Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 37 (13.9.1912)
- Date
- 1912-09-13
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37 Dr. Mochs Wochelchchrfft Seite 627 Schlich bringt die Verklarung, er krönt , das Zitat von David, er gilt allen, die Tod und Grabesnacht überwinden durch den Glauben an ewige Ideale: „Heil und Seligkeit dem, dessen Hilfe Jakobs Gott, dessen Zuversicht der Ewige! Mrratirr. „Nord und Süd“. Septemberheft. (Herausgeber und Chefredakteur: Professor Dr. Ludwig Stein, Berlin W., Lützowufer 5a. — Verlag: Schlesische Buchdruckerei, Kunst- und Verlagsanstalt v. 8. Schottlaender, A.-G. Breslau. — Preis pro Quartal 6 Mark.) An einen praktisch-kulturpolitischen Aufsatz von Prof. Steins schließen sich, gleichsam als theoretisches Gegenstück, die Erörterungen des norwegischen Staatsministers a. D. Sigurd Ibsen über „Kulturpolitik“. — Zugunsten eines englisch-deutschen Einvernehmens ergreift in der von „Nord und Süd“ angeregten Diskussion hier noch J. Ramsay Mac Donald, der bekannte Führer der Arbeiterpartei im englischen Parlament, das "Wort. — Des auch für Europa nicht unwichtigen Thronwechsels in Japan gedenkt Dr. A. Polly in dem Artikel: „Mutsu-Chitos Erbe". — Aktuelles Interesse kann nicht minder Kurt Walter Goldsehmidt’s Aufsatz „Zur Psychologie der Könige“ beanspruchen. — In philosophisch-physiologische Tiefen, in die älteste Entwickelung des Menschengeistes versenkt sich Dr. R. F. Günther, indem er der Frage: „Worauf beruht die Vorherrschaft der Drei im Menschen?“ nachgeht; er findet die Lösung in der Erkenntnis von der überwiegenden, ganz ungeheueren Wichtigkeit, welche die drei Hauptsinne — Gesicht, Gehör, Geruch — auf die innere Entwickelung des Menschen von Anfang an besessen haben. — Für den Gedanken von der Einheit im „Aufbau des Weltalls“ liegen, nach A. Fürst, jetzt auch einige Beweise vor, und die Möglichkeit, sich von der Urmaterie, d. h. dem einen Grundstoffe, aus dem allein alles Gewordene hervorgegangen ist, eine Vorstellung zu machen, ist näher gerückt. Sie beruht auf den Elektronen, diesen kleinsten Partikelchen, aus denen die Atome bestehen, und in die sie allmählich zerfallen; und es ist anzunehmen, daß sich in jedem Atom ein positiv geladener Kern befindet, um den die negativen Elektronen gelagert sind oder vielmehr in Kreisbahnen herumsausen. — Daß die alten Aegypter zur Zeit der Erbauung der Cheops- Pyramide schon die eingehendsten geographischen, geometrischen, physikalischen und astronomischen Kenntnisse besessen hätten, glaubt Abbe Moreux in Bourges aus den Maßen der Pyramide erweisen zu können; W. Neurath berichtet nun unter dem Titel: „Die geheimnisvollen Enthüllungen der Cheops-Pyramide“ über diese Ergebnisse Moreux’. — Dr. Bernhard Ihringer weist in dem Aufsatze: „Typen der holländischen Malerei“ darauf hin, wie sowohl clas Genrebild, als das Porträt, die beiden Zweige, in denen sich die holländische Kunst fast ganz äußerte, in Holland zum Typischen erweitert wurden, das jedem Künstler gleichmäßig zur Verfügung staÄ. — Die Beziehungen zwischen „Trunkenheit und Kunst“ im. allgemeinen werden von Adolf Mayer erörtert. — Anknüpfend an ein Buch zweier Hamburger Lehrer schreibt Robert Saudek über das immer wieder interessierende und immer neuen Stoff bietende Thema „Unser lieber Schulaufsatz“. "'•“Dt? “än Ein ausgezeichnetes und überaus nützliches Sammelwerk, welches die Agada-Literatur um ein nützliches Nachschlagshandbuch bereichert. Die Agadastellen sind alphabetisch geordnet, zum Teil mit ausgezeichneten und geistreichen Kommentaren versehen. Das Werk, von dem der erste Teil vorliegt, ist wärmstens allen Literaturfreunden zu empfehlen. Im Verlage des Verfassers Juda Szofeiy Orth. Rabbiner, Arad (Ungarn). Bamberger, M. L., Geschichte der Juden in Schönlanke. Berlin 1912, Louis Law m. M. 1.50. Aus solchen Bausteinen wird man einst die Geschichte der Juden in Deutschland aufbauen können. Der Verfasser hat mit aller Umsicht das Material gesammelt und zu einem auch für die allgemeine Kulturgeschichte des Judentums brauchbaren Beitrag zu verarbeiten verstanden. Ein Gemeindevorstand, der es nicht wünscht, daß der Rabbiner mit Nahrungssorgen sich quäle, — ein Rabbiner, der sich die Pantoffeln ins Bet.