Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 29 (1912)
- Issue
- 21 (24.5.1912)
- Date
- 1912-05-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Dr. Blochs Wochenschrift Sette 347 Nr. 21 ordnung wurden bereits die folgenden Punkte bestimmt: 1. Eröffnung der Konferenz: 2. Bericht des britischen Sektionsrates, Referent Israel Zangwill. London; 3. Lokalberichte der Delegierten; 4. das Programm der Ito, Referenten Dr. Jochelmann. Kiew, und Leschtschinsky, Zürich; 5. Organisation, Referenten S. Rubinslein,. Brod und Dr. M. Goldberg, Ieletz; 6. Finanzinstitute. Referenten David Goodman, Oskar Plaut, Meyer, A. Spielmann. London: 7. Kongreß-Referent Dr. S. Krenberger, Wien; 8. Emigration: a) allgemeiner Ueb erblick, Referent A. Meyerowitz, Berlin: b) Rußland, Referent W. Großmann, Petersburg; c) Oesterreich, Referent M. Schmitt, Wien; 9. Kolonisation: a) die Projekte der Ito, Referent Israel.Zangwill, London: b) Portugal und seine Kolonien, Referent W. Terlo, Lissabon; e) Angola und seine politische Lage, Referent S. Rubinstein. Viel; 6) Angola, als Land für jüdische Ansiedlung, Referent Sir Harry Iohnstone, Rewinson; 10. Eventualia. Der Newyorker Bürgermeister über Isidor Strauß. Die Newyorker Blätter veröffentlichen das Schreiben, welches der Bürgermeister von Newyork, Gaynor, an den Bruder des bei dem Schiffsunglück der „Titanic" mit seiner Frau verunglückten Isidor Strauß, dem gewesenen Handelsminister Oskar Strauß, gerichtet hat. Der interessante Brief hat folgenden Wortlaut: „Ich benutze den ersten freien Augenblick, meine tiefe Trauer über den Tod Ihres Bruders Isidor und seiner Frau anläßlich der „Titanic"-Katastrophe zum Ausdruck zu bringen. Während der langen Jahre meiner Bekanntschaft mit dem Verstorbenen wuchs nicht nur meine grenzenlose Hochachtung vor ihm, sondern auch meine wahre Freundschaft zu ihm, denn er gehörte zu den aufgeklärtesten und in des Wortes vollem Sinne besten Menschen, die ich je im Leben kennen gelernt habe. Einer meiner Freunde, Mr. Abraham, ist vor einem Jahre heimgegangen, und jetzt ging auch Ihr Bruder. Die Art, wie wir kommen und gehen, hängt von Gottes Willen ab. And wir dürfen niemals murren. Wir müssen alle sterben. Ihr Bruder starb, weil in ihm der Wunsch, das Leben anderer zu retten, mächtiger war. als die Sorge um die Sicherheit des eigenen Lebens. Und seine edle Frau entsagte der Möglichkeit, ihn auf dem sinkenden Schiffe allein zurückzulassen. Und diese beiden großen Menschen, diese beiden edlen Seelen gingen gemeinsam in den Tod ins Jenseits hinüber. Ich bitte Sie, den Ausdruck meiner Sympathie auch Ihrem Bruder Nathan und aUsn Mitgliedern Ihrer Familie übermitteln zu wollen." Korrespondenzen. David R. v. Gntmann. Der „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" richtete anläßlich des Ablebens David R. v. Gutmann's folgendes Beileidsschreiben an Bergrat Max R. v. Gutmann: Euer Hochwohlgeboren, Hochgeehrter Herr Bergrat! Die ganz exzeptionelle Bedeutung des eben Verblichenen, insbesonders aber jene, die ihm als eifrigen und überzeugten Anhänger der unvergänglichen Lehren des Judentums zuVarn, rechtfertigt es, wenn wir, die ergebenst Unterzeichnete Leitung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, uns beehren, Ew. Hochwohlgeboren, als dem Chef des Hauses, das aufrichtigste Beileid zum Ausdruck zu bringen. Von der rein menschlichen Seite abgesehen, bildet das viel zu frühe Hinscheiden dieser machtvollen Persönlichkeit in der Tat einen unersetzlichen Verlust für diej gute Sache, in deren Dienst auch wir unsere schwachen. Kräfte gestellt haben. Unvergessen ist sein zielbewußtes und energisches Handeln in dem schmachvollen „Rohling“-Prozeß, unvergessen seine stets