Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 52 (27.12.1912)
- Date
- 1912-12-27
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 894 Dr. Bl»chs auseinandersetzte, daß inian keine Furcht haben dürfe, denn ein einziger Poßek wäre, imstande, die bösen Ge-i walten, die einem: Juden drohen, zu vertreiben. So brauche Män nur einen Potzel^) (pn' jsb ^rr-w' »33 bzb'i •arzh 2^2) M sagen, und jeder Hund müsse verstummen und könne nicht beißen. Indem! der Rebbe so seine Chatzidim unterweist, komtnt er, ohne es gemerkt zu haben> in die Nähe eines Gutshvfes, und plötzlich fällt eine Schar von großen Hunden über die fromwen Wanderer her. Alsbald ergreifen alle die Flucht vor den Hunden, und der weise Rebbe, der die Hunde mit dem Poßek zu zügeln weiß, allen voran. Als man sich in Sicherheit weiß, fragt einer der Bachurim (Talmudjünger) den frommen Rebben, warum er denn auch davongelaufen sei. Er hätte doch nur seinen Poßek'sagen können, und kein Hund wäre imstande gewesen, ihn zu beißen. Da antwortete der Rebbe: „Lassen denn de Hind (Hunde) den Poßek sogen?" Das war ein Moschel ohne einen Poßek." Im südlichen Teile Polens ist es das Städtchen Slegetfchin, deMn Hunde die Ehre hatten, in der Anekdote verewigt sein. Das geschah so oft, daß man schließlich auch die menschlichen Einwohner des Städtchens in ganz Polen, soweit es überhaupt bekannt ist> nicht anders als „Stegetschiner Hind" (Hunde) nennt. Ein Badchen (Bänkelsänger), wie man in Krunvmelow erzählte, ging eines Tages zu einer Hochzeit als Lüstigmacher, als er gerade vor dem Hochzeitshause auf d«n Markte von Stegetschin eine'große Zahl von Hunden erblickte, die sich balgten. Lachend betrat er das hochzeitliche Haus, indem er an die versammelten Stergetschiner die freundliche biblische Aufforderung richtete: ^rB •qcti dpki ncnbob □•kst cr*n« Eure Brüder ziehen hinaus zum Streit, und ihr bleibt hier?" (Fortsetzung folgt.) Zeitschrift für Demographie und Statistik der luden. Heraus- Mßedev vom Bureau für Statistik der Juden. Berlin C. 2. An der iSpandauerbrücfce 15. Schriftleitung: Dr. Bruno Blau Berlin. 8. Jahrgang. Heft Nr. 12. Dezeaber 1912. Inhalt: I. Abhandlungen: . Wlad.W. Kap 1 u n-K o g a n, Köln: Die jüdische Auswanderung der Neuzeit. — II. Statistisches Archiv. Jüdische Studentinnen an badischen Hochschulen von 1900 bis 1910. — Lebendgeburten in Holland im Jahre 1910. — Zahl der Juden in Florenz im Jahre 1911. — Eheschliessungen in Westaustralien im Jahre 1910. Vas Ghettobild eines japanischen Malers. In London wurde dieser Tage eine Auss'ellung der Bilder des hervorragenden japanischen Malers und Schriftstellers Yoshio Markino eröffnet. An der Eröffnungsfeier haben auch zahlreiche jüdische Künstler und Schriftsteller, unter anderem auch Israel Zangwill und Frau, teilgenommen. Eines der besten Bilder des japanischen Künstlers ist das Ghettobild »Whitechapel London«. In einem Gespräche mit einem Journalisten feilte Marfino mit, dass er eben darangehe, eine ganze Serie von Bildern aus dem Londoner East End, das ihn so sehr interessiere, zu schaffen. Yoshio Markino hat auch in seinen schriftstellerischen Arbeiten wiederholt jüdisches Leben beschrieben und stets lebhafte Sympathien lür die Juden bekundet. Le Traducteur, The Translator, U Traduttore, drei Halbmonatsschriften zum Studium der französischen, englischen,; italienischen und deutschen Sprache. Leute, die schon außer der Schule stehen, finden in diesen Blättern Gelegenheit, ihre Kenntnisse der fremden Sprachen zu festigen und zu erweitern, ohne das lästige und zeitraubende Lexikonwälzen anwenden zu müssen, da jedem Artikel eine Uebersetzung gegenübersteht oder unbekannte Vokabeln unter dem Texte angegeben sind. - Gediegene Aufsätze und Erzählungen klassischer und .moderner Autoren wechseln mit Gesprächen aus dem täglichen Leben ab, die in ausgiebiger Weise der Umgangssprache Rechnung tragen. —, Probenummern für Französisch, Englisch und Italienisch kostenfrei durch den Verlag des „Traducteur“ in La Chaux-de-Fonds - (Schweiz). Alfred H. Fried. Der Weg zum Weltfrieden im Jahre 1912. Pazifistische Chronik. Berlin — Wien — Leipzig. Verlag der Friedenswarte. Wochenschrift _ jjf? 62 Jung Juda. Illustrierte. Zeitschrift für unsere Jugend. XIII. Jahrgang: Nr. 24. Prag, den 20. Dezember 1912. (10. Tebeth 5673.) Inhalt: Henriette Ottenheimer; Josefs Verzeihung. — Ben Jehuda: Unser Lehre Moses.