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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-05-10 · 19 (10.5.1912) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
19 (10.5.1912)
Date
1912-05-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 19 Dr. Blochs Wochenschrift Seite 319 Kaiserin Elisabeth Lehrmädchenu. Arbeiterinnen- Heim. Am 13. Mai 1912, 7 Uhr abends, findet die diesjährige Generalversammlung dieses Vereines in den Heim - Lokalitäten, II , Malzgasse 7 (Leopolds gaste 15) statt. Im Anschlüsse an die Generalversammlung wird der Herausgeber der „Oesterreichischen Wochenschrift", Herr Dr. I. S. Bloch einen Vortrag über: „Reiseerinnerungen aus Amerika" halten. Gäste willkommen! - Wien. (Das Auswahlschwimmen für die o l y mp ischen Spiele in Stockholm) fand am 5. Mai im Dianabade unter großer Beteil'gung statt. Ueber die Strecke von 100 Meter wurde Frl. Fini Sticker, vom Oesterr. Damen Schwimmklub „Wien" (Präsidentin Frau Antonie Gras) Erste in der Zeit von 1:313, womit ein neuer österreichischer Rekord aufgestellt wurde. Mit dieser vorzüglichen Leistung hat F-l. Fini Sticker, Tochter des Herrn Siegmund Sticker, über die bisher unbesiegte Meisterschwimmerin Clara Milch, den ersten Sieg errungen und ihrem Klub, sowie ihrem Trainer Felix Graf große Ehre eingebracht. Wien VIII. Am 29. April fand im Josesstädter Tempel ein Requiem für das verstorbene Vorstandsmitglied des genannten Vereines Herrn Samuel Steiner vor zahlreichen Trauergästen statt. Außer der Familie des Verblichenen fanden sich zur Trauerfeier der gesamte Vorstand des Vereines mit dem Präses Hoflieferanten Herrn Hermann Beck an der Spitze ferner die Herren Kultusvorsteher Dr. S a m u e l y, Dozent Dr. Roth, Waisenhausdirektor Hecht, Horowitz, Straßberg, als Vertreter des Tempelvereines Margarethen Präses Herr H o f f m a n n und Schriftsteller Herr Franz Frankl, sowie viele andere Bekannte und Freunde des Dahingeschiedenen ein. Oberkantor N e u m a n n leitete die Trauerseier mit dem von Prof. Sulzer komponierten Psalm, Kap. 49 (scliimu in würdevoller und erhebender Weise und unter andächtiger Stimmung der Anwesenden ein, worauf Se. Ehrwürden Rabbiner Dr. Bauer in tiefempfundener Rede dem Verewigten einen wohlverdienten warmen Nachruf widmete. Zum Schlüsse brachte Oberkantor Neumann das ,.E1 mole racliamim“ mit echt chasunischem und wahrhaft künstlerischem Geschmack zum Vortrag. Wien. (Siegmund von Wertheim st ein'sche Stiftung.) Am 18. Juni l. I., als am Sterbetage des Siegmund Edlen von Wertheim st ein, gelangen die Interessen dieser Stiftung als Prämien an die sittlichsten und fleißigsten Gesellen zur Verteilung. Bewerber um diese Prämien haben ihre stempelfreien, mit Arbeitsnachweis belegten Gesuche bis 10. Juni l. I. dem „Vereine zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten", Wien, IX., Grüne Torgasse 26, einzusenden. Wien. Unter der Führung des Herrn Prof. Dr. S. Krauß unternahm der jüdisch-akademische Verein „Theologia" Donnerstag den 2. Mai einen Lag-boomer-Ausflug nach Budapest, wo er vom Rektor, von den Professoren und den Hörern der dortigen Landesrabbinerschule auf das Herzlichste empfangen wurde. Samstag vormittag fand im Tempel der Anstalt den Gästen zu Ehren ein Festgottesdier st statt, an welchem Dr. Schlesinger, Präses des Budapester Theologischen Vereines die Festpredigt hielt. Am Abend