Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1912-04-12 · 15 (12.4.1912) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
29 (1912)
Issue
15 (12.4.1912)
Date
1912-04-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3020846-3021981-3021997--21066-3046139
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions (1 not found in this text)

Nr. 15 De. Bkochs Wochenschrift Seite 351 Siege der guten Sache lind mit dem hoffnungsreichen Ansblicke auf die Zukunft ist umso genussreicher,- als der Verfasser das streng wissenschaftliche Material in fesselnder, bis znm schönen Pathos sich entfaltender Weise vorträgt. F. K. J. Löwenberg, Aus jüdischer Seele. Dritte vermehrte Auflage. M.-G 1 o ga u jun., Hamburg. In den.LiederuLöw-enhergs-liegt ein eigentümlicher Zauber: sie atmen die Kraft des Selbsterlebten, Selbstempfundenen, Gemütstiefe, ideale Gesinnung und reden eine natürliche, schlichte, eindringliche Sprache. Ob der Dichter „Da&; Schwert zum Freiheitskampf der Menschheit schwingt! ä^ iiTtbcht und Menschlichkeit“ fordert für die missachtetem'tmliÖAyrfolgten Glaubensbrüder, die „zwei Jahrtausende still ihr Leid getragen“-; ob, er die „Grossen und Hohen“ anklagt, die „stumm blieben und frei die Verleumdung walten lassen, wo ein Wort genügte und achtlos war’, der Sturm verhallt“ob er den „Luggesellen“, die aus schnöder Selbstsucht“ den väterlichen Glauben wechseln „wie ein Werkstagskleid“, ein „Pfui“ entgegenschleudert — immer spricht aus seiner Seele das Verlangen, ein treuer, aufrechter Jude, ein guter Patriot und im wahrsten und höchsten Sinne Mensch zu sein. Darum greift sein Lied uns so ins Herz. Vielleicht leiht Löwenberg in der sicherlich bald kommenden vierten Auflage einem Gedanken Worte, den Gabriel Eiesser 1831 so beredt ausgesprochen, der aber leiderr seine Aktualität noch nicht verloren hat: „Es ist die Frage, ob der Staat länger auf die Lüge einen Preis setzen,*) ob er einen Zustand der Dinge währen lassen soll, der der öffentlichen Moral Hohn spricht, der die entschiedene Tendenz hat. Rechtlichkeit und Wahrheit nicht minder als Glaube und Gottesfurcht zum hohlen Wort zu machen.“ Heidelberg. 8. Müller. Die Ritualmordlüge dramatisiert. In KonstaMnopel wmde dieser Tuge die - Prenflöre eines Dramas gegeben, das die Ritualmordlüge behandelt. Das Stück, das den Titel „Le Sang de la Mazza" (Das Blatt der Mazza) führt, hat Lowria Bey des „Sardou der Türkei" zum Autor. Das Stück wurde von einer ottomanisch-jüdischen dramatischen Truppe gegeben und hat im Publikum großen Beifall gefunden. Lowria Bey hat in mehreren hochdramatischen Szenen die schauderhaften Folgen, der Blutlüge dem Publikum Vorgeführt und auf diese Weife nrehr gegen diese schändliche Verleumdung getan, als es noch so viele Broschüre^ <und Artikel zu tun vermöchten. Lowria B«y hat schon früher verschiedene jüdische Stücke geschrieben, unter anderen auch „Dreyfus", „Die Eroberung von Bysan z" u. s. w. Die echte biblisch-hebräische Metrik; Mit grammatischen Vorstudien von Dr. Nivard Schlögl, Professor der alttestamentlichen Exegese und der biblisch-orientalischen Sprächen an der theologischen Fakultät in Wien. (Biblische Studien, XVII. Band, 1. Heft; gr, 8° (X u. 110) Freiburg und Wien 1913, Herdersche Verlagshandlnng. Mk. 3.40, K 4.—. Der Verfasser, welcher bereits seit 1896, durch eine Preisausschreibung der Lackenbachen Stiftungskommission veranlasst, eifrig nach der biblischen Metrik forscht und zuerst Grimmes Morensystem vertrat, hat seit 1905 ein eigenes akzentuierendes System mit Berücksichtigung der Quantität der Silben aufgestellt. Dieses System nun, welches der Verfasser in der „Gottesminne4 (1905) und in der Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft (1908) kurz entwickelt und in seiner vor kurzem erschienenen Psalmenausgabe (Graz 1912) für die Textkritik angewendet hat, legt er als Frucht seiner metrischen Forschungen in diesem Heft der Biblischen Studien nieder, die.jeden Semitisten ausserordentlich interessieren dürften. Von dem Thesaurus totius Hebraitatis, „Gesamtwörterbuch der hebräischen Sprache“, von Elieser Ben- Jehuda, ist soeben der dritte Band erschienen. .Dieser Band reicht bis zum Artikel „Charada“. Das grossangelegte Werkten-Jehudas, das in Kommission bei der bekannten Verlagsbuchhandlung Prof. G. Langenscheidt, Schöneberg-Berlin, erscheint, verdient geradezu als literarisches Ereignis angesprochen, als bedeutendste Schöpfung auf dem Gebiete jüdischer Wissenschaft bezeichnet zu werdend Das- Werk'wird 10 Bände enthalten. Bis jetzt ist es gelungen, durch die Munifizenz des Barons Edmund Rothschild, des zionistischen Aktions-Komitees u. a. 2 Bände herzustellen. Die Druckkosten für den 3. Band hat Herr J. Moser in Bradford aufgebracht. Es bleibt die Pflicht der Gönner der hebräischen Sprache, für die Beschaffung von Fonds zur Herausgabe der weiteren 7 Bände zu sorgen. Dr. M. Friedländer. Die neu entdeckten Oden Salomos. »Die Hilfe«. Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Dr. Friedrich N a u m a n n. Nummer 14, 4. April 1912. Aus Idem' Inhalt: -Friedrich Naumann.: Äbschiedsgespräch *) Die im Heimatland des Dichters dem Juden theoretisch wohl längst zugestandene rechtliche und soziale Gleichstellung gewährt der Staat in der Praxis häufig nur um den Preis der Taufe. Der Staat rüttelt' so an seinem Fundament : an Sittlichkeit und Gerechtigkeit. mit Traeger. — Theodor Heusa: Albert Traeger. — Friedrich Weinhausen, M. d. R.: Rückblick auf den englischen Bergarbeiterstreik. — Die Auihebung der Liebesgabe. — Unsere Bewegung — Soziale Bewegung. — Gottfried Tr aub : Kaifreitag. — Friedrich Naumann: Ostergruss. — Hermann Kienzl: Der Kientopp. — Adolf Rein: Irland II. — Alfons Paquet: Kamerad Fleming, Roman. — Andreas Sönnichsen: Die Hamburger. — Politische Notizen. — Buchverlag der „Hilfe“ Berlin-Schöneberg. Heimkehr. Essays jüdischer Denker. Herausgegeben vom Jüd.-Nat. Akad. Verein „Emunah“. Czernowilz. Mit einem Vorwort von Universitätsprofessor Dr. Leon Kellner. Inhalt: Ernst M u e i l er: Einiges, znm Probleme des Golus. — Daniel P asmänik: Die sieben Lügen des heutigen Judentums. — Nathan Birnbaum: Einsichten und Ausblicke. — Max Rosenfeld: Nationale Autonomie der Juden in Oesterreich. — Adolf Stand: Nordua. — Salomon Schiller: Achad Haam. — Leon Kellner: Was Herzl vorfand. — Davis Trietseh: Der Umschwung in der Türkei und die jüdischen Palästina-Bestrebungen. — Samuel Rappaport: Ohasmouaeertest und Channkah. — Ignatz Schipper: Der Anteil der Juden am europäischen Grosshandel mit dem Orient. — Majer Bai ab an: Jüdische Aerzte und Apotheker aus Italien und Spanien im XVI. und XVII. Jahrhundert in Krakau. — Martin ßuber: Die Mythen des Chassidismus. — Verlag Louis Lamm, Berlin. „Das freie Wort“. Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet von Carl Säen ge r. Herausgegeben von Max Henning. XI. Jahrgang, Xr. 22. Zweites Februarheft 1912. Inhalt: Halali. -- 0. M. v. Unruh: Was nun? — Doktor Ludwig Hey de: An Friedrich Naumann. — Max Seher: Fleischnot oder Fleischteuerung? I. Teil. -- Der katholische Modernismus. — Artur Nap: Diamanten.— F. Miiller- Lyer: Eine Theorie des Kultusfortschritts. — J. G. Weiß: „Weltanschauung und Freiheit“. — Kleine Mitteilungen. — Neuer Frankfurter Verlag G. m. b. H., Frankfurt am Main. Krirfkafien. M B Die jüdischen Mitglieder der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion in Deutschland erklären es öffentlich, daß sie trotz ihres innerlichen Freisinns und Freidenkertums in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen einen Austritt aus der jüdischen Gemeinde gegen Ehre und Gewissen verstoßend erachten. Was sagen dazu Fritz Austerlitz und Dr. Adler? B. B. Aron Bernstein-Berlin, geb. am 6. April 1812 in Danzig, gest. am 12. Februar 1884 rn Berlin, Pseudonym: Aaron Rebenstein — war ein ausgezeichneter Gheltodichter, dem die Literatur zwei köstliche Romane zu verdanken hat. Seine populären naturwissenschaftlichen Werke, die als „Naturwissenschaftliche Volksbücher" erschienen sind, haben überall viel Anerkennung gefunden. Er war Begründer der „Jüdischen Rrsormgemeinde" in Berlin. Als Politiker zählte er zu den Radikalen, war Herausgeber der „V o lks-Z. itun a". Stud Felix M. Die Russenplnlosophie Cyamb rlains hat sich längst als Mumpitz enthüllt. Die wichtigste Rolle spielt bei ihm der sogenannte Schädelindex, d. h. das mathematisch zahlenmäßige Verhältnis des Längsdurchmesiers zum Querdurchmesser des Schädeldaches („Langschädel", „Kurzschädel", „Rund'chädel"). Wie hat sich nun diese Kraniologie (Schädelwissenschaft) praktisch bewährt? Einem Pariser Gelehrten wurden Schädel aus einem angeblichen Masseng abe russischer Soldätm zur Diagnose vorgelegt. Er stellte die Typen der Schädel verschiedenster asiatischer Völker (Mongolen, Kalmücken usw.) fest, wie sie in der russischen Armee gedient hatten. Nachträglich stellte sich heraus, daß die SchädeP einem Massengrabs von Frauen aus der Cholerazeit (1832) entstammten. Es würde geradezu lächerlich wirken, wollte man einen Anthropologen zumuten, aus einer Reihe von Schädeln einen Judenschädel herauszudiagnostizieren. Theol. Kar. Wenden Sie sich an den Herrn Oberrabbiner. B. Krakauer in Nikolsburg. Wenden Sie sich an das Mädchenpensionat Frau Julie Stern, Wien, I., Werderthorgosse 12, und an Frau Elise H o l z b o ck, Breslaik. XHL, Kaiser Wilhelmstr. 9. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen unsrer gesäiähien Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der lausenden Abonnements gebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsenduna der Beträge wolle man stch des in der letzten Nummer beiqeleglen Pnsleidaii» . scheine» bedienen. Die Administration.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.