Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 47 (22.11.1912)
- Date
- 1912-11-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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- Buda 1× ep/1047859
- Istanbul 1× ep/1044827
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Nr. 47 Dr. Mochs WvcheMrfft Sette 801 Adrianopel Synagogen gegeben hat und noch gibt, deren Benennung cruf den Ursprung ihrer Besucher hinweist. So gab es Synagogen, die den Namen Greg)s (griechisch sprechende), Budoun (aus Buda stammende), Italien, Apulien, Sizilien, Aragon, Catalonien, Avora, Gerusch (Eril) Majorka, Portugal und Toledo führen. . Die aschkenasische Judengemeinde rekrutiert sich aus jüdischen Einwanderern aus Bayern, Böhmen, Schlesien rc. Die Rekonstruktion -es jüdischen Mertels in Fez. Aus Paris wird berichtet: Der Wiederaufbau des jüdischen Viertels in Fez, das anläßlich des Aufstandes der Araber zu Beginn dieses Jahres fast zur Hälfte zerstört wurde, ist bereits in Angriff genommen worden. Die Mellah, das Judenviertel von Fez, wird aus diesem Anlasse infolge der Schenkung eines groben angrenzenden Gebietes bedeutend erweitert werden. Gleichzeitig mit der Rekonstruktion wird auch darauf Rücksicht geinommen werden, daß die Wohnungsverhältnisse in der Mellah den hygienischen Anforderungen vollkommen entsprechen und überdies werden verschiedene WohlfahrlÄanstalten errichtet werden. Laut diesem Berichte sei die französische Regierung auch bemüht, den Schadenersatzansprüchen der durch den Aufstand so stark in Mitleidenschaft gezogenen Juden von Fez im weitestgehenden Matze gerecht zu werden. Die diesjährige Chanukafcier -er jüdischen Soldaten in London. Wie uns aus London berichtet wird, wird sich die diesjährige Chanukafeier der jüdischen Soldaten in dei groben Synagoge von London besonders imposant g;- stalten. Der neue Lordtnäyor Sir David Burnett und sämtliche Sheriffs haben bereits ihre Teilnahme an der am 8. Dezember stattfindenden Feier angemeldet. Die jüdischen Soldaten versammeln sich in Paradeuniform in der jüdischen ffeien Schule und treten von dort mit Militärmüsik den Marsch in die Synagoge an. Fast sämtliche in London stationierenden Regimenter haben ihre Vertretung angemeldet. Tine jü-ische Liga für Frauenstimmrecht. In London hat sich eine jüdische Liga für Frauenstimmrecht gebildet, die dieser Tage einen programmatischen Aufruf zum Beitritt veröffentlicht hat, dem wir die folgenden wichtigen Stellen entnehmen: Die jüdische Liga für Frauenstimmrecht ist eine nichtpolitische Organisation, zu dem Zwecke gebildet, um für die Frauen dieselben parlamentarischen Rechte zu fordern. welche gegenwärtig den Männern g währt sind oder ihnen in Zukunft gewährt werden. Die Liga wird ihre Propaganda ähnlich den bereits bestehenden Ligen der Landeskirche, der Katholiken, der Freien Kirche und der Friend's Leagues auf dem Gebiete der Erziehung führen. Die Liga wird alle Bestrebungen zur Emanzipation der .Frau fördern, um auf diese Weisd die werktätiga Kooperation von Männern und Frauen tn der Bekämpfung der sozialen Hebel zu bewerkstelligen. Die jüdische Liga für Frauenstimmrecht wird bestrebt sein, eine Verbesserung der Lage der Frau in der Gemeinde und in dem Staate, und ebenso eine werktätige Anteilnahme der Synagoge an den sozialen Bewegungen des Tages herbeizuführen. Der Mindestjahresbeitrag beträgt 3 Shilling. Als Schriftführerin zeichnet Mib Ruth Franklin und als Vizepräsidenten nahezu sämtliche Rabbiner von London. Unter ihnen auch Dr. Deiches. Von der amerikanischen Gesellschaft für jüdische Geschichte. Der Präsident der amerikanischen Gesellschaft für jüdische Geschichte (American Iewish Historical Society-, Zyrus Adler in Philadelphia, gibt durch ein Rundschreiben bekannt, dah die 21. Jahresversammlung dieser Gesellschaft am 11. und 12. Februar 1913 in Newyork stattfinden wird. Jene Personen, welche die Absicht haben, in dieser Jahresversammlung Referate zu erstatten oder zu unterbreiten, werden ersucht, die genauen Titel ihrer Arbeit bis spätestens 10. Jänner 1913 dem Schriftführer der Gesellschaft. Albert M. Friedenberg. 