wurde vom Budapester Seminar ein Bankett veranstaltet, an dem das ganze Proftssorenkollegium, mit Rektor Bacher an der Spitze,-teilnahm. Von den vielen schönen Tischreden trat die des Rektors Bacher besonders hervor, der in herzlichen, ergreifenden Worten die Bedeutung der Verbrüderung der Hörer der Schwesteranstalten Budapest-Wien schilderte und sein Glas auf das Wohl des Rektors Schwarz, des R. Jochanan von Wien, wie er ihn nannte, leerte. Es sprachen ferner Prof. Krauß, Prof. Blau, Prof. Guttmann und Rabbiner Prof. Hevtsi Von den Hörern sprachen B. Diamant als Präses, Dr. Krauß, Dr. Ä. Kristianpoller(hebräisch), Dr. M. Winkler, S. Guttman (hebräisch) und N. Mark. Nach einem innig geschlossenen Freundschaftsbunde mit den besten Eindrücken verließen die Gäste nach einem viertägigen Aufenthalte die Stadt, in der ihnen so viel Liebenswürdigkeit und wahre Gastfreundschaft zuteil wurde. Wien. Am 4. d. M. verschied der langjährigeAngeshllte der israel. Kultusgemeinde und Chewra Kadischa in Ottakring Herr Moritz Steiner im 66. Lebensjahre. Der Heimgegangene wußte sich durch seine lauteren Charaktereigenschaften und durch seinen Diensteifer allgemeine Sympathie zu erwerben, die auch durch die zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnis, das am 6. d. M. stattfand, beredten Ausdruck fand. Man bemerkte unter den Trauergästen eine Vertretung der Kultusgemeinde von Ottakring mit ihrem Obmanne Herrn Ed. Politzer, eine Vertretung der Chewra Kadischa mit ihrem Obmanne Herrn S. Weiler, eine Deputation der Beamtenschaft der Wiener iirael. Kultusgemeinde geführt von den Herren Sekretär Dr Adler »nd Amtsleiter Freistadt ec. I. Kantor Kaufmann und Kantor Smotritzki rezitierten die Trauergt sänge und Herr Rabbiner Doktor Feuchtwaug hielt dem Heimgegangenen einen ergreifenden Nachruf. Austritte aus dem Judentum Vom i8. April bis inkl. 4. Mai 1912. Adler false Verständig Be le Golde, geb. 14 März 1881, Sokolow, Galizien. Fanta Heinrich, Konstrukteur, geb. 18. Februar 1890, Wien, VII., Neustiftgasse 67. Fischer Emil, Kaufmann, geb. 26. November 1865, Wien, London, Alexander Hold. Glauber Emil, Zeichner, geb. 3. April 1887. Baden, N.-Oe., V., Welg. 5. Grünwaid Emil, Beamter, geb. 7. Juli 1864 Budapest, XV11>., Pötzleinsdorferstraße 13. Herzfelder Eugenie Anna, geb. 16. Mai 1867, Brünn, VIII., Zeltg. 1. Herzfelder Henriette, geb. 16. Mai 1865, Brünn, VIII., Zeltgasse 1. Jeliitz Marie Private, geb. 30. Juli 1881, Wien, II., Pazmaniteng. 2. Kastl Ida, Private, geb. 24. Februar 1888, Wien VII., Neustiftg. 71. Kohn Valerie, geb. 14. Juni 1882, X., Johann Strauligasse 25. Lindner Friedrich, geb. 20. Mai 1888, Wien, I.. Schottenhof, 8. Stiege. Pollatschek Emil, Kontorist, geb. 16. Oktober 1890, Wien, VII, Bernardgasse 37. Schrenzei Emma, geb. 26. Juni 1887, Wien, XIII., Hietzingerstr. 8. Spira Albrecht, Zuschneider, geb. 28. Jänner 1884, Wien, XIV., Sturzgasse 46. Csaktornya. Vor einigen Tagen feierte unser Oberrabbiner. Herr Jakob Schwarz, das seltene Fest seiner fünfzigjährigen Seelsorgerschaft. Dielen Anlaß ließ sich die Kultusgemeinde nicht ei tgehen, um ihren treuen Seelenhirten von der allgemeinen Liebe und Verehrung zu überzeugen, welcher er sich durch eine gewissenhaste Pflege aller seelischen Interessen seiner Gemeindeangehörigen im Laufe eines halben Jahrhuudertes in rühmlichster Weise verdient gemacht hatte. Bor