-ha-midrasch bringen läßt, weil er die Schuhe an einen noch Aermeren verschenkt hat, — die Annahme deutscher Familiennamen mit jenen aus Wilhelm Goldbaums „Entlegenen Kulturen“ bekannten Chikanen der Behörden (z. B. Tollenbach, weil einer „halb verrückt“ war), — diese Proben mögen zur Lektüre dieses Schrift - chens anregen. Rapaport, M. W., Der Talmud und sein Recht mit einem •Geleitwort von Geh. Justizrat Dr. Josef Köhler. Berlin 1912. Louis Lamm. M. 6.—. Das Buch erscheint als die gründliche Arbeit eines genauen Kenners des Talmuds, ebenso wie der vergleichenden Rechtswissenschaft. Es bedurfte nicht erst der empfehlenden Worte des bekannten Rechtsgelehrten. Diese fünf hier vereinigten Abhandlungen sprechen für sich selbst. Störend wirkt nur die Transskription des Hebräischen, auch Versehen, wie „Mischnah Tora“. Doch überwiegt die Gediegenheit des Inhaltes. M. L. KrirfKaste«. K-, Prag Die Nachricht des „Hammer", daß Kanonikus Rohling unlängst gestorben sei. wird jetzt von dem Herausgeber des Blattes wie folgt berichtigt: „Auf meine Nachforschungen Über Rohling erhielt ich heute (5. Juni 1913) aus Prag die Antwort: Rohling ist vor etwa acht Jahren nach Wien übergefiedelt, von dort nach Görz; gegenwärtig weilt er in Baden bei Wien. Gr ist aber leidend, da die Aufregungen und Anfeindungen der letzten Jahre ihn sehr mitgenommen haben." — Rohling steht im 73. Lebensjahre. Seine letzten Arbeiten sind sämtliche auf dem Index. —. B. 3- A Daß im „Kunstwart" unter der Maöke parteipolitischer Neutralität in Wirklichkeit dem ödesten Rassenantisemitismus Sekundantendienste geleistet werden tollen, war jedem verständigen jüdischen Leser sofort klar und die „Oesterreichische Wochenschrift" hat sich darüber nicht täuschen laffen. K. P. Eine willkürliche Verlegung des Maskir-GebeteS auf einen anderen Tag deS Festes streitet gegen die alte jüdische Tradition und würden wir nicht für richtig halten. Abonnent. Wir können nur wiederholt unseren Lesern empfehlen» wahrend der ganzen Zeit des Eucharistischen Kongresses sich nech jeder Richtung zurückzuhalten und vor allem die Straßen zu meiden, durch welche die Prozessionen ziehe». Es wird an Provokationen nicht fehlen und diesen soll man ausweichen. Notiz. Jüdische Bühne. Direktion: M. S i e g l e r. „Hotel Stefanie" II.. Tavorstraße 12. Ab Samstag den 21. September: Täglich. Neu „Der wahre Jude." Operette von I. Lateiner. Musik von I. Spiwak. — Sonntag den 33. September, uochmittaA halb 4 Uhr. Ermäßigte Preise. „Die Nachtwandlerin." Komödie in wer Bildern von I. L a t e i n e r. In Vorbereitung: „Echt«» bet der Thora." — Studenten zahlen an Wochentagen ermäßigte Preise. Freiherrlich von Rothschild’sche Künstler-Stiftung. Das Kuratorium der Freiherrlich von Rothschild’sehen Künstler-Stiftung verlautbart, daß aus den Erträgnissen derselben mehrere Stipendien im Mindestbetrage von je K 800.-— für das Jahr 1912 zur Verleihung gelangen. Kompetenzberechtigt für diese Stiftung erscheinen mittellose, jüdische in Oesterreich wohnhafte Künstler oder Künstlerinnen österreichischer oder ungarischer Staatsbürgerschaft, die ihren Beruf auf dem Gebiete der Architektur, der Bildhauerei, der graphischen Künste, der Malerei oder der musikalischen Komposition selbständig auszuüben . befähigt sind. Unter den, den obigen Erfordernissen entsprechenden Kompetenten genießen jene den Vorzug, welche bereits Beweise ihres Talentes und ihres schöpferischen Wirkens gegeben haben. Von der Verleihung erscheinen diejenigen Bewerber ausgeschlossen, die sich auf anderen Kunstzweigen als den angeführten betätigen, ferner Kunsteleven, sowie überhaupt im Stadium der Vorbereitung für einen künstlerischen Beruf befindliche Personen. Die an das Stiftungskuratorium gerichteten Gesuche sind bis längstens 12. Oktober 1912 im Einreichungsprotokolle der Israel. Kultusgemeinde Wien, I., Seitenatettengasse 4, U. Stock, zu überreichen. Die Gesuche sind mit dem Geburts- und dem Heimatsschein, sowie mit Fachzeugnissen und einem curriculum vitae, welches den Studiengang, die derzeitige Beschäftigung, die Vermögens- und Familienverhältnisse des Bewerbers in klarer Weise darzustellen hat, zu belegen. Die Bewerber werden ihre Kunstbeilagen — insoferne solche gefordert werden — erst über Verlangen des Kuratoriums zu erbringen haben. . Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Nähere Auskünfte werden im Sekretariate der Israel. Kultusgemeinde (Stiftungsamt) erteilt. Wien, 1. September 1912. Das Kuratorium der Freiherrlich von Rothschild-Künatler- Stiftung.