Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 43 (25.10.1912)
- Date
- 1912-10-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3021981-3022025--21569-3046670- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seile 726 Dr. Vlochs Wochenschrift Dr. Leop. Stern, wird für seine in dieser Angelegenheit an den Tag gelegte Initiative dir Anerkennung des Vorstandes ausgesprochen. Ueber Antrag des Vertreter-Kollegiums wird das vom k. k. n.-ö. Landesschulrate bestätigte Uebereinkoim men Zwischen der Gemeinde Wien und dem Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde, betreffend die Pauschalierung der Beiträge der Gemeinde Wien zu den Kosten des israelitischen Religionsunterrichtes an den öffentlichen Volks- und Bürgerschulen Wien vom Schuljahre 1908/09 angefangen bis einschließlich des Schuljahres 1912/13 vorn Plenum des Kultusvorstandes genehmigt. Während bisher die Refundierung seitens der Gemeinde Wien nur nach der Mindestzahl der nach dem Gesetze zu erteilenden Religionsstunden bemessen wurde, wodurch sich eine Reihe von im Instanzenwege anhängigen Streitfällen ergeben hat, wird nunmehr eine unter Intervention des k. k. Bezirksschulrates Wien zwischen der Gemeinde Wien und der israelitischen Kultusgemeinde vereinbarte jährliche Pauschalsumme an die letztere abgestattet, welche bezüglich ihrer Höhe den von der Kultusgemeinde gestellten Forderungen annähernd entspricht. Dem Leiter der Sekretariats-Abteilung für Kultus- und Schulangelegenheiten, Herrn Guido Fuchs gelb, wird für seine in dieser Angelegenheit entwickelte Tätigkeit die Anerkennung ausgesprochen. Das Plenum nimmt des ferneren zur Kenntnis, daß in der Sitzung des n.-ö. Landesschulrates vom 8. Oktober 1912 auf Grund von Petitionen des Kultusvorstandes, und der Religionslehrerschaft eine Novelle zum Gesetze vom 24. Dezember 1904 beschlossen wurde, deren Grundgedanke nach den Ausführungen des Landtagsreferen pn ist, daß die Minorität betreffs des Empfanges des Religionsunterrichtes nicht schlechter behandelt werden soll, als die Majorität. Das Gesetz in feiner alten Fassung hat die Zahl der m Religionsstationen Zu vereinigenden Schulkinder mit 79 bestimmt, während nach der nun vom Landtage beschlossenen Novelle die Mindestzahl mit 50 und die Höchstzahl mit 79 vorgesehen erscheint. BaulmienbrßimMung für den nemn Friedhof. Der Magistrat der Stadt Wien übermittelt mit Note vom 21. September 1912 den Beschluß des Gemeinderates vom 9. Juli 1912 betreffend die Baulinienbestimmung für den neuen Friedhof an der Simmeringer Hauptstraße im XI. Bezirke. Die aus diesem Anlässe erforderlichen Grundtransaktionen werden genehmigt. Neuwahlen bezw. Ersatzwahlen für den Kultusvorstaud. Der Präsident berichtet, daß im Jahre 1912 statutengemäß folgende Neuwahlen bezw. Ersatzwahlen vorzunehMen sind: 1. Von der Gesamtheit der Wähler a) für eine 6jährige Mandatsdauer an Stelle der Herren: Dr. Anselm Halpern, Emanuel Hoffmann, Dr. Gustav Kohn, Dr. Josef Pollak, Adolf Schramek, Leopold Simon, Dr. Marimilian Steiner, Dr. Alfred Stern, deren Mandate mit Ende dieses Jahres ablaufen. b) für eine 2jährige Mandatsdauer an Stelle des verstorbenen Herrn Mar Frank: 2. Von der Kurie der Höherbesteuerten a) für eine 6jährige Mandatsdauer an Stelle der infolge Mandatsablauf ausscheidenden Herren: Ar. 43 M. B. Eißler, Dr. Leopold Kohn, Dr. Artur Kur an da, Mar Zirner. b) Für eine 4jährige Mandatsdauer an Stesse des verstorbenen Herrn David Ritter von Gutmann. Als Wahltage sind festgesetzt: Für die Wahl durch die Gesamtheit der Wahlberechtigten : Sonntag, 24. November 1912, für eine eventuelle engere Wahl Sonntag, 1. Dezember 1912. Für die Wahl durchs die Höherbesteuerten: Mittwoch, 4. Dezember 1912, für eine eventuell^ engere Wahl Freitag, 6. Dezember 1912. Der Bericht des Präsidenten wird zur Kenntnis genommen. Als Kurator für das Kuratorium zur Errichtung und Erhaltung des Josefine von Königswarte eschen Kin derspitales in Wien wird an Stelle des verstorbenen Herrn Mar Frank Vizepräsident Dr. Benj. Rappap >o r t und für bas Kuratorium für die Karl und Rosalia Goldschmidt - Stiftung Vorsteher Dr. Artur Kur an da bestellt. Ueber Antrag des Vertreter-Kollegiums wird die Anbringung einer Gedenktafel für den Erbauer des Zeremoniengebäudrs auf dem Zentralfriedhofe, k. k. Baurates Wilhelm Stiaßny s. A. einhellig beschlossen. Nach Erledigung einer Reihe von Subvmtionsam suchen und Personalien wird die Einung um halb 1 Uhr geschlossen. ' - Moriz Rappaportsche Pre sauss hreibungs Stiftung. Der Vorsitzende teilt folgendes mit: In einer Wiener jüdischen Zeitung wurden in deN letzten Monaten verschiedene Angriffe gegen das Komitee der Dr. Moriz Rappaportfchen Stiftung bezw. gegen die von dem genannten Komitee zur Beurteilung der eingelangten Prrisarbeiten bestimmten Juroren, veröffentlicht. Da das Komitee vom Vorstande gewählt, somit für seine Tätigkeit zunächst dem Vorstände verantwortlich ist, so halte ich mich für verpflichtet, auf Grund persönlich eingeholter Informationen die folgende Mitteilung zu machen: In den Zeitungs-Artikeln wird dem Sli'tungskohnitee zunächst der Vorwurf gemacht, daß es sich nicht strenge an die Stiftungsvorschriften halte, iadem es bei Ausschreibung der Preisfragen bisher ausschließlich historische Themata zur Bearbeitung festsetzte, während ditz Fragen aus dem' Gebiete der Sozialpolitik entgegen dem ausdrücklichen Wunsche des Stifters vollständig unberücksichtigt blieben. Demgegenüber bemerke ich, daß der Zweck dieser und ähnlicher Preisstiftungen im allgemeinen der ist, die Bearbeitung solcher wissenschaftlicher Einzelgebiete anzuregen und zu fördern, die bisher nur wenig oder unhistorisch behandelt wurden. Nun ist es bekannt, daß, die Behandlung sozialpol. Fragen gerade in den letzten Jahren durch Berufene und auch Unberufene eine förmliche Ueberproduktion zutage gefördert hat, während das engere Gebiet der Geschichte der Juden von jüdischen Gelehrten weniger Beachtung fand, andererseits die Art, wie dieses Spezialfach! seitens protestantischer Forscher behandelt wurde, vom jüdischm Gesichtspunkte aus manches» zu wünschen übrig läßt. Dem weiteren Vorwurf gegenüber, daß das Kuratorium in seinen Preisausschreibungen Fragen auswerfe, welche an das Wissen der Bewerber ungeheure Anforderungen stellen und die meisten Ausschreibungen deshalb ohne Bewerber blieben, verweist der Präsident auf das nachfolgende Verzeichnis der bisher ausgeschriebenen