Beginn des Gottesdienstes erschienen in der Wohnung des Jubilars die Vorstände der Kultusgemeinde, der Chrwra-Kadischa, des Fraueuvereines und der Schule, um durch ihre Sprecher die hohen Verdienste zu würdigen, welche sich Herr Rabbiner Schwarz durch seine zielbewußte, menschenfreundliche und gottgefällige Wirksamkeit auf allen Gebieten des religiösen und humanitären Lebens erworben. In begeisterter und rührender Ansprache hob die Präsidentin des Frauervereines, Frau Rudolf Wollak, die Dankbarkeit hervor, welche der Verein seinem Gründer gegenüber fühlt, und überreichte dem Jubilar eine Ehrengabe von tausend Kronen. Herr Kultus Vorsteher Dr. Rudolf Wollak sprach in bewegten Worten die Verehrung und Anerkennung aus. mit welcher die Kultusgemeinde an ihrem treuen Hirten hängt und überreichte einen Stiftsbrief über Tausend Kronen auf den Namen des Jubilars. Herr Religionslchrer Nyiri sprach namens der Schuljugend, die eine herrliche Blumenspende überreichte. Hierauf begab sich der Jubilar mit seinen Familienangehörigen und den Deputationen in den Tempel, wo ihn der Tempe>Vorstand mit den Thorarollen bis zu seinem blumengeschmückten Sitze geleitete. Hier begrüßte der Vorsteher Wollak abermals den greisen Seelsorger, der in einer kurzen, doch formschönen und inhaltreichen Rede der Gemeinde für die unvergeßliche Ehrung dankte und dieselbe segnete. Ein Sohn des Jubilars, Oberrabbiner Dr. Moritz Schwarz aus Raab, bestieg sodann die Kanzel und hielt eine Festrede, welche auf alle Zuhörer mächtige Wirkung übte. Kein Auge blieb tränenleer, als der eloquente Redner die Gefühle schilderte, welche am heutigen Tage die Herzen aller Festteilnehmer erfüllen. Diese Rede war eme meisterhafte Würdigung der rabbinischen Tätigkeit unseres Seelsorgers, aber auch gleichzeitig ein glänzendes Zeugnis kindlicher Ehrfurcht und Dankbarkeit. Es ist nur selbstverständlich, daß der Jubilar zur Thora oufgerufen und mit einem im klassischen Hebräisch verfaßten Mischeberach (verfaßt von Doktor Moritz Schwarz) begrüßt wurde. Herr Oberkantor Katz erwies sich bei dieser Gelegenheit als Meister trefflicher Gesangskunst. Rach dem Gottesdienste strömten die Gratulanten den ganzen Tag in die Wohnung des greisen Rabbiners, dessen Gattin, als würdige Gefährtin des Jubilars, den zahlreichen Gästen von Nah und Fern, den Vertretern der Aemter und Behörden in liebenswürdiger Weise die Honneurs machte. Eine Unmenge von telegraphischen und schriftlichen Begrüßungen traf ein, die sämtlich Zeugnis ablegen von der wahren Liebe und Verehrung, welche sich Herr Oberrabbiner Jakob Schwarz durch seine edel aufgefaßte nnd jederzeit vollauf erfüllte seelsorgerische Tätigkeit erworben. Die Herzlichkeit und Innigkeit, mit welcher die Kultus gemeinde in so würdiger Weise ihre Anhänglichkeit an ihren treuen Seelenhirten bekundet, wird allen Festteilnehmern unvergeßlich bleiben, den Lebensabend des Jubilars aber mit jener freudigen Genugtuung erfüllen, welche das Bewußtsein redlich erfüllter und auch dankbar anerkannter Pflicht verleiht. X. Sch. Beneschau bei Prag. Frau Emilie Ornstein, Gattin des hiesigen Liqueurfabrikanten und Vorstandsmitgliedes der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Eduard Ornstein, verfertigte ein sehr naturgetreues, in Handstickerei ausgeführtes, Schloß Konopischt darstellendes

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