Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 40 (4.10.1912)
- Date
- 1912-10-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 674 Dr. Blvchs Wvchonßchrist Nr. 40 * (3g. Deutsch und Söhne) geschieden. — Die Schosbergers. Zweite und dritte Generation. Die Baronie hatte noch der alte Siegmund Schosberger erhalten, einer der größten Kaufherren Ungarns. Von seinen zwei Söhnen ist Baron Ferdinand dem Vater vor geraumer Zeit im Tode gefolgt. Er hinterließ nur zwei Töchter, deren eine, Baronjeß Klara, an den Sohn des Chefredakteurs Singer vom „Pester Lloyd", Direktor Karl Singer, verheiratet ist. Die Neffen Siegmunds, Ludwig und Rudolf, erhielten die Baronie nachträglich. — Die Guttmann v. Gelse. Steinreiche Holzbärone. Die Töchter des alten Barons Wilhelm, Lily und Steffi, sind in der Budapester Gesellschaft sehr bekannt. Baroneß Steffi ist die Gattin ihres Vetters, des Barons Artur Guttmann, Baroneß Lily war eine verehelichte Baronin v. Madarassy-Beck. — Die Eroedels. Gleich den Guttmanns Holzbarone, vielfache Millionäre. Die Barone Hermann, Bernhard und Albert sind die Chefs der Weltfirma Gebrüder Groedel. — Die Herzogs. Aeltere Baronie. Tabakmillionäre. Der alte Baron Peter ist häufig Iagdgast des Kaisers in Gödöllö. Trotz seiner 76 Jahre ein wetterfester Hochtourist, der die höchsten Sviben der Tatra n,immt. Zugleich ein Musikfreund. der seit 53 Jahren noch kein Konzert der Philharmoniker versäumt hat. Sein Sohn, Baron Moritz Leovold. ist ein gewaltiger Svortsmän vor dem Herrn. — Die Poppers sind Holzbarone. Baron E. Armin hat sich aber vom Geschäfte zurückaezoaen und lebt als Privatmann in Budavest. — Die Kuffners. Hier weih mau von dieser österreichischen Familie nur so viel, das; Baron Karl die unaariische Baronie in Anerkennung seiner Verdienste um die Hebung der Zuckerindüstrie Ungarns erhalten hat. — Die Ohrenstejins v. Beocsin. Zementbarone. Schwer reich. Junge Baronie, älterer Adel. — Die H e r c tz e l s. 3nt' Mannesstamme nur durch den Baron Emanuel und seinen Sohn Baron Paul vertreten. Leibarzt des Erzherzogs Josef und der meisten hocharistokratischen Familien, ist Professor Baron Herczel einer der größten und berühmtesten Chirurgen Eurovas, Primarius des Sankt-Rochus- Krankenhauses und Leiter und Eigentümer einer Privath"ilanstalt. Er ist allemal ordentlich glücklich, wenn er das schier unglaubliche Problem rreTöft hat, die Zeit?um Mittag-slen zu alewinnen. Die D o c z n s. Braucht man den Wienern dm Baron Ludwig Doczy vorzustellen? Wer ihn nicht nach seinem berNhmM-n ..Kuh" kmM. sollte wissen, daß dieser Schriftsteller iahrz^hntFgna der Vertrauensmann des aroben Andrassy und Sektionschef ich Ministerium des Auswärtigen war, er. der Sohn d»s armen kleinen Juden Dur m Deutschkreutz . . . Sein Sohn freilich beißt schon Pierre und fff Hofsekretär ich Ministerium des Aeußern. Der jüngste ungarische Baron, der indes eher unter die Harkannis und Koranyis zu zählen ist. ist — der ungarische Landesverteidigungsminister Baron Samuel Hazai... lieber die ungarische indische Nobilitn kann natürlich nicht so ausführlich beichtet werden wie über die Barone. Denn es gibt gegenüber den etwa 20 ungarischen jüdischen BaronsfgMilien nach oberflächlicher Schälung etwa Zweibündertfünfzia oder g!ar dreihundert geadelte iüdischie Familien in Ungarn. Ihre Genealogie anzufübren, be^ dürfte es eines dicken Bandes. Auch will diele kleine Arbeit nichts anderes sein als der Versuch einer einfachen Zusammenstellung des iüdischen Adels in Ungarn und beileibe kein SeMi-Gotha. Zu den ältesten adligen JudenfaMilien Ungarns zählen die Ullmanns (Linie: Ritter v. Ereny), die Do- Monys de