38 Park Row, Newyork, bekannt zu geben. Es wird hierbei darauf aufmerksam gemacht, datz die Referate sich nicht auf die Behandlung solcher Fragen beschränken müssen,, welche auf die amerikanisch-jüdische Geschichte Bezug haben, daß der Zweck der Gesellschaft vielmehr auch die Behandlung, Förderung und das Studium der jüdischen Geschichte im allgemeinen in sich schließt. Die amerikanischen Ziomstm gegen Nordau Aus Newyork wird uns geschrieben: Sowohl in hiesigen, wie auch in den zionistischen Kreisen Englands herrscht große Erbitterung wegen eines Artikels, den Dr. Nordau zugleich im „London Weekly Budget" und im „Newyork American" anläßlich des Balkankrieges über die Türkei veröffentlichte. Der Artikel enthält die unglaublichsten Angriffe auf die Türkei, deren Verschwinden nur wünschenswert sei. Die zionistischen Führer von England und Amerika befürchten nun. daß dieser Artikel des Präsidenten der zionistischen Kongresse, dessen Inhalt in Konstantinopel unbedingt bekannt sein muß. für die jüdischen Bewohner der Türkei, besonders aber für die Juden in Palästina, von den unabsehbarsten Folgen begleitet sein könnte. Die größte Anstatt -rr WM für unheilbare Kranke. Aus Newyork wird uns unterm 1. November geschrieben: Gestern wurde hier der Grundstein für ein neues jüdisches Asyl für unheilbare Kranke, das den Namen ..Montefiore-Home" führen wird, unter großen Feierlichkeiten gesetzt. Dieses neue Asyl, dessen Erricht tung über zwei Millionen Dollar kosten wird, liegt in der herrlichen Umgebung von Newyork und wird für 700 Patienten zu gleicher Zeit Platz haben. Wie der Bürgermeister Gaynor von Newyork in seiner Festrede hervorhob, wird dieses Asyl die größte Anstalt der Welt sein, welche für die unglücklichen Menschen, die von einer unheilbaren Krankheit befallen sind, eristieren. Das Budget der Anstalt, welche in einem Jahre fertig gestellt sein soll, wurde mit 300.000 Dollar pro Jahr in Aussicht genommen. Sowohl die Baukosten, als auch die Erhaltungskosten wurden ausschließlich von amerikanischen Juden gespendet. Die Rede des Bürgermeisters Gaynor machte besonders guten Eindruck, als er ausführte: Der Name, der an der Front dieser großartigsten aller Wohlfahrtsanstalten einst prangen wird, ist an sich schon ein ganzes Programm Denn so. wie man den Namen Heine nennt, wenn von Poesie gesprochen wird, wie man Spinozas gedenken muß. wenn von Philosophie die Rede ist. und dort, wo von der Geschichte der Gesetzgebung verhandelt wird, die Namen der Juden Jessel und Benjamin an erster Stelle genannt werden müssen. so ist es undenkbar, über qroßmgige Philanthropie zu sprechen, ohne des größten Philanthropen. Sir Mostzs Montefiore. zu gedenken. Gerade auf dem Gebiete der Philanthropie haben die Juden stets nicht nur Großartiges geleistet, sondern in den meisten Fällen Aufgaben erfüllt. die eigentlich in die Pflichtsphäre des Staates fallen. '* [1; New-Aork. Der Präsident des Verbandes der galizischbukowinaischen Juden in New-Dork, Herr William F i s ch m a n n, hat einen schweren Verlust erlitten durch den plötzlichen Tod seines einstqen hochbegabten Sohnes. Der junge Mann war im streng konservativen Sinne erzogen, hat täglich morgens und