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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-09-13 · 37 (13.9.1912) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
37 (13.9.1912)
Date
1912-09-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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— szssssssm ■BBS Sette 614 Nr. 3.7 Aber auf einer gewissen Höhe ist ein dauerndes Glück ebenso ernst wie eine edle Trübsal. Halt inan in dieser Stunde ernsten Nachdenkens sich alle diese Gegensätze vor Augen, so lernt man begreifen, daß nur der Mensch selbst sich sein Leben formt und seines Lebens Inhalt wertet. Alles ist in unsere Hände gegeben, wir können kämpfen und siegen, aufbauen und zerstören. Durch die Welt zieht das Leid,- das jedem in seiner Sondergestalt naht. Es ist so mannigfach, so abgrundtief, so stet und so treu, Latz es den Erdensohn nie verladt. Es geht mit ihm zu Beginn seiner Erdenwanderung und begleitet ihn, bis sein Herz den letzten Schlag tut. An ihm reift der Erdensohn, an ihm erstarkt er, durch ihn lernt er ein. Lächeln des Glückes schätzen. Doch mit dem Leid geht die Hoffnung, die Hoffnung' auf den Segen, auf das Gekröntwerden nach aller Mühsal. Auf diesen Segen hofft und vertraut der Marsch, er - vertraut ihm und hofft auf ihn noch -inniger, noch heißer am Abend, der ein neues Iahr einziehen labt. Alle innigen Regungen, alle heißen Wünsche, alle hohen. Erwartungen drängen sich in dem einen Gedanken zusammen:, ein neues Jahr bricht an, das leuchtende Morgenrot einer anderen, einer besseren Zeit. Alles, was die Vergangenheit versagt hat, die Zukunft muß es bringen. Kinderfroh gibt sich der Gläubige diesem Hoffen hin und schaut flehend zu jenen Höhen auf, von denen -ihm Hilfe kommt. Möchten alle, die ihre Herzen öffnen, ihre Hände heben in gläubigem Vertrauen, in tiefer Andacht in dieser Weihestunde Erhören finden. Möge das neue Iahr den Frieden und das Glück bringen, dem Einzelnen und der Gesamtheit. Das walte Gott! Die J«be« iw statistischen Jahrbuche der Stabt Wien für bas Jahr 1910. Von Dr. Arnold Ascher. Angesichts des Mangels umfassender statistischer Erhebungen über alle die Juden in Wien betreffende Daten erscheint es wohl von Interesse, wenigstens die Ziffern herauszuheben, welche das statistische Jahrbuch der Stadt Wien alljährlich anführt,' wenn auch naturgemäß jene Angaben fehlen, aus welchen ihre hervorragenden, das öffentliche Wohl fördernden Leistungen ersichtlich wären, so gewähren sie dochin mancher Beziehung einen Einblick in die Verhältnisse der Wiener Judenschaft. Das kürzlich erschienene statistische Iahrbuch der Stadt Wien enthält bereits die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 nach der Religion der Bevölkerung,' die Daten sind folgende: Gesamtzahl der Anzahl der Bezirk anwesenden jüdischen Bevölkerung Bewokmer I. Innere Stadt 53.100 10.807 II. Leopoldstadt 167.266 56.779 III. Landstraße 157.201 9.931 IV. Wieden 62.938 3.792 V. Margarethen 104.421 3.691 VI. Mariahilf 64.218 8.253 VII. Neubau 73.155 8.095 VIII. Josefstadt 53.804 4.708 IX. Alsergrund 105.434 21.615 X. Favoriten 152.397 3.412 Bezirk Gesamtzahl der anwesenden Bevölkerung Anzahl der jüdischen Bewohner XI. Simmering 47.436- 458 XII. Meidling 105.147; 1.886 XIII.- Hietzing 118.506 3.244 xiv.- Rudolfsheim 96.106 3.737 XV. Fünfhaus 43.968 2.382 XVI. Ottakring 177.687 4.525 XVII. Hernals 103.249 3.425 XVIII. Währing 88.893 4.031 XIX. Döbling 51.354 3.808 XX. Brigittenau 101.326 14.144 XXI. Floridsdorf 77.333 1.767 Aktives Militär in den Bezirken I—XXI zusammen 26.559 2,031:498 828 175.318 Im Jahre 1900 war die Gesamtzahl der anwesenden Bevölkerung. 1,674.957, die Zahl dep Juden 140.926, es hat sonach die Gesamtbevölkerung in den Jahren 1900—1910 zugenommen um 356.541, die Anzahl der Juden um 28.392, wobei allerdings nicht außer acht zu lassem ist, daß innerhalb dieses Zeitraumes nach dem Gesetze vom 28./12. 1904 Floridsdorf und nach d'em Gesetze vom' 6./7. 1910 Strebersdorf einbezogen wurden, welch beide Gemeinden am 31./12. 1910 bereits mitgezählt würden. Ohne Rücksicht auf diese Einbeziehungen hat sich die Gesamtbevölkerüng um 21'2 %, die Anzahl der Juden aber nur um 19 3 % vermehrt, daher kommt es, daß im Jahre 1900 die Juden 8'7 °/o, im Jahre 1910 nur 8 6 o/o der Eesamtbevölkerung bildeten. Hinsichtlich der Bewegung der jüdischen Bevölkerung in den Jahren 1906—1910 ist folgendes zu entnehmen: Es wurden vor den Seelsorgern mosaischer Konfession Ehen geschlossen: im- Jahre 1906 . . . 979 1907 . . . 986 ff tt 1908 . . . 928 - ff ff 1909 .- .1260 >> 1910 . . . . . . 888 Bei Zivilehen waren beide Brautleute mosaisch: im Jahre 1906 . . 1 1907 . . 7 ,, .. 1908 . . 6 „ „ 1909 . . 6 ff ff 1910 . . 7 Der Bräutigam war mosaisch , die Braut konfessionslos: im Jahre 1906 bei 79 Zivilehen „ ,, 1907 58 ,, „ ,, 1908 „ 86 ,, ,, ,, 1909 88 ,, 1910 „ 91 „ Der Bräutigam war konfessionslos, die Braut mosaisch: im Jahre 1906 bei 48 Zivilehen „ .. 1907 „ 44 ,, 1908 47 ,, „ ,, 1909 „ 53 ,, ,, ,, 1910 64 Es verehelichten sich somit: im Jahre 1906 . . . . 1060 Juden 1031 Jüdinnen >, ,, 1907 . . . . 1051 „ 1037 ,, *! ,, 1908 . . . . 1020 ,, 978 n tt „ 1909 . . . . 1352 1312 „ „ 1910 . . . . 972 „ 946 „

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