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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-12-20 · 51 (20.12.1912) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
51 (20.12.1912)
Date
1912-12-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Dr. Blochs WocheMM Seite »69 Konzert-Akademie des Wiener Synagogen- Sänaer-Vereines. Nr. 61 ZumI AndenM an Jda Straus. Im Heim der „Töchter Jacobs", einem Rewyorker Altenheim, umrbe am 24. November eine Gedenktafel für Ida Straus enthüllt. Di.e schwere Bronzetasel trägt die Inschrift: „Zum ewigen Andenken an Jda Straus, eine der edlen und heldenhaften Töchter Israels, gestiftet von den Verwaltern des Hospitals. Sie starb auf hoher See beim Untergang der „Titanic" zusammen mit ihrem Galten Isidor Straus, Staatsmann, Philanthrop und Kaufmann, nachdem sie beharrlich alle Rettungsversuche zurückgewiesen hatte, um die letzten Augenblicke ihres Lebensgefährten zu erhellen." Darunter stehen die Worte: „Wo du stirbst, da will ich auch sterben, und dort will ich auch begraben sein. Ruth." An der Feier nafimen sämtliche Mitglieder der Familie Straus, soMe die 186 Pfleglinge des Altersheims teil. - i; . : i Vermischtes. Gemeinsame Hilfsaktion der westeuropäischen jüdischen Wohltätigkeitsvereine zugunsten der Inden der Balkanländer. Am 16. d. M. fand im Hause des Herrn Konsul Franz Philippson in Brüssel eine Aussprache zwischen Vertretern der großen jüdischen Wohltätigkeitsgesellschaften statt. Es wurde insbesondere über eine gemeinsame Hilfeleistung zur Linderung des durch den Krieg hervorgerufenen Elends eine prinzipielle Verständigung herbeigeführt. «Ehrung thu?» Wiener Gelehrten. Vor zwei, .Jahren . wurde in Paris eine wissenschaftlich-literarische Revue gegründet, di; Frankreich mit den hervvrraqends'en Gelehrten, Künstlern und Schriftstellern der gesamten Kulturwett bekannt machen will, deren Werke besprochen, resp. in Reproduktionen vorgeführt werden. Als einen der ersten Oesterreicher wurde Herrn Dozenten Dr. Paul Cohn die Auszeichnung zu teil, daß das Dezemberheft dieser Revue „Paris-Etranger" das wohlgetroffene Bild und die eingehende Biographie des 1872 in Wien als Sohn unseres eben jubilierenden Kultusvorstandes Salo Cohn geborenen, angesehenen Chemikers, enthält. Dozent Dr. Cohn hat sich als Präsident des Oesterreichischen Zweigvereines der „Alliance Scientifique' Universelle", die ihren Hauptsitz in Paris hat, und als Vorstand des Nizzaer nautischen Clubs um die Annäherung der französischen Gelehrten und Sportkreise große Verdienste erworben. C. B. Wien. (Trauung.) Mittwoch den 25. d. M., 1 Uhr nachmittags findet im israelitischen Tempel, XIX, Dollinergaffe 3, die Trauung von Fräulein Alice Mayer, Tochter des Herrn Sigmund Mayer, mit Herrn med. Dr. Mox Urbach statt. Wien. (Trauung.) Donnerstag den 26. Dezember 1912, um halb 4 Uhr nachmittags, findet im israelitischen Tempel Wien, I., Seitenstettengasse 4, die Trauung des Fräulein Bronislawa Reich, Tochter des Herrn M. H. Reich aus Lemberg mit Herrn Dr. Ludwig I a c o b i u s aus Breslau statt. Wien. (Trauung.) Donnerstag den 26. Dezember 1912, um halb 2 Uhr nachmittags, findet im Tempel, XIX., Dollinergasse 3, die Trauung des Herrn Phil. Dr. Arnold Frankfurter, Prediger des israelitischen Tempels im XIX. Bezirk, k. u. k. Feldrabbiner i. d. R., mit Fräulein Stella Schick statt. Wien. Samstag den 28. Dezember 1912 findet die Barmizwah des Wilhelm B r ö s l e r, Sohn des Amtsleiters Michael Brösler und dessen Gattin Rosalia, geb. Feimann, im Tempel, I., Seitenstettengasse, um 9 Uhr vormittags statt. Wien. Samstag den 7. Dezember verschied nach langem schweren Leiden der langjährige Religionslehrer und Dispens- Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde in Flöhau (Böhmen) Herr Ignaz Tschahny in seinem 73. Lebensjahre. Der Verstorbene erfreute sich wegen seines Pflichteifers vieler Sympathien. Die Beerdigung fand am 9. Dezember d, I. im Wiener Zentralfriedhof statt. Tie am 14. d. M. stattgefundene Konzert-Akademie der Synagogensänger reihte sich nicht nur würdig den früheren Veranstaltungen an, sondern übertraf dieselben durch die Fülle des Geborenen, durch herrliche gesangliche Gaben, durch ihr glänzendes Auditorium, das den Saal des „Bayrischen Hof" füllte. Mit Handelns ..Hallelujah" setzte der Männerchor ein, befeuernd dirigiert vom Herrn Chordirigenten I. Porth, und fand eine stürmische 'Aufnahme, sodaß bereits diese erste Nummer wiederholt werden mußte. Professor