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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-12-20 · 51 (20.12.1912) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
51 (20.12.1912)
Date
1912-12-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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«eite 872 Dr. Vkochs Wochenschrift Nr. 51 ein und leitete in exakter Weife der Lehrer Josef Massai, das Deklamatorische der Oberlehrer Isidor Robitschek. Die Linder des 1. und 2. Schuljahres brachten patriotische Lieder und Gedichte in gediegener Weise zum Ausdrucke. Die Schüler des 3., 4. und 5. Schuljahres brachten das patriotische Liederspiel, Mein Vaterland, mein Oesterreich, in gelungener Weise zum Vortrage und ernteten reichen Beifall. Die patriotische Festrede hielt Oberlehrer I. Robitschek und erledigte sich seiner Aufgabe vortrefflich. Das Absingen der Volkshymne bildete den Abschluß der herrlichen Schulfeier. Nagy-Kauizsa. Vor wenigen Wochen gab es ein seltenes Jubiläum daselbst, dessen auch in Ihrem geschätzten Blalte Erwähnung geschah. Gestatten Sie mir, einen Nachtrag zu melden. Der verdienstvolle Kantor Samu Goldmaun beging den Gedenktag seiner 50 jähr. ununterbrochenen Amtstätigkeit und feierte gleichzeitig in aller Stille mit seiner Gattin Henriette im Kreise seiner Kinder und Enkel das Fest der goldenen Hochzeit. Obgleich Herrn Kantor Goldmann schon zu seinem 40 jährigen Amtsjubitäum von seiten des Vorstandes und der Gemeinde große Ehren erwiesen wurden, ließen es sich die Herren des Vorsiandes in Würdigung der ganz besonderen Verdienste des Herrn Kantor Goldmann nicht nehmen, ihn auch diesmal zu ehren. Es erschienen in der Wohnung des Jubilars der Gemeinde-Vorstand, bestehend aus den Herren: Heinrich Grüuhut, Präses, Moriz Halpheu, Obmann der Tempelsektion. Dr. Jakob Rothschild. Obmann ver Schulsektion, Ignaz Sommer. Obmann der Finanzsektion, Dr. Samu Rothschild. Obmann der Stiitungssektion, Sigmund Rothschild. Ludwig Zerkotvitz und Ludwig Barta. Gemeinde- Sekretär. Der Präses Herr H. Grünhut überreichte, nachdem er in warmer, feinsinniger, gewohnt formvollendeter Rede auf die 50 jähr. Wirksamkeit des Jubilars hinwies, in Anerkennung der Verdienste desselben einen ebenso prächtigen als wertvollen Brillantring. Herr Kantor Goldmann dankte tief bewegt und war durch die ihm erwiesene Ehrung zu Tränen gerührt. Bei der außerordentlichen geistigen und körperlichen Frische des Jubilars ist es zu hoffen, daß er als treuer Diener Gottes noch vele Dezennien wirken wird. Mögen die herzlichen Wünsche, die ihm zuteil wurden, sich erfüllen, das walte Gott. L. W. Grotzwardein. Eine der hervorragendsten Persönlichkeiten der Stadt Grotzwardein, Herr Ferencz Schwarcz, der am 12. d. M. starb, war einer der grötzten Gutsbesitzer im Biharer Lomitat. Herr Schwarcz stand im 73. Lebensjahre, er war Vorstandsmitglied der hiesigen Lultusgemeinde, Stadtrepräsentant und Vorstand vieler Vereine. Das Leichenbegängnis fand am 13. d. M. unter überaus großer Beteiligung statt.' Es waren erschienen die Notabilitäten der Stadt, und vom ganzen Lomitate kamen Deputationen. Oberrabbiner Dr. Kecskemöty hielt dem Verblichenen einen ergreifenden Nachruf. Oberkantor Jenö Weis; trug mit Chorbegleitung die Trauergesänge vor und am Grabe in sehr ergreifender Weise das El mole rachamim. Kamimerrat MarmMan Ehrenpreis. Am 10. d. M. verschied in Krakau der Industrielle Kammerrat Marimilian Ehrenpreis im Alter von 69 Jahren. Der Verstorbene nahm als Industrieller und Grotzkaufmann in Krakau eine hervorragende gesellschaftliche Stellung ein. Es ist daher begreiflich, daß sein Ableben in den weitesten Kreisen tiefe Trauer erweckt hat. Ehrenpreis hat sich auch an deM jüdischen Leben Krakaus aufs eifrigste betätigt, gehörte länger als ein Vierteljahrhundert dem Vorstände der jüdischen Gemeinde an. in welchem er hauptsächlich das Referat über das Budget und über die Wohltätigkeitsanstalten hatte. Vor zwei Jahren feierte der Vorstand das 25jährige Jubiläum der Tätigkeit Ehrenpreis im Vorstände. Sein höchstes Bestreben, der Krakauer Judengemeinde einen neuen wirklichen Tempel zu geben, sollte er nicht mehr erfüllt