Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 45 (8.11.1912)
- Date
- 1912-11-08
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3021981-3022027--21612-3046715- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 45 Dr. Vtochs Wochenschrift Seite 767 „Esperanto"-Freund. Es ist bekannt, daß der jüdische Arzt Dr. Zamenbof aus Wai schau der eigentliche Gründer und wissenschaftliche Förderer des Esperanto ist. Er hat sein ganzes Leben dieser Sache gewidmet. Das wurde auch von füllen Seiten anerkannt und man feierte diesen Gelehrten in allen Tönen. Man wollte es aber nicht wahr haben, daß dieser Gelehrte ein Jude ist. Mit dem Moment, wo es bekannt wurde, daß Dr. Zamenbof Jude ist. war seine Stelle erschüttert. Auf dem letzten Kongreß wurde es erreicht, daß dieser Mann wegen seines jüdischen Glaubens vom Platze weichen mußte. Dr. Zamenhof erklärte in einer langen Rede, daß er sich von der Leitung der Bewegung im Interesse der Sache zurück.siehe. Das klang sehr geheimnisvoll. Deutlicher aber wurde der Präsident des Krakauer Kongresses, Dr. Mikolajski. Er erklärte in einer L-mberger Zeitung, daß Dr. Zamenhof von der Leitung zurücktrete, weil er der Meinung sei, daß es für dre Esperanto-Bewegung hinderlich sei, wenn ein Jude an der Spitze der Bewegung stehe. Notizen. Jüdische Bühne. Direktion: M. Siegler. „Hotel Stefanie«. II., Taborstraße 12. — Freitag den 8. Samstag den 9.. Sonntag den 10. und Montag den 11. November: „Prinz von Bethlehem." Historische Operette von P osessor H o r o w i tz, Musik v. Mo gute sku. — Sonntag den 10. November, Va4 Uhr nachmittags: „Mojsche Chajet als Gemeinderat." Volksstück von Mi Richter. — Drensiag den 1 i. November: „Das jüdische Herz." — Mittwoch den 1 <. November : „Sulamith " Operette von Goldfaden. — Donnerstag den 14. November Wohltätigkeils - Vorstellung des Vereines „Der Lemberger": „Der Jachsen." — Freitag den 15 Nov mber, Uhr nachmittags: „Das jüdische Herz." Neue Verkehrswege Nach New-Aork sowohl wie nach Südamerika kann man jetzt von Triest aus mit den Pr^chtdampfern der ,Austro-Americana" fahren, von denen besonders o r „Kaiser Franz Joseph I?' und die „Martha Wrihington" sich bereits einen internationalen Ruf erworben haben. Die s chiffe sind in jeder Beziehung erstklassig, bieten jeden modernen Komfort, aber auch die III. Klasse kann fetzt in eigenen Kabinen reisen und die Zwischendcckpassagrere haben geräumige Speisesäle, in welchen ihnen das Essen serviert wird und wo sie, an Tischen sitzend, in Ruhe ihre Mahlzeit verzehren können. Der Weg über Triest dauert zwar etwas länger als über die nördlichen Häfen, aber das hängt davon ab, daß man das Adriatiiche und Mittelländische Meer durchfahren muß. Diese Reise ist jedoch eine wahre Vergnügungsreise, auf der man schöne und seltsame Länder kennen lernt und die man ganz umsonst macht, weil der Preis für die gesamte Fahrt so billig ist, als sonst für die Ueberfahrt allein. Zur gefälligen Beachtung! ÖDtr ersuchen unsere gesrtiähien Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der lausenden Abonnementsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man sich des zugesandten Postei»lag scheine» bedienen. Die Administration. Präsident Dr. Alfred Stern-Jubiläums-Widmung eines Ungenannten Anzahl der Plätze: Einer bis vier im Betrage von zusammen bis K 800.—. Bewerbungsberechtigt sind: Arme, jüdische Bräute, welche selbst oder deren Eltern Angehörige der "Wiener Kultusgemeinde sind oder waren, und eine religions- und staatsgesetzlich gültige Ehe mit einem Juden eingehen wollen. Verleihungstag: 7. Adar, das ist 14. Februar 1913 (Sterbegedächtnistag des Herrn Julius Stern s. A.). Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Sittenzeugnis des Bezirksrabbinates, Verlobungsnachweis, Nachweis darüber, daß die Bewerberin selbst oder deren Eltern Angehörige der israel. Kultus gemeinde sind oder waren. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 15. November 1912. Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, H. Stock (Einreichungsprotokoll). Bewerberinnen, welche sich vor dem oben bezeichneten Verleihungstage verehelichen, werden jedes Anspruches an diese Widmung verlustig. Max Schiersche Stiftung. Anzahl der Plätze: Unbestimmt, im Betrage von mindestens K 20.— bis höchstens K 80.--, zusammen K 1064.—. Zn beteilen sind: 20 würdige, wahrhaft bedürftige israel. Arme, vorzugsweise Familienväter. Bevorzugt sind: Arme Verwandte nach dem am 8. Dezember 1859 in Wien verstorbenen Stifter Herrn Max Schiel. Verleihung: Während, des diesjährigen Chanukafest.es. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, gegebenenfalls Verwandtschaftsnachweis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 15. November 1912. Einreiclistelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Heinrich Kl nger’sche Stiftung zur U terstützung von Handels- oder Gewerbetreibenden. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von K 400.—. Bewerbungsberechtigt sind: In Wien wohnhafte, bedürftige und der Unterstützung würdige Handels- oder Gewerbetreibende jüdischer Konfession ohne Unterschied des Geschlechtes. Verleihungstag: 12. Jänner 1913. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Nachweis des Betriebes eines Handels- oder Gewerbe-Unternehmens. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 15. November 1912. Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Wien, 15. Oktober 1912. Hermann Hescheles-Ausstattuugs-Stiftung. Anzahl der Plätze: a) für Verwandte des Stifters oder seiner Gattin: einer im Betrage von K 3000. -; b) für Fremde: zwei im Betrage von je K 1500. . Bewerbungsberechtigt sind: a) In erster Linie mit dem am 9. Dezember 1889 verstorbenen Herrn Hermann Hescheles s. A. verwandte israel. Mädchen. b) In zweiter Linie mit der Gattin des Stifters verwandte israel. Mädchen. c) Für den Fall, daß sich derartige Bewerberinnen nicht finden sollten, sind auch mit der stifterischen Familie nicht verwandte israel. Mädchen bewerbungsberechtigt. Unter diesen genießen elternlose Mädchen den Vorzug. Sämtliche Bewerberinnen müssen das 16. Lebensjahr bereits überschritten haben. Gesuchsbeilagen: a) Für Verwandte der stifterischen Familie: Geburtsschein, Sittenzeugnis, Verwandtschaftsnachweis. b) Für fremde Bewerberinnen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Sittenzeugnis, eventuell Totenscheine. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 15. November 1912. Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Bewerberinnen, welche sich vor Verleihung der Stiftung verehelichen, werden jedes Anspruches an dieselbe verlustig. KONKURS. Bei der israel. Kultusgemeinde in Polna ist die Stelle des Rabbiners der zugleich Kantor, Koreh, Religionslehrer u. Matrikenfdhrer sein muss, sofort, eventuell am I. Jänner 1913 zu besetzen. Mit diesem Posten ist ein Jahresgebalt von K 1600.— (sechzehnhundert Kr.), freie Wohnung, die staatliche Remuneration für den Religionsunterricht, das Erträgnis der Matrikenführung sowie die üblichen Emolumente verbunden. Da der Religionsunterricht in tschechischer und in deutscher Sprache erteilt wird, müssen die Bewerber der beiden Landessprachen vollkommen mächtig sein. Offerte, mit beglaubigten Zeugnisabschriften belegt, sind bis 15. November an den gefertigten Kultusvorstand zu richten. Reisespesen werden nur dem Akzeptierten vergütet. Polna, 28. Oktober 1912. Hermann Basch, Kultusvorsteher. Das schönste Barmizwah-Beschenk ist ein gutes Buch! Das beliebte Bücher-Antiquariat Testpeü°envT17 Siegfried Schleissner Testen°envf7 Wien, II., Taborstrasse 26 offeriert zu diesem Zwecke prächtige, tadellos wie neue Klassiker, Jugendschriften u. Geschenk werke zu äusserst billigen Preisen. Kataloge auf Wunsch gratis und franko.