— J. M.: Geschichten, und Geschichten. — Georg H.: Auch ein Weihnachtsbaum. — Ida Bock: Gustl und Lea (Schluß). — A. M. Tendlau: Der Freund Gutist. — Guck in die Weltl •— Redaktion, und Administration: Präg, II., Stefansgasse 629. Leopold Grünwald. Ha-Jehudim Be-Hungaria. Geschichte der Juden in Ungarn. Biographien von Rabbinern und Gelehrten Ungarns. 1. Band. Autoren hehr. Schriften vom Jahre 1420—1840. M.-Sziget (Ungarn). Gedruckt bei Kohn Mör in Vacz, Ungarn. Dr. Adolf Altmann, Rabbiner in Salzburg. Geschichle der Juden in Stadt und Land Salzburg von den frühesten Zeiten, bis auf die Gegenwart. Nach handschriftlichen und gedruckten Quellen bearbeitet und dargestellt. Mit 14 Abbildungen und 1 Facsiinile. (Erster Band: Bis zur Vertreibung der Juden, aus Salzburg 1498.) Berlin 1913. Verlag von Louis .Lamm. KriefKaste«. Rabbiner. - Selbstverständlich hat ein Rabbiner das Recht, die ihm gebührende Alijoth Slisi und die ihm gebührende erste Hakofat an Simcheßthora einem anderen Rabbiner, der zu Gast im Orte , weilt, denselben zu übertragen, um aus diese Weise den East zu ehren; besonders, wenn dies auch mit der Zustimmung des Tempelkurators geschieht. B. F. Unter den vor einiger Zeit durch die jetzige Regierung vorgenommenen Verhaftungen von Jungtürken befanden sich auch die beiden früheren jüdischen Deputierten Carasso und Mazliach, Mitglieder des Komitees. Nach erfolgter ergebnisloser Untersuchung wurden die beiden Juden wieder aus der Haft entlassen, weil sich in keiner Werse die gegen sie erhobene Anschuldigung neuer revolutionärer Umtriebe, speziell der Aufhetzung der Armee von Tschataldscha gegen die Regierung, hatte halten lassen. - . , R. B. Den Pressemeldungen zufolge befinden sich in Saloniki unter im ganzen vielleicht 50.000 Emigranten inehr als 600 jüdische Familien, das heißt über 3000 Seelen. Sie stammen zumeist aus Jstip und Strumsa, aber auch aus einer Reihe anderer mazedonischer Ortschaften. Sie sind sämtlich in der „Talmud-Thora" der Gemeinde untergebracht, der bekannten großen 1500 Minder zählenden, hebräisch-türkischen Musterschule. Ihrem Unterhalt besorgt eine-' Kommission, die sich aus Delegierten dsr verschiedenen, jüdischen Klubs Salonikis zusammensetzt. Die Nachrichten aus der schwergeprüften Stadt stimmen darin-..überein, daß die Haltung der herrschenden Kreise des GriechMüms in Calonikt wenigstens alles mögliche versucht haben, uür die Juden zu beruhigen. Den vielen Audienzen, zu denen der Großrabbiner Jakob Meir eingeladen wurde, und den vielen offiziellen Besuchen, die man ihm abstaftete, um - ihm alles Denkbare zu versprechen, ist eine neue Audienz gefolgt, zu der ihn der Kronprinz Konstantin dieser Tage eingeladen hatte. Es spielte sich die bereits stereotyp gewordene Szene ab. Der Kronprinz versicherte den Rabbiner des allerhöchsten Wohlwollens gegenüber dem jüdischen Elemente und bat ihn, sich jederzeit mit etwelchen Beschwerden vertrauensvoll an ihn zu wenden, sei es schriftlich oder durch persönliche Rücksprache. _ ' Aufruf. Obwohl nach Jerusalem Saffed, mit zirka 10.000 Seelen, die größte und leider auch ärmste Gemeinde in Palästina ist, wird sie dennoch von . den ausländischen Wohltätern sehr stiefmütterlich behandelt. Während Jerusalem sich einer großen Anzahl von großartig angelegten und prächtigen Wohltatsanstalten erfreut, besitzt Saffed nicht eine einzige nennenswerte. Am meisten macht sich, hier das Bedürfnis nach einem jüdischen Hospital fühlbar; denn bei der großen Armut der Bevölkerung und. bei den eng und gegen jede Regel der Hygiene gebauten Häusern kömmt es leider nur zu-oft vor, daß viele Kranke in ihren elenden Wohnungen einen frühzeitigen Tod sterben. Diesen Wundepunkt in unserer Gemeinde haben die englischen Missionen frühzeitig erkannt und besitzen seit langem schon hier ein prachtvoll gebautes Hospital, welches ihnen als ein gutes Mittel zu ihrer Seele nfängerei dient, denn bevor der Kranke, würdig wird, der ärztlichen Hilfe teilhaftig zu werden, sei es in der Klinik oder im Spital selbst, muß er vorher ein langes Gebet undeine Predigt anhören. Dieses schmachvolle und für jedes jüdische Gefühl erniedrigende Treiben der Mission bewog die Gemeinde, da sie selber aus Mangel an Mitteln machtlos demselben gegenüberstand, im Auslande Abhilfe zu suchen, und es gelang ihr in der Person der Baronesse Edmond de Rothschild einen Retter in der Not zu finden. Die Baronesse erbaute hier ein Spital, welches an Größe und Pracht das der Mission weit übertrifft und förmlich in den Schatten stellt. «) II. Mos. 11. 7.