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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-07-12 · 28 (12.7.1912) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
28 (12.7.1912)
Date
1912-07-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Seite 475 Nr. 28 Dr. Mochs Wochenschrift jüdische Katakombe am Monteverde zu Rom: sie läßt in den nächsten Tagen neu erscheinen einen Vortrag von Dr. I. Elbogen über Ludwig .Philippson und den 3. Band der bedeutsamen „Talmudischen Archäologie" von Prof. Dr. S. Krauß-Wien. Ferner kündigt die Gesellschaft das Erscheinen der „Geschichte des Synagogenkultus" von Dr. I. Elbogen für den nächsten Herbst und die Herausgabe des ersten Heftes des von dem verstorbenen Lektor M. Friedmann-Wien bearbeiteten Sifra an. Der Ausschuß der Gesellschaft hat am 24. Juni eine Sitzung abgehalten, in der beschlossen wurde, demnächst mit dem Drucke des ersten Bandes der kritischen Ausgabe der Mischna, des ersten Bandes der Germania Judaica und des 2. Bandes des Maimonideswerkes zu beginnen. Ferner faßte der Ausschutz einige für den „Grundritz der Gesamtwissenschast des Judentums" bedeutsame Beschlüsse. Er ergänzte den bisherigen Entwurf durch die Aufnahme einer Reihe neuer Teilwerke, und die Bildung einer besonderen Gruppe von Werken unter dem Gesamttitel „Das Judentum und die Religionen" und genehmigte nach den Vorschlägen einer besonderen Kommission die Uebertragung einer größeren Reihe von Teilwerken an bedeutende Gelehrte. Auch hat der Ausschuß wieder einer größeren Anzahl von Vereinen und Wissenschaftlern namhafte.Subventionen bewilligt. Die nächste Generalversammlung wird voraussichtlich in Breslau stattfinden. Berlin. Die Ludwig Philippson-Gedächtnis-Stiftung, welche aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Geburtstages Ludwig Philippsons von der Synagogen-Gemeinde Magdeburg ins Leben gerufen wurde, ist nunmehr offiziell in die Verwaltung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums übergegangen. Das Stiftungskapital beträgt nahezu 9000 M: diese Summe ist aufgebracht worden von 48 jüdischen Gemeinden Deutschlands. Die Erträgnisse dieser Stiftung sollen dazu verwandt werden, um gediegene, allgemein verständliche Schifften, die zur Aufklärung über Juden und Judentum dienen, unentgeltlich oder zu mäßigen Preisen zu verbreiten, in erster Reihe an kleine, bedürftige Gemeinden, deren Schulen und Beamte, sowie an Vereine und Institutionen zur Erziehung und Förderung der jüdischen Jugend. Der Ausschuß der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums hat jetzt in seiner Sitzung vom 24. Juni d. I. die Annahme der Stiftung durch die Gesellschaft gutgeheißen und gleichzeitig beschlossen, für die Verwaltung keine besondere Kommission einzusetzen, sondern zum Zeichen des Dankes an die Stiftergemeinden diese in den Händen des Ausschusses selbst zu belassen, Anträge auf Befwilligung aus dieser Stiftung sind alljährlich nach vorheriger Bekanntmachung durch die Presse bei der Gesellschaft einzureichen: über die Verwendung der Zinserträge wird jeweils im Jahresbericht der Gesellschaft öffentliche Rechnung abgelegt werden. Der König und Kronprinz tarn Griechenland als Gast des Familie Cohen. Am 22. Juni begaben sich der König und der Kronprinz von Griechenland nach Trikkala, um daselbst den sogenannten Eleuteriespielen beizuwohnen. Die königlichen Gäste nahmen aus diesem Anlasse die Gastfreundschaft des bekannten Finanziers und Philanthropen Heimaki Cohen und seiner Gemahlin in Anspruch. Am Abend der Ankunft des Königs und seines Sohnes gab Herr Cohen ein großes Diner, an welchem außer den königlichen Gästen auch der Unterrichtsminister, der