sehen. Auch als Philanthrop hat der Verblichene sich große Verdienste erworben, und es ist bezeichnend für ihn, daß er es als eine persönliche Kränkung ansah, wenn bei gröberen philanthropischen Aktionen nicht auch er herangezogen wurde.! New Hork. Am 24. Dezember 1912 wird hier eine Hochzeit stattfinden, welcher die galizisch-jüdische Kolonie viel Teilnahme zuwendet. Am 24. Dezember wird nämlich in der Duklaer Mögen Awrohom Synagoge die Trauung des Herrn Dr. Adolf Israel Schoenholz (geb. in Snyatin) mit Fräulein Jane Leibovitz stattfinden. Herr Dr. Schoenholz ist einer der führenden Männer in dem „Galizischen Verband" und genießt vielfache Sympathien. Feuilleton. (Nachdruck verboten.) Wa« sich da« jüdische Uolk erzählt. Historisches Allerlei vom jüdischen Volkshumor. Von königl. Bibliothekar Dr. Heinrich Loewe. VI. Es gibt eine ganze Reihe von witzigen Erzählurtzm, Witzen und schalkhaften Spöttereien auf allen Gebieten der Literatur und bei allen Völkern, denen Man anzuseh--n glaubt, daß sie in dem Milieu geboren sind, in dem sie erzählt werden. Am so mehr ist man überrascht, wenn man sie dann in einer ganz anderen Umgebung wiedersieht, wo sie genau ebenso Hineinpassen, obwohl ihre Züge kaum geändert sind. Besonders Anekdoten von hochgestellten Persönlichkeiten und Witze, die sich an politische Ereignisse anlehnen, wandern von Volk zu Volk und aus einer Zeit in dir andere. Sehr viel wurde in Berlin eine Spottschrift des Jahres 1904 belacht, die den etwas langen Titel führte: „Was hat der Verband der deutschen Juden bisher für das deutsche Judentum geleistet? Eine offene Antwort auf eine offene Frage von Ridens. Berlin: „Israelitische Wochenschrift". Wer den Titel gelesen hätte und nun die Antwort aus diese Frage finden wollte, fand nur sieben leere Seiten. Aber diese Broschüre jüdischer Inhaltslosigkeit hat eine gleiche, einen ganzen Bogen starke Vorgängerin aus deutschem Gebiete. Im groben Revolutionsjahre erschien nämlich von Dr. I. Re i tzma n n eine „Aktenmätzige Darstellung der Wirksamkeit der deutschen Bundesversammlung; betreffend die Vertretung. Verteidigung und Wahrung der Rechte des deutschen Volkes gegen die Geiwaltschritte der deutschen Negierungen seit ihrem Bestehen, bis auf die neueste Zeit. Dresden: Kori 1848." Auf den langen Titel folgt dann ein weißer Bogen, der die aktenMÄßige Darstellung dieser Tätigkeit bedeutet. So schleppen sich die politischen Witze aus einer Umgebung in die andere. Das Gleiche gilt aber auch von anderen Erzählungen. Reb Süßkind lebte mit feiner Frau Gelle schon seit neun Jahren in glücklicher Ehe, aber ohne Nachkommenschaft. Da aber nach jüdischem Gesetz eine kinderlose Ehe nach Verlauf von zehn Jahren friedlich aber schiedlich getrennt werden soll, so sahen sie, die sich beide sehr innig lieb hatten, mit Bangen in di» Zukunft. In diesem zehnten Jahre über, als sie schon alle Hoffnung aufgegeben, geschah es wie durch ein Wunder, daß Frau Gelle merkte, daß sie in froher Hoffnung ging. Da gelobten sie, wenn ihnen ein Knabe beschert werden sollte, so wollten sie Gott zunt Dank für die Erhörung! ihres Gebetes den Knaben in aller Frömmigkeit und Heiligkeit erziehen. Er sollte ein Gottgeweihter sein. And es war ein (ein männlicher Nachkomme). Am ihn von aller Verleitung zur Sünde fernzuhalten, die besonders durch die Bekanntschaft Mit deM' weiblichen Geschlecht hervorgerufen wird, erzogen sie ihn von seinem fünften Jahre bis zur Bar-Mizwah (KonfirMätion nach Vollendung des 13. Lebensjahres) in aller Einsamkeit, so dab er in dieser ganzen Zeit das Haus nicht verlieb, um nur mit keinem Menschen und mit keiner Unreinheit der Welt in Berührung zu kommen. Der Vater, der selbst ein großer Talmudist war, unterrichtete den begabten Knaben im' ganzen biblischen und' talmüdischen Schrifttum, und dieser vergalt des Vaters fromme Mühe durch groben Fleiß und Aufmerksamkeit. Damit aber das Kind der Welt nicht ganz entfremdet würde, brachte man ihm Bilderbücher, erklärte ihm die ganze Natur nach Bildern, die Namen der Pflanzen und ihre Eigenschaften, der Tiere und besonders derjenigen unter ihnen. 1V fT^pMf^Tisryenif sairm

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