Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 33 (16.8.1912)
- Date
- 1912-08-16
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Gelte 558 Dr. Vlochs Wochenschrift 5. Und vom 15. bis zum 21. des (Nisan) 6. Seid rein und nehmt euch in acht. Arbeit (sollt ihr nicht tun) . . . 7. Nicht trinkt und jede Sache, in der Sauerteig ist (sollt ihr nicht essen) 6. Kon Sonnenuntergang bis zum 21. Nisan 9. Und trete in eure Gemächer und versiegelt zwischen den Tagen. . . ." 2n dieser Anweisung, die Hananjah im Jahre 419 v. Ehr. den jüdischen Milötärkolvnisten von Elefantine (Assuan) mit Ermächtigung des persischen Fürsten —. und wohl Statthalters von Aegypten — Arsames gibt, lesen wir Pessachvorschristen, wie sie heute noch gebräuchlich sind. Zu Zeile 1 ... . „nicht trinkt" macht Sachau die Anmerkung, datz er hierfür im Alten Testament nicht Korrespondierendes finde; in Wirklichkeit hat dieses Trinkverbot für Aegypten spezielle Bedeutung. Wie Prof. Arnold in der -Sitzung der „American Society of Biblical Literature" vom 30. Dezember 1911 mitteilte und auch I. Barüh in der „Orientalischen Literalurzeitschrift" vom Januar erkennt^ handelt es sich in dem Papyrus zweifellos um das Verbot des. berühmten ägyptischen Nationalgetränkesdes Pieres. König Ferdinand von Bulgarien. Die kürzlich erfolgten Besuche König Ferdinands in Wien und Berlin haben in Deutschland' die allgemeine Aufmerksamkeit in erhöhtem Maße auf Fürst und Volk der Bulgaren gelenkt, zugleich aber auch gezeigt, wie sehr beide im Laufe der Zeit die Achtung und Anerkennung Europas sich zu erwerben gewußt . und' daß Bulgarien wohl noch1 eine größere Hölle in der Politik zu spielen berufen sein werde. Dieser erstaunliche Umschwung der Dinge seit dem. gerade um ein Vierteljahrhundert zurückliegenden Regierungsantritte Ferdinands wird im Augustheft von „Kord und Süd“ (Herausgeber und Chefredakteur: Professor Dr. Ludwig Stein, Berlin W., Lützowufer 5a. -— Verlag: Schlesische Buch- Druckerei, Kunst- und Verlagsanstalt v. S. Schottlaender, A.-G., Breslau, Preis pro Quartal 6 Mark), von Paul Lindenberg gebührend hervorgehoben und von dem der Balkan- Verhältnisse so kundigen Autor in einem Ueberblick über die erfolgreiche Regierung des Königs, dessen wohlgelungenes Bildnis dem Hefte beigefügt ist, seine Persönlichkeit und Herrscherbegabung eingehender gewürdigt. — Im Abschluß daran schildert der Oberst im bulgarischen Kriegsministerium A. Papadopoff die Entwicklung der „bulgarischen Armee“ von 1887—1912 und der Generalsekretär des bulgarischen Unterrichtsministeriums, Dr. W. Rikoltschoff, gibt einen gut informierten „Ueberblick über das bulgarische Bildüngswesen“ nach den verschiedenen Schulgattungen. — In demselben Augustheft von „Kord und Süd“, das dadurch gleichsam als „Balkan-Kummer“ charakterisiert wird, berichtet A. Kutschbach über seinen Empfang „bei dem rumänischen Königspaare in Sinaia“. Das Gespräch, das er mit dem Könige und der Königin über den tripolitanischen Krieg, sowie über andere politische und unpolitische Dinge und Personen führte, wird jeden Leser außerordentlich interessieren und für das anschließend veröffentlichte Gedicht: „Die Gedanken“ von Carmen Sylva, der Königin von Rumänien selbst, noch um so größeres Interesse erwecken. — Dem Rahmen des Heftes ist schließlich auch der Artikel des kgl. ungarischen Bezirksrichters Dr. Miklos Kral über „die Verwaltung Bosniens“ angepaßt, der von der Tätigkeit des neuen bosnischen Landeschefs Oskar Potiorek seinen Ausgang nimmt,. — Die hundertste Wiederkehr des Gründungstages der Kruppschen Fabrik gibt dem Herausgeber von „Kord und Süd“, Prof. Dr. Ludwig Stein, Gelegenheit, die sozialen Fürsorgeeinrichtungen der Kruppschen Firma einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Diese Arbeiterfürsorge seitens der Familie Krupp setzte bereits zu einer Zeit ein, als weder der Staat noch einzelne daran dachten, und ist von den drei Generationen Krupp sowohl, wie von den jetzigen Besitzern in konsequenter Weise entwickelt und fortgeführt worden. An der Hand detaillierter Zahlenangaben verfolgt der Autor die Kruppsche WolilfaSirtsfürsorge zunächst in den Kranken- und Pensionskassen, den Arbeiterwohnungen, der Konsum-Anstalt, weiterhin aber auch die Wohlfabrtseinrichlungen für die Bildung (Vol sschule, Industrieschule, Handarbeitsschulen), die Erholung und Unterhaltung von Arbeitern und Beamten. — Aus dem neuen nationalökonomischen Buche von „Prof. Julius Wolf“ bespricht Dr. Wilhelm Exner den VI. Abschnitt: „Der wirtschaftlich-technische Fortschritt und die Zukunft der Volkswirtschaft“. Für die „Abschaffung des Duells“ tritt der kaiserl. Landgerichtsrat a. D. Friedrich von Hindersin ein und schlägt zu diesem Zwecke vor, den Bestimmungen über den Zweikampf hinzuzufügen, daß jede Verurteilung wegen Zweikampfes die dauernde Unfähigkeit zum Dienst in Heer und Marine und zur Bekleidung öffentlicher Aemter zur Folge haben solle, sowie den dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. — Der wissenschaftlichen Tätigkeit „Wilhelm Wundt’s“, der am 16. August d. J. seinen 80. Geburtstag begeht, widmet Dr. Bluwstein einen Aufsatz, während Heinrich Embser unter dem Titel: „Vom philosophischen Messias“ zur Feier des 50. Geburtstages Constantin Brunners dessen Werk „Die Lehre von den Geistigen und vom Volke“ analysiert. — Auch eine Reihe wertvoller literargeschichtlicher Beiträge enthält das Heft, zunächst von Max Besser über das neueste Literatur-Ereignis, die Aufführung des Gerhart Hauptmann’sclien Stückes: „Gabriel Schillings Flucht“ in Lauchstedt. — Alfred Tennysons in Deutschland wenig bekannte Ballade „Der Lord von Burleigh“ wird in einer neuen Uebersetzung des Geh. Archivrats Prof. C. Grünhägen publiziert nebst einigen Bemerkungen des Uebersetzers über das Leben Tennysons und über den Stoff des Gedichtes. — Weitgreifender ist die Abhandlung von Dr. Martin Ehrenhäus: „Englisches Drama und Theater von heute und gestern“; hier werden wir mit den beachtenswertesten der modernen englischen Theaterdichter und ihren bedeutenderen Werken bekannt gemacht. — Was Heinrich Spierö über den „Dichter und sein Publikum“ sagt, verdient in Schriftstellerkreisen wohl beherzigt zu werden; denn er erweist, daß es nicht die Schuld des Publikums ist, wenn zwischen diesem und den Dichtern nicht mehr das innige, warme Verhältnis besteht wie etwa in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. — Carl Gebhard bespricht die „Ausstellung klassischer französischer Malerei des 19. Jahrhunderts im Kunstverein zu Frankfurt“. — In das naturwissenschaftliche Gebiet führt der Aufsatz Edmund Scheibener’s: „Ueber die Erscheinung des roten Schnees“, die durch eine Alge und deren eigenartige Lebensbedingungen hervorgerufen wird. — Als novellistischer Beitrag bietet das Heft, nächst der Fortsetzung des Romans „Alfred von Ingelheims Lebensdrama“ von. Hans Land, die Geschichte „Ein schlechter Mensch“ aus der Feder des mit Recht so geschätzten und beliebten Erzählers Timm Kröger. Die Kovelle ist von echtem, herzerquickendem Humor durchtränkt, ohne jedoch zugleich eines tiefernsten Gehaltes und feinpsychologischer Charakterzeichnung zu entbehren, die namentlich in der prächtigen Figur des Klaus Kipp zutage tritt. — Die Rundschauen, die wie gewöhnlich den Abschluß des Heftes bilden, sind diesmal: Sozialpolitische Rundschau (von Senatspräsidenten Dr. Flügge), Koloniale (von Coloniensis), Kirchlich-theologische (von Theodor Kappstein), Literarische (von Friedrich Stein-Berlin), Geisteswissenschaftliche (von Dr. M. Kupperberg) und Wirtschaftliche Rundschau (von Horatio). Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. M. Grunwald, Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde in Wien. 15. Jahrgang. 3. Heft. (Der ganzen Reihe 43. Heft.) Diese Mitteilungen erscheinen zugleich als Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. Inhalt: M. Grunwald: Altjüdisches Gemeindeleben. (Forts.) — L. Klein: Ein Spaziergang um das Jahr des Juden im ungarischen Oberlande. — S. Weissenberg-A. Marmorstein: Ueber eine Toledöt Jeschu (Leben Jesu) Handschrift. — Bücherschau. — Beilage: Archiv für jüdische Familienforschung, Heft 1. In Gemeinschaft mit einem Komitee herausgegeben von Dr. Max G r u n w a 1 d : Inhalt: Vorwort. — Paul Jos. Diamant : Sinn und Zweck der jüdischen Familienforschung. — Grunwald: Zur Geschichte der Familie Teixeira. —Fragen und Antworten. — Grunwald: Deszendententafel der Familie Isak Wertheimers. — Wien 1912. Alle Sendungen werden erbeten an die Adresse des Herausgebers: Wien, XV., Mariahilferstrasse 167. „Ost und West“. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Organ der Alliance Israelite Universelle. XII. Jahrgang. Heft 8. August 1912. Inhalt: Die Kriminalität. der deutschen Juden. — Revue der Ereignisse. — Illustrationen zu Rußlands Judenpolitik im letzten Monat. — Karl Schwarz: Julius Rosenbaum (mit 5 Illustrationen). — Fritz Gillis, Breslau: Die Juden im älteren deutschen Recht. — Zum Artikel „Seminardirektor Aron Horwitz“. — 8. An-ski: Jurij Pän (mit. 11 Illustrationen). —. Dr. Max Steif: Der Ersatz. — Dr. Kroner: Arzt und Patient in der Medizin des Maimonides. — Arno Kadel: Das Hohe Lied (mit 3 Illustrationen). — Mitteilungen des Zentralkomitees der Alliance Israelite Universelle: Die Israeliten von Fez. — Kotizen. — Dr. Emanuel Lasker: Schach. —r Arnold Zadikow (mit Illustration). — Literarische Rundschau. — Inserate. — Verlag Ost und West Leo .Winz, B erlin - Chärlottenburg, Knesebeckstr .32. Ben Golah. Derner. Jargongedichte, Berlin 1912. Verlag von Louis Lamm.