eadem. die Eisenstädter v. Buzias, die Back v. Begavar, die Goldberger v. Buda, die Fischer v. Farkashaza, die Krausz v. Megyer, die Posner, die Moskovitz v. ZeMpleN und die Ullmonns (Linie: v. Baranyavax). Die Familien v. Teleszky und Tüköry v. Algyest heben wir gleich hier heraus: sie sind längst keine Juden mehr. Auch die Biros v. Hamor und die Paizs v. Racalmas zählen hieher, wenngleich seit noch nicht so langer Zeit. Dasselbe gilt von dem Präsidenten der Pester ungarischen Kommerzialbank Magnatenhausmitglied v. Lanczy und von dem Generaldirektor der Vaterländischen Bank S z i t a n y i. Die zwei bedeutendsten Ullmanns sind der Generaldirektor der Ungarischen Kreditbank Magnatenhausmitglied Adolf v. Ullmann und der Architekt Julius R. v. Ullmann. Ersterer ist eine der Finanzgrößen Ungarns,, letzterer einer der bedeutendsten Baukünstler des Landes, dabei ein preisgekrönter Meisterschütze und Fechter, der bei seinen tausend Geschäften und Beschäftigungen noch immer Zeit findet, Lebemann zu sein, insgeheim den Homer im Original zu lesen und noch viel geheimer mehr Wohltätigkeit zu üben, als zwanzig wohltätige Vereine zusammengenommen. Von dem bekanntesten Vertreter der Familie D o m o n y, dem Direktor Dr. Moritz Ritter v. Domony, war in dem Zusammenhänge mit den Baronen Kornfeld schon weiter oben die Rede. Von den Krausz v. Megyer lebt heute nur noch der Großindustrielle Dr. Isidor Megyery v. Megyer und seine Tochter Lola aus seiner (ersten) Ehe mit Frau Renee, geborenen Wahrmann. Geza v. Moskovitz, das einzige jüdische Mitglied des Nationalkasinos, ist der Vater des ehemaligen Abgeordneten Dr. Ivan v. Moskovitz, der indes den Glauben seiner Väter vor kurzem verlassen hat. Von adligen jüdischen Familien seien hier noch folgende aufgezählt, ohne'Rücksicht auf Vornehmheit oder Alter des Adels, bloß so, wie sie uns eben einfallen. Jellinek v. Harafzti. Der Senior der Familie ist der ehemalige Generaldirektor der Elektrischen Straßenbahngesellschaft Heinrich v. Jellinek. Da er Junglgeselle ist, dürfte einstens sein Bruder Ludwig, Sektionsrat im Handelsministerium, und dessen Sohn Aurel Adel und Millionen erben. — Elek v. Malomszeg. Paul v. Elek, Vizepräsident der Ungarischen Bank, hat den Adel selbst erhalten. Männliche Leibeserben sind nicht vorhanden, nur zwei Töchter, von denen eine mit Herrn Paul v. Luczenbacher verheiratet ist. — Grosz v. Gattaj und Szecheny, Adel jüngeren Datums, wurde den Söhnen Andor, Eugen und Franz von weiland Siegmünd Grosz verliehen. Eine andere Linie der Familie Grosz, die in Ueszög (Baranya) ansässig ist, führt nur ein Prädikat. Sehr reich. — *Mandy v. Kantor j a n o f i, Großgrundbesitzer in der Baranya. Sgmüel v. Mandy ist der Neffe weiland des bekannten Abgeordneten Paul Mandel. Mehrfache Millionäre. — Eisenslädt er v. Buzias. Aelterer Adel. Die Familie ist in Temesvar und Szeged ansässig. Der verstorbene Ministerialrat Lukas ENyedi war ein Shroß der Familie Eisenstädter. — B a ck v. B e g a v a r. Ebenfalls älterer jüdischer Adel. Szeged und Györ. Mühlenbetrieb. — Lutz ko v. Vajujh el y. Karl v. Latzko, der dieser Tage gestorben ist, war Seniorchef des Bankhauses Latzko u. Popper. Sein Sohn Dr. Willy v. Latzko führt nun die Firma weiter. Auch der Schriftsteller Andor Latzko in Bem und der Gutsbesitzer Gustav v. Latzko sind Söhne des Verstorbenen, der außerdem auch zwei Töchter hinterließ, Klara, verehelichte Baronin v. Herczel und Irene, verehelichte Frau Dr. SchMidl. — Fürst v. Maroth. Der Adel des verstorbenen Jakob Fürst setzt sich in den Söhnen, den Hofräten Bertold und Ladislaus v. Fürst, fort. — Egyedy v. Egyed. Große Spiritusraffineure und