Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-11-22 · 47 (22.11.1912) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
47 (22.11.1912)
Date
1912-11-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021981-3022029--21636-3046741
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Br. 47 Dr. Bloch’s Jahrgang XXIX 1 Zentralorgan für die gesamten Interessen des Judentums o o— .— o o A. B PostsxarkaTXrnamr Lleartng-Verkedr Rr. 810.976. Redaktion und Ädmtntsttatton. B) 11 n H/l, Aspernbrückru^affe 2 Telefon. 14H ■ oO — on -n™—=□- Wien, 22. November 1912 Brscbctnt jeden FreLrsg. i Brief-Adiesse: Wien, ll/i, Asperu brückeng. 2 Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift, Wien. 0(j- - -OQ jfp Bejuganrtf» Jwc SrNerrrirh: r albjährig 8 Kronen: Einzelexemplare 50 Heller. Für'» Hardjährtg li> »ronrn. Ä inzjährist «> Krorrrn Anzeigen: Ttellnal gelpat» lene Peltrzeile Heller. e, nO -Qo Inhalt: Leitartikel: Kultuswahlen ohne Kämpfe. — Wählerversammlung der israelitischen Kultusgemeinde vom Sonntag den 16. November 1913. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Briefe aus Galizien. Großrabbinat der Türkei. Abram Pelosow in der Schlacht bei Kumanowo. Armenarzt in Jerusalem. Saloniki und die Juden. — Das Komvromiß für die Kultuswahlen. — Korrespondenzen: Aus der Plenarsitzung des Kultusvorstandes am 10. November 1912. Zar Zentralisierung der Sinderbekleidungsvereine. Za den Wahlen in die Schneidergenossenschaft. Wien. Czernowitz. Rom. Die jüdischen Abgeordneten der vierten Duma. Konferenz russischer Kaufleute und Industrieller zu Gunsten der Juden. Verurteilung zweier jüdischer Redakteure wegen Verteidung der jüdischen Rechte. Leo Brodsky verläßt Rußland. Die Juden in Adrianopel. Die Rekonstruktion des jüdischen Viertels in Fez. Die diesjährige Chanukafeier der jüdischen Soldaten in London. Eine jüdische Liga für Frauenstimmrecht. Von der amerikanischen Gesellschaft für jüdische Geschichte. Die amerikanischen Zionisten gegen Nordau. ' ie größte Anstalt der We t für unheilbare Kranke. New-Aork. — Vermischtes. - Feuilleton: Was sich das jüdische Volk erzählt. — Literatur. — Briefkasten. — Notizen. — Inserate. w Wien, Hfl. »spsririietagasse l*m m* schritt“ befindet sich von nun an Telephon 14619 KuLIrrswahlen ohne Kämpfe. An die Wähler! Am Sonntag werden die Steuerträger der Wiener jüdischen Gemeinde neuerlich zur Urne schreiten, um Männer ihres Vertrauens in die Kultusstube zu entsenden. Zum Unterschied von vielen früheren Jahren werden nun die Wahlen nicht im Zeichen des Kampfes stehen, sondern nach einem Kompromiß vorgenommen werden, das zwischen der Majorität der Gemeinde und den oppositionellen Zionisten abgeschlossen wurde. Es wird nun gewiß nicht wenig Leute geben, welche mit diesem friedlichen Uebereinkommen nicht einverstanden sind. Aber es können nur kleinliche Bedenken sein, welche an der durchaus einleuchtenden Tat des Zentralwahlkomitees Kritik üben. Denn die Eile und Glätte der Verhandlungen beweist, daß der Friedensschluß von dem Zwang der Tatsachen als selbstverständlich zusammengeschweißt wurde. Man ist vor allem müde des sogenannten Wahlkampfes selbst, dieser Serie von ungefälligen Zwistigkeiten, von Lärm und Anschuldigungen, von gedruckten und geschriebenen Angriffen. Wie das Soll und Haben dabei verteilt war, mag dahingestellt bleiben, da nun das Abkommen fertig ist und zweifellos von allen Seiten ohne Hinterhalt und Böswilligkeit gehalten werden wird. Tatsache aber ist es, daß böswillige Zuschauer von der antisemitischen Seite her an dem Wahlkampf stets ihre helle Freude hatten und seine Erscheinungen mit Behagen publizistisch verwerteten. Alle guten Juden hegten daher seit langem den lebhaften Wunsch, daß die Freude der Feinde über solche Vorgänge aufhören möge und schließlich teilte sich diese Empfindung auch den Parteien mit, welche sich gegenseitig die möglichsten Zugeständnisse machten, um Zu einem guten Ende zu kommen. An dieser Stelle wollen wir nun daran erinnern, daß es die „Oesterreichische Wochenschrift" war, welche bereits vor mehreren Jahren, namentlich bei Einführung des allgemeinen Wahlrechts in ganzen Reihen von Artikeln für eine Einisgung des Judentums eintrat. Aus Gründen der Eintracht sei ein dicker Strich des Vergessens darüber gemacht, warum und auf wessen Betreiben diese Politik seinerzeit verschmäht wurde. Freuen wir uns jetzt darüber, daß sie wenigstens nach Jahren zur Geltung gelangt. Wenn wir das Kompromiß in seinem Inhalt und Recht betrachten, müssen wir es wohl vollständig billigen. Man trägt in der Organisation unserer Vertretung in der Kultusstube den verschiedensten Gruppen erwerbender Stände, den Bezirken, sowie dem Willen großer Vereine Rechnung. Es ist daher nur billig, auch eine politische Gruppe aufzunehmen, welche das Judentum temperamentvoll, aber gewiß mit den besten Absichten vertritt, sehr viel Kraft repräsentiert und diese nun zur positiven Arbeit in der Kultusstube anbietet. Man muß die Vertreter dieser Gruppe ohne jedes Vorurteil empfangen und ihnen volle Gelegenheit geben, ihre Fähigkeiten zu beweisen. Das Leben selbst entscheidet schließlich, was in den verschiedenen Absichten erfüllbar ist oder nicht. Sicherlich aber kann es für die Gemeinde nur von Nutzen sein, wenn die Jugend sich in die Reihen der Vertreter stellt und hier ihre Energie für eine lebhafte Betonung des Judentums und in den gewaltigen Aufgaben der Gemeinde entfaltet. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß alles Persönliche und Trennende in den Hintergrund tritt und die neuen zionistischen Vertreter, von ihren Anhängern in den Bezirkskommissionen unterstützt. durch ihre Leistungen die Kritik herausfordernd die sich bei jedem' wirklichen Verdienst ausdrücklich als Lob äußern soll. Hätten wir übrigens jetzt Wahlen mit Kämpfen gemacht, so hätten wir wohl gerechten Spott über uns nl

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.