offene und rückhaltlose Bekundung der Zusammengehörigkeit zum Judentum, sein nimmermüdes Eintreten für jene Armen, die der Brutalität aufgestachelter Pöbelmassen schutzlos ausgeliefert, von diesen mißhandelt wurden, unvergessen bleibt auch seine aus eben diesem tiefen Gefühle entsprungene Förderung der Aktionen, namentlich' jener zur Bekämpfung des immer noch bestehenden Justizverbrechens von Po Ina — und so vielen anderen schreienden Unrechtes. . Gleich bewunderungswürdig' wie als Fürst der Arbeit zeigte sich der. uns Entrissene als Fürst auf dem unermeßlichen Gebiete der "Wohltätigkeit —- plan- und zielvoll'.' Danken ihm Tausende rühriger Menschen ihre Existenz, überdies eine gesicherte Existenz, so folgt ihm nicht minder der Dank von Tausenden nach, deren Kummer er erleichtert und deren Tränen er gestillt, denen er jederzeit der bereitwilligste Helfer gewesen ist. Die ungeheuere Entwicklung unseres gesamten neuzeitlichen Wirtschaftslebens beruht wesentlich auf der Initiative David R. v. Gutmanns, sowie dessen unausgesetzten Förderung, durch welche eine früher ungeahnte Stufe erreicht ward. Um so höher ist daher seine Schlichtheit anzuschlagen, vermöge welcher er inmitten der aufreibendsten Geschäftssorgen stets sein gutes Herz sowie auch das Interesse an allen über den Alltag hinausragenden Fragen sich zu bewahren wußte. Beklagt die breite Erwerbswelt in dem Heimgegangenen einen der wichtigsten Pfeiler der wirtschaftlichen und so-1 mit der gesellschaftlichen Ordnung, so bedauern nicht minder wir und mit uns der uns so nahestehende engere Kreis der idealen "Welt, deren Interessenvertretung uns zum Teil an vertraut ist, aufs tiefste das erschütternde Ereignis dieses Verlustes. Möge die Xachwelt in Erkenntnis des hohen Wertes des Unvergeßlichen den Manen des seltenen Mannes die gebührende Ehrung zuteil werden lassen! Möge der Karne Gutman n in dankbarer Erinnerung fortleben von Generation zu Generation. In vorzüglicher Hochachtung Verein zur Abwehr des Antisemitismus. * * * Der Leichenfeier des Verewigten Herrn David Ritter v. Gntmann haben noch beigewohnt: der Chef des Hauses S. M. von Rothschild Louis Freiherr v. Rothschild, der Vizepräsident der Baron Hirsch-Stiftung Sektionschef Doktor Cwiklinski, Kultusvorsteher kaii. Rat Sigmund Kauders, Vorsteher der Chewra-Kadischa kaiserl. Rat Leopold v. Sachs, S. G o l d m a n n. S. S t e i n e r u. Ign. Klein, die Schriftführer der Israelitischen Allianz Wilhelm Pappenheim und Dr. Nirenstein, sowie Direktor Neurath von der Kreditanstalt und in Vertretung des Vereines zur Unterstützung Kurbedürftiger Obmann Dr. Isidor L. Braun. Kaiserin Elisabeth Lehrmädchen- und Arbeiterinnen-Heim. Dieser Tage fand die diesjährige Generalversammlung des „Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnenheim" statt. Dieselbe war äußerst zahlreich besucht und hatten sich als Gäste eingefunden: Seine Ehrwürden Herr Dr. Grunwald und Frau Gemahlin, Prim. Prof. Dr.Ehrm a nn als Delegierter des Vorstandes der isr. Kultusgemeinde in Wien, Dr. Kaminka namens der Isr. Allianz in Wien, die Präsidentin des Vereines „Ferienheim" Frau Dr. Grünfeld und die Schriftführerin dieses Vereines Frau Dr. Zins, die Präsidentin des Vereines „Philanthropia" Frau Amalie Beck und die Vizepräsidentm Frau Rose n b a u m, die Präsidentin des Vereines „Kaiser Franz Josef-Kinderhort" Frau Dr. Frischauer, die Vize-- präsidentin des Vereines „Providentia" Frau Dr. Hertzl mit den Vorstandsdamen Frau Dr. Hecht und Frau Stranz, die Präsidentin des Hietzinger Frauen-Wohltätigkeitsvereines Frau Dr. Krennberger mit der Vorstandsdame Frau Biermann, die Präsidentin des Vereines „Auskunftsstelle im Armenwesen" Frau Wien, die Präsidentin des Jugend-