Präfekt von Trikkala, zahlreiche Mitglieder der Deputiertenkammer und andere hohe offizielle Persönlichkeiten teilnahmen. Wie die griechischen Blätter berichten, ist es nicht das erstemal, daß die königliche Familie bei der Familie Cohen, mit welcher sie innige Freundschaft verbindet, zu Gaste weilt. Haimaki Cohen ist der Sohn des Elia Cohen, des Begründers des auch außerhalb Griechenlands bekannten großen Bankhauses, welches ausgedehnte Domänen sein eigen nennt. Die Frau des Herrn Haimaki Cohen ist eine wegen ihrer großzügigen Wohltätigkeit in Griechenland bekannte Dame. Rumänschrs Recht. Aus Bukarest wird berichtet: Bei einer jüngst stattgehabten Konkursausschreibung auf eine Arztensstelle im staatlichen Krankenhause von Bukarest wurde der mitkonkurrierende jüdische Arzt Dr. David Schorr zum Anstallsarzt gewählt. Eine rumänische Aerztin, die gleichfalls auf diesen Posten konkurriert hatte, erblickte in dem Umstande, daß ihr, der Rumänin, ein jüdischer Arzt vorgezogen wurde, eine Ehrenkränkung. Sie klagte daher den Direktor des Krankenhauses auf Schadenersatz und Ehrenbeleidigung, indem sie angab, daß sie als Rumänin in den Augen ihrer Konnationalen nunmehr Kr minderwertig angesehen werde, da ihr ein Jude vorgezogen wurde. Das Gericht gab dieser sonderbaren Klage statt, nahm die Ehrenkränkung und Erniedrigung der rumänischen Aerztin als erwiesen an und verurteilte den Direktor des Krankenhauses zu dem Ersatz von 5000 Francs an die rumänische Aerztin. Das ist rumänisches Recht. Ern Nachruf Mer „Seron Braulreu" in der Attiance Jsraelite Universelle. Zu Beginn der Mngsten Sitzung des Zentralkomitees der Alliance Jsraelite Universelle hielt der Vizepräsident Eugene See als Vorsitzender der Sitzung dem verstorbenen Schriftsteller und Politiker Leroy Beaulieu den folgenden beachtenswerten Nachruf: „Wir können das Ableben eines so ausgezeichneten und guten Menschen, wie es Anatole Leroy Beaulieu gewesen ist, nicht an uns vorübergehen lassen, ohne das tiefste Bedauern auszudrücken, welches sein Hinscheiden in uns erweckt. Obgleich er selbst sich als Katholik betätigte, hat Anatole Leroy Beaulieu die Wahrheit und die Gerechtigkeit stets über die konfessionelle Frage gestellt und hat nie gezögert, die Wahrheit in jenes Licht zu stellen, in welchem seine unparteiischen und methodischen Forschungen sie ihm in seinem Geiste erscheinen ließen, ohne Rücksicht darauf, daß er sich dadurch zu seinen geliebtesten Freunden in Widerspruch setzte. Er war ein sehr höflicher, aber entschiedener Gegner aller jener Vorurteile, durch welche die Bürger entzweit werden könnten, und welche er die Lehrsätze des Hasses nannte. Er kämpfte mit der gleichen Energie gegen den Antisemitismus,, wie gegen den Antikkerrkalismus. Noch in den letzten Tagen seines Lebens, da it),i sein Leiden bereits niedergedrückt hatte, raffle er sich auf, um feine Stimme mit jenen der russischen Gelehrten zu vereinen, um die verleumderische Legende des Ritualmordes zu zerstören, welche daran geht, in Kiew ein neues Opfer zu fällen und der Martyrologie des Fanatismus und der Unduldsamkeit einen neuen Namen hinzuzufügen. Gar oft hat Anatole Leroy Beaulieu der Alliance Jsraelite Universelle seine Sympathie bekundet. Die Alliance Jsraelite widmet daher dem Andenken dieses Freundes ihre ewige Dankbarkeit und Verehrung." Auszeichnungen in Italien. Der König von Italien hat auf Vorschlag des Finanzministers den Zolldirektor von Pitigliano. Cavaliere Simone Capua, zum Cavalier des Maurizien-- Ordens und den Direktor der „Agenzia Stefani" in Turin, Dr. Arnold Finzi, zum Cavalier des Kronen-

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