I. hat in der Toynbeehalle die zweite Kinderjause in dieser Saison stattgefunden. 330 arm: Schulkinder hatten sich über Einladung des Veranstalters und Obmannstellveitreters der Toynbeehalle Herrn Karl Freund versammelt, um einige fröhliche Stunden zu.^erbringen. Deklamationen und Geianglvorträge, sowie die Aufführung eines Theaterstückes^ liebliche Reigen von Knaben und Mädchen vorgeführt, bildeten das Programm, an welches sich eine schmackhafte Jause und die Beteilung sämtlicher Kinder mit Süßigkeiten, Spiel- und Schreibrequifiten anschloß. Die Bedürftigsten der Kinder erhielten auch noch eine separate Einladuna für -inen der drei nächstfolgenden Taae. an welchen Frau Marie Freund die Verteilung von warmer Wäsche, Schuhwerk und Kleidern vornahm. Diese Kindernacbmittage bleiben jedem unvergeßlick, der einmal daran teilgenowmen. Sie verdienen alle Forderung seitens der Besitzenden in re chstem Maße. Beth Haam (Jüdisches Vollsheim>, (XVII., Hormayrgasie 7 a). Samstag den 4. Jänner I. I. halb 8 Uhr abends, Vortrag des Herrn Jonas Afchkenas: „Warum sollen wir an dem Gottesgedanken festhalten?" — Samstag den 28. Dezember v. I. hatten wir der Liebenswürdigkeit der Gesangsmeisterin Frau Funk-Freund einen genußreichen Abend zu verdanken, indem mehrere Schülerinnen ihrer renommierten Schule die Hallenbesucher durch erakte Gesangskunst erfreuten. Fräulein Grete Teltfcher, Lehrerin am Mädchenwaisenhauje, hatte mit der Arie des Siel aus „Faust" rauschenden Beifall geerntet und mußte, dem stürmischen Verlangen der Zuhörer nachgebend, noch einige Lieder singen. Die Begeisterung des Publikums steigerte sich, als Fräulein Marianne Zoff mit herrlicher, wohlklingender Stimme eine Arie aus „Widerspenstigen" Und einige Lieder von Brahms mit künstlerischer Vollendung vortrug. Auch der Meisterin Frau Funk-Freund, die sich persönlich um die Klavierbegleitung verdient machte, statteten die Zuhörer ihren besonderen Dank ab. Wir ersuchen höflichst im Namen unserer Hallenbesucher, Anmeldungen von Vorträgen oder Mitwirkungen bei Konzerten an den Präsidenten Herrn Dr. M. Förster, XVI., Thaliastraße Nr. 22, gelangen zu lassen. Wien. Freitag.- Abend-Vorträge, auch Frauen zugänglich, am Bet-Hamidrasch „Talmud Thora", II., Malzgasse 16. — Am 3. Januar d. I., Herr Prof. Mor. Antfcherl: „Große Gedanken in den kleinen Propheten". — Am 10. Januar: Herr Rabbiner H. Schenk: „Die P s a l m e n". Beginn jedesmal um 7.30 Uhr abends. Wien. (Jüdischer Handlungsgehilsen-Verband) II., Taborstraße Nr. 11 b. Samstag, den 4. d. M., 8*/^ Uhr abends, findet im Privatlokale ein Vortrag des Herrn Ludwig Ba16 statt. Thema: „Die Juden in Skandinavien". Gäste willkommen. Austritte aus dem Judentum Vom 22. Dezember bis inkl. 28. Dezember 1912. Hoffmann Annie, Gymnasialschülerin, I., Bauernmarkt 9 Lever Mindel, Privat, geb. 21. Dezember 1878, XIII., Hauptstrasse 136 Oppenheim Alfred, Violinprofessor, VII., Neustiftgasse 17 Sauerqnell Henriette Helene, Verkäuferin, VIII., Josefstädterstr. 51 M ßliy Die vom hiesigen jüdischen Gesangsverein am verflossenen Sonntag veranstaltete Makkabäerfeier gab Zeugnis vom ernsten Streben der Sänger und Sängerinnen mit ihrem Chormeister Herrn Oberkantor Mayerowitsch, der es verstanden hat, in verhältnismäßig kurzer Zeit den Verein auf ein hohes Niveau zu bringen. Das zahlreich erschienene Publikum laüschte begeistert der schwungvollen Festrede unseres jugendlichen Herrn Rabbiners Dr. Diamant, den herrlichen Solovorträgen des Herrn Oberkantors Mayerowitsch, den wirkungsvollen Rezitationen des Herrn Franz Pollenz, sowie den gelungenen Darbietungen des Vereines und wurde nicht müde, in rauschenden Beifallskundgebungen seiner Bewunderung über das Gehörte Ausdruck zu verleihen. Die Klavierbegleitung besorgten in anerkennenswerter Weife Frl. Frieda Hauser und Frl. Anna Schmidt. F. S. Dr. Elias Goldhammer in Taruow. Montag den 23. Dezember v. I. ist in Tarnow der Landes¬ und Gevichtsadvokat Dr. Elias Goldhammer im Alter von 62 Jahren verschieden. Der Verblichene war eine hervorragende Autorität als Gerichtsverteidiger, ausgezeichnet durch geniale Beredsamkeit und hohes Wissen. Dabei hatte er ein goldenes Herz; überall, wo es sich um eine humanitäre Tal handelte, ließ sich Dr. Eoldhammer von niemandem übertreffen. Seit 33 Jahren gehörte er dem Gemeinderate, mehrere Jahre als Magistralsassessor und Vizebürgermeister, an und entwickelte in der Stadtverwaltung die größte Tätigkeit. — Seine Initiative und seiner unermüdlichen Arbeit haben wir zu verdanken, daß die hiesige Stadt letztens eine Wasserleitung, ein Elektrizitätswerk, elektrische Straßenbahn erhielt. In allen schwierigsten Angelegenheiten vertrat er unsere Stadt mit Erfolg, lieber 20 Jahre war er Kultusratsmilglied. Insbesondere gebührt ihm der Dank für den Ausbau der neuen monumentalen Synagoge, welche unter die schönsten und größten Synagogen Oesterreichs gezählt werden kann. Als Direktor der städtischen Sparkasse, Schöpfer vieler Bankinstitute, Ehrenmitglied vieler Wohltätigkeitsvereine ufw. hat er den größten Teil seines Lebens den öffentlichen Angelegenheiten gewidmet. Eine aus 15.000 Leuten bestehende Menge begleitete vom Trauerhause den Sarg zur neuen Synagoge. Der Verkehr mußte wegen der großen Menschenmassen eingestellt und manche Straßen sogar von der

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