Fritz Brunner, der erste Konzertmeister der Wiener Volksoper, entfesselte mit der feinkünstlerischen Wiedergabe von Beriot's „Balletszene" Stürme von Beifall, die er immer wieder durch Zugaben steigerte. Unter gespannter Auftnerksamkeit betrat Oberkantor Morgenstern das Podium und sang mit tiefer Empfindung einige nordische Lieder. In Grieg's „Landerkennung" sang der tllustre Gast Herr Hofopernsänger Joses Schwarz mit seiner klangvollen mächtigen Stimme das Solo dieses hinreißend schönen Chores unter Leitung des Chordirigenten I. Zelluik und der feinfühligen Klavierbegleitung des Herrn Organisten M. Menzer. Nicht endenwollender Beifall lohnte beu glänzenden Künstler und die Sänger. Dem traditionellen Zuge getreu, folgte nun unter Leitung P o rt h's das von Nowakowsky vertonte, von elfterem bearbeitete Nilah-Gebet »^to nossen Jod«, Soli von Oberkantor Morgenstern und Kantor E. Kischner. Wie eine Weihe zog's durch die Räume, der Weihegesang hatte seine übergroße Wirkung auf die Zuhörerschaft ausgeübt. Fräulein Käthe Paste stellte ihre umfangreiche reizende Stimme bereitwillig in dem Dienste des wohltätigen Zweckes und ward vom Beifall belohnt. Der Jubel erreichte seinen Höhepunkt, als wieder der herrliche Sänger der Hofoper Josef Schwarz die goldenen Gaben seiner überwältigend schönen Stimme in verschwenderischer Fülle bot. Mit seinem „Kol Nidre", der „Troubadour" und „Maskenball-Arie" steigerte er den Enthusiasmus der Zuhörer, ein Zoll der Bewunderung, der auch dem im letzten Momente bereitwillig eiugesprungeneu Accompagneur, dem jungen Pianisten Felix Hupka, neidlos zuerkannt wurde. Mit einem ausgezeichneten Strauß'schen Walzerliede, trefflich dirigiert von Z e l l n i f, schloß der künstlerische Teil des überaus gelungenen Abends, den der Synagogen-Sänger-Verein mit seinem Obmanne Salo Lemberger, sowie dem unermüdlichen Kassier Herrn M. Striks als eine seiner schönsten Errungenschaften bezeichnen darf. Ein animiertes Tanzkränzchen, arrangiert vom Tanzmeister Rudolf Heimann. hielt die tanzlustige Jugend bis in die frühen Morgenstuitdeu beisammen. . . r Jüdische Toynbeehalle. XX., Othmargaffe 46. In besonders feierlicher Wri'e wurde in der Toynbeehalle das Chanukafest begangen. Herr Finkelstcin vom Leopoldstädter Tempel nahm, assistiert von einem Doppelqiartett, bestehend aus den Herren: Josef Milet als Dirigent und den Sängern Berufeld, Ravaty, Birnbaum. Zwiock, Toukonogi. Seidl und Lahis, unter den üblichen Gesängen das Entzünden der Cbanukalichter vor. Rabbiner Professor Dr. Rosenfeld hielt eine tiefourchdachte Festrede, deren Aufbau und Inhalt begeisterten Beifall auslöste. Nach der Teepause erfreute Herr Finkelstein durch den trefflichen Vortrag einiger Arien das Audrtorium, dem auch noch einige Männerchöre, von dem obengenannten Dovpelquartette vorgetragen, lebhafte Anerkennung entlockten. Das nächstwöchentliche Vortragsprogramm wurde wie folgt festgesetzt: Samstag den 2l. Dezember 1912: Konzert. — Sonntag den 23. Dezember: „Aus dem Leben unseres Kaisers." Lichtbildervortrag des Herrn Siegfried Goldberger. — Montaa den 23. Dezember: „Deutscher Literaturzyklus ° (Fortsetzung.) Herr Franz Sonnenschein. — Dienstag den 24. Dezember: Geschloffen. — Mittwoch den 25. Dezember : „Die Entstehung der Lebewesen." Cand. med. Ernst Drrschak. — Donnerstag den 26. Dezember: Thema Vorbehalten. Pcof. Dr. M. Rosenseld. — Freitag den 27. Dezember: Bibelvortrag. Lehrer Markus Pick. — Sonntag den 29. Dezember, halb 3 Uhr nachm., findet in der Toynbeehalle die zweite der von Herrn Obmannstellvertreter Karl Frennd veranstalteten Kinderfestjaufen in dieser Saison statt und es werden an derselben 330 arme Schulkinder der Brigittenau teilnehmen. „Beth Haam" (Jüdisches Bottsheim) Wien, XVII., Hormayrgaffe 7 a. Samstag den 21. Dezember, 7*8 Uhr abends. Vortrag des Herrn Dr. M Reiß: „Absicht und Erfolg im Strafrechte". Anmeldungen von Vorträgen m.d Mitwirkungen bei Konzerten wolle man gefälligst an den Obmann Hern: Dr. M. Förster, Wien, XVI., Thaliastraße 22, gelangen laff-n. Für die Kurse in Stenographie und Maschinschreiben werden noch Anmeldungen jeden Samstag abends im Vereinslokale entgegengenommen. Jüdischer Schulverein für den IX. Bezirk IX., Seegaffe 16. Am 9. d. M. fand im Prachtsaale des Hotel „Bayerischer Hof" die (Jugend)-Chanuka-Feier statt, welche der jüdische Schulderem für den IX. Bezirk nunmehr zur ständigen Einrichtung gemacht hat.

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