Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 30 (26.7.1912)
- Date
- 1912-07-26
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 30 Dr. Blochs WocheMrift Seite 511 jüdischen Reisenden in Palästina als guter, wohlunterrichteter und zuverlässiger Mentor dienen kann. Für alle weitere Mitteilung und etwaige Arrangements beliebe man sich jetzt mit dem Unterzeichneten gefälligst in nähere briefliche Verbindung setzen zu wollen. Hochachtungsvoll Phil. Kieferndorf, Prediger a. D., Doc. in Jerusalem. Literatur. Bar-Kochba: Pjesan Jaroslava Vrhlickoga s eesk o g a preveo M. Iiunta ric. Pezega, 1912. Ladenpreis 5 Iv. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollten wir dem größten tschechischen Dichter der Jetztzeit anläßlich der Üebersetzung seines bekannten epischen Werkes „Bar- Kochba“ ins Kroatische öffentlich Worte der Anerkennung zollen. Es hieße aber undankbar sein, wenn wir die großen Verdienste, die sich durch die Üebersetzung des in Rede stehenden Werkes ins Kroatische der bescheidene Forscher und tüchtige kroatische Gelehrte Prof. M. Kuntaric um die Bereicherung (Jer kroatischen Literatur erworben hat, mit Stillschweigen übergingen. Der Uebersetzer, der ein Meister der Sprache seines Vaterlandes ist, hat sieh in den Geist der tschechischen Sprache so vertieft, ist in ihn so eingedrungen, daß die Üebersetzung sich wie eine kroatische Originaldichtung von einem gottbegnadeten Dichtergenius liest. Prof. Kuntaric ist aber bei der Üebersetzung nicht stehen geblieben, sondern in seiner Einleitung zu Vrholickys Bar-Kochba entwirft er auch über das Leben, Schaffen und Wirken des großen Dichters, der leider schwer krank darniederliegt, ein Bild in so lebendiger, farbenreicher Sprache und formenreicher Darstellung, daß die Lektüre der Uebersetzung dem Leser, der die Feinheiten der kroatischen Sprache kennt, einen wahren geistigen Genuß bietet. Und wie der Meister selbst bei Abfassung des Originalwerkes jüdische Gelehrte zu Rate gezogen hat, denen er in der Einführung seinen Dank ausspricht, so hat auch der Uebersetzer, Prof. M. Kuntaric, keine Mühe gescheut, sich in das Studium der jüdischen Geschichte und Literatur zu vertiefen, .um seiner literarischen Aufgabe, die er sich bei der Üebersetzung des „Bar-Kochba“ gestellt hat, gerecht zu werden. Als Führer und Wegweiser auf diesem Gebiete nennt der Uebersetzer den bekannten Hebraisten und jüdischen Literaten Dr. M. Margel, Rabbiner in Pozega. Von ihm ist auch ein Anhang (dodatak) der Üebersetzung beigegeben, aus dem man ersehen kann, wie man jüdische Geschichte und Literatur studieren und lehren soll. Die Uebersetzung des Bar-Kochba ins Kroatische ist ein wahrer kiddusch-haschem, und wäre es Pflicht eines jeden kroatischen Juden, Kuntaric’ Üebersetzung des „Bar-Kochba“ von Vrholicky sich anzuschaffen. Virovitica. Rabbiner Dr. H. E. K a u f m a n n. „Die Hilfe“. Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Dr. Friedrich Naumann. Nummer 29. 18. Juli 1912. Aus dem Inhalt: Theodor Heuß: Das liberale Wahlabkommen in Württemberg. — Wilhelm Heile: Eduard Windihorst. — Martha Stern: Stiefkinder der Sozialpolitik. — Unsere Bewegung. — Soziale Bewegung. Gottfried Traub: Glauben. — Friedrich Naumann: Sichtbare Musik. — Paul Zschorlick: Eine Reise in Algerien. VI. — Alfons Paquet: Kamerad Fleming. Roman. — Büchertisch. — Politische Notizen. — Fortschritt (Buchverlag der „Hilfe“) G. m. b. H„ Berlin-Scliöneberg. Briefkasten. B. V, Berlin. Der vorige Woche in London verstorbene Sergius H. d'Ävigdor war cm Sproße einer alten, angesehenen jüdischen Familie. Er war ein Sohn des verstorbenen Grafen d'Ävigdor. seine Mutter war eine Tochter des in der jüngeren Geschichte der englischen Juden öfter genannten Jsaac Lyon Goldschmidt. Graf d'Ävigdor war ein Sohn jenes d'Ävigdor, der an dem von Napoleon I. eingesetzten und einberufenen Sanhedrin als Mitglied teilnahm. F. R. Bildhauer A. Eisenberg wurde als Sohn eines jüdischen Kaufmannes in Wilna geboren. Wtlna ist überhaupt die Geburtsstadt vieler berühmter jüdischer Bildhauer unter ihnen auch von Antokolski, Bernstein, Sinaijew. Es ist eine bekannte interessante Tatsache, daß die besten Werke der Bildhauerkunst in Rußland von Juden stammen. Betrachtet man die im Alexander-Museum in Petersburg verwahrten hervorragenden Skulpturen, so wird man finden, daß mit Ausnahme einer einzigen sämmtliche Arbeiten Schöpfungen der jüdischen Künstler Antokolski, Ginsburg. Aronsohn, Bernstein, Sinaijew, Bernstamm und Gulberg sind. I£sl o XLUsrcLas s. Bei der israel. Kultusgemeinde Mähr.-Ostrau gelangt für die hohen Feiertage n"“l) 1912 die Stelle eines Mussaph-V orbeters für das Filialbethaus zur Besetzung. Reflektanten, welche über eine geschulte Stimme verfügen, sowohl das Thoralesen und Schofarblasen versehen müssen, wollen bis inklusive 10. August 1. J. an den Unterzeichneten Kultus Vorstand ihre Gesuche überreichen. Gehalt nach Übereinkommen. Die zur Probe Berufenen, erhalten die Reisespesen vergütet. Der Kultusvorsteher-Stellvertreter: Moriz Krasny. KONKURS. In dem orthodoxen Bethause mnx ruiest Wien. XIV., Storchengasse 21 wird ein befähigt er nVan byi jvms? für die E'NTtf ca' aufgenommen. — Bei gutem Erfolg dauernde Anstellung nicht ausgeschlossen. Offerte und Vorstellung direkt im Bethause. Der Vorstand. KONKURS. Bei der israelitischen Kultusgemeinde Leitmeritz gelangt die Stelle eine Kustos der zugleich Schochet und Koreh sein muss, zur Besetzung. Gehalt 1000 Kronen nebst Wohnung, Beheizung und den üblichen Emolumenten. Bewerber, nicht über 40 Jahre alt, wollen ihre deutsch geschriebenen Offerten bis 15. August an den Unterzeichneten Vorstand richten. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Leitmeritz. V. Pollak, Vorsteher. KONKURS. In der israel. Kultusgemeinde Kostei gelangt die Stelle eines Rabbiners zur Besetzung. Fixer Gehalt K 1600.— nebst freier Wohnung, Stiftungen ungefähr K 400.—, ferner Einkünfte aus der Matrikenführung und übliche Nebenemolumente. Bewerber, die das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben, belieben ihre Gesuche bis zum 1. September 1. J. an den gefertigten Kultusvorstand einzusenden. Dem Gesuche ist die Rabbinats-Autorisation nmvt r inn von zwei namhaften und anerkannten orthodoxen Rabbiuen, sowie der Nachweis der gesetzlich geforderten profanen Bildung beizulegen. Der Rabbiner hat auch den Religions- und hebräischen Unterricht an den hiesigen Schulen zu erteilen. Zum Probevortrag wird nur der hiezu Eingeladene zugelassen Der Vorsteher: David Spitz. Konkursausschreibung. Die Knltnsgemeiude Tulln mit dem Sitze in Klosterneuburg beabsichtigt in Klosterneuburg einen Tempel zu erbauen. Die Herren Architekten werden eingeladen, ßauskizzen. bezw. Pläne samt Kostenvoranschlag bis spätestens 31. August 1912 bei der Kultusvorstehung einzureichen. Die eingereichten Pläne werden einem Schiedsrichterkollegium zur Begutachtung vorgelegt und nur der von dem Schiedsrichterkollegium zu genehmigende Plan honoriert. Nähere Auskünfte erteilt Herr Hermann Erber, Hausbesitzer in Klosterneuburg und der gefertigte Kultusvorsteher. Der Kultusvorsteher: Dr. Rudolf Schneeweiss, Advokat